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Dieses Thema im Forum "Religion & Spiritualität" wurde erstellt von Evatima, 8. August 2020.

  1. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    16. Februar 2019
    Beiträge:
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    Die Stoiker geben das Beispiel des Ertrinkens, um ihren Standpunkt zu verdeutlichen: Eine Person, die auch nur eine Armlänge vor der rettenden Wasseroberfläche entfernt untergetaucht bleibt, ertrinkt genauso sicher wie jemand, der viel tiefer liegt. Natürlich wäre es möglich, wie die Analogie es ja nahelegt, weiter oben und näher zur Wasseroberfläche hin voranzuschwimmen, um diese im günstigen Fall doch noch zu erreichen und endlich in der Lage zu sein, auf erfolgreiche Weise die richtigen Funktionen (des Überlebens) auszuführen. In diesem Sinne ist Fortschritt möglich.

    Das Beispiel ist gut gewählt, da ich mich als Kind wirklich einmal in dieser Situation befand und fast ertrank, trotz Nähe des Ufers. Die Gründe des Ertrinkens waren ähnlich wie jetzt analog im Leben.

    Tugend wird von den antiken Stoikern als eine Art Wissen definiert, danach gibt es für die Stoiker keinen kognitiven Zustand zwischen Wissen und Unwissenheit; diejenigen, die nicht weise sind, tun nach dem Leitbild der Stoiker alles gleich misslungen. Genau genommen gibt es für die Stoiker nichts außerhalb des ethischen Fortschritts (wenn dies Fortschritt ohne Ethik bedeuten würde), sie vergleichen es wie gesagt mit einem Ertrinkenden knapp unter der rettenden Wasseroberfläche. Es geht also letztlich darum, auf einem hohen ethischen Niveau in weiser Voraussicht und innerer Ausgeglichenheit zu funktionieren, was bedeutet, dass alle Bedingungen der Tugenden gleichzeitig erfüllt sein müssen, um in diesen stabilen tugendhaften weisen Zustand zu gelangen.

    Es ist wie bei dieser virtuosen Geigerin, die tanzt und geigt, alles synchron und passend abgestimmt.

    Lindsey Stirling - Angels We Have Heard On High (Official Video)

     
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  2. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Entwickle für Dein Ziel eine klare Vision - wie ein Schiff
    und behalte dies im Fokus,
    indem Du Ablenkungen davon loslässt.

    "Wenn Du ein Schiff bauen willst,
    dann trommle nicht Männer zusammen,
    um Holz zu beschaffen,
    Aufgaben zu vergeben
    und die Arbeit einzuteilen,
    sondern lehre die Männer die Sehnsucht
    nach dem weiten, endlosen Meer."

    (Antoine de Saint-Exupery)

    “Wenn auf einer Seefahrt das Schiff am Lande hält
    und du steigst aus, um Wasser zu holen,
    so magst du wohl nebenher eine Muschelschale auflesen
    oder einen Tintenfisch;
    dein Augenmerk aber muss aufs Schiff gerichtet sein,
    und du musst dich immer wieder umsehen,
    ob nicht vielleicht der Steuermann ruft.
    Ruft er dich, so musst du alles liegen lassen,
    damit du nicht gebunden in das Schiff geworfen wirst,
    wie es mit den Schafen geschieht.”

    (Der Stoiker Epiktet)

    Also hübsche Muscheln sammeln kann ich bereits super gut und dabei auch die Zeit vergessen, bis der Steuermann mich zur Pflicht ruft. Je weiter ich mich vom Schiff entferne, desto schwerer wird es, das Schiff rechtzeitig einzuholen und den Verpflichtungen im Leben gerecht zu werden, vor allem dann noch humpelnd mit Hexenschuss und dergleichen. Also ist es besser, in der Nähe des Schiffes zu bleiben. Da hat Epiktet schon Recht. Er meint mit dem Steuermann aber nicht nur die Zeit, sondern auch den Tod, der uns aus dem Leben reißt. Ich möchte noch einiges erledigen, bevor ich gehe. Vorsorge für meine Familie. Ich kann mich aber auch in Schiffsnähe an den kleinen Schönheiten der Natur erfreuen. Die großen Sprünge sind vorbei, zumindest zu Fuß. Aber mit dem Schiff ist wohl noch einiges möglich.

