Meditation und Enthaltsamkeit

Es sind auch noch Formen, aber mehr aus dem Ursächlichen Bereich. Das wodrin sich das aber heute im äußerlichen *Rollenspiel* den weiblich-männlichen seinen Ausdruck findet, ist meines Erachtens kulturell wie auch ethisch völlig daneben - da es zu sehr auf dogmatisch-moralische und religiöse Konzepte verunstaltet worden ist.
Ich finde es daher wichtig erstmal zu den eigentlichen Wurzeln zurückzukehren um ein Verständis für dieses Wechselspiel zu finden.
Dann läßt sich daraus auch wesentlich besser eine neue Sicht- und Verhaltensweise entwickeln unter denen dann Begriffe wie z.b. Enthaltsamkeit eine völlig neue Bedeutung erhalten.

Wir sollten daher wirklich in den anderen Thread umziehen, da m.E. das hier nicht möglich ist. (Wenn man so die letzten Seitne incl. Auslagerungen sieht)

Wenn du den Thread "Meditation und Sex" meinst: Dort hab ich mich schon eingemischt.
:)
In deinem Posting hast du Verhältnisse angesprochen, die ich mich kaum in Worte zu fassen traue, weil die Worte zwangsläufig missverstanden werden, wenn jemandem die Verhältnisse fremd sind, in denen gesehen wurde. Klingt ein bissel hullidrulli, gell?
:mad2:
 
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Zitat von KameltreiberAli
der Mensch der Zukunft wird
eh durch den Kehlkopf ausgeatmet
ohne Kügelchen...

So!
Das hatte ich ernst gemeint!
Rudolf Steiner spricht darüber
der Kehlkopf... dort wo das Wort
geformt wird... somit "erschaffen wird"!

aber das ist erst in ein paar Tausend Jahren

Aber ohne Evolution ist da wohl nichts möglich. Oder sagt Rudolf auch, wie das gehen soll?
 
Ich nehme auch an, dass er dort enthaltsam gelebt hat und Meditation praktiziert hat. Welchen Sinn würde es machen, in eine Einsiedelei zu gehen um es mit zwei Frauen zu treiben oder sich von morgens bis abends einen runterzuholen. Das ginge Zuhause auf dem Sofa oder im Schlafzimmer viel bequemer.

Ch'an

Ch'an, es geht mir nicht so sehr darum, ob Yajnavalkya in die Waldeinsiedelei gegangen ist, mit wem auch immer. Es geht mir im wesentlichen darum, dass erstens Gopi Krishna behauptet, diese spirituellen Genies hätten nicht enthaltsam gelebt und sie hätten ihren Unterricht in den Upanishaden festgehalten.

Wenn sie ihr Wissen aber wirklich in den Upanishaden festgehalten hätten, dann würde in den Upanishaden nichts über Brahmacharya zu finden sein, da diese spirituellen Genies, so wie Gopi Krishna behauptet, nämlich nicht enthaltsam gelebt haben.
 
Hier wie versprochen, eine kurze Biographie von Gopi Krishna:

Gopi Krishna (1903 - 1984) war ein indischer Yogi, Mystiker, Lehrer, Sozialreformer und Schriftsteller. Seine Autobiographie "Kundalini" (The evolutionary energy in man) fand international sensationelle Beachtung.

Gopi Krishna fühlte sich zum Yoga hingezogen. Sein Vater verzichtete auf die Welt, um ein frommes Leben zu führen. Er verließ seine 28-jährige Frau, die fortan Gopi und seine beiden Schwestern allein aufziehen musste. Seine Mutter übertrug nun alle Hoffnungen auf ihren einzigen Sohn.

