Mipa's Thread

Kompatibel?

Heute purzeln meine gedanken wild durcheinander und ich hab den eindruck, der eine oder andere nebel lichtet sich...
Ich stelle fest, dass es auf verschiedene fragen - ähnlich einem schwankenden turm - meistens immer wieder die gleiche oder ganz ähnliche antwort gibt - das fundament.

Für mich funktioniert die welt nach ganz einfachen prinzipien, auch die spiritualität. Nur unser kompatibel-machen-wollen, verkompliziert alles. Dieses kompatibel machen trennt uns, einerseits voneinander, aber auch vom 'objekt' selbst.
Wir bringen eine distanz zwischen uns und die welt, was zu fragen führt.

Sie
verbindet uns und sie fragt noch nicht einmal, ob ich oder du oder er ihr folgen will. Sie ist keine gemütliche kuscheldecke, sondern eine tägliche entscheidung. Sie fordert heraus und belohnt den mutigen und den zärtlichen. Sie fordert nichts und lässt sich nicht fordern.
Wenn ich auf sie treffe, ihr zugang in mein inneres gewähre, sie erlebe, mich von ihr bewegen lasse, so bin ich verloren und gerettet in einem.:blume:
 
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Ich war heute in Rheinau auf der klosterinsel. Zwischendurch mache ich da einen kleinen spaziergang, weil die umgebung so atemberaubend schön und still ist. Heute war ich - zufällig angeregt durch eine kollegin gestern - dort, die hie und da im Haus der Stille (ein von nonnen geführtes haus auf der insel), eine messe in kleinem rahmen besucht. Ich habe mich ihr heute spontan angeschlossen.
Es war ein sehr schönes, persönliches erlebnis. Die atmosphäre war herzlich, der pfarrer sehr sympathisch und mit einer ruhigen ausstrahlung. Als es zur kernbotschaft und dem vorbereiten des abendmahls kam, fühlte ich mich wie immer tief berührt von der liturgie und einfach ganz generell von der botschaft Jesu. Das abendmahl selbst war speziell und ich hatte es so noch nie erlebt. Wir erhielten in wein getunktes brot. Die einfachheit und selbstverständlichkeit des ganzen und doch die tiefe, die keinen platz mehr für etwas anderes liess, beeindruckten mich sehr. In diesem augenblick erweitert und vertieft sich mein inneres und scheinbar unzusammenhängendes, wie einzelne sätze oder nur teile davon, oder aber erlebnisse, erfahrungen oder nur einzelne worte, die sich mir eingeprägt haben, woher auch immer sie stammen, erfahren plötzlich eine verbindung, verschmelzen miteinander und machen in ihrer gesamtheit sinn. Es sind momente, in denen mein herz tief erfüllt ist. Soweit, so gut.
Wir hatten die möglichkeit, selbst fürbitten zu formulieren. Im rahmen dieser fürbitten nun, sprach sich eine nonne dafür aus, dass die menschen doch auf den rechten weg zu führen seien, sich von esoterik und magie abwenden und dem einzig wahren Gott zuwenden sollten.

Warum immer diese trennung? Warum die angst, dass hier eine gefahr drohen könnte? Warum sieht keiner die verbindung, die zwischen alldem besteht, warum darf das eine nur sein, wenn das andere dafür ausgeschlossen wird?
Die kernbotschaft, so, wie ich sie verstehe, ja, wie sie sich mir offenbart hat, hat mit einer trennung in das eine oder andere nichts zu tun, sie hat m.e. damit zu tun, ob man diesen Gott in sich tragen, zu ihm werden will, oder nicht, was genauso legitim ist. Alternativ kann man für Gott was auch immer einsetzen, z.b. essenz, gottheiten, etc.. Das ist magie, das ist mystik das ist ein esoterischer weg und auch ein re-ligiöser weg. Warum nur steht man im abseits, wenn man keinen unterschied machen möchte, wenn man verbunden lassen will, was augenscheinlich zusammenhängt?
Meine freundin hatte auf meine fragen keine antwort. Keiner hat antworten, der sich nicht mit dem einen oder andern oder beiden beschäftigt. Ja, ich kenne ausser mir im grunde nicht mal jemanden, der diese fragen überhaupt stellt, bzw. den sie wirklich interessieren.

Ich selbst kann mir eine antwort vorstellen, die mir auf meine eigenen fragen einfällt: Es gibt keine. Jesus rang vermutlich einst mit den gleichen fragen und sie führten ihn auf den weg, aus dem und durch den sich dann seine botschaft der liebe entwickelte.

