ist der kranke schuld an seiner krankheit?

Ich persönlich finde dieses Schuldprinzip problematisch; in allem und für alles ständig irgendeinen Schuldigen zu suchen. Schuld und Strafe liegen dicht beieinander. Sieht man auch, wenn Karma interpretiert wird, wie häufig Karma als Strafe angesehen wird. Es ist eine Wertung, die den Menschen in seinem Inneren schwächen und unfrei machen kann.

Warum soll man (laut einigen Beiträgen) nur mit Schuld Verantwortung übernehmen? Heisst das, dass man ohne Schuld, aus eigener Kraft keine Verantwortung übernimmt? Braucht es da im Inneren "irgendjemanden", der einen "klein macht", weil man Verantwortung vermeintlich selbst nicht schafft?

Ein Fehlen von Schuld geht nicht zwangsläufig mit Fehlen von Verantwortungsbewusstsein einher. Meine Meinung.



Nein, keine Unterstellung. Eine berechtigte FRAGE, weil du Rose2 nicht nur in diesem Thread darauf hinweist, dass es ja sowas schon mal gegeben hat, sondern ihr auch noch ins Allgemeine U-Forum nachrennst. Irgendwas wird dich ja dazu bewogen haben.

LP

ja, das ist eben das Leben, und Schuld gehört zum Leben, wie vieles andere auch., und dazu gehört auch eben die Fähigkeit des Menschens, zu "Werten" und das ist gut so!

Ohne die Wertung u. die Frage bei Krisen u. Krankheiten "bin ich an diesem u. jenem Schuld?" würde man sich wohl kaum bemüssigen, in sich zu gehen u. ev. eine Änderung wünschen.

Und manchmal.. eigentlich sogar öfters wäre es besser für uns Menschen, wenn wir uns kleiner machen würden, den die meisten Problemchen in der Welt sind darauf zurückzuführen, weil wir uns grösser denken u. machen wollen.. aber das ist jetzt wieder a andere Geschichte
 
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Lightofmylife schrieb:
ja, das ist eben das Leben, und Schuld gehört zum Leben, wie vieles andere auch., und dazu gehört auch eben die Fähigkeit des Menschens, zu "Werten" und das ist gut so!

Ja, wenn du meinst, das zu brauchen, dann ist das so für dich.

Lightofmylife schrieb:
Ohne die Wertung u. die Frage bei Krisen u. Krankheiten "bin ich an diesem u. jenem Schuld?" würde man sich wohl kaum bemüssigen, in sich zu gehen u. ev. eine Änderung wünschen.

Siehe oben. Das eine schließt das andere nicht aus.

Lightofmylife schrieb:
Und manchmal.. eigentlich sogar öfters wäre es besser für uns Menschen, wenn wir uns kleiner machen würden, den die meisten Problemchen in der Welt sind darauf zurückzuführen, weil wir uns grösser denken u. machen wollen.. aber das ist jetzt wieder a andere Geschichte

Von Überheblichkeit und Egozentrik sprach ich nicht.
 
Da schreibst Du was ganz wichtiges, meines Erachtens nach einer der Hauptgründe, warum viele Esoteriker sich so an die Schuldfrage klammern, weil damit das Leben berechenbarer wird und sie besser mit ihrer Angst, daß ihnen was passiert oder daß sie krank werden, umgehen können.

Mit der Ungerechtigkeit des Lebens umzugehen ist auch nicht leicht, ein Kind wird in einer liebevollen Familie im Luxus geboren, ein anderes im Krieg, die Eltern werden ermordet und das Kind dann im Flüchtlingslager missbraucht.
Manche Kinder haben nie einen Schnupfen, andere werden krank geboren und haben jeden Tag Schmerzen.

Ich spür die Hilflosigkeit auch, und Wut über die Ungerechtigkeit. Wahrscheinlich haben die Menschen auch aus diesem Grund irgendwann Religionen erfunden, um Antworten zu bekommen und Anweisungen, wie sie sich richtig verhalten können, um ein bißchen das Gefühl von Gerechtigkeit zu bekommen und die Hilflosigkeit zu vermindern.

