Selbstidentifikation

Ja, aber das "Problem" ist nur, für 7 Mrd. andere ist es das.
Wer erkennt das schon, außer einem kleinen Haufen Leute wie wir? Wo bleibt das große Erkennen?
Es ist was es ist.
Unterliegst du nicht selbst der Identifkation, wenn du das so denkst, wie du es beschreibst ?
Dann bleibt da ein wir und ihr ....
Der Dualität entrinnen kann man nur, wenn man tiefes Vertrauen fühlt und dann die Energie zum überfließen bringen kann. Wenn sich alles verbinden darf. Es ist scheinbar schwer, auch ich empfinde es oft als schwierig. Habe auch Momente des Einssein, aber wie schnell falle ich da wieder heraus. Die Frage nach dem Warum macht es mir unnötig schwerer, deswegen gehe ich in die Erfahrung meines Selbst, versuche, den Kopf nicht als mein Ich zu begreifen. Manchmal gelingt es, manchmal reitet er mich dann aber doch wieder.
Aber ich gehe dennoch weiter, tief in die Erfahrung, die mich erkennen lässt, dass es nichts zu erkennen gibt.
 
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Diese Überidentifikation liegt meiner Meinung an etwas bestimmten: Die Kunst, sie war früher ein Stielmittel, welches eine Art "Stimme des ICH's" gewesen ist , also durch sie konnte es sich zum Ausdruck bringen. Da sie heute aber eher vernachlässigt wird und kaum gelebt, muss das ICH andere Wege finden sich zu behaupten.
Na, so wirklich Künstler gab es stets nur wenige. Und die Kunst ist auch, so wunderbar die Werke doch sein mögen, doch die meiste Zeit dazu verwendet worden, sich selbst immer größer und größer darzustellen. Ich denke da an die Päpste, an all jene Auftraggeber großer Künstler, und was sie alles investiert haben für ihre Selbstdarstellung, anstatt ihre Ressourcen zu guten Zwecken zu verwenden.
Und heute wird es immer schwieriger, sich selbst groß darzustellen. Viel zu viele Menschen gibt es dafür, viel zu viel Konkurrenz.
Und wo hat uns das nur hingeführt? In eine Leistungsgesellschaft. Wo noch immer das Recht des Stärkeren zählt. Stärker ist, wer sich besser repräsentiert.
Das ist m.E. Selbstidentifikation heute: der Weg zum Erfolg. Oder zu irgendeinem Ziel, jedenfalls für sich selbst. Andere können dafür auf der Strecke bleiben, aus der daraus resultierenden egoistischen Sicht.
Und jene, die schon die Hoffnung aufgegeben haben, sich in dieser chaotischen Welt voller selbstverliebter Narren noch behaupten zu wollen, enden dann irgendwo, wo sie gerade noch über die Runden kommen, aber ohne so wirkliche Lebensfreude.

Ist nicht Lebensfreude das, um das es uns stets geht?
Aber der Blickwinkel, wie wir (ich spreche vom Wir als Allgemeinheit) ihn auf dieses Ziel fokussieren, ist der nicht verquer? - Lebensfreude durch Erfolg, das ist, was die Leistungsgesellschaft verspricht.
Ich sage, das ist Unsinn!
 
Das höre und lese ich sehr oft, was ist eigendlich mit dem Namen Kevin nicht okay, weil der immer und überall erwähnt wird?

Muss dazu anmerken, ich schaue kein TV und bin nicht mehr auf dem neuesten Stand. ;)
Ein kurzer, bezeichnender Bericht über eine Studie an Grundschulen zu diesem (und anderen) Namen http://www.zeit.de/wissen/2009-9/vorurteile-namen-grundschullehrer
Ist schon 8 Jahre alt, also nichts was es aktuell im TV zu erfahren gibt.

R.
 
Es ist was es ist.
Unterliegst du nicht selbst der Identifkation, wenn du das so denkst, wie du es beschreibst ?
Dann bleibt da ein wir und ihr ....
Ganz um die Identifikation kommt man ja auch irgendwie nicht rum. Wir funktionieren nicht wie ein großer Ameisenhügel …
Ist es Überidentifikation, wenn ich sage, dass meine Meinung eine andere ist als die der breiten Masse? Ich unterscheide da ja zwischen "uns" und "ihnen", weil ich die Hoffnung für "sie" hege, während sie für "uns" bereits in Erfüllung gegangen ist.

