Kind vom Jugendamt mitgenommen!

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Mit solchen Urteilen kann man viel Schaden anrichten. So ein Urteil steht niemandem zu und erst recht nicht Leuten, die die Person nicht kennen. Es wurde hier schon lang und breit erklärt, dass sie nicht allein finanziell abhängig von ihrem Mann ist, sondern ihre ganze Familie, die noch in Thailand lebt.

@chili1
Das Ereignis war traumatisch für alle Beteiligten (außer dem Vater, vermute ich). Erst mal warten, bis sich die Wogen geglättet haben. Bekommt sie denn psychotherapeutische Unterstützung?

Dann soll diese Zuhälterbagage da drüben selber arbeiten gehen oder sich an prügelnde Kerle verschachern.
Wenn sie das so toll und richtig findet, kann sie auch gern wieder zu ihm zurück gehen, aber die Kinder müssen vor solchen Erzeugern geschützt werden.

Gruß

Luca
 
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Mit solchen Urteilen kann man viel Schaden anrichten. So ein Urteil steht niemandem zu und erst recht nicht Leuten, die die Person nicht kennen. Es wurde hier schon lang und breit erklärt, dass sie nicht allein finanziell abhängig von ihrem Mann ist, sondern ihre ganze Familie, die noch in Thailand lebt.
Habe ich doch auch schon geschrieben. Würdest du dich für deine Familie Schlagen und Quälen lassen?

Ich nicht. Zuerst kommen bei mir meine Kinder und dann kommt was anderes.
Du hast den Thead eben nicht aufmerksam verfolgt.
Es gibt Menschen die entschuldigen alles, sogar Mord.
 
ja, unvorstellbar was früher mit Kindern gemacht wurde. Mit uns, die Erzieher waren brutal,
Ich kenne sehr viele, die daran zerbrochen sind, die niemals in der Lage waren, ein normales Leben zu führen.

Der österr. Staat hat sich jetzt offiziell bei diesen ehemaligen Heimkindern entschuldigt und eine Opferrente von 300,-- Euro ins Leben gerufen.
Mein Antrag ist grad in Prüfung, aber ich bin guter Dinge, dass ich sie zugesprochen bekomme, weil ein paar Mädchen von damals, mit denen ich in Verbindung bin, schon positiv abgeschlossen wurden.

Man kann das Leid, das uns widerfahren ist, eh nicht mit Geld aufwiegen, aber ich finde, es ist ein Zeichen, das man positiv werten soll. Der Staat trägt - spät aber doch - Verantwortung...und ich hoffe, alle haben daraus gelernt.
 
Habe ich doch auch schon geschrieben. Würdest du dich für deine Familie Schlagen und Quälen lassen?

Es geht nicht darum, was ich oder ein anderer hier tun würde. Ich versuche, die Situation aus ihrem ganz speziellen kulturellen und sozialen Kontext heraus zu sehen (soweit es in diesem Rahmen möglich ist), um Lösungsmöglichkeiten zu finden. Es ist vielleicht für euch einfach, alles über Bord zu werfen, aber für die Frau eben nicht. Vielleicht entwickelt sie plötzlich die Kraft und Stärke, die Situation zu stemmen, den Mann zu verlassen, unabhängig zu werden etc. Aber glaubt ihr nach all dem, was wir bisher erfahren haben, daran? Genau wie jeder von uns, kann sie nur so handeln, wie es ihr selbst möglich ist, nicht wie andere es für möglich halten. Und was sind die Möglichkeiten, die sie jetzt sieht? Das muss man herausfinden und die optimalste stärken. Sie mit noch mehr Schuld zu beladen und sie auszuschimpfen ist absolut kontraproduktiv. Mir tut sie sehr leid, aber ich hoffe, sie erkennt, dass sie jetzt die Möglichkeit hat, zu wachsen. Vielleicht kann man ihr das in einem buddhistischen Zusammenhang nahebringen.
 
