Islam, meine Meinung und das problem unserer Gesellschaft

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Hi PT!

Ich verstehe, was Du sagen möchtest und stimme Dir auch in fast allen Punkten zu. Trotzdem kann man leider das Thema Scharia nicht ausklammern, wenn man über den Islam in diesem Kontext redet.

Und da die Scharia die Basis der Gesetzgebung aller islamischen Staaten ist, finde ich es vermessen zu sagen sie sei kein essentieller Teil des Islam.

LG,

543
:umarmen:

lg
PT
 
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=Frater 543;1940617]
Nur, und das sagst Du ja selber wird es eben kritisch, weil Islam mehr als nur Religion ist
.

Habe eine Erklärung von einem gläubigen Moslem dafür bekommen:

Die Scharia gilt sowieso nur in einem moslemischen Land, das es zurzeit nicht gibt. Die Schiiten (10 %) werden von den Sunniten (80 %) nicht als Mosleme anerkannt.

Ob man es als religiöser Mensch nur wahrhaben will oder nicht, Gesetzgebung ist ja nun erstmal immer weltlich/vom Menschen gemacht. Sie spiegelt letztendlich nur einen religiösen/kulturellen Hintergrund wieder.

Die Gesetze, die im Koran verankert sind, sind für die Sunniten in einem echt-moslemischen Land verbindlich, denn sie kommen nach ihrem Glauben direkt von Gott.

Der Iran ist eine islamische Republik.

Der Iran ist eben kein wirklich moslemischer Staat, denn die Schiitten haben den Koran verändert. Aber sie nennen sich so.
Dies ist ein Auszug aus der Iranischen Scharia. Will jetzt gar nicht auf die Strafen hinaus, aber vielleicht fällt Dir da noch etwas zum Thema Gleichberechtigung auf:


Art. 74 - Der unerlaubte Geschlechtsverkehr wird durch vier rechtschaffene männliche Zeugen oder durch drei rechtschaffene männliche und zwei rechtschaffene weibliche Zeugen bewiesen, und zwar sowohl in dem Fall, in dem auf die Tat die hadd-Strafe der Auspeitschung, als auch in dem Fall, in dem auf die Tat die hadd-Strafe der Steinigung steht.

Hier wird ein Unterschied zwischen Mann und Frau deutlich sichtbar.

Doch steht im Koran auch geschrieben, dass Mann und Frau den gleichen Wert haben. Diese oben erwähnte Stelle wäre ein Widerspruch, doch gibt es den auch in christlichen Religionsbüchern.

Im Iran ist die Scharia mit weltlichen Gesetzen vermischt. Doch gibt es im Koran bei den Schiitten Abweichungen vom angeblich echten Koran. Nur die Sunniten richten sich nach den echten Korananweisungen.

Die Schiitten und Sunniten bekämpfen einander. Die Sunniten behaupten, dass die Schiitten einem falschen Glauben anhängen, also sind sie demnach wie die Christen und sonstige als Ungläubige zu bezeichnen. Doch Christen und Juden dürfen nach dem Koran, weil ihre Bücher dieselben Wurzeln haben, nicht misshandelt werden. Haben sie es trotzdem getan, dann verhält es sich ähnlich wie im Christentum mit den Kreuzzügen.


Nein, das ist nicht verboten und es ist auch nicht so, dass alle nicht teilnehmen. Ich hing viel mit Kurden und Arabern in Berlin rum und da war das sehr unterschiedlich.

Wahrscheinlich hast Du in diesem Zusammenhang eher Pseudomosleme kennen gelernt, die nicht wirklich nach dem Koran lebten. Christen halten es ähnlich mit dem Christentum. Kurden sind meistens nicht gläubig, auch Araber halten sich nicht nach dem Koran. Ihre Gesetze sind weltliche, die Anleihen beim Koran genommen haben.

Ich glaube inzwischen leider, dass aufgrund der enormen kulturellen Unterschiede eine friedliche Koexistenz, ein reines Nebeneinanderherleben, das höchste der Gefühle ist
.

Die gläubigen Mosleme (Schiitten kenne ich keine) leben bei uns zurückgezogen. Sie haben nur selten Österreicher als Freunde. Doch sie sind uns gut gesinnt, geht es ihnen doch gut bei uns. Die Scharia wird bei uns nicht gelebt und ich glaube, dass ihnen damit nichts abgeht.