Der Dualität entrinnen kann man nur, wenn man tiefes Vertrauen fühlt und dann die Energie zum überfließen bringen kann. Wenn sich alles verbinden darf. Es ist scheinbar schwer, auch ich empfinde es oft als schwierig. Habe auch Momente des Einssein, aber wie schnell falle ich da wieder heraus.
Ja, Vertrauen - das ist so schwer …

Nichts wird besser, wenn kein Vertrauen vorhanden ist. Und der Grundpfeiler für alles Vertrauen ist das Vertrauen in sich selbst. Das nicht vorhanden sein kann, wenn man meint, sich selbst noch nicht gefunden zu haben.

Die Frage nach dem Warum macht es mir unnötig schwerer, deswegen gehe ich in die Erfahrung meines Selbst, versuche, den Kopf nicht als mein Ich zu begreifen. Manchmal gelingt es, manchmal reitet er mich dann aber doch wieder.
Aber ich gehe dennoch weiter, tief in die Erfahrung, die mich erkennen lässt, dass es nichts zu erkennen gibt.
Auch das ist eine unglaublich schwer zu begreifende Thematik für auf Leistung und Ergebnisse gedrillte Köpfe.
Denn Sinn ist und war immer unser Anker. Zu erkennen, dass es nichts zu erkennen gibt, öffnet plötzlich eine bodenlose Leere, und wer nicht weiß, dass er fliegen kann, um es mal als Metapher auszudrücken, der fällt …
 
Na, so wirklich Künstler gab es stets nur wenige. Und die Kunst ist auch, so wunderbar die Werke doch sein mögen, doch die meiste Zeit dazu verwendet worden, sich selbst immer größer und größer darzustellen. Ich denke da an die Päpste, an all jene Auftraggeber großer Künstler, und was sie alles investiert haben für ihre Selbstdarstellung, anstatt ihre Ressourcen zu guten Zwecken zu verwenden.


Ich meinte damit auch den Kunst-Schaffenden nicht seinen Auftraggeber, der ist nichts anderes als ein Selbstdarsteller, der sich damit hervorheben möchte. Aber ein Künstler, welcher sich z.b zum Malen oder Dichten in sein Atelier zurückzieht, er ist der Welt gänzlich "entrückt" und fokussiert sich nur auf seine Gedanken und Emotionen, welche sich in seinen Werken dann wiederspiegeln, wie der Hauch eines Lichtstrahles, der sich seinen Weg in diese Welt bahnt. ;)

Und heute wird es immer schwieriger, sich selbst groß darzustellen. Viel zu viele Menschen gibt es dafür, viel zu viel Konkurrenz.

Das Problem hier sind die Herzen, welche im System der Leistung erkalten die ganze menschliche Gesellschaft "krankt" meiner Meinung nach an einem: Am kalten Herzen".


Und wo hat uns das nur hingeführt? In eine Leistungsgesellschaft. Wo noch immer das Recht des Stärkeren zählt. Stärker ist, wer sich besser repräsentiert.

Es führt zu einer übersättigten und "erfrorenen" Luxusgesellschaft die in ewiger Dekadenz vergisst was Menschlichkeit sein sollte.

Das ist m.E. Selbstidentifikation heute: der Weg zum Erfolg. Oder zu irgendeinem Ziel, jedenfalls für sich selbst. Andere können dafür auf der Strecke bleiben, aus der daraus resultierenden egoistischen Sicht.

Leider, und jedem obliegt es hier zu entscheiden ob es das wert ist, mir z.b ist es das nicht wert...

Und jene, die schon die Hoffnung aufgegeben haben, sich in dieser chaotischen Welt voller selbstverliebter Narren noch behaupten zu wollen, enden dann irgendwo, wo sie gerade noch über die Runden kommen, aber ohne so wirkliche Lebensfreude.

Ja, und davon gibt es sehr viele Menschen (mich eingeschlossen)....

Ist nicht Lebensfreude das, um das es uns stets geht?

Nicht unbedingt, kommt auf die persönlichen Prioritäten des Lebens an, meine z.b ist es neue Erkenntnisse zu gewinnen und Geheimnisse zu lösen, welche die Exitenz allen Lebens begründen.

Aber der Blickwinkel, wie wir (ich spreche vom Wir als Allgemeinheit) ihn auf dieses Ziel fokussieren, ist der nicht verquer? - Lebensfreude durch Erfolg, das ist, was die Leistungsgesellschaft verspricht.
Ich sage, das ist Unsinn!

