Im Gesundheitswesen ist es fast schon "normal", dass kaum noch jemand Vollzeit arbeitet, mit Einspringen, Bereitschaften, Diensten hat man dann zwar Überstunden ohne Ende, aber abfeiern kann man diese nie, bekommt sie also irgendwann ausgezahlt (was sich finanziell wirklich nicht lohnt, da die Steuer kaum was übrigläßt).
Ein irgendgeartetes Privatleben ist damit eh illusorisch.
Ist für mich auch verständlich - sind es doch Berufe, die viel von einem Abverlangen!
Es macht natürlich einen Unterschied,
ob man bei der Gemeinde die Grünpflege macht oder im Staatsdienst irgendeinen kleinen Bürojob macht
( da kann man locker 8 Stunden täglich arbeitet - mühelos!),
als wenn man bei Lidl an der Kasse sitzt oder als Altenpflegerin arbeitet -
das ist als Vollzeitjob schwer zu schaffen.
Auch verdienen die Teilzeitkräfte in Regel keineswegs die Hälfte weniger, weil sie bei uns in Ö von der Lohnsteuer befreit sind,
da ihr Bruttolohn meist unter der steuerpflichtigen Grenze fällt.
Ich habe von 20 Wochenstunden (als die Kinder noch ganz klein waren) über Vollzeit (vor den Kindern) über 23, 24, 26, 28 und 30 Wochenstunden alles mal gemacht.
Zwischen 23 und 26 Wochenstunden liegt ein ganzer Batzen, zwischen 28 und 30 kaum noch etwas und darüber hinaus wirds quasi unrentabel (je nachdem, wie hoch man Freizeit schätzt), wenn man es nicht unbedingt braucht - zumindest in meinem Bereich
Mein erster Sohn hat überhaupt noch nie Vollzeit gearbeitet - maximal 30 Stunden bei seiner letzten Firma -
bevor er sich selbstständig machte.
Er ist ein sehr bescheidener Mensch, will nie Hausbauen,
hat noch nie ein Auto besessen, denkt auch nicht an Familiengründung
, besitzt eine Eigentumswohnung,
welche er - ziemlich renovierungsbedürftig - sehr günstig erworben hat.
In seiner reichlichen Freizeit entwickelt er ein umfangreiches Videospiel, was sein Lebenstraum ist - und plant mal ein Buch zu schreiben.
Facharbeiter in irgend gearteter Teilzeit sind immer noch große Ausnahmen - mein Mann würde vieles darum geben, wenn das bei ihm gehen würde, aber es ist ausgeschlossen, genauso wie für seine Kollegen (es ist ein riesiges Unternehmen, - es wäre also theoretisch möglich, aber es gibt keine Kultur dafür).
Ja - leider ist es so - ich kenne das auch von den hiesigen Firmen - vielleicht ändert sich diesbezüglich mal was.....
Bei uns kann ein Angestellter in der Privatwirtschaft schon von Glück reden, wenn er in die Altersteilzeit gehen darf!