Kein 10jähriges Kind denkt, dass man in einer Pflegefamilie "Urlaub" machen kann.
Damit Kinder in dem Alter freiwillig aus der Familie gehen, muß schon sehr sehr Schlimmes passiert sein.

Ich finde es befremdlich, dass du das so schreibst und hoffe, dass die Mutter nicht so denkt.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat sie - jetzt ganz krass formliert - das Kind für Geld verhauen lassen?
D.h. damit der Vater sie und ihre Familie in Thailand finanziell unterstützt, mußte das Kind diese Schläge vom Vater ertragen und zusehen, wie der Vater auch die Mutter schlägt.
Oder ist das nicht so?

Doch, genau so ist es!

Und das Kind denkt jetzt, dass es Urlaub da machen kann....

So bescheuert und irreal sich das anhört...

Aber auch DAS ist exakt so.


Dem Kind musste durch "Gehirnwäsche" klargemacht werden, dass es hier um "es selbst und SEINE Rechte" geht. Da zieht auch ein Argument wie: In einer Pflegefamilie ist es wie Urlaub für deine Seele... DU bist nicht die MUTTER deiner kleinen Schwester, dein Vater darf dich SO nicht behandeln, DEINE Mutter muss für DICH sorgen und deine Schwester, nicht du für sie beide... usw....

(SO ähnlich habe ich damals versucht, meine kleine Schwester dazu zubewegen in eine Pflegefamilie zu gehen)... Ich habe versucht, es ihr schmackhaft zu machen... ) Bei mir wurde das selbe getan,... ich war zwar in einem Heim, aber man versuchte mir die "Pflegefamilie" schmackhaft zu machen.

HEUTE rede ich mir selbst so zu...

@chili1

ob du nun selbst die Mutter bist (nach diesem deinem Post könnte man das fast meinen, oder ob du tatsächlich die Freundin der Mutter bist.... finde bitte endlich aus dieser Rolle raus in welcher du den Handlanger für eine ohnehin handlungsunfähige Mutter bist.

Du bist selbst Thailänderin nach deinen Angaben und kannst mit Sicherheit noch einmal doppelt und dreifach nachvollziehen, wieso die Mutter sich so windet und letztlich in Lethargie verfällt. Aber du bist auch hier aufgewachsen, .... zumindest kannst du nachvollziehen, inwieweit Bedrohungen des Vaters zB. Relevanz hätten. Hier gibt es nicht die Möglichkeit, dass ein Elternteil das Kind zur Adoption freigibt. Es ist befremdlich, dieses "Argument" aus deiner Feder lesen zu müssen, immer wieder, als könnte er die Mutter damit unter Druck setzten. Ich frage mich dann der Logik nach, ob du selbst diese "unwissende Mutter" bist... oder was möchtest du uns damit sagen?

Diese Adoptionsdrohung hat soviel Realitätsgehalt, als wenn er der Mutter drohen würde, sie in eine Maus zu verwandeln, wenn sie nicht parierte. Nämlich schlicht gar keinen. Im Gegenteil zeigt es nur einmal mehr seine Unzurechnungsfähigkeit- bishin zur Schizophrenie- wie sie übrigens gerade für Alkoholiker gar nicht so untypisch ist. Profis sehen sich mit solch einer abstrusen Drohung vor einem satten Realtitätsverlust seitens des Vaters gestellt - mal ganz abgesehen von dem psychologsichen Kapitalverbrechen der Tochter gegenüber, der allein genug Grund wäre, die Tochter vor ihm in Sicherheit zubringen. Aber keiner fängt nun an zu "hüpfen", weil er etwa das Kind zur Adoption frei geben könnte. Wenn überhaupt wäre es denkbar, wenn die Kindsmutter nicht die Leibliche wäre, ABER nicht mal dann wäre es ein Leichtes: Sobald das Kind "mitreden, mitgestalten" kann... wird das in aller aller erster Instanz berücksichtigt. Es haben schon Stiefväter und- mütter das Sorgerecht zugesprochen bekommen, nur weil Kinder lieber mit und bei ihnen bleiben wollten statt bei den leiblichen Eltern.