Ich verstehe dich, und JA: es ist Unsinn es ist irrelevant, was die Gesellschaft erwartet, wichtig ist nur, was man selber von sich erwarten mag.
 
… um gleich zum Thema zu kommen: Selbstidentifikation ist ja nach wie vor und seit Jahrtausenden das Um und Auf unserer individuellen Menschlichkeit.

Doch wofür benötigen wir sie? Weshalb ist es das Bestreben eines Individuums, aus der Masse hervorzuscheinen oder schlicht sich den eigenen, speziellen Anstrich zu geben?

Es fängt schon in alltäglichen kommunikativen Belangen an, in denen wir anderen, unseren Kindern, Namen gegeben haben, um ihnen sowas wie Persönlichkeit zu geben.
Aber eine wahre Persönlichkeit entwickelt sich ja erst im Laufe der Zeit. Und unser Name wandelt sich nicht mit dem Wandel unserer Persönlichkeit, es sei denn, wir entschließen uns, ihn zu ändern. Er bleibt immer ein fixes Statement.
Und so versuchen auch wir, uns selbst eine fixe Größe zu geben, das irdische Alter zu zählen, uns über solche Belange gewisse Werte zuzuweisen.

Alles Dinge, die ja nicht "real" existieren. Die Zeit kennt keine Struktur, erst wir haben sie strukturiert. Namen sind letztlich nichts als der Phantasie entsprungene Klanggebilde, um uns unterscheiden zu können.
Die Geschlechterrollen sind ebenfalls absolut dämliche Konstrukte; Mensch ist doch nur Mensch. Die Unterscheidung zwischen Mann und Frau hat nur in sexueller Thematik wirklich Relevanz, nirgends sonst!

Das alles mag ja dennoch einen praktischen Nutzen im Leben haben.
Doch dann kommen wir zu religiösen, philosophischen und okkultistischen Themen. Hier geht es sehr stark um die Selbstidentifikation, wer sind wir, was macht uns aus, etc. …
Meist etwas, das man nur für sich selbst beantworten kann, und auch nur auf sich bezogen. Es gibt etliche Lehren darüber, und irgendwie dient es ja auch dem Streben nach einem friedlichen Miteinander.
Und oftmals suchen wir uns auch Trost. Aber - indem wir uns etwa in uns selbst flüchten?

Da liegt der Kern meiner Fragestellung: warum suchen wir uns zu identifizieren, gleichzeitig mit dem Erachten von Frieden und Freiheit als höchstes Gut?
Wäre ein friedliches Miteinander nicht einfacher, wenn jeder ist, wie er ist, unabhängig davon, wie er sein will und was er möglicherweise schon "erreicht" hat im Leben?
Seit Jahrtausenden sehe ich das nicht. Erst mit der Aufklärung trat es deutlich heraus. Ein Höhepunkt war Descartes mit -Ich denke also bin ich- Das kehrt sich langsam wieder um, da man kein Ich gefunden hat und Denken eine Reflexion ist, welches den Einfall verhindert.Die großen Geister, die wir Persönlichkeiten nennen sind im wörtlichen Sinne keine, da sie außergewöhnliche Einfälle bekommen, weil ihre Persona die Offenheit dafür hat. Das geht nicht mit Identifizieren , sondern mit Aufgabe dessen. Somit entsteht Raum für den Einfall jenseits des üblichen.
 
Das Problem hier sind die Herzen, welche im System der Leistung erkalten die ganze menschliche Gesellschaft "krankt" meiner Meinung nach an einem: Am kalten Herzen".
Aber nur aufgrund mangelnden Verständnisses.
Für ihre Familie und Freunde vermögen die Menschen viel Liebe aufzubringen.
Es ist das Konzept von Fremdheit, welches zu kalten Herzen führt.

Es führt zu einer übersättigten und "erfrorenen" Luxusgesellschaft die in ewiger Dekadenz vergisst was Menschlichkeit sein sollte.
Aber wir haben ja alles, was wir brauchen. Ganz ehrlich; ist das nicht traurig?
Wir in den reicheren Staaten der Erde haben heute die Möglichkeit, Wissen aus allen Teilen und Kulturen der Erde zu erlangen. Es gibt so vieles, über Menschlichkeit, über das, was bereits über den Menschen identifiziert wurde. Aber stattdessen picken wir uns die Rosinen raus, die unser Ego befriedigen, und suchen weiterhin stur nach uns selbst.
Ich zähle mich übrigens auch dazu, muss das auch erst überwinden lernen.

