Liebe Judith,
Rosmarin:
Hallo,
wie funktioniert das mit dem Akzeptieren? Wie nehme ich die Angst an, so dass ich spüre, dass sich was geändert hat. Kannst du mir deine Lösung näher beschreiben?
Die Angst ausdrücken, die Angst unterdrücken - sind keine Lösungen. Das ist mir klar. Lange Zeit dachte ich und probierte ich, die Angst loszulassen - wie viele Eso- und Psycholehren sagen. Funktioniert auch nicht.
Eine von mir sehr geschätzte Wesenheit sagt, so wie du: "Die Angst annehmen"
In die Angst hineinatmen, sie ist das kleine Kind in dir, dass sich nicht geschätzt und geliebt fühlt, nicht gut genug ist, und glaubt, schuldig zu sein - dieses kleine Kind umarmen und annehmen. Mich berührt dieser Weg, doch mit der Umsetzung kappt's nicht so richtig.
Der Angst in die Augen schauen, der Angst ihren Platz zuweisen, so wie Maria sagt, klingt für mich auch sehr stimmig. Nur was ist, wenn die Angst keine Augen hat?
Angst, ein Thema, mit dem ich mich leider schon viel zu lange befasse.
Herzliche Grüße
Judith
das ist dann ein Anzeichen dafür, dass du auf einem anderen Sinneskanal zugänglicher bist. Und glücklicherweise formulierst du ja auch gleich, welcher das ist, das "
Fassen", also der Tastsinn, das ist das, wo du bisher immer mit gearbeitet hast.
Du könntest nun prüfen, was dir dein Gefühl sagt, auf welche Weise du die Angst besser
zu packen bekommst.
Wenn die Angst also ein Hund ist, könntest du ihn am Nacken packen.
Geh in das Gefühl der Angst hinein, fühl ganz genau hin, du siehst sie ja nicht vor dir, also musst du besser hinfühlen, hinspüren, wie ein Blinder, der sie eben nicht sehen kann, sondern tasten muss.
Wie fühlt sie sich an?
kannst du sie im Gefühl anfassen, sie richtig packen, sie in der Hand halten und sagen: Ach, du bist also meine Angst!
und dann wirst du feststellen, dass die Angst kein großer Hund ist, sondern ein kleiner Welpe, der einfach Geborgenheit bei dir sucht.
Kleine Welpen packt die Mutter einfach so am Nacken, und dann stellen die sich tot, weil sie wissen, dass das das beste ist, was sie tun können.
Packst du die Angst direkt am Nacken, und weisst, dass es nur ein hilfloser Welpe ist, der höchstens ein bißchen hilflos zappeln und kratzen kann, und hat deine Hand ihn dann fest im Griff, dann fällt die Angst so leblos in deinen Halt hinein.
Zum Zupacken ist es am besten, wenn du selbst eine große Hündin bist, also die kleine Angstwelpe am Schlafitt, am Nacken, mit deinem starken Gebiss festhalten kannst... das tut dem nicht weh.
Und dann trägst du die Angst, die du nun fest im Griff/im Gebiss hast, an ihren Platz, wo sie gerne hin möchte.
Töte sie nicht, sondern lass sie leben, sie ist doch nur ein verspieltes kleines Hündchen, das sehr lebendige Impulse geben kann.
Meine erste Annäherung an meine vielen Ängste als Kind war, dass ich mit ihnen spielte.
Ich hatte keine Angst vor einem schwarzen Mann unter dem Bett, aber ich dachte, wie das wohl wäre, ob ich davor auch Angst empfinden könnte.
Und so stellte ich mir das mal vor... und dann war es auch aufregend, interessant, schnell in mein Bett zu springen, damit der seine Hände nicht an meine Knöchel legen kann... und dann aber auch nachzuschauen unter dem Bett, dass da wirklich niemand ist...
Wobei mir zu dem "Thema" Angst das Wort "Thelema" einfiel... einfach ein Thema, das um ein "-le-" ergänzt wird.
Vielleicht magst du ja auch dich im Hören nähern...
Thema... ist... The
lema... das bedeutet "Wille"...
wenn du sagst, ein Thema, mit dem ich mich viel zu lange befasse, dann wäre eine Lösung, sich zu fragen, was du willst... was du wirklich willst im
Le-ben...
also Angst, kommt von "ange" im Griechischen, das ist "enge" im Deutschen...
und dann Angst... ähm ange, und "lange" befassen... merkscht wat?
thema ange lange fassen
also wonach angelst du so lange, welchen Fisch möchtest du aus dem Wasser ziehen?
woran würdest du merken, dass du dich nun genug mit dem Thema befasst hast, wie soll das Ergebnis aussehen?
Der
Angler
angelt so l
ange.... bis er einen Fisch hat... bis einer
angebissen hat...
naja, und anstatt zu warten, bis einer angebissen hat, könnte man doch auch einfach selber mal zubeissen, zupacken, und die Angst mal im Nacken packen, sie nackend machen....
Angst, lass mal die Hosen runter...
meine Karten sind gut, hab ein gutes Gefühl...
also ich will sehen, sagt man im Poker...
naja nur so ein paar l
ange gedanken dazu...
oh kommt noch mehr..., viel mehr.... hoffentlich nicht viel zu-lange Gedanken... aber ich packs jetzt mal, ich fasse die Angst vor zu langen Texten mal am Nacken und lasse es weiter sprudeln:
viel zu lange... bedeutet doch auch das "zulangen", wieder eine Botschaft in deinem Sprachcode...
lange, das Wort, wo ein el an der ange ist.
"el", also im Hebräischen die "lamed", die 30, ist übrigens ein Stachel, der einen Ochsen vorantreiben kann.
nimmt man das mal drei, kommt man zur "zade", der 90, dem Zeichen, das bei uns zum S wurde, und das Zeichen bezeichnet einen Angelhaken...
man kann sich also el-mäßig elendig lange von der Angst antreiben lassen...
oder selbst mal den Köder an den Haken machen...
sich selbst ködern...
anbeissen...
was will ich wirklich,
will ich ein Leben lang Angeln nach Angst?