Wenn der Karmagedanke einem persönlich hilft oder Gedanke an den Himmel oder ein Paradies bei "guter Führung", dann ist das in meinen Augen auch völlig in Ordnung, aber anderen Menschen diesen Glauben überzustülpen ist eine andere Sache, damit kann man die sehr verletzen, das ist auch sehr grausam.
Eben, wenn man einem anderen, der krank ist oder der in schwierigen Lebensumständen lebt, die Schuld daran gibt.

:thumbup::thumbup::thumbup:
 
:thumbup::thumbup:

Genauso sehe ich das auch !

Ich werde geboren, unschuldig und ich werde sterben, denn ab dem Zeitpunkt meiner Geburt beginnt das Sterben ! Wann es dann wirklich soweit sein wird /soll, liegt NICHT in meiner Macht !
Denn wenn es soweit ist , werde ich gehen müssen, ob ich will oder nicht. Und wenn es morgen IST, IST es so.

Das Leben, ist für mich ein ewiges Loslassen, verändern und annehmen.
Was ich damit mache und wie , ist jedem seine eigene Geschichte.

Als mein Partner starb, suchte ich auch nach Erklärungen, viel wird dir geboten in Glaubenskonstrukten und im Esoterischen. Weitergeholfen - hat mir im Endefekt NIX. Sicherlich gab es vieles was eben grad in mein Leben passte und für mich dann stimmig erschien, aber erst durch die Sterbebegleitung kam ich darauf, dass Leben und Sterben ein völlig natürlicher Prozess ist. NIX mit Schuld, Nix mit Karma etc.;
Einen Sterbenden würde ich aber dennoch nicht seinen Glauben nehmen wollen, wenn er es gerade braucht, weil derjenige Angst hat, Trost braucht, Annahme braucht in seinem Sein , ABER ich würde ihn auch nicht belügen wollen, wie zum Beispiel bei einer Krebserkrankung mit 100ert prozentiger Todesfolge. Denn da hilft das schönste Reden nicht , das schönste positiv denken nimmer, wenn es unweigerlich zum Tode kommen wird. Diesen Menschen versuche ich den Weg der Annahme zu zeigen , ob er jetzt seinen Glauben hat oder nicht.

Ich denke, auch Sternenatemzug, wollte nicht das Thema Schuld aufgreifen , sondern suchte ebenso nach Antworten in diesem Thread, und dass er eben in bestimmten Dingen sein Missionieren net lassen kann, ok, ist seins, und jeder nehme sich was davon für einen stimmig ist, dennoch , ich bin nicht Jesus - gläubig und Halte NIX von Verfechtern der "neuen Medizin" .

Das Körper , Seele , Geist auch in der Allgemeinmedizin BESTAND haben, schon lange , sollte eigentlich schon längst bekannt sein und daran halte ich mich ebenso !

Positiv denken, gut und schön , aber bei Erkrankung bitte auf dem Boden der Realitäten bleiben und sich fachliche Hilfe suchen , nebenbei kann man immer noch positiv denken praktizieren, doch wird irgendwann für JEDEN der Zeitpunkt kommen- anzunehmen - und sich Realitäten zu stellen .

Also was hat das Leben für einen Sinn ?

Meiner Meinung nach : LEBE jeden Tag dein Leben, denn es könnte auch der letzte sein , sich mit dem Tod zu beschäftigen ( wenn man Freunde verliert oder im beruflichen tut man es eh soo oft ) , ja, aber erst wenn es wirklich soweit sein sollte, sich mit Krankheiten ausseinandersetzen , ja wenn es für mich soweit ist, aber nicht immer , sondern Leben !

Ich habe nur das EINE .

:thumbup::thumbup::thumbup:
 
Wer erkennt, dass es kein Richtig/Falsch, Gut/Böse gibt, dem stellt sich die Frage nach Schuld, Schuldigen, Opfer...nicht.

Da fallen mir spontan Zitate zu ein:


Die Welt ist weder gut noch schlecht. Erst unser Denken macht sie dazu.
Shakespeare

Beobachten ohne zu bewerten ist die höchste Form menschlicher Intelligenz.
J. Krishnamurti

Jenseits von richtig und falsch..... :)
 
Tany schrieb:
Wer erkennt, dass es kein Richtig/Falsch, Gut/Böse gibt, dem stellt sich die Frage nach Schuld, Schuldigen, Opfer...nicht.