Leider, und jedem obliegt es hier zu entscheiden ob es das wert ist, mir z.b ist es das nicht wert...
Aber was ist eine solche Wertung/Entscheidung nütze, wenn sie getroffen wurde, ohne verstanden zu haben, worum es wirklich geht?
Nicht unbedingt, kommt auf die persönlichen Prioritäten des Lebens an, meine z.b ist es neue Erkenntnisse zu gewinnen und Geheimnisse zu lösen, welche die Exitenz allen Lebens begründen.
Bloß ohne Freude daran zu haben, strebt man doch nicht nach Erkenntnissen und Geheimnissen … es geht stets um Lebensfreude …
Ich verstehe dich, und JA: es ist Unsinn es ist irrelevant, was die Gesellschaft erwartet, wichtig ist nur, was man selber von sich erwarten mag.
Sehe ich anders. Da ist sie ja wieder, diese meiner Meinung nach schädliche Selbstidentifikation.
Wieso ist es wichtig, was man von sich selbst erwartet? Wenn man was von sich selbst erwartet, dann ist man ja wieder voll ich-fokussiert dabei.
 
Aber nur aufgrund mangelnden Verständnisses.
Für ihre Familie und Freunde vermögen die Menschen viel Liebe aufzubringen.


Ja, aber denke mal drüber nach: warum fühlen wir etwas als fremd, nicht zu uns gehörig? Weil wir die Verbindung, dass wir alle Eins sind nicht genug fühlen oder auch fühlen wollen, denn wie kann etwas das eins ist, denn fremd sein?

Es ist das Konzept von Fremdheit, welches zu kalten Herzen führt.
Aber wir haben ja alles, was wir brauchen. Ganz ehrlich; ist das nicht traurig?

Ja, dies ist sogar sehr traurig und das Konzept des "fremd-sein" müsste ausgehebelt werden um wahres "Eins-sein" leben und empfinden können und das auf Dauer.

Wir in den reicheren Staaten der Erde haben heute die Möglichkeit, Wissen aus allen Teilen und Kulturen der Erde zu erlangen. Es gibt so vieles, über Menschlichkeit, über das, was bereits über den Menschen identifiziert wurde. Aber stattdessen picken wir uns die Rosinen raus, die unser Ego befriedigen, und suchen weiterhin stur nach uns selbst.

Es liegt daran, dass dadurch unser Träume sterben, denn wovon soll man noch träumen wenn man bereits alles besitzt? Wir suchen nach uns selbst, weil wir nicht wissen wonach wir sonst suchen sollten. Diese Welt ist fast nahezu ent-mythologisiert, was sie trist und grau macht.

Ich zähle mich übrigens auch dazu, muss das auch erst überwinden lernen.

Das tut mir aufrichtig leid für dich und ich wünsche dir, dass du es schaffst, dich so zu entwickeln wie es sich dann für dich als richtig anfühlt. :trost:


Aber was ist eine solche Wertung/Entscheidung nütze, wenn sie getroffen wurde, ohne verstanden zu haben, worum es wirklich geht?
Bloß ohne Freude daran zu haben, strebt man doch nicht nach Erkenntnissen und Geheimnissen … es geht stets um Lebensfreude …

Was sie nützt? Ich wünschte ich könnte es dir genau sagen, aber muss mich mit einer Mutmassung begnügen, evtl. eine Art Ventil oder Notanker um besser mit dem Entwicklungsstand der gerade ist, konform gehen zu können.

Sehe ich anders. Da ist sie ja wieder, diese meiner Meinung nach schädliche Selbstidentifikation.
Wieso ist es wichtig, was man von sich selbst erwartet? Wenn man was von sich selbst erwartet, dann ist man ja wieder voll ich-fokussiert dabei.

Ich weiss nicht, aber ich hatte darüber mal etwas geschrieben, ich nannte das den "Motor des Lebens" also die innere Überzeugung z.b welche uns antreibt zu leben zu sein.
 
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Es fängt schon in alltäglichen kommunikativen Belangen an, in denen wir anderen, unseren Kindern, Namen gegeben haben, um ihnen sowas wie Persönlichkeit zu geben.

Na ja, alle 20 Kinder "hallo du" zu nennen wäre auch komisch. :D

Vornamen waren schon immer gebräuchlich. Abstammungsnamen in Europa lange Zeit nur in Adelsfamilien oder bei den zwangsweisen Namensgleichheiten (z.B. der Müller Franzi => Franzi der Müller => heute Franzi Müller).
 
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