Paradoxon Tierliebe und Tiere essen

Und dass Wölfe andere Wölfe nicht fressen, wenn die beispielsweise als unwillkommene Einzelgänger gezwungen sind, im Revier eines etablierten Rudels zu jagen, halte ich für einen Mythos.
Kein Mythos. Normalerweise werden bei Revierkriegen o.ä. getötete Fremde nicht gefressen, sondern bleiben liegen. Auch getötete Füchse, Kojoten o.ä. bleiben üblicherweise liegen... Warum das so ist, da habe ich zwar eine Vermutung, aber die ist nicht veröffentlichungsreif (ich mag keine Spekulationen, wenn's um Verhaltenforschung geht), weil ich sie nicht hart beweisen kann...
So oder so, die von Dir monierte Bemerkung von mir bezog sich in erster Linie auf Menschen (ich hätt's dazuschreiben sollen), worum's ja letztlich in diesem Thread auch geht: Die verzehren üblicherweise Pflanzenfresser, allenfalls Omnivore, Raubtiere nur unter Extrembedingungen (Arktis z.B.) oder bei Ritualen.

LG
Grauer Wolf


edit: Tipfehler
 
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Hast du nicht auch irgendwo was von Bayern geschrieben?? Wie überlebst du in Bayern, wenn du kein Fleisch isst???
:D

Um damit mal wieder so anzumerken, dass das hier ein Vegetarier-Unterforum ist.

*lach* Ja schrieb ich, dass wenn ich in Bayern unterwegs bin, die Kühe usw direkt auf der Weide sehe beim Bauern und mir aussuchen könnte, WENN ich denn Tier essen wollen würde.

Naja, Du, auch wenns vllt humorig gemeint war von Dir, auch ohne Tier mampfen kommt man da unten in Blau-Weiss gut zurecht und schmackhaft. Gibt draussen auf der Wiese viele Wildkräuter und Wildgemüse; oder auch klassische Bauernkost (geht auch ohne a g´scheite Schäufele) usw. Macht keinen Unterschied zu anderen Gegenden :)
Zur Not trinkts mo a Moass mehr, des boassd a.
Und zu bedenken: Bayern is Bayern; Franken ist Franken, und München gehört weder zu dem einen, noch dem anderen *smile*
 
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*lach* Ja schrieb ich, dass wenn ich in Bayern unterwegs bin, die Kühe usw direkt auf der Weide sehe beim Bauern und mir aussuchen könnte, WENN ich denn Tier essen wollen würde.

Naja, Du, auch wenns vllt humorig gemeint war von Dir, auch ohne Tier mampfen kommt man da unten in Blau-Weiss gut zurecht und schmackhaft. Gibt draussen auf der Wiese viele Wildkräuter und Wildgemüse; oder auch klassische Bauernkost (geht auch ohne a g´scheite Schäufele) usw. Macht keinen Unterschied zu anderen Gegenden :)
Zur Not trinkts mo a Moass mehr, des boassd a.

Na, das war schon nicht NUR humorig gemeint von mir, spätestens wenn man auf Speck keine Lust hat, isses das dann mit der meisten Bauernkost ja schon gewesen, inklusive verschiedener Variationen mit Ei. Und durch Alkohol ausgleichen ist halt auch sonne Sache, wenn man den auch nicht mag ;)
Also, wenn man recht strikt selbst kocht, geht das vielleicht noch .. ansonsten wird man ggf. sogar bei den Käsespätzle für die Sonderwünsche schräg angesehen. So meine Erfahrung.

Ich pflege selbst sowas, was ich ein gewisses "Gleichgewicht" nennen würde, relativ selten gibt's Geflügel oder Fisch, wenn ich merke, dass mein Körper sowas gern hätte. Aber schön fand und finde ich's diesbezüglich in Bayern weniger, wenn's mich mal dahin verschlägt.