Da fallen mir spontan Zitate zu ein:

Die Welt ist weder gut noch schlecht. Erst unser Denken macht sie dazu.
Shakespeare

Beobachten ohne zu bewerten ist die höchste Form menschlicher Intelligenz.
J. Krishnamurti

Jenseits von richtig und falsch.....

:thumbup:

LP
 
Wer erkennt, dass es kein Richtig/Falsch, Gut/Böse gibt, dem stellt sich die Frage nach Schuld, Schuldigen, Opfer...nicht.

Da fallen mir spontan Zitate zu ein:


Die Welt ist weder gut noch schlecht. Erst unser Denken macht sie dazu.
Shakespeare

Beobachten ohne zu bewerten ist die höchste Form menschlicher Intelligenz.
J. Krishnamurti

Jenseits von richtig und falsch..... :)

Davon gefällt mir Shakespeare - ein früher Konstruktivist! ;)

Moin Tany :umarmen:
 
Davon gefällt mir Shakespeare - ein früher Konstruktivist! ;)

Moin Tany :umarmen:

Moin :umarmen:

Es gab und gibt in jeder Epoche Menschen, die zu div. Erkenntnissen gelangten/gelangen.

Die 'Namen' Konstruktivismus,...,..sind lediglich die Bezeichnungen von etwas, was schon immer war,...

Apfelsaft ist und bleibt Apfelsaft, auch, wenn Tomatensaft drauf steht. :D




Vier Reisende —ein Türke, ein Perser, ein Araber und ein Grieche — geraten über die Frage miteinander in Streit, was sie mit der letzten Münze, die sie noch haben, kaufen sollen.

Der Türke sagt: ich will üzüm,

der Perser hingegen will angur.

Inab will der Araber,

wogegen der Grieche auf dem Kauf von stafil besteht.

Ein Sprachkundiger hört ihren Streit and schlägt ihnen vor, ihm die Münze zu geben…

Der Sprachkundige kauft Weintrauben.

Das ist mein üzüm! strahlt der Türke;

der Perser freut sich über angur,

wie der Araber über sein inab,

und der Grieche genießt stafil.

Sie alle wollten Weintrauben, nur wussten sie das nicht.

http://dreikopf.wordpress.com/2012/01/25/parabel-von-den-trauben/
 
Zuletzt bearbeitet:
Moin :umarmen:

Es gab und gibt in jeder Epoche Menschen, die zu div. Erkenntnissen gelangten/gelangen.

Die 'Namen' Konstruktivismus,...,..sind lediglich die Bezeichnungen von etwas, was schon immer war,...

Apfelsaft ist und bleibt Apfelsaft, auch, wenn Tomatensaft drauf steht. :D

Klar gab es zu allen Epochen solche Leuts (Platon war auch ein gaaaanz früher Konstruktivist - es soll auch andere Denkweisen als den Konstruktivismus geben, da gelten dann andere ... ;) ).

Aber man muß Erkenntnisse schon operationalisieren, um sich darüber auszutauschen, sie zu erforschen und dann ggfs. auf sie aufzubauen.
Stell Dir vor, jeder müßte für sich allein aus Erfahrung lernen, was sämtliche Philosophen/ Denker/ Forscher mal so gedacht/ erkannt/ weiterentwickelt haben ... :eek:.

Das mit dem Apfelsaft ist bei genauerem Betrachten so einfach nu wieder nicht ... . :)
 
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Wer erkennt, dass es kein Richtig/Falsch, Gut/Böse gibt, dem stellt sich die Frage nach Schuld, Schuldigen, Opfer...nicht.
merkwürdig.. die Naturgesetze sehen das nämlich anders, hier kann man am besten ausprobieren, wie gut es wäre, zwischen Richtig u. Falsch unterscheiden zu können...

Da fallen mir spontan Zitate zu ein:


Die Welt ist weder gut noch schlecht. Erst unser Denken macht sie dazu.
Shakespeare

Beobachten ohne zu bewerten ist die höchste Form menschlicher Intelligenz.
J. Krishnamurti

Jenseits von richtig und falsch..... :)

aha... und dein Kommentar hat nicht etwa den Hintergrund der Bewertung eines anderen Kommentars? :D:rolleyes:
 
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