    Von der Sogwirkung und dem Hochtreiben beim Schwimmen hab ich schon oft als Vergleich gehört, um sich treiben zu lassen, aber darauf verlassen würde ich mich nicht, doch könnte man die Technik der Stoiker auch irgendwie mit diesem Bild in Gleichklang bringen, weil es ja auch darum geht, eine Menge loszulassen, eben um diesen Auftrieb nach oben zu erhalten. Wie bei einem Heißluftballon. Man muss unnötigen Ballast abwerfen, um hochzusteigen. Das wird bei den Stoikern äußerlich und innerlich übergreifend getan. Das Bild mit dem Steuermann zeigt das auch sehr schön. Wir können jederzeit vom Steuermann abberufen werden, wir sind nur Gäste auf der Erde. Wir können uns alles anschauen und lernen, doch sehr bald schon geht´s zurück ins Schiff, d. h. wir müssen alles zurücklassen und können nichts materiell mitnehmen.

    Der Philosophenkaiser Marc Aurel empfiehlt immer wieder, eine bewusste Haltung der Wertschätzung gegenüber den profanen Dingen und Lebewesen einzunehmen durch eine erweiterte Perspektive, jeden Betrachtungsgegenstand im Kontext des Kosmos zu sehen und diesen jeweils in das schöne und intelligente "Design des Kosmos" einzugliedern. LOGOS, das Prinzip der Weltgestaltung, das den Kosmos durchdringt, wird von den Stoikern mit Gott gleichgesetzt. Logos ist im Judentum das ewige Denken des einen G-ttes, das bei der Schöpfung wirkt, und im Christentum ist Logos von Gottes Wesen und als Wort bei Gott im Anfang aller Dinge. Also klare Parallelen.

    Zürcher Bibel - Psalm 139 von David:

    "HERR, du hast mich erforscht, und du kennst mich. Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du verstehst meine Gedanken von fern. Ob ich gehe oder liege, du hast es bemessen, und mit allen meinen Wegen bist du vertraut. Kein Wort ist auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht ganz und gar kennst. Von allen Seiten hältst du mich umschlossen, und deine Hand hast du auf mich gelegt. Zu wunderbar ist es für mich, dies zu erkennen, zu hoch, ich kann es nicht fassen. Wohin soll ich gehen vor deinem Geist und wohin fliehen vor deinem Angesicht? Stiege ich hinauf zum Himmel, so du bist dort, und schlüge ich mein Lager auf im Totenreich, sieh, so bist du da. Nähme ich die Flügel der Morgenröte und ließe mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. Und spräche ich: Finsternis breche über mich herein, und Nacht sei das Licht um mich her, so wäre auch die Finsternis nicht finster für dich, und die Nacht wäre licht wie der Tag, Finsternis wie das Licht. Denn du bist es, der meine Nieren geschaffen, der mich im Leib meiner Mutter gewoben hat. Ich preise dich, dass ich so herrlich, so wunderbar geschaffen bin; wunderbar sind deine Werke, meine Seele weiß dies wohl. Mein Gebein war dir nicht verborgen, als ich im Dunkeln gemacht wurde, kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde. Noch bevor ich geboren war, sahen mich deine Augen, in deinem Buch war alles verzeichnet, die Tage waren schon geformt, als noch keiner von ihnen da war. Mir aber, wie schwer sind mir deine Gedanken, G-tt, wie gewaltig ist ihre Zahl. Wollte ich sie zählen, es wären mehr als der Sand, wache ich auf, ist mein Sinn noch bei dir.
    ...
    Erforsche mich, G-tt, und erkenne mein Herz, prüfe mich und erkenne meine Gedanken. Sieh, ob ein gottloser Weg mich verführt, und leite mich auf ewigem Weg. Amen."

    Quelle: https://www.bibleserver.com/ZB/Psalm139

    Written on my Heart - Psalm 139 in Hebrew



    "Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt,
    der bleibt unter dem Schatten des Allmächtigen."
    (Psalm 91,1)

    Soothing Relaxation - Beautiful Piano Music, Vol.2 ~ Relaxing Music by Peder B. Helland




    María Inés Fernández González - Paul Wilbur Lluvia En El Desierto Adoración

     
  3. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Die antiken Stoiker entwickelten eine Ethik, die in der Natur des Menschen gründet und im göttlichen LOGOS des Kosmos verankert ist. Der in Naturgesetzen und in geistigen Gesetzmäßigkeiten wirkende Logos (Vernunft Gottes) entspricht dem aktiv Tätigen, Materie und Leiden-schaften sind dem passiv Leidenden (hyle = Materie, Stoff) zugeordnet.