Zum Threadthema des Tierliebe vs. Tiere essen - ich nenn das mal einen gesunden Egoismus, es tut mir leid um die Tiere, aber die drei Stücke (also, Stücke jetzt, keine ganzen Tiere) Huhn und ein Stück Fisch, die ich im Monat esse, machen relativ betrachtet den Braten nicht fett, was die Tierhaltung angeht. Das System ist so etabliert, und ich dürfte ziemlich weit unterm Durchschnitt liegen, was den Fleischkonsum angeht, insofern zieh ich die Statistik mit meinem Konsumverhalten schon eher in die Richtung von "weniger Produktion". Komplett verzichten hab ich über die letzten Jahre jeweils immer mal für ein Jahr oder ein paar Monate versucht - aber irgendwann wird es Quälerei, und da, muss ich sagen, seh ich mich mit dem bisschen Fleisch, von dem ich feststellen kann, dass mein Körper das zum Wohlfühlen irgendwann braucht, wirklich nicht in den roten Zahlen, was die Statistik angeht.

Das Problem seh ich viel eher bei einem massiven Fleischkonsum, der weit über das hinausgeht, was eigentlich gebraucht würde. Gegessen wird hierzulande ohnehin eher "zu viel", und dann auch noch häufig das Falsche. Aber das ist ein generelles Problem unserer übersättigten Gesellschaft, nicht speziell eins des Fleischkonsums.
 
Kein Mythos. Normalerweise werden bei Revierkriegen o.ä. getötete Fremde nicht gefressen, sondern bleiben liegen. Auch getötete Füchse, Kojoten o.ä. bleiben üblicherweise liegen... Warum das so ist, da habe ich zwar eine Vermutung, aber die ist nicht veröffentlichungsreif (ich mag keine Spekulationen, wenn's um Verhaltenforschung geht), weil ich sie nicht hart beweisen kann...
Wie steht's denn generell um Belege? Soweit ich es weiß, ist ein Problem bei "Wolfsforschung" halt auch, dass es eben gar nicht so einfach ist, da zuverlässige, breit angelegte Untersuchungen an "natürlichen" Systemen durchzuführen.

So oder so, die von Dir monierte Bemerkung von mir bezog sich in erster Linie auf Menschen (ich hätt's dazuschreiben sollen), worum's ja letztlich in diesem Thread auch geht: Die verzehren üblicherweise Pflanzenfresser, allenfalls Omnivore, Raubtiere nur unter Extrembedingungen (Arktis z.B.) oder bei Ritualen.
Nunja, selbst Pflanzenfresser trampeln sich ab einer gewissen Dichte gegenseitig tot; wie das aussehen würde, wenn die nun alle noch ein Gebiss hätten, das dazu geeignet ist, sich aktiv und effektiv gegenseitig zu meucheln, wollen wir jetzt lieber nicht durchrechnen. Schon Geflügel werden die Schnäbel gestutzt, wenn man sie einigermaßen eng hält. Die Pflanzenfresser, die für regelmäßigen Verzehr gehalten werden, sind schon so ausgelegt, dass sie eben keinen großen Schaden anrichten (können), u.a. deswegen bieten sie sich für sowas ja an. Sowas sind aber praktische Gründe, keine "prinzipiellen", wie das bei dir eher klingt.

Klar fresse ich etwas, das schwer zu töten ist und sich für Massenhaltung nicht eignet, nur, wenn die Lage das gebietet, weil es normalerweise eben einfachere Wege gibt. Aber auch wenn es durchaus Tiere gibt, die ich weniger oder mehr mag als Andere - ich esse ohnehin selten welche, und wähle da eher nach der Frage, ob mein "Beitrag" einen Unterschied macht.
Ich bin vielen Lebewesen verbunden; dem Schwein ggf. noch mehr als so manchem "Beutegreifer". Aber wenn ich schon was esse, was dafür umgebracht wurde .. versuch ich zumindest, die Gesamtumstände mit einer gewissen Weisheit zu betrachten, und mich nicht auf einen einzigen Faktor wie die Frage nach der Art zu beschränken.
Im Endeffekt tut's mir um jedes Lebewesen leid, das sterben muss. Leider allerdings leben wir in einer Welt, in der der Tod dazugehört, und als funktionales Element in einem gewissen Maß sogar notwendig ist. Es gutzuheißen, wenn ein Lebewesen getötet wird, bloß damit ich was zu essen bekomme, sähe meiner Ansicht nach aber anders aus.
 