:blume:

lustig irgendwie !

schau in den thread " bedingungslose liebe" ....

agieren oder reagieren !

der mensch meint reagieren zu müssen! ändern zu müssen ! die wahl !

ich bin für etwas oder gegen etwas ....

magie oder religion .....


du weisst es selber schon weitaus besser aber nur du weisst warum du diese frage stellst.

warum ?

weil du die unfertigkeit und nonperfektion , das paradox , die fehlbarkeit nicht akzeptieren kannst ?

bist du so konsequent wie du es von ihnen erwartest ?
 
Mipa
Wäre ich der see, würde ich mich über all das leben in, auf und um mich herum freuen.
schade dass du kein See bist

;)

"Kompatibel"
Etwas miteinander vereinbaren können - etwas verträglich machen - oder auch mitfühlend sein

etwas passend machen

um zwei Dinge miteinander zu verbinden braucht es das Wissen und Verstehen jedes einzelnen

wie kann ich Gefühl und Verstand kompatibel machen?

Wie kann ich Traum und Wirklichkeit miteinander verbinden?

kompatibel heißt nicht - miteinander verschmelzen, sondern nur miteinander auskommen, sich vertragen, sich nicht gegenseitig behindern.


LGInti
 
lustig irgendwie !

schau in den thread " bedingungslose liebe" ....

Ja, ist tatsächlich lustig. Irgendwie habe ich immer nebenschauplätze und immer gehts um dasselbe.

agieren oder reagieren !
der mensch meint reagieren zu müssen! ändern zu müssen ! die wahl !

Agieren ist gut und das geht eben nur dann, wenn man nicht eingreifen will (wie du schriebst), wenn man keinen auftrag, keine aufgabe hat. Dann verändert sich etwas.

magie oder religion .....
Ich selbst habe das für mich schon länger zusammengeführt, es geht ja gar nicht anders. Was zusammengehört, soll man nicht trennen.

du weisst es selber schon weitaus besser aber nur du weisst warum du diese frage stellst.

warum ?

Eigentlich aus einer bestimmten verwunderung heraus. In Rheinau aus einer ent-täuschung heraus, weil ich mich zuerst täuschen liess. Täuschen von der schönen, warmen atmosphäre, der gelösten stimmung. Brutal dann dort hinein die erkenntnis, dass man für oder gegen etwas sein muss (wie du es schreibst). Dass die liebe zwängen und richtlinien unterworfen wird und zurechtgebogen wird. Daraus heraus aber auch das wissen, dass es kein angenommen sein von irgendwem braucht, dass das ohnehin geschieht.
Die fragen waren eher rhetorischer natur.
Durch das stellen von fragen, kann ich klären.
Und es macht mir grossen spass zu schreiben.:)

weil du die unfertigkeit und nonperfektion , das paradox , die fehlbarkeit nicht akzeptieren kannst ?

Vielleicht, manchmal. Es wäre doch eigentlich so einfach.

bist du so konsequent wie du es von ihnen erwartest ?

Nein, offenbar nicht.:umarmen:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
..kompatibel heißt nicht - miteinander verschmelzen, sondern nur miteinander auskommen, sich vertragen, sich nicht gegenseitig behindern.

LGInti

Ja, du hast recht.
Es unterstützt dieses nicht eingreifen müssen, lässt beides stehen und hilft auch, auf das eigene tun zu achten.

Danke und einen schönen tag!:blume:
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Noch ein paar Worte

wie kann ich Gefühl und Verstand kompatibel machen?
oft wird ja die These aufgestellt, beide wären so verschieden, dass man sich für das eine oder das andere entscheiden müsse - wer hat die Oberhand - wer hat das Sagen, wer hat den Kilt an. Hält der Verstand die Gefühle im Zaum - oder sollte alles was geschieht, auf dem Weg des Herzens geschehen?

Ich denke es geht darum zu verstehen (erfühlen) wie die jeweilig andere Ebene funktioniert, sie tolerieren und nutzen. Die Gefühle sollten verstehen (erfühlen) wie der Verstand ein- und ausrastet - wie er die Welt ordnet, was das für Fähigkeiten sind und wie diese zu nutzen sind. Der Verstand sollte verstehen wie Gefühle entstehen, was sie bedeuten - wie emotionale Reaktionsmuster ablaufen, was das für Fähigkeiten sind und wie sie zu erleben und zu genießen sind.

LGInti
 
isildur
agieren oder reagieren !

der mensch meint reagieren zu müssen! ändern zu müssen ! die wahl !

ich bin für etwas oder gegen etwas ....
Entscheidungen treffen - ich bin für oder gegen etwas - sehe ich als etwas anderes an, als die Frage nach dem agieren oder re-agieren.