    Logos (Geist Gottes) gestaltet die Hyle (stoffliche Materie) und durchdringt diese, so wie die vergeistigte Seele den materiellen Körper durchströmt und durch diesen tätig wird, dabei jedoch ihre eigene Existenz beibehält.

    Materie und Leiden-schaften sind demnach dem passiv Leidenden (hyle = Materie, Stoff) zugeordnet.

    Leiden-schaft = also etwas, was Leiden (er)schafft!

    Nach den Stoikern sind die Leiden-schaften (pathê) wörtlich „Dinge, die man durchmacht“, und stehen im Gegensatz zu Handlungen oder Angelegenheiten, die man tut.

    The Acappella Company - Acappella "Create In Me"

     
  4. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Anfang Juni erlebte ich draußen in meinem Baum-Garten eine zauberhafte Synchronizität. Während ich mir gerade das kürzlich herausgesuchte Bild einer golden erhellten Taube mit ausgebreiteten Flügeln anschaute und darauf den Spruch "Lass dich nicht von deinen Problemen treiben, sondern von deinen Träumen beflügeln!" las, flog auf einmal eine ebenfalls golden schimmernde Taube in meinen Garten, setzte sich in meine unmittelbare Nähe auf die Mauer und gurrte wie im Märchen von Aschenbrödel. Allein schon wie das Licht fiel und wie ihr Gefieder golden schimmerte, wie auf dem Bild! Diesen einzigartigen Moment werde ich nie vergessen. Als würde die Zeit für einen Moment still stehen und zu mir sprechen. Ja, das tat sie, ich spürte Gottes Gegenwart und den stillen Hinweis.

    https://www.lbv.de/ratgeber/naturwissen/artenportraits/detail/tuerkentaube/

    Ishay Ribo & Motty Steinmetz - Nafshi

     
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  5. Evatima

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    Das Bestreben der Stoiker, im ursprünglich hellenistischen Sinne „apathisch“ zu sein, zielt nicht darauf ab, sich um nichts zu kümmern, sondern bedeutet lediglich, sich nicht passiv von den Leiden-schaften beherrschen zu lassen, stattdessen vielmehr selbst aktiv zu werden und positiv einzuwirken auf die eigenen Reaktionen. Es bedeutet eine unabhängige Art des autarken Selbstmanagements und Selbststeuerung. Die Stoiker bejahen gute Gefühle wie Freude, Geistesgegenwart, Freundlichkeit, Großzügigkeit und Herzenswärme.

    2CELLOS - Now We Are Free - Gladiator - Live at Sydney Opera House

     
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  6. Evatima

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    Selbstzitat

    "Entwickle für Dein Ziel eine klare Vision - wie ein Schiff - und behalte dies im Fokus, indem Du Ablenkungen davon loslässt. Wie bei einem Heißluftballon. Man muss unnötigen Ballast abwerfen, um hochzusteigen. Das wird bei den Stoikern äußerlich und innerlich übergreifend getan. Das Bild mit dem Steuermann zeigt das auch sehr schön.

    Die antiken Stoiker entwickelten eine Ethik, die in der Natur des Menschen gründet und im göttlichen LOGOS des Kosmos verankert ist. Der in Naturgesetzen und in geistigen Gesetzmäßigkeiten wirkende Logos (Vernunft Gottes) entspricht dem aktiv Tätigen, Materie und
    Leiden-schaften sind dem passiv Leidenden (hyle = Materie, Stoff) zugeordnet.

    Logos (Geist Gottes) gestaltet die Hyle (stoffliche Materie) und durchdringt diese, so wie die vergeistigte Seele den materiellen Körper durchströmt und durch diesen tätig wird, dabei jedoch ihre eigene Existenz beibehält."


    Je schwerer beladen das Schiff,
    desto langsamer bewegt es sich vorwärts.
    Deshalb lasse die Leiden-schaften los,
    die Dich in der HYLE binden und leiden lassen,
    und richte Dich innerlich und äußerlich
    auf Deine eigentliche intuitive Zielvision aus,
    damit Deine im LOGOS verankerte Seele
    ihre beflügelnden Träume entfalten kann wie die Taube
    und in der Geistestätigkeit des LOGOS synchron funktioniert und auf das Ziel hinsteuert.
    María Inés Fernández González - Paul Wilbur Levantate Jerusalen Adoración

     
    Zuletzt bearbeitet: 12. Juni 2021
  7. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Marcus Aurelius Antonius, Selbstbetrachtungen.

