Ja... genau das meine ich ja, aber genau deshalb differenziere ich eben auch. Denn das Absolute ist ja in dieser Form nicht erfahrbar. Es sei denn man sagt: Man erfährt es ständig, der ständige zeitlose Wandel. Fakt bleibt aber, dass wir all das was ich "reinbringe" ja auch wahrnehmen. Wir denken in Zeit, nehmen zeitlichen Ablauf wahr, wir fühlen und denken Angst, wir agieren in einem begrenzten Rahmen usw.
Die Liebe ist m.A.n. nicht magisch nutzbar zu machen, sondern sie ist die Basis, das reine Sein, ein bisschen wie ein Raum der unterschiedslos allem Raum gibt. Unsere Erfahrungen wiederum werden vom Inhalt geprägt und da hat man eine Art "Dreiheit".
1. Raum
2. Inhalt/Teil
3. Die Verbindung, ein "Einzelwesen", Existenz
Der Rauminhalt enthält schon die gesamte Palette von extremer Begrenzung, extremer Negativität bis hin zu größtmöglicher Annäherung an das Absolute. Die beiden Extreme beinhalten jeweils noch einen Funken des jeweiligen Gegenteils... da wo es wegfällt treffen sie sich im Absoluten.
Und Raum verhält sich zu Inhalt ebenso.
Das hört sich sehr theoretisch an, aber was ich damit sagen will ist etwas für die Praxis. Mal an einem Beispiel: Gesundheit
Wir denken uns Gesundheit und Krankheit oft als Gegensätze. Der Zustand sehr fit zu sein, die ganzen für uns positiven Eigenschaften eines solchen Zustands, stellen wir dem gegenüber was es bedeutet krank zu sein. Also simpel gesagt wie plus und minus. Aber wahre Gesundheit ist der Ausgleich zwischen beidem. All die Eigenschaften die für Gesundheit sprechen spielen ebenso wenig eine Rolle wie die die für Krankheit sprechen. Es bedeutet das sozusagen ein ganzes Thema verschwindet. Was im Gleichgewicht ist, nimmt man nicht einmal mehr wahr... das bedeutet aber nicht Abwesenheit, da es trotzdem wirkt und zwar vollkommen im eigenen Sinne. Wie ein gesundes Organ, dass Du weder fühlst noch irgendwie anders wahrnimmst, das aber vollkommen reibungslos seine Funktion ausfüllt.
Selbes Prinzip bei einer jeden Fähigkeit. Es geht m.A.n. nicht darum sich das Plus im Kampf gegen das Minus anzueignen, sondern beides gegeneinander aufzulösen... Ein gutes Beispiel ist Freiheit: Freiheit beinhaltet Begrenzung, löst sich Begrenzung gegen Freiheit auf, bleibt aber Freiheit. Vollkommene Macht beinhaltet die Möglichkeit zu vollkommener Ohnmacht. Das gesamte Thema aufgelöst bleibt vollkommene Macht. Dasselbe mit Liebe und Angst...
Liebe, Freiheit, Macht sind im Absoluten daher auch synonym.
Und das was wir sind... ist ein sich ständig ausagierendes Ungleichgewicht das sozusagen zur Auflösung strebt, daher auch das Streben nach "sich verbinden", das Streben nach Aufmerksamkeit die ein Zeichen dafür ist, das Fürchten davor abgelehnt oder schlimmer noch ignoriert zu werden usw.
Damit will ich sagen, dass das alles nicht nur philosophisches Gerede ist. Es stellt sich im alltäglichen sehr klar dar. Und alles was wir tun können ist, mehr Energie in ein Ungleichgewicht zu geben und den Zustand dadurch zu verschlechtern oder durch loslassen der Auflösung entgegenstreben zu lassen. Es ist im Grunde unser eigenes Eingreifen das Leid erzeugt, und dieses Eingreifen basiert auf der blossen Vorstellung das Leid überhaupt existiert. Die Reaktion auf etwas entspricht dabei einem "wahrmachen" und sie erfolgt auf der Basis von Urteil (Einteilen in gut und schlecht) und Überzeugungen (objektiv unabhängige Existenz), wobei das ein und derselbe Vorgang ist.
Unterm Strich bleiben da für mich praktisch gesehen zwei Erkenntnisse für die Praxis:
1. Alles was wir wahrnehmen geschieht auf der Basis von Überzeugungen. Nicht eine davon ist ausschließlich wahr, sondern Wahrheit bleibt sozusagen als Ergebnis der aufgelösten Gegensätze... und an "dieser Stelle" bleibt dann Liebe, Macht, Freiheit.
2. Der einzige Weg ist m.A.n. bewusst zu sein, sich all die vermeintlichen Wahrheiten bewusst zu machen an die man so alles glaubt und zu hinterfragen. Solange man sie für wahr hält führen sie eine Art Eigenexistenz. Bzw. es ist vielleicht vergleichbar mit Programmfunktionen... ein Auslöser und daraufhin findet ein ganzer Ablauf statt der nicht kontrollierbar ist. Genau das kann man z.B. manipulativ sehr nutzen und unser Verstand wird von uns selbst auf diese Art "missbraucht". Und das ist nicht nur psychisch begrenzt... die gesamte Realität funktioniert nach diesem Prinzip. Die physische Realität hat m.A.n. viel mehr gemeinsam mit Psyche, mit Traum, als mit irgendwelchen Newtonschen Vorstellungen.. bzw. sind diese Vorstellungen ebenfalls Inhalt... letztlich unbedeutende Gedanken, die aber erfahren werden können. Und Erfahrung beinhaltet dann auch ein für wahr halten.
Und insgesamt kann man dann sogar sagen: Es ist durchaus eindeutig, aber deshalb noch lange nicht ohne Paradoxe. Und in seiner Absolutheit enthält es durchaus so einiges an Relativität. Da einen klaren Standpunkt zu beziehen kann in praktischer Hinsicht Sinn machen, aber das eine für wahr und das andere für falsch/unwahr zu halten ist falsch/unwahr.
VG;
C.