Bei der "zivilisierten" Nutzviehhaltung gebe ich Dir recht. Aber auch die verbliebenen, indigenen Völker jagen sehr selten Beutegreifer. Bei letzteren greift das Dichte-Argument aber nicht.
Das der Zweckmäßigkeit und des Faktors "mehr Arbeit, größeres Gefährdungspotential" aber schon. Abgesehen davon, dass meistens auch die Zahl der Räuber im Verhältnis wohl eher geringer ausfallen dürfte.
Es ist einfach so, sein Abermillionen von Jahren...
Hey, bitte, du kannst bzgl. Räubern mit ökologischen Gleichgewichten argumentieren, aber "das haben wir schon immer so gemacht" ist wohl eine der billigsten Ausreden, die Verantwortung auf die Vorfahren abzuschieben, die sich das ausgedacht haben

Und ne, die Massentierhaltung, die einem vermutlich nicht superreichen Menschen wie dir mehr als einmal die Woche ein Steak erlaubt, gibt es seit diesen Abermillionen von Jahren durchaus NICHT.
Ich gehöre übrigens zu den Personen, die sich durchaus darüber im Klaren sind, dass es Zeiten gab, in denen Menschen auch mal hauptsächlich von Fleisch gelebt haben - von Pferden beispielsweise. Man sollte manchmal einfach reflektieren und differenzieren, was vernünftige Werte sind, und was bloß kulturelle oder persönliche. Du kannst dich noch so sehr an "Vernunft"-Argumenten hochziehen, Tatsache ist aber, dass deine Gründe, Wölfe oder meinetwegen auch Hundeartige generell nicht essen zu wollen, Persönliche sind. Sich solche Befindlichkeiten überhaupt leisten zu können, hat was mit vorhandenem Überangebot und Sättigung zu tun. Im Zweifelsfall wird man essen, was man auf den Tisch oder erlegt bekommt.
Das ist mir bewußt, aber es beunruhigt mich weder, noch verfolgen mich irgend welche "sanften Schafs- oder Kuhaugen" im Schlaf/Traum, wie's in einem Post hieß. Die Träume, an die ich mich erinnern kann (das sind nur wenige), sind von einem anderen Kaliber...
Na, das ist grundsätzlich ein anderes Thema. Mich beunruhigt das schon, denn ich gehöre durchaus zu den Leuten, die sowas wie die besagte Menschlichkeit vs. Irrsinn durchaus nicht an persönlichen Dingen festmachen, und ob ein Huhn elendig im eigenen Dreck verreckt, ist mir nicht automatisch irgendwie gleichgültiger, bloß weil es nicht mein Lieblingstier ist oder ich mir ja sage, Menschen seien mit Hühnern so schon immer umgegangen.
Mich "verfolgt" das nicht, aber beschäftigen tut es mich schon, und das halte ich für eine vernünftige Perspektive. Geben wir es zu, wir sind heutzutage verweichlicht - was ethisch sicherlich positiv ist. Die Drecksarbeit aber, die Tiere tatsächlich umzubringen, den Gestank zu ertragen usw., so sehr wir das zu industrialisieren versuchen, muss irgendjemand dann trotzdem machen, und das Elend verschwindet nicht dadurch, dass wir uns nicht damit befassen.
Wer seinen Konsum nicht in gewissen Maßen hält - und ich sehe in deinen Argumenten viel, aber nicht die geringste Einsicht, dass das Ganze was mit DIR zu tun haben könnte - der trägt durchaus dazu bei, und wenn's nur ein soundsovieltausendster Anteil am Gesamtpaket ist.
Wie erwähnt, ich fahr da keine radikale Schiene, weder theoretisch noch in meiner eigenen Praxis, denn dass mensch durchaus gesünder lebt, wenn ab und an halt schon Fleisch dabei ist, entspricht meiner persönlichen Erfahrung. Dass das eine Extrem aber ungesund ist, ist eben eine schlechte Ausrede, sich mit einem "war schon immer so und ist nicht mein Bier, ich bin halt so und find das in Ordnung, solange ich keine persönlichen Gründe dagegen habe" rauszureden und alles mal so zu lassen und zu akeptieren, wie es ist.