    X 36, IX 1, XII 24, VII 47, VII 55, XII 23, IX 22.

    "Was ist Asien und Europa? Ein paar kleine Stückchen der Welt.
    Was ist das ganze Meer? Ein Tropfen in der Welt.
    Und der Athos? Eine Weltscholle.

    Alles ist klein, veränderlich, verschwindend.
    Aber alles kommt und geht hervor
    oder folgt aus jenem allwaltenden Geiste.

    Denn die Allnatur ist das Reich des Seienden.
    Diese steht mit allem Vorhandenen in engster Verbindung.
    Ferner wird jene auch die Wahrheit selbst genannt
    und ist tatsächlich der Urquell alles Wahren.

    Welch ein Glück, wenn du plötzlich über die Erde emporgerückt
    von oben herab auf die Menschenwelt herniederschaust,
    um den großen vielgestaltigen Wechsel in derselben wahrnehmen
    und zugleich den ganzen Umkreis luftiger und ätherischer Wesen
    mit einem Blicke übersehen zu können!

    Betrachte den Umlauf der Gestirne, als wenn dein Leben mit ihnen umliefe.
    Und erwäge beständig die wechselnden Übergänge der Grundstoffe ineinander.
    Denn solche Betrachtungen reinigen dich vom Schmutz des Erdenlebens.

    Sieh dich nicht nach den leitenden Grundsätzen anderer um,
    sondern schaue vielmehr unverwandten Blickes auf das Ziel,
    zu dem die Natur dich hinführt, jene Allnatur
    in allem, was dir widerfährt,
    und deine eigene durch deine Obliegenheiten.

    So ist auch der ein von Gott Geführter,
    der sich von Gott auf dessen Wegen
    übereinstimmend mit seiner Gesinnung
    zu gleichen Zielen führen lässt.

    Forschend wende dich deiner eigenen Seele,
    der Seele des Weltganzen und deines Nächsten zu.
    Deiner eigenen Seele, um ihr Sinn für Gerechtigkeit einzuflößen,
    der Seele des Weltganzen, um dich als Teil des Ganzen zu erinnern,
    der Seele deines Nächsten, um zu erkennen,
    ob derselbe unwissentlich oder wissentlich gehandelt habe,
    und zugleich zu bedenken, dass sie der deinigen verwandt ist."


    Quelle: https://www.projekt-gutenberg.…toren/namen/antonius.html

    Die Stoiker entwerfen eine Ethik, die in der intuitiven Natur des Menschen liegt und im Kosmos verankert ist.

    Das Allnatur-Zitat von Marcus Aurelius fasst dieses Leitziel der antiken Stoiker sehr gut zusammen, nämlich die synchrone Ausrichtung auf den all-gegenwärtig handelnden kosmischen Logos (Gott), was sich in allen Teilbereichen harmonisch ausgleichend auswirkt in übereinstimmendem Einklang mit dem Logos als göttlichem Prinzip des Kosmos (Allnatur).

    Die menschliche Natur wird dabei als Teil der all-umfassenden Natur untergeordnet bzw. die menschliche Vernunft als Teil der kosmischen Vernunft (Logos) betrachtet. Es geht also darum, intuitiv in Einklang mit der menschlichen und all-umfassenden Natur der Vernunft zu leben, da der Logos (Gott) sowohl in der menschlichen wie in der all-umfassenden Natur wirksam ist.

    Verhaltensweisen oder Handlungen eines Lebewesens, die mit der kosmischen Vernunft (Logos) und damit mit der wahren Natur des Handelnden in Einklang sind, nennt die Stoa das Angemessene (Kathekon), was einem Wesen auf angemessene Weise als Recht und Pflicht zukommt und entspricht.

    Soothing Relaxation - Wunderschöne Entspannungsmusik - Norwegische Natur
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. Juni 2021
  8. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Materie ist QUANTITATIV, Zeit/Logos ist QUALITATIV.

    "Dabei durchdringt der die Materie (hyle) formende und QUALIFIZIERENDE Logos (die Vernunft) diese ganz und gar."

    Quelle: (Stoa unter 2.2. Physik) https://www.bibelwissenschaft.de/stichwort/53988/


    "Der Raum ist eine quantitative Dimension, die Zeit eine QUALITATIVE."