Ich frage mich manchmal ob wir Menschen überhaupt agieren - ob wir tatsächlich ohne irgendeinen Anlass (auf den reagiert wird) agieren können, oder ob wir uns das nur wünschen, weil es die Selbstständigkeit, und die Nicht-Manipulierbarkeit bedeutet?

Hat nicht jedes Tun, jedes Gefühl und jeder Gedanke einen Anlass, einen Ursprung oder Auslöser - was dann ja heißen würde, es ist "nur" ein re-agieren?

LGInti
 
Lieber Inti

Auf meinen ersten beitrag im thread schrieb mir ein freund sinngemäss, dass systeme (magie, religion, ..) getrennt werden, damit sie von den jeweiligen 'nutzern' gebraucht werden können.
Also christentum funktioniert so, Zen so und ying und yang auf diese weise, etc.. Die quintessenz dahinter ist immer dieselbe. Bezogen auf unsere diskussion hier, ist es sinnvoll, wenn der verstand zuerst genau diese drainage machen kann.

Letztlich kann man diesen vorgang und das daraus resultierende geheimnis aber auch 'erfühlen'.

Ich denke es geht darum zu verstehen (erfühlen) wie die jeweilig andere Ebene funktioniert, sie tolerieren und nutzen.

Beide ebenen ergänzen sich, dennoch scheinen sie sich m.e. manchmal in die quere zu kommen. Vielleicht, weil sie sich verschieden 'ausdrücken'.

Die Gefühle sollten verstehen (erfühlen) wie der Verstand ein- und ausrastet - wie er die Welt ordnet, was das für Fähigkeiten sind und wie diese
zu nutzen sind.

Das prinzip des ordnens und sortierens finde ich auch sehr wichtig. Das meinte ich im grunde viel weiter oben mit der erwähnten nüchternheit. Sie ist eine art schablone, die eine form gibt, sodass das gefühl sie/den inhalt 'erkennt'.

Der Verstand sollte verstehen wie Gefühle entstehen, was sie bedeuten - wie emotionale Reaktionsmuster ablaufen, was das für Fähigkeiten sind und wie sie zu erleben und zu genießen sind.

Emotionale reaktionen sind ja oft heftig. Ich finde es sehr hilfreich, wenn der verstand hier zu abstrahieren vermag, 'versteht', wie es der andere eigentlich meint, also statt der wut die verletzung erkennt und aus diesem 'wissen' heraus ganz anders re/agieren kann.


Irgendwie verstehe ich ich dich, auch wenn ich das nicht so gut ausdrücken kann.:)
 
..Ich frage mich manchmal ob wir Menschen überhaupt agieren - ob wir tatsächlich ohne irgendeinen Anlass (auf den reagiert wird) agieren können, oder ob wir uns das nur wünschen, weil es die Selbstständigkeit, und die Nicht-Manipulierbarkeit bedeutet?

Es ist ja so, dass wir in dauernder interaktion sind, also jede aktio gleichzeitig in irgendeiner form eine reaktio ist. (Frei) Agieren bedeutet in dem zusammenhang wohl eher, nicht betroffen (i.s. von handlungsunfähig, gehemmt, etc.) zu sein, bzw. zu werden, sondern sich eine bestimmte freiheit und offenheit beizubehalten, durch die man unbe-eindruckt handeln kann.

Hat nicht jedes Tun, jedes Gefühl und jeder Gedanke einen Anlass, einen Ursprung oder Auslöser - was dann ja heißen würde, es ist "nur" ein re-agieren?

Für mich kommts auf's wie an, nicht darauf, dass eine reaktion weniger wert wäre. Je weniger ich zu einer reaktion gezwungen bin, weil ich entpannt bin, desto 'treffender' wird sie sein.

So in etwa mein verständnis davon und auch die erfahrung damit.:blume:
 
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Mipa
Agieren bedeutet in dem zusammenhang wohl eher, nicht betroffen (i.s. von handlungsunfähig, gehemmt, etc.) zu sein, bzw. zu werden, sondern sich eine bestimmte freiheit und offenheit beizubehalten, durch die man unbe-eindruckt handeln kann.
hört sich sehr gut an - danke
Für mich kommts auf's wie an, nicht darauf, dass eine reaktion weniger wert wäre. Je weniger ich zu einer reaktion gezwungen bin, weil ich entpannt bin, desto 'treffender' wird sie sein.

So in etwa mein verständnis davon und auch die erfahrung damit.
ja - so erlebe ich das auch

LGInti
 
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