Aber er bestand die Prüfung für das Kollege nicht und nahm deshalb einen schlecht bezahlten Job an, um die Familie zu versorgen. Dann begann er zu meditieren, um herauszufinden, wer er war. Nachdem er einige Jahre meditiert hatte, hatte er im Alter von 34 Jahren seine erste Kundalini-Erfahrung, die er wie folgt in seiner Autobiographie beschreibt:

"Plötzlich, mit einem Brüllen eines Wasserfalls, fühlte ich einem Strom flüssigen Lichts, der mein Gehirn durch das Rückenmark betrat. Völlig unvorbereitet für solch eine Entwicklung, wurde ich vollständig überrascht. Aber ich gewann meine Selbstkontrolle zurück, indem ich meinen Verstand auf den Punkt der Konzentration richtete. Die Lichtstärke wurde heller und heller, das Brüllen (des Wasserfalls) immer lauter. Dann erfuhr ich eine Schwingungsempfindung (rocking sensation) und glaubte aus meinem Körper heraus, gänzlich in einen Lichtschleier zu gleiten. Es ist unmöglich, diese Erfahrung richtig zu beschreiben. Mein Bewußtsein vermittelte mir das Gefühl, dass ich mich, inmitten eines Feldes aus Lichtwellen, ausbreitete.

Ich wuchs und wuchs, dehnte mich immer weiter aus, während ich von meinem Körper, dem normalerweise die ganze Aufmerksamkeit gebührt, immer weiter Abstand nahm, bis er mir völlig unbewußt wurde. Ich bestand nur noch aus Bewußtsein ohne irgendeinen Umriss, ohne irgendeine Vorstellung eines Körpers, ohne irgendein Gefühl oder eine sinnliche Empfindung. Versunken in einem Meer aus Licht und Bewusstsein, welches ich um mich herum überall wahr nahm, und welches sich immer weiter ausbreitete, gab es in allen Richtungen nirgendwo eine Sperre oder ein materielles Hindernis. Ich war nicht mehr ich selbst. Oder um genauer zu sein, ich war nicht mehr der, als den ich mich kannte. Vielmehr hatte ich das Gefühl, der kleine Punkt meines Bewußtseins, der normalerweise auf meinem Körper begrenzt war, hatte sich zu einem beträchtlicher Kreis des Bewußtseins ausgedehnt, in dem der Körper einen kleinen Punkt bildete. Ich tauchte ein ins Licht, in einem Zustand des Triumphs und des Glücks, was unmöglich zu beschreiben ist."

Langsam gewann Gopi Krishna ein internationales Renommee mit Yoga-Interessierten und Gelehrten von nah und fern. Er schrieb viele Bücher, reiste um die ganze Welt und hielt Vorträge. Er kam zu der Überzeugung, die Kundalini-Erfahrung sei in fast allen Religionen zu finden, die mit einer persönlichen Offenbarung beginnen. Er konnte Kundalini-Ikonographie (Ikonographie = Inhaltsdeutung in der Bildenden Kunst) in den Kulturen des alten Ägypten, sowie im quecksilbernen Cadeus (scheint so etwas wie ein Medizinstab mit zwei gewundenen Schlangen zu sein) des Quetzalcoatl (aztekischer Gott) erkennen, und glaubte, es gibt eine allgemeine Grundlage, zu der ihm durch seine Vision Zutritt gewährt worden sei. Gopi Krishna theoretisierte, daß das Gehirn in einem Zustand der organischen Entwicklung sei, und daß beim Aufstieg der Kundalini in das Gehirn, sich normalerweise ein leiser Raum, Brahma-Randra genannt, öffnen würde, der in der yogischen Tradition bekannt sei. Gopi Krishna arbeitete unermüdlich, um die wissenschaftliche Untersuchung der Kundalini im menschlichen Rahmen zu fördern und vermutete, daß diese Energie die Menschheit zu einem höheren Bewußtseins führen könnte.
 
...
Wenn sie ihr Wissen aber wirklich in den Upanishaden festgehalten hätten, dann würde in den Upanishaden nichts über Brahmacharya zu finden sein, da diese spirituellen Genies, so wie Gopi Krishna behauptet, nämlich nicht enthaltsam gelebt haben.

Und jetzt stell dir bitte mal nen echten Brahmachariji vor, der ohne jedweder Bindung herumschnackselt, mit wem er oder sie will...
:)
Your mind seems to be fixed to something special!
:mad2:
 
Er konnte Kundalini-Ikonographie (Ikonographie = Inhaltsdeutung in der Bildenden Kunst) in den Kulturen des alten Ägypten, sowie im quecksilbernen Cadeus (scheint so etwas wie ein Medizinstab mit zwei gewundenen Schlangen zu sein) des Quetzalcoatl (aztekischer Gott) erkennen,
Das Ding heißt übrigens Caduceus, und hier gibts was Erläuterndes dazu und gleich auch noch zur Thematik Schlangen und Quetzalcoatl.
http://www.tierlobby.de/rubriken/Tiergarten/schlangen/Schlangen3a-reli1.htm
 
