Für mich hat Osho allerdings nicht das Format, die Menschen zu ernsthafter Spiritualität zu führen.
Das wollte er ja auch gar nicht. Da liegt, soweit ich es sehen kann, ein sehr tiefsitzender Auffassungsunterschied vor. Es gibt die Auffassung, Spiritualität sei etwas sehr Ernsthaftes und verlange äußerste Disziplin und strengste Entsagung. Über die spricht der Bhagwan übrigens auch (und ich halte ihn, nach allem, was ich von ihm gelesen habe, durchaus für erleuchtet, so redet nur einer, der nicht aus Büchern hat, wovon er spricht) - als einen durchaus folgerichtigen Weg, den Weg des Yoga. Und es gibt die Auffassung, Spiritualität sei etwas Leichtes, Frohes, Müheloses. Das ist der Weg des Tantra (und nein, da gehts nicht nur ums ******). Beide Wege erläutert er als legitim und gleichwertig - je nachdem, was der Mensch braucht, der den Weg geht. Denn, so sagt er, letztlich ist jeder Weg dazu da, am Ende zu verschwinden...
Das ist übrigens das Gleiche, was auch die tibetischen Lamas lehren. Nur tun es viele von ihnen viel strenger den Texten folgend, mehr auf die geschriebenen Traditionen bezogen, fester an sie gebunden, um nur ja nicht vom Weg abzukommen...
Womit ich, wie Nachtschwärmer, gedankliche und gefühlsmäßige Probleme habe, ist immer wieder diese Hingabe an den Meister. Das widerstrebt mir zutiefst. Das ist eine Tradition des Ostens - und ich bin immer noch der Ansicht, das müssen wir im Westen nicht kopieren...