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KameltreiberAli
Guest
Jedes Verlangen ist Bindung, auch das Verlangen nach Erleuchtung.
Verlangen liegt an der Wurzel der Unwissenheit, und solange Verlangen besteht, muß das Gefühl für das Annehmbare und Nichtannehmbare, das die Zweige und Knospen vom Baume des Samsara sind, notwendigerweise bestehen.
Wie kann es etwas Vergleichbares zu einem Befreiten geben, in dessen Herz es keine Spur von Verlangen irgendwelcher Art mehr gibt, der zufrieden und völlig gleichgültig gegenüber allen Objekten ist?
Kann es irgend jemand anderen geben, außer demjenigen, der aller persönlichen Wünsche beraubt ist, der weiß und doch nicht weiß, der empfängt und doch nicht empfängt, der spricht und dennoch nicht spricht?
Sei er ein Bettler oder König, glorreich ist der, der völlig ungebunden und völlig frei von der konzeptionellen Dualität der miteinander verbundenen Gegensätze von gut und schlecht ist.
Für den Yogi, der seine wahre Natur erkannt hat und der daher die Verkörperung von Unschuld und Aufrichtigkeit ist, wo gibt es für ihn eine Frage von Zügellosigkeit oder Einschränkung; wo ist die Frage einer Entscheidung zwischen dem, was wahr ist, und was nicht? Wie und wem kann die innere Erfahrung desjenigen, der völlig wunschlos ist, der alle Sorgen transzendiert hat, der fortwährend im Selbst verweilt, beschrieben werden?
Der Selbst-Verwirklichte schläft nicht, selbst wenn er schläft, er liegt nicht, selbst wenn er träumt, er ist nicht wach, selbst im Wachzustand. Dies ist der Zustand dessen, der unter allen Gegebenheiten zufrieden ist.
(aus dem Ashtavakra Gita Dialog)
Inshallah!
Ali
