Heimkehr ins Lichtreich der Unvergänglichkeit

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Das halte ich für ein Gerücht, das Ärger und Wut nirgends oder wenn überhaupt nur zur Krankheit führen. Weder pysiologisch noch psychisch ist das so, oft genug sogar genau im Gegenteil. Es heißt nach Brecht Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! Und wenn diesem Unrecht Ärger und Wut, Ablehnung und letztlich eben Kampf entgegengesetzt wird, ist das belebend, bestärkend und der Gesundheit förderlich. Oft genug, gerade in privaten Beziehungen oder in abartigen Diktaturen kann aber wegen Abhängigkeiten und der Drohung bei Leib und Leben kein, kaum Widerstand geleistet werden, schon gar nicht offen. Das führt zur Degeneration und Paralyse, zur Selbstentfremdung bishin zur Anpassung der eigenen Persönlichkeit an Tyrannei und Ausbeutung. In Dokumentationen über Nazis und werktätige Massenmörder, zeigt sich zum Schrecken aller, dass sie innerhalb dieses Systems in der Emotionslosigkeit paralysiert waren, was ihre eigene Rettung war, denn sonst hätten sie gar nicht ihren Morden und Foltergeschäften nachkommen können. Und in den Dokus mit ihren Gräueltaten konfrontiert bleiben sie weiter in der Emotionslosigkeit, weil sie die Schuld gar nicht konfrontieren können.

Es gibt ganze Therapieansätze in Psychologie und Psychiatrie