Angst, glaube ich, müssen wir nicht haben, weil sie eine Minderheit sind.

Wachsamkeit ist immer angesagt.



Mit Bürokratie lässt sich das Problem nicht lösen imho.

Der Meinung bin ich ja auch. Aber dementsprechende Gesetze können auch nicht schaden.




Ja, ich verstehe das Dilemma.



Das ist richtig, aber es muss Kritik an bestimmten Dingen erlaubt sein und Kritik darf sich nicht an religiöser Empfindlichkeit stören!

Das sagen wir "Westler", aber Mosleme können Kritik an ihrer Religion nicht vertragen.

Wer richtet sich nach wem?

eva07
 
"Wenn Sie sich selbst einen Inder oder einen Moslem oder einen Christen oder einen Europäer, oder irgendetwas anderes nennen, dann sind Sie gewalttätig. Sehen Sie, warum es Gewalt ist? Weil Sie sich selbst trennen von dem Rest der Menschheit. Wenn Sie sich selbst trennen, durch Glauben, durch Nationalität, durch Tradition, verursacht das Gewalt. So wird ein Mensch, der danach sucht Gewalt zu verstehen, nicht einem Land angehören, nicht einer Religion, nicht einer politischen Partei oder einem Teil-System; er ist beschäftigt mit dem totalen Verstehen der Menschheit."
(Jiddu Krishnamurti)

http://volker-doormann.org/krtalk23.htm

http://volker-doormann.org/jkliebe.htm

Seit ich ihn das erste Mal, im September 1956 in Hamburg sah, ist er mir vertraut... Ich habe damals natürlich absolut Nichts von dem verstanden, was er sagte, ich war gerade 13 Jahre alt. Als ich aber einige Jahre später seine 'Gedanken zum Leben' las, fühlte ich erstmalig die große innere seelische Verwandtschaft. Nie zuvor hatte ich je dieses Gefühl der Verbundenheit zu einem Menschen. Außer vielleicht zu Sokrates. Später in den 60er Jahren , als er dann jedes Jahr in Saanen sprach, hatte ich nie das Bedürfnis ihn zu sehen, ich war nie dort. Es war alles gesagt...

love

T.
 
Doch Christen und Juden dürfen nach dem Koran, weil ihre Bücher dieselben Wurzeln haben, nicht misshandelt werden.
Es wäre freilich sehr viel sympathischer, wenn man stattdessen die Misshandlung aller Menschen ächten würde und als Begründung nicht irgendwelche Mächenbücher anführen würde, sondern das Menschsein.
 
Eigentor?

Was sind eigenständige Gedanken? :confused:

T.

dabei sprech ich von der gesamtheit, keinesfalls sollte sich irgendjemand hier angegriffen fühlen. und wenn du wirklich bestreiten willst, dass ignoranz SEHR weit verbreitet ist, dann belehre mich eines besseren. und zum thema todesstrafe: bin voll dafür. man nehme einfach mal die ganzen kinderschänder, die ja oooooh so psychisch gestört sind und in eine psychiatrische anstalt kommen weil irgendein dreckiger und hochbezahlter anwalt sie da rausboxt. jahre später leben sie in deinem dorf und schänden das nächste unschuldige mädchen. tolle sache! weg mit dem dreck. so mancher hat den tod verdient.
 
Wissen viele Muslime eigentlich wirklich, was im Koran steht?

Nein, sie wissen es nicht, selbst die gläubigen Muslime, die fünf mal am Tag beten und täglich in die Moschee gehen, wissen es nicht. Ich habe mich mehrere Monate lang im Umfeld mehrerer Moscheen aufgehalten und mich mit sehr vielen Moslems unterhalten, auch mit verschiedenen Imamen. Mir fiel auf, dass sie meist sehr ungebildet sind und sich weder mit der Biografie Mohammeds, noch mit der Geschichte des Islam oder dem Koran auskennen. Ihnen fehlt auch die Bildung, sich inhaltlich mit dem Islam auseinander zu setzen. Deshalb glauben sie alles, was die Imame ihnen erzählen.