Wie steht's denn generell um Belege? Soweit ich es weiß, ist ein Problem bei "Wolfsforschung" halt auch, dass es eben gar nicht so einfach ist, da zuverlässige, breit angelegte Untersuchungen an "natürlichen" Systemen durchzuführen.
Ethologische Feldforschung (mit der Kamera) ist sehr schwierig und teuer (letzteres hält mich leider davon ab: Gewaltige Kosten und monatelang von der Familie weg; mit Glück :) habe ich die Grauen aber in absehbarer Zeit vor der Haustür, sprich fußläufig erreichbar...). Was ich hier schrieb, ist eine Zusammenfassung dessen, was mir so untergekommen ist.
Das Beutespektrum ist aber recht sicher aus Kotproben zu bestimmen. Das ist heutzutage Routine, eine reine Fleißaufgabe.

Die Pflanzenfresser, die für regelmäßigen Verzehr gehalten werden, sind schon so ausgelegt, dass sie eben keinen großen Schaden anrichten (können), u.a. deswegen bieten sie sich für sowas ja an. Sowas sind aber praktische Gründe, keine "prinzipiellen", wie das bei dir eher klingt.
Bei der "zivilisierten" Nutzviehhaltung gebe ich Dir recht. Aber auch die verbliebenen, indigenen Völker jagen sehr selten Beutegreifer. Bei letzteren greift das Dichte-Argument aber nicht.

Im Endeffekt tut's mir um jedes Lebewesen leid, das sterben muss. Leider allerdings leben wir in einer Welt, in der der Tod dazugehört, und als funktionales Element in einem gewissen Maß sogar notwendig ist. Es gutzuheißen, wenn ein Lebewesen getötet wird, bloß damit ich was zu essen bekomme, sähe meiner Ansicht nach aber anders aus.
So was gutzuheißen wäre menschlich und zwar krank, nicht tierisch gedacht. Ich sehe es pragmatisch: Ich lebe nur auch mal zu einem beträchtlichen Teil von Fleisch und dafür sterben andere Lebewesen. Es ist einfach so, sein Abermillionen von Jahren... Das ist mir bewußt, aber es beunruhigt mich weder, noch verfolgen mich irgend welche "sanften Schafs- oder Kuhaugen" im Schlaf/Traum, wie's in einem Post hieß. Die Träume, an die ich mich erinnern kann (das sind nur wenige), sind von einem anderen Kaliber...

LG
Grauer Wolf
 
Schon Geflügel werden die Schnäbel gestutzt, wenn man sie einigermaßen eng hält. Die Pflanzenfresser, die für regelmäßigen Verzehr gehalten werden...

Hühner sind keine Pflanzenfresser. Die nehmen auch eine lebendige Maus mit, wenn sie sie kriegen können, ernähren sich in der Natur auch von Aas, Insekten usw.

Lg
Any
 
Dann isses ja gut, dass im von dir zitierten Absatz zwei getrennte Sätze standen, ne?
Na ja, Hühnern stutzt man aus dem von dir genannten Grund die Schnäbel. Anderem Geflügel meines Wissens nicht (Gänse, Puten). Eben weil Hühner keine Pflanzenfresser sind. Zwei Sätze machen noch keinen getrennten Sinn. ;)
 
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Bei der "zivilisierten" Nutzviehhaltung gebe ich Dir recht. Aber auch die verbliebenen, indigenen Völker jagen sehr selten Beutegreifer. Bei letzteren greift das Dichte-Argument aber nicht.
Das der Zweckmäßigkeit und des Faktors "mehr Arbeit, größeres Gefährdungspotential" aber schon. Abgesehen davon, dass meistens auch die Zahl der Räuber im Verhältnis wohl eher geringer ausfallen dürfte.