Also, dieser Stohmann seitens des Vaters als Druckmittel entfällt hier völlig. Was bleibt denn dann noch? Doch wohl "nur", dass er die Familie in Thailand ernährt.

Und da wären wir eben bei der Frage, "verkauft" die Mutter ihre eigenen Kinder für das "Wohl der Familie" in Thailand.

Und ich komme nicht aus Thailand, kenne aber genau diese selben Gewissensfragen.... es ist von meiner Seite also kein Vorwurf, sondern eher ein Faktencheck... und ich war bei einer ähnlichen Herausforderung- wenn auch anders gelagert, genau so "überfordert" wie du dich ggf. gerade fühlst.

Heute würde ich alles/vieles noch einmal anders machen. tja, aber das ist nun einmal ein Prozess.

Hm, vielleicht ist das ja eine Hilfe:

Du nimmst an einem "Spiel" teil, IN DEM ALLES WAS DU MACHST FALSCH SEIN WIRD (gefühlt!), ... also mach das, was von dem vermeintlich Falschen am wenigsten Falsch ist? Für wen? Am besten für die Kinder?! :dontknow:
 
Man kann das Leid, das uns widerfahren ist, eh nicht mit Geld aufwiegen, aber ich finde, es ist ein Zeichen, das man positiv werten soll. Der Staat trägt - spät aber doch - Verantwortung...und ich hoffe, alle haben daraus gelernt.

Ich finde es auch ein gutes und wichtiges Zeichen. (y)

Mich würde es interessieren, weil du hier erwähnst, dass du mit einigen anderen Betroffenen noch in Kontakt bist - habt ihr Mädchen auch gegenseitig geholfen, diese schreckliche Zeit zu überstehen und hat das ein wenig Halt gegeben?
 
Ich finde es auch ein gutes und wichtiges Zeichen. (y)

Mich würde es interessieren, weil du hier erwähnst, dass du mit einigen anderen Betroffenen noch in Kontakt bist - habt ihr Mädchen auch gegenseitig geholfen, diese schreckliche Zeit zu überstehen und hat das ein wenig Halt gegeben?
Im Heim selbst war der Zusammenhalt das Einzige, was uns geholfen hat, zu überleben. Wir hatten ja nur uns selbst, vom Jugendamt kamen nur Drohungen, von der Heimleitung und den Erzieherinnen gabs nur Schläge, Psychodruck und Abwertung. Wir trösteten uns gegenseitig, erzählten uns unsere Geschichten, nahmen uns in den Arm...das war unsere Art, uns selbst zu therapieren. :D

Mit einigen bin ich bis heute in Kontakt.
 
Leider sind es immer die Kinder, die die Rechnung am teuersten zu bezahlen haben, wenn Eltern versagen.
Auch ich war ein Kind, das vom Jugendamt aus der Familie genommen werden musste wegen meines Stiefvaters.
Er wurde zu 8 Jahren Haft verurteilt, durfte wegen guter Führung aber nach 5 3/4 Jahren wieder raus.
Ich musste auch 8 Jahre im Heim verbringen, und wer die Heime von damals kannte, weiß, dass das Gefängnisse waren mit brutalen Aufseherinnen. Von daher hatte ich die Wahl zwischen Pest und Cholera....

Es tut mir in der Seele weh, das alles hier zu lesen. Man kann wirklich nur hoffen, dass es die Kinder in der Pflegefamilie gut haben werden. Die seelischen Verletzungen bleiben ohnehin ein Leben lang, da hilft die beste Ersatzfamilie nichts.


:umarmen:

och Mensch, Sunny... das ist schon wirklich fast filmreif, wo du durch musstest in diesem Leben.

