richtig, ich orientiere mich mehr an einem Professor, der aktuell die meisten Corona-Patienten gesehen hat, anstatt an den Medien und panischen Menschen. Ein Professor der testet und erforscht und klar kritisiert, dass man momentan nur eines sieht: entweder bagatellisieren oder überdramatisieren.
das Virus ist wie die Flüchtlingskrise: entweder man gehört zu Seite „alle rein“ oder zu „alle raus“ und wenn man versucht, irgendwo dazwischen sachlich zu argumentieren, ist man braun. das selbe passiert gerade jetzt.
Und ich betone es für dich gern nochmal: ich saß grad selbst in Quarantäne. Ich habe mich daran gehalten zum Schutze anderer. Ich sehe jedoch aus 1. Hand auch, dass Daten, die da kommuniziert werden, gar nicht der Wahrheit entsprechen können, wenn tatsächliche Verdachtsfälle nicht mal getestet werden. Schwere Verläufe und Tote hingegen werden wohl nahezu alle getestet und aufgeführt.
Aber du argumentierst ja gar nicht sachlich. Sachlich zu argumentieren heisst zu sagen, was Sache ist. Du sagst nicht, was Sache ist, sondern was vielleicht Sache sein könnte. Du zitierst einen Professor, welcher sagt, wie die Dinge vielleicht sind. Das hat mit Sachlichkeit nichts zu tun, sondern ist pure Spekulation. "Vielleicth" ist alles mögliche.
Ich glaube, wir können uns alle darauf einigen ,dass wir heute noch zu wenig über das Virus wissen, um seine Gefährlichkeit gut einschätzen zu können. (Falls du das bezweifeln solltest, dann können wir aber auch darüber diskutieren.)
Das ist aber nicht das Problem. Wir wissen IMMER zu wenig über die Welt, in der wir leben.
Das Problem ist, dass Entscheidungen getroffen werden müssen, ohne dass man das Wissen hat, das man bräuchte. Und die meisten Regierungen haben sich für relativ drastische Scrhitte entschieden.
Wer sich mit Spieltheorie auskennt, dies ist ein spieltheoretisches Problem. Es ist in keiner Weise anders als der Klimawandel.
Falls das Virus aggressiv ist, und wir machen etwas dagegen > richtige Entscheidung getroffen. Einige Tote, aber glimpflich davon gekommen.
Falls das Virus harmlos ist, und wir machen etwas dagegen > möglicherweise überreagiert, wenigstens keine bzw. nur wenige Tote.
Falls das Virus aggressiv ist, und wir machen nichts dagegen > Worst Case, Zusammenbruch des Gesundheitssystems mit vielen Toten und unabsehbaren Langzeitschäden.
Falls das Virus harmlos ist, und wir machen nichts dagegen > grad noch mal Glück gehabt!
Wir wissen aber heute nicht wirklich, ob das Virus harmlos oder aggressiv ist. Es gilt, den Worst Case zu vermeiden.
Jetzt kann jemand argumentieren, dass die Folgeschäden der Shutdowns ja auch schlimm seien. Das ist richtig, aber nicht die ganze Wahrheit. Es gilt abzuwägen: Was ist schlimmer, ein potentieller Worst Case, oder die durch den Shutdown entstehenden Folgen?
Und diese Antwort ist eine ethische. Ich persönlich finde es richtig, mit erster Priorität einen möglichen Kollaps des Gesundheitssystems vermeiden zu wollen, und erst mit zweiter Priorität auf die Wirtschaft zu schauen. Immerhin haben die meisten Staaten ja bereits riesige Hilfspakete geschnürt.