Es ist einfach so, sein Abermillionen von Jahren...
Hey, bitte, du kannst bzgl. Räubern mit ökologischen Gleichgewichten argumentieren, aber "das haben wir schon immer so gemacht" ist wohl eine der billigsten Ausreden, die Verantwortung auf die Vorfahren abzuschieben, die sich das ausgedacht haben :rolleyes:
Und ne, die Massentierhaltung, die einem vermutlich nicht superreichen Menschen wie dir mehr als einmal die Woche ein Steak erlaubt, gibt es seit diesen Abermillionen von Jahren durchaus NICHT.

Ich gehöre übrigens zu den Personen, die sich durchaus darüber im Klaren sind, dass es Zeiten gab, in denen Menschen auch mal hauptsächlich von Fleisch gelebt haben - von Pferden beispielsweise. Man sollte manchmal einfach reflektieren und differenzieren, was vernünftige Werte sind, und was bloß kulturelle oder persönliche. Du kannst dich noch so sehr an "Vernunft"-Argumenten hochziehen, Tatsache ist aber, dass deine Gründe, Wölfe oder meinetwegen auch Hundeartige generell nicht essen zu wollen, Persönliche sind. Sich solche Befindlichkeiten überhaupt leisten zu können, hat was mit vorhandenem Überangebot und Sättigung zu tun. Im Zweifelsfall wird man essen, was man auf den Tisch oder erlegt bekommt.

Das ist mir bewußt, aber es beunruhigt mich weder, noch verfolgen mich irgend welche "sanften Schafs- oder Kuhaugen" im Schlaf/Traum, wie's in einem Post hieß. Die Träume, an die ich mich erinnern kann (das sind nur wenige), sind von einem anderen Kaliber...
Na, das ist grundsätzlich ein anderes Thema. Mich beunruhigt das schon, denn ich gehöre durchaus zu den Leuten, die sowas wie die besagte Menschlichkeit vs. Irrsinn durchaus nicht an persönlichen Dingen festmachen, und ob ein Huhn elendig im eigenen Dreck verreckt, ist mir nicht automatisch irgendwie gleichgültiger, bloß weil es nicht mein Lieblingstier ist oder ich mir ja sage, Menschen seien mit Hühnern so schon immer umgegangen.
Mich "verfolgt" das nicht, aber beschäftigen tut es mich schon, und das halte ich für eine vernünftige Perspektive. Geben wir es zu, wir sind heutzutage verweichlicht - was ethisch sicherlich positiv ist. Die Drecksarbeit aber, die Tiere tatsächlich umzubringen, den Gestank zu ertragen usw., so sehr wir das zu industrialisieren versuchen, muss irgendjemand dann trotzdem machen, und das Elend verschwindet nicht dadurch, dass wir uns nicht damit befassen.
Wer seinen Konsum nicht in gewissen Maßen hält - und ich sehe in deinen Argumenten viel, aber nicht die geringste Einsicht, dass das Ganze was mit DIR zu tun haben könnte - der trägt durchaus dazu bei, und wenn's nur ein soundsovieltausendster Anteil am Gesamtpaket ist.

Wie erwähnt, ich fahr da keine radikale Schiene, weder theoretisch noch in meiner eigenen Praxis, denn dass mensch durchaus gesünder lebt, wenn ab und an halt schon Fleisch dabei ist, entspricht meiner persönlichen Erfahrung. Dass das eine Extrem aber ungesund ist, ist eben eine schlechte Ausrede, sich mit einem "war schon immer so und ist nicht mein Bier, ich bin halt so und find das in Ordnung, solange ich keine persönlichen Gründe dagegen habe" rauszureden und alles mal so zu lassen und zu akeptieren, wie es ist.
 
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