Das Kinderheim, in dem ich in Frankfurt war war allerdings ein wirklich sehr sehr gut geführtes HEIM... ich habe mich ganz schnell dort zu Hause gefühlt (wobei das nach den Schrecken meiner frühesten Kindheit wohl eh ein leichtes war.)... Trotzdem möchte ich hier einmal Jugendämtern, Erziehern und überhaupt dem ganzen Pädagogikwesen in Deutschland danken für das, was sie da möglich machen und in Bewegung setzten für Kinder in desolaten/ungeklärten Verhältnissen. Es gibt auch einige Fälle, da ist es gut gewesen/gegangen. Mit familiären Verhältnissen hatte ich nie Glück, aber in den zwei einhalb Jahren Kinderheim konnte ich wirklich "leben" kennenlernen.

Also sorry, ich möchte da niemandem seine schlimmen Erfahrungen in Abrede stellen, - ist ggf. auch eine Frage des Zeitgeistes- aber es gibt eben auch andere Eindrücke und nicht alles was, was vom Staat und Profis kommt ist perse schlecht, häufig im Gegenteil. Trotzdem gilt meine Solidarität allen missbrauchten, geschändeten Heimkindern (eigentlich sogar erst recht!)
 
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Im Heim selbst war der Zusammenhalt das Einzige, was uns geholfen hat, zu überleben. Wir hatten ja nur uns selbst, vom Jugendamt kamen nur Drohungen, von der Heimleitung und den Erzieherinnen gabs nur Schläge, Psychodruck und Abwertung. Wir trösteten uns gegenseitig, erzählten uns unsere Geschichten, nahmen uns in den Arm...das war unsere Art, uns selbst zu therapieren. :D

Mit einigen bin ich bis heute in Kontakt.

Es ist erschreckend, wie normal es damals war, Kinder seelisch und körperlich zu verletzen. Es gibt mittlerweile einige Bücher zu dem Thema. Über einen Artikel bin ich letztens gestolpert:
http://www.t-online.de/leben/famili...koerperliche-zuechtigung-im-kinderalltag.html
Am schlimmsten fand ich diesen Absatz:
"Auch heute noch empfinden die Mütter und Väter von damals meist kein Bedauern oder Scham über ihr Handeln. Sie sind der Überzeugung, wie alle Eltern, immer das Beste für ihre Kinder gewollt zu haben. 'Das war die Zeit' oder 'Das war eben damals so' wird dann häufig lapidar als Erklärung vorgebracht."
Denn damit spricht man den Opfern die leidvolle Erfahrung einfach ab und stellt sie womöglich noch als Übertreibung oder Empfindlichkeit dar.

Vielleicht sollte man @chili1 und der Mutter mal klarmachen, was Schläge anrichten:“
Jede Tracht Prügel nimmt ein Stück der kindlichen Würde
Die Wunden, die durch die gewalttätige Erziehung gerissen wurden, seien tief und belasteten bis heute das Leben vieler aus der "geprügelten Generation", weiß die Autorin aus ihren Interviews mit Betroffenen: "Bei jedem Prügeln, bei jedem Niedermachen, verlor das gedemütigte Kind ein Stück seiner Würde und hatte zugleich das beschämende Gefühl, selbst schuld an den Schlägen zu sein. Ich muss ja was falsch gemacht haben, so seine Erklärung, sonst würden mich meine Eltern ja nicht verprügeln."

In Thailand wurde übrigens erst 2005 die Prügelstrafe abgeschafft. Also, dass Lehrer ihre Schüler züchtigen durften. 2011 wurde darüber debattiert sie wieder einzuführen....

Dir @SunnyAfternoon wünsche ich aus vollem Herzen dass du wenigstens die Entschädigung bekommst!
Wobei du ja noch ein viel schlimmeres Leid erfahren mußtest....
 
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