wenn die Beschreibung so wie sie dargestellt ist Wort für Wort stimmt (da es ja dazu Aufnahmen gibt wäre das sogar überprüfbar)
Nun, Harald Wiesendanger - Autor des Artikels und Betreiber der Seite Psi-Info - ist starker Verfechter für Geistheilerei. Ich gehe davon aus, dass er ehrlich ist, wobei sein Artikel wahrscheinlich - wie bei jedem Menschen - durch seine Ansichten "gefärbt" ist. Das soll kein Vorwurf sein - wie gesagt: jeder Mensch redet/schreibt von seinen Ansichten "gefärbt" - aber das muss eben mit berücksichtigt werden, wenn man so einen Artikel liest.
, kann es sich schwerlich um "cold reading" handeln (...)
Cold- und/oder hot reading. Das Setting läd ziemlich stark dazu ein - vor allem eben, wenn die Verblindung nicht ganz dicht ist.
Und ich behaupte nicht, dass das die einzige mögliche "konventionelle" Erklärung wäre.
Wie wäre es mit einem anderen Setting gewesen? Der Teilnehmer bekommt eine Liste von teilnehmenden erkrankten Menschen - und alle Informationen, die er angibt zu brauchen, aus denen er aber keine Diagnose stellen kann - und eine Liste von Diagnosen. Er muss dann - ohne, dass ein Aufpasser im Raum die richtige Zuordnung kennt - die Diagnosen den Patienten zuordnen... also die Diagnose der Liste, die am ehesten passt.
Hinterher schaut man, wie viele Treffer er hat.
Da lässt sich auch mathematisch eine Zufallserwartung etc. ermitteln, bzw. eine statistische Signifikanz einer Trefferquote.
Als Gegenprobe kann man den gleichen Test mit einem klugen Menschen machen, der aber nicht von sich behauptet, das zu können, sondern "nur" die ihm zur Verfügung stehenden Informationen nutzt.
Wenn der Teilnehmer keinerlei Feedback von anderen Menschen im Raum braucht, müsste er auch in solchen Tests überzufällig gut abschneiden.
Meiner Meinung nach die einzige "konventionelle" Möglichkeit das zu erklären wäre "sie wussten vorher bescheid" und zwar müssten sie dann sowohl darüber bescheid gewusst haben wer als Patient ausgesucht wurde, welch Krankheit die jeweils hatten, wie nummeriert wurde (und selbst dann ist das eine ziemlich gute Leistung, sich alles zu merken, richtig zuzuordnen und vor nicht nur "gläubigem" Publikum so "vorzuspielen).
Nummeriert wurde alphabetisch nach Vorname, und es gab fünf "Patienten". Die Gedächtnisleistun wäre also nicht sonderlich groß. Aber ich möchte einen derartigen Betrug nicht a priori unterstellen. Möglichkeiten, das "konventionel" zu erklären, kann es noch viele geben, ohne, dass sie uns ein- oder auffallen. Eben darum ist ein andauernder Review, Versuchsreplikationen etc. weiter unumgänglich.