in der Steiermark ist FPÖ im Moment die stärkste Partei
Beimm steirischen Ergebnis is mir echt der Kakao hochgekommen. Die Wiener haben mich positiv überrascht.
Sabbah schrieb:
wie kann man mit "Patriotismus", "Christentum" und Europa-Feindlichkeit auch nur eine Stimme bekommen...? Wie?
Gar nicht. Ich sag dir mal meine persönlichen Erfahrungen. Ich habe viele potentielle FPÖ-Wähler in meinem Freundeskreis, und anders als Friedensstifter gesagt hat geht es keinem von denen die ich kenne um die Ausländerpolitik. Keiner von denen ist besonders rassistisch eingestellt. ABER sie sind alle unzufrieden mit der derzeitigen Politik. Und sie sind alle begeistert von Straches rhetorischen Fähigkeiten. Strache hat in diesem Wahlkampf so gut wie nie das angebliche "Ausländerproblem" angesprochen. Es ging nur um Banken, Euro und seine repetitive Kritik an den Großparteien. Er hat sich als politischer Rebell stilisiert, völlig weg von seinem 2008er Wahlkampf, der sehr von der "Ausländerproblematik" geprägt war. Und trotzdem hat er nochmal soviel zugelegt wie damals. Die FPÖ ist leider erste Anlaufstelle für Protestwähler, weil Strache einfach so derartig dreist auf alle anderen eindrischt. Was diese Leute übersehen ist, dass Strache keine Alternative bietet. Protestwählen ist nett, aber dann doch bitte so, dass keine Protestwählerkoalition zusammenkommt, wenn man ein Parteiprogramm nichtmal wirklich kennt (und ich glaube der Großteil der FPÖ-Wähler kennt deren Parteiprogramm in essentiellen Bereichen nicht). So erkläre ich mir das Ergebnis.
SPIRIT1964 schrieb:
@Tarbagan seh das im Großen und Ganzen wie Du. Frank hätt jetzt von mir nicht soviel Symphatie.
Ich seh das so: Frank ist nicht ernst zu nehmen. Wäre ich Protestwähler, hätte ich ihn gewählt weil er sicher am ehesten Chaos verursacht durch seine Schrulligkeit. Aber Stronach ist keine Gefahr. Die FPÖ ist eine ganz konkrete Gefahr für Österreich. Und ich rede da nicht nur vom Rassismus (denn der war in diesem Wahlkampf kaum Thema), sondern um ein massives Korruptionsnetzwerk, mit dem Strache angeblich "aufgeräumt" haben will, was einfach Schwachsinn ist. Von internationalen Beziehungen mal ganz zu schweigen, in der Hinsicht ist diese Partei ja sozusagen schwerbehindert, wenns nicht grade um Burschenschaftertreffen oder Paintballspiele mit Rechtsradikalen Szenegrößen aus anderen Ländern geht.
Friedensstifter schrieb:
Spindelegger war total schwach, hinter seinen Worten war keine Energie. Dann noch sein 12 Stunden-Tag....
Spindelegger ist rhetorisch eine Niete. Umso mehr war ich überrascht, wie gut er sich in den TV-Duellen geschlagen hat, ganz einfach mit klaren, nachvollziehbaren Argumenten.
Friedensstifter schrieb:
Die Verbrechen hat hauptsächlich Schüssel begangen(ÖVP). Er war der unnötigste und unfähigste Kanzler überhaupt.
Der Großteil der Korruptionsaffären dreht sich um 3 Protagonisten: Grasser, Meischberger, Hochegger. Die waren
immer irgendwie dabei. Nicht, dass Schüssel nicht Dreck am Stecken hätte, aber die blauen Verstrickungen sind dabei viel weitreichender. Grasser war ja offiziell "parteilos", war davor aber bei der FPÖ und war davor schon in fragwürdige Geschäfte verwickelt. Man darf davon ausgehen, dass er seine früheren FPÖ-Kontakte weiter verwendet hat - Meischberger war ja auch offiziell aus der FPÖ ausgetreten (nicht vergessen: der war da nicht irgendwer, sondern
Klubobmann!), bewegte sich aber noch immer in diesem Dunstkreis. Ich mein; Meischberger war ja sogar Grassers Trauzeuge. Und wie sieht es mit den Verstrickungen zur FPK aus? Was ist mit Uwe Scheuch? Harald Dobernig? Gernot Rumpold?
Und Strache tut, als hätte er
aufgeräumt - dabei war er zu der Zeit dieser ganzen Affären doch selbst schon stellvertretender Klubobmann der FPÖ!