    Quelle auf Youtube: (ab 1:00)

    Urknall, Weltall und das Leben - Harald Lesch - Die vierte Dimension: Was ist Zeit? - Kosmologie



    Wie oft planen wir Tage, Wochen und Monate im Voraus. Dabei sind es oftmals Minuten oder gar Sekunden, die über unser Leben entscheiden. Das erinnert mich wiederum an die ergreifende Rede des römischen Stoikers Seneca zur ZEIT.

    Youtube: Zu Glück, Schmerz, Seelenruhe von Lucius Annaeus Seneca

     
  9. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Das Schicksal (Heimarmene) bezieht sich bei den Stoikern auf den Kausalitätsbegriff von Ursache und Wirkung, unterteilt in vorstellungsauslösende und dadurch den Anstoß zur Handlung gebende externe Ursachen oder Wirkung hervorbringende interne Ursachen, basierend auf der Wahlfreiheit des Menschen, wie er auf die Vorstellung reagiert, ob er den Anstoß zur Handlung umsetzt oder zurückweist.

    Widervernünftiges Handeln ist nicht auf die Durchsetzung des Triebes gegenüber der Vernunft (Logos) zurückzuführen, sondern beruht auf einem falschen Verstandesurteil, die dem Trieb eine falsche Richtung weist. Die Affekte gehen auf falsche Urteile zurück oder sind selbst falsche Urteile. Erst durch das kognitive Urteil, die „Zustimmung“ (Synkatalepsis, Assensio), werden die Wahrnehmungen des Bewusstseins (Propatheiai = unwillkürliche Gefühlsreaktionen als Vorstadien der Affekte), zu eigentlichen Affekten. Ein Affekt (Pathos) ist nach altstoischer Auffassung „pervertierte Vernunft“, angestoßen durch den Einfluss, welche die äußeren Dinge über die Vorstellungsbilder auf den Menschen ausüben und durch den Einfluss der Meinungen „der Vielen“.

    Ziel ist die Vollendung des Logos, die völlige Freiheit (Apathie, was keineswegs Gefühllosigkeit bedeutet) von den auf falschen Urteilen basierenden Affekten.

    Soothing Relaxation - Entspannende Klaviermusik - wunderschöne romantische Musik

     
  10. Evatima

    Evatima Sehr aktives Mitglied

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    Laut den antiken Stoikern werden also erst durch das kognitive Urteil der „Zustimmung“ die Wahrnehmungen des Bewusstseins (unwillkürliche Gefühlsreaktionen als Vorstadien der Affekte) zu eigentlichen Affekten.

    Das passt ja wirklich sehr gut zur heutigen Kognitionspsychologie, die auf dem antiken Stoizismus aufbaut. Damit schließt sich der Kreis.

    Die derzeitige internationale Bewegung des Modernen Stoizismus sieht in der heutigen wissenschaftlichen Kognitionspsychologie eine Fortsetzung des antiken Stoizismus.

    Das habe ich mehrfach gelesen und wird auch von einem Verhaltenstherapeuten bestätigt, der ganz bewusst den Stoizismus mit der heutigen Verhaltenstherapie vergleicht in seinen interessanten englischsprachigen Texten, z. B. in folgendem Artikel, wo er sogar Bezug nimmt auf das Schiff im Sturm und dies nun auch noch verhaltenstherapeutisch ergänzt mit der sogenannten AWARE-Methode

    AWARE (Accept - Watch - Act - Repeat - Expect), also:

    - Akzeptiere Deine Angst als normale, harmlose, vergängliche Erstreaktion,
    wie bei einem wogenden Schiff im Sturm.

    - Schaue Dir diese flottierenden Angstgefühle mit Abstand wertfrei von außen an, wie vorüberziehende Wolken.

    - Verhalte Dich der Angst gegenüber gelassen, sanftmütig, achtsam geduldig und mutig, ohne Überbewertung.

    - Wiederhole angstneutralisierend die stoizistische Gelassenheit und gewöhne Dich an die Angst, ohne Vermeidung.

    - Erwarte eine realistische Verbesserung dadurch.

    Quelle: https://medium.com/stoicism-ph…e-of-anxiety-1a71b9e1924d

    Soothing Relaxation - Schöne entspannende Musik - Besinnliche Klavier- & Gitarrenmusik

     

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