Sie brauchen die Gemeinschaft der Moslems, weil sie ihnen Identität verleiht, denn sie fühlen sich nicht in die Gesellschaft integriert. Einmal traf ich sogar einen Moslem, der seit 30 Jahren in Deutschland lebt, der aber so gut wie kein deutsch sprach. Sie leben also zum Teil in einer Parralelgesellschaft und haben mitunter wenig Lust, sich in die Gesellschaft zu integrieren. In der Regel sind sie sehr fanatisch und reagieren auf Kritik am Islam sehr aggressiv. Dabei fürchtet man mitunter selbst um sein Leben, denn im Umfeld dieser Moslems sind sicherlich auch Menschen anzutreffen, die bereit sind, die westliche Gesellschaft, mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Was ich in diesen Monaten erlebt habe, hat mich zutiefst erschreckt und mich veranlasst, mich sehr gründlich mit dem Islam auseinander zu setzen. Dabei merkte ich, vor allem an der Biografie Mohammeds, dass diese extreme religiöse Haltung kein Zufall ist, sondern bereits seit der Gründung des Islams vorhanden ist. Der Islam repräsentiert also nicht einmal das Mittelalters, sondern versprüht eher den "Charm" des 7. Jahrhunderts und den Geist der arabischen Wüste. Sie sind schlicht in der Zeit stehen geblieben.
 

"Wenn Du nicht munter den Garten der Liebe führst,
nimm Dir einen Moment Zeit um zu sehen warum das so ist.
Warum liebst Du nicht? Warum wirst Du nicht geliebt?
Sei intelligent im Leben, sei mutig und löse Dich von Überfüllung,
das schützt dich vor dem Geschmack und dem süßen Geruch der Liebe.
Erlaube dem Zauber seine Magie zu betreiben und bringe deine Seele in den Garten.
Wenn Du meinst, daß Du nicht willentlich dort hin möchtest,
dann laß Dich wenigstens von deinem Herz und deiner Seele führen.
Warte nicht. Mach' es jetzt."
(Rumi)



love

T.


Die Mystiker waren nie repräsentativ für die praktizierte vulgär-Religion.
Sie lebten meist recht gefährlich. Schams-i Täbritz, der Rumi zum drehen brachte, wurde ermordet und in einen Brunnen geworfen, und zu Meister Eckart waren die Schergen Roms schon unterwegs.
So steht Rumi nicht für den Islam und Meister Eckart nicht für das Christentum, wenn sie sich auch der Sprache ihres Umfeldes Bedienten.
 
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wer díe antwort dazu nicht weiß, wird sie nie erfahren. :D

Ich denke, das ist mehr als eine Kapitulation.

Eigenständige Gedanken sind im Kern nie eigenständig, weil es ein Trugschluss ist, dass man eigene Gedanken erzeugen kann, sie sind vorhanden, als Worte, Begriffe, Vorurteile, Redewendungen, vorhandenen Bildern oder als Modifikation von Gesagtem, in der man Hä? statt Wie Bitte? sagt.

Das Eigenständige ist nicht in Worte zu fassen, weil Worte immer das Alte und das Unvollkommene sind; das Eigenständige ist immer nur dem Selbst eigen in seinem eigenen Bewusstsein, das dem Anderen immer verwehrt ist.

Deswegen ist es Heuchelei vom Anderen eigenständige Gedanken zu fordern und natürlich ebenso Heuchelei jemanden zu diskreditieren, der andere Gedanken zitiert, weil/wenn er nicht eigenständige Gedanken vorträgt.

Das Gemeinsame ist das Erbärmliche daran, den Anderen nur deswegen zu erniedrigen, um sich selbst damit zu erhöhen ohne dazu etwas zu tun oder zu verantworten.

Jesus stöhnte: "Oh Herr, es sind viele um die Brunnen herum, es ist aber niemand in dem Brunnen."

Er meinte damit jene, die zwar immer sauberes Wasser fordern, aber sich nie herablassen in den Brunnen, um ihn tiefer zu machen, damit das Wasser wieder geschöpft werden kann, nicht erkennend, dass das pauschale Anklagen als Tun den Brunnen nicht tiefer macht.

weg mit dem dreck. so mancher hat den tod verdient.

Sind das Deine eigenständigen Gedanken?

T.
 
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