Da schreibst Du was ganz wichtiges, meines Erachtens nach einer der Hauptgründe, warum viele Esoteriker sich so an die Schuldfrage klammern, weil damit das Leben berechenbarer wird und sie besser mit ihrer Angst, daß ihnen was passiert oder daß sie krank werden, umgehen können.
Mit der Ungerechtigkeit des Lebens umzugehen ist auch nicht leicht, ein Kind wird in einer liebevollen Familie im Luxus geboren, ein anderes im Krieg, die Eltern werden ermordet und das Kind dann im Flüchtlingslager missbraucht.
Manche Kinder haben nie einen Schnupfen, andere werden krank geboren und haben jeden Tag Schmerzen.
Ich spür die Hilflosigkeit auch, und Wut über die Ungerechtigkeit. Wahrscheinlich haben die Menschen auch aus diesem Grund irgendwann Religionen erfunden, um Antworten zu bekommen und Anweisungen, wie sie sich richtig verhalten können, um ein bißchen das Gefühl von Gerechtigkeit zu bekommen und die Hilflosigkeit zu vermindern.
Wenn der Karmagedanke einem persönlich hilft oder Gedanke an den Himmel oder ein Paradies bei "guter Führung", dann ist das in meinen Augen auch völlig in Ordnung, aber anderen Menschen diesen Glauben überzustülpen ist eine andere Sache, damit kann man die sehr verletzen, das ist auch sehr grausam.
Eben, wenn man einem anderen, der krank ist oder der in schwierigen Lebensumständen lebt, die Schuld daran gibt.

Genauso sehe ich das auch !
Ich werde geboren, unschuldig und ich werde sterben, denn ab dem Zeitpunkt meiner Geburt beginnt das Sterben ! Wann es dann wirklich soweit sein wird /soll, liegt NICHT in meiner Macht !
Denn wenn es soweit ist , werde ich gehen müssen, ob ich will oder nicht. Und wenn es morgen IST, IST es so.
Das Leben, ist für mich ein ewiges Loslassen, verändern und annehmen.
Was ich damit mache und wie , ist jedem seine eigene Geschichte.
Als mein Partner starb, suchte ich auch nach Erklärungen, viel wird dir geboten in Glaubenskonstrukten und im Esoterischen. Weitergeholfen - hat mir im Endefekt NIX. Sicherlich gab es vieles was eben grad in mein Leben passte und für mich dann stimmig erschien, aber erst durch die Sterbebegleitung kam ich darauf, dass Leben und Sterben ein völlig natürlicher Prozess ist. NIX mit Schuld, Nix mit Karma etc.;
Einen Sterbenden würde ich aber dennoch nicht seinen Glauben nehmen wollen, wenn er es gerade braucht, weil derjenige
Angst hat, Trost braucht, Annahme braucht in seinem Sein , ABER ich würde ihn auch nicht belügen wollen, wie zum Beispiel bei einer Krebserkrankung mit 100ert prozentiger Todesfolge. Denn da hilft das schönste Reden nicht , das schönste positiv denken nimmer, wenn es unweigerlich zum Tode kommen wird. Diesen Menschen versuche ich
den Weg der Annahme zu zeigen , ob er jetzt seinen Glauben hat oder nicht.
Ich denke, auch Sternenatemzug, wollte nicht das Thema Schuld aufgreifen , sondern suchte ebenso nach Antworten in diesem Thread, und dass er eben in bestimmten Dingen sein Missionieren net lassen kann, ok, ist seins, und jeder nehme sich was davon für einen stimmig ist, dennoch , ich bin nicht Jesus - gläubig und Halte NIX von Verfechtern der "neuen Medizin" .
Das Körper , Seele , Geist auch in der Allgemeinmedizin BESTAND haben, schon lange , sollte eigentlich schon längst bekannt sein und daran halte ich mich ebenso !
Positiv denken, gut und schön , aber bei Erkrankung bitte auf dem Boden der Realitäten bleiben und sich fachliche Hilfe suchen , nebenbei kann man immer noch positiv denken praktizieren, doch wird irgendwann für JEDEN der Zeitpunkt kommen- anzunehmen - und sich Realitäten zu stellen .
Also was hat das Leben für einen Sinn ?
Meiner Meinung nach : LEBE jeden Tag dein Leben, denn es könnte auch der letzte sein , sich mit dem Tod zu beschäftigen ( wenn man Freunde verliert oder im beruflichen tut man es eh soo oft ) , ja, aber erst wenn es wirklich soweit sein sollte, sich mit Krankheiten ausseinandersetzen , ja wenn es für mich soweit ist, aber nicht immer , sondern Leben !
Ich habe nur das EINE .