Wenn sie ihr Wissen aber wirklich in den Upanishaden festgehalten hätten, dann würde in den Upanishaden nichts über Brahmacharya zu finden sein, da diese spirituellen Genies, so wie Gopi Krishna behauptet, nämlich nicht enthaltsam gelebt haben.
Nun, Opti - wie wäre es auf Grund der Tatsache - die der Baron ja so schön belegt hat - das du mal die Upanishaden und Brahmacharya im Original liest und zu den Quellen der Enthaltsamkeit stiefelst, bevor du hier weiter aus Texten zitierst, die doch eigentlich recht fragwürdig zu sein scheinen.
Grüß Gerrit von mir, wenn du zufällig an einem Spiegel vorbeikommen solltest :party02:
 
Hej Opti,
Gopi Krishna theoretisierte, daß das Gehirn in einem Zustand der organischen Entwicklung sei, und daß beim Aufstieg der Kundalini in das Gehirn, sich normalerweise ein leiser Raum, Brahma-Randra genannt, öffnen würde, der in der yogischen Tradition bekannt sei.

Gopi Krishna theorized that the brain was in a state of organic evolution, and that the rising of Kundalini into the brain would open a normally silent chamber called brahma-randra in the yogic tradition

...und das der Aufstieg der Kundalini in das Gehirn einen von Natur aus/auf natuerliche Weise stillen Raum/Kammer öffnen wuerde, der in der Tradition des Yoga mit Brahma-randra benannt wird.

Anmerkung zur Uebersetzung: Es steht nicht geschrieben: ...into the brain would normally open.

Dieser Raum ist von Natur aus still.

Manuela
 
...Dann begann er zu meditieren, um herauszufinden, wer er war.
Da war ein Brennen in ihm. Und weil er nicht wusste was das war und wie er das zum Aufhören bringt; und weil ihm auch sonst keiner helfen konnte -
nahm er den ersten Irrweg, und begann zu meditieren. Was im Prinzip dasselbe ist wie jede Strategie die dazu dient, einen Zustand der als unangenehm oder verunsichernd oder brennend oder... empfunden wird zu verbessern.
(verbessern ist kursiv, weil es das Missverstehen sein könnte, dass etwas durch irgendetwas verbessert werden könnte.)


Nachdem er einige Jahre meditiert hatte, hatte er im Alter von 34 Jahren seine erste Kundalini-Erfahrung,
Was hier nicht steht ist, dass die Kundalinierfahrung und das Meditieren möglicherweise in keinem Zusammenhang stehen.
Jeder denkt hier: Ah, meditiere ich - kriege ich ne Kundalinierfahrung (oder etwas ähnliches).

Und es wird sich recht wahrscheinlich etwas einstellen, eine Erfahrung, ein Phänomen, das dann vom ich beschrieben werden kann. Und deshalb ist es nicht interessant. Denn man möchte vom ich weg - dann passiert was - und dann macht man eine ich-Erfahrung daraus. Und ist schon wieder im ich.

Also was ich sagen will: Man fällt immer mal wieder aus dem ich raus (egal ob man meditiert oder nicht, oder was ganz was anderes (spirituelles/nichtspirituelles) macht - und dann fällt man wieder rein/raus/zurück, macht was persönliches draus. Und dann schreibt man ein Buch drüber: 'Als ich mal weg war.'


die er wie folgt in seiner Autobiographie beschreibt:
hat die wirklich er geschrieben?
Denn ansonsten ist es in ganz besonderem Maße uninteressant.
Wenn schon nur ein einziger Übersetzer dazwischen sitzt, der 'es' nicht erfahren hat, kannst den ganzen Text schon wieder vergessen.



...

Der Inhalt einer solchen Erfahrung ist ausnahmslos überflüssig (und sollte als solches romanhaft gelesen werden, als unterhaltung). Und ich kann einfach nicht glauben, dass dieser Mystiker (falls er einer war) das Willkürliche phänomenale Erfahren tatsächlich beschrieben hat, ohne darauf hinzuweisen dass die Art einer solchen Erfahrung irrelevant ist.




"Plötzlich, mit einem Brüllen eines Wasserfalls, fühlte ich einem Strom flüssigen Lichts, der mein Gehirn durch das Rückenmark.....
.....
.....


Es gibt so viele Kundalinierfahrungen wie Menschen. Und es macht nichts. Eine Kundalinierfahrung die kommt wird auch wieder gehen.
Es gibt keinen einzigen Menschen der in seiner Kundalini(etc)Erfahrung drinnen bleiben konnte.




...reiste um die ganze Welt und hielt Vorträge.
Ich würde mich an deiner/eurer Stelle damit nur unter einem einzigen Umstand weiter beschäftigen: wenn es original Aufzeichnungen gibt. Ohne Verfälschung.Ansonsten ist es völlig sinnlos. und schafft nur unfruchtbare Diskussionen
um Inhalte, die so vielleicht nie weitergegeben werden wollten.


Reine Unterhaltung. Auch nicht schlecht. Aber sie wird nie die Missverständnisse ausräumen, die für die Diskussionen erst gesorgt haben.

Das macht gar nichts. Hat aber sofort eine völlig andere Bedeutung.

eine recht be-deut-ungslose bedeutung



___




Ein Beispiel für so ein Missverständnis (das ist jetzt mein Text. bezieht sich also nicht mehr auf den obigen Text) wäre, dass jemand der aus der Anhaftung RAUS will, immer stärker in die Anhaftung gerät.
Weil gerade durch dieses Raus-wollen........................ naja, jeder kennt das ja.

Ich gebe dem Thema erst daduch eine realität, indem ich es verändern, verbessern, weghaben will.
Irgendwann beschäftige ich mich 24 Stunden am Tag mit Enthaltsamkeit. Also 24 Stunden damit vom Sex wegzukommen, also Sex zu transformieren, Sex zu transmutieren, Sex zu vermeiden, Sex schon im Ansatz zu erkennen - und schnell schnell......... bloss nicht.
Es geht nur mehr um Sex Sex Sex. bloß kein Sex.



Diese Umkrampfung zu lösen ist vielleicht etwas schwierig. Also opti ich wüsste nicht genau, was ich dir jetzt raten könnte. Vielleicht ein bisschen mehr fernsehen. und darüber wieder bissi lachen lernen.

Einfach dieses verengte Feld langsam, und ganz vorsichtig, wieder ein bissi weiten.



Man muss da eventuell sehr vorsichtig umgehen, weil das ego (das sich ja mittlerweile schon sehr 'enthaltsam definiert') wird schnell böse und schnappt nach allem, das jetzt auf es zukommt.
 
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Gopi Krishna spricht über Liebe und Sex - Teil 4

Gopi Krishna: So haben wir einerseits Askese und mönchische Entsagung. Es war Buddha, der das Brahmacharya (Zölibat) einführte, und es war St. Benedikt (italienischer Mönch), der es im Westen im 6. Jahrhundert einführte. Das monastische (mönchische) Leben war nicht Teil der frühen christlichen Kirche.

Anmerkung opti: Es war nicht Buddha der das Brahmacharya einführte. Buddha führte lediglich eine Tradition fort, die bereits von vielen Yogis vor ihm praktiziert wurde. Meditation, Atemübungen und das Zurückziehen der Sinne (Brahmacharya) wurde bereits in den älteren Upanishaden um ca. 700 v.C. erwähnt. Es war auch nicht St. Benedikt der das Zölibat in Europa einführte. Vielmehr wurde es offiziell im Jahre 306 n. Chr. durch eine kirchliche Synode eingeführt, die allen Klerikern das Zölibat vorschrieb.

Der Enthaltsamkeitszölibat wird erstmals auf der Synode von Elvira (ca. 306 n. Chr.) als Gesetz aufgeschrieben. Man stimmt in dem vollkommenen Verbot überein, das für Bischöfe, Priester, Diakone, d.h. für alle Kleriker, die im Altardienst stehen, gilt, dass sie sich ihrer Ehefrauen enthalten und keine Kinder zeugen. Wer aber solches getan hat, soll aus dem Klerikerstande ausgeschlossen werden. Es lässt sich klar zeigen, dass dieses Gesetz keine Neuerung darstellt, sondern nur eine Betonung einer bisherigen Praxis darstellt. Es gibt also bereits um 306 eine schon längere Tradition des Zölibats. Einige Historiker sind sogar der Ansicht, der Zölibat gehe auf apostolische Zeit zurück.

Es wird auch davon ausgegengen, dass die Jünger Jesus enthaltsam lebten. So sagte z.B. Paulus in 1 Kor 7, 7: «Ich wünschte, alle Menschen wären unverheiratet wie ich. Doch jeder hat seine Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so.» Und: "Heiratest du aber, so sündigst du nicht; und heiratet eine Jungfrau, so sündigt auch sie nicht. Freilich werden solche Leute irdischen Nöten nicht entgehen, ich möchte sie euch ersparen." (1 Kor 7, 28) Und: "Wer seine Jungfrau heiratet, handelt richtig; doch wer sie nicht heiratet, handelt besser." (1 Kor 7, 38)

Ebenso bei Lk 18, 28f: "Da sagte Petrus: Du weißt, wir haben unser Eigentum verlassen und sind dir nachgefolgt. Jesus antwortete ihnen: Amen, ich sage euch: Jeder, der um des Reiches Gottes willen Haus oder Frau, Brüder, Eltern oder Kinder verlassen hat, wird schon in dieser Zeit das Vielfache erhalten und in der kommenden Welt das ewige Leben."

Aber bereits lange vor Christi Geburt gab es im Judentum die ersten zölibatären Bewegungen. In den alttestamentlichen Büchern Exodus (2. Buch Mose) und Levitikus (3. Buch Mose) ist die Rede von Reinheitsvorschriften. Bei bestimmten Festlichkeiten und heiligen Handlungen übten die Juden sexuelle Enthaltsamkeit, aber auch Enthaltsamkeit von der Arbeit, von Speisen usw.

Bereits um etwa 150 vor Christus breitete sich die jüdischen Essener (die Frommen), eine aramäische religiöse Gruppierung innerhalb des Judentums, in Damaskus (Syrien) aus. Sie lebten meist ehelos in Klostergemeinschaften zusammen und mussten sich vielen Reinheitsvorschriften unterziehen. Die Essener können als Vorläufer späterer Mönchsorden angesehen werden, die es aber im jüdischen Selbstverständnis damals noch nicht gab. Nach den antiken Quellen lebten sie getrennt vom offiziellen Tempeljudentum und in Anlehnung an Jeremia 31,31-34 in klösterlicher Einsamkeit. Sie forderten asketische Ordensgemeinschaft mit Gütergemeinschaft, ähnlich den ägyptischen Therapeutae bei Alexandria , bei denen es auch weibliche Mitglieder gab.

Wenn Gopi Krishna behauptet, das monastische Leben war nicht Teil der frühen christlichen Kirche, so ist das nur die halbe Wahrheit. Immerhin gab es bereits 310 nach Christus eine Synode, die alle Bischöfe, Priester und Diakone zum Zölibat verpflichtete, also bereits lange bevor der Heilige Benedikt im 6. Jahrhundert angeblich das erste Kloster gründete. Wie ich nämlich im Heiligenlexikon fand, gab es offensichtlich bereits schon vorher die ersten Klöster in Europa. Der Heilige Hieronymus (347 n. Chr. - 30. September 420 n. Chr.) wurde in Stridon (heute Kroatien) geboren, studierte in Mailand und Rom Grammatik, Rhetorik und Philosophie und setzte sein Studium in Trier fort, wo er das Klosterleben kennen lernte. Der Heilige Hieronymus wirkte 35 Jahre lang zurückgezogen als Mönch.

Das Zölibat ist also durchaus keine Erscheinung, die in Europa erst mit dem ersten Kloster auftrat. Zu allen Zeiten hat es Einsiedler, Priester und Heilige gegeben, die das Zölibat praktizierten. Sie praktizierten es aber in der Regel ganz für sich allein.

Ich fand übrigens im Alten Testament einen sehr interessanten Satz, der offenbar ein Hinweis auf die Meditation sein könnte: "Selig der Mann, der das Joch auf sich nahm von Jugend auf; er wird einsam sitzen und schweigen ..." (Klgl 3,27f)

Teil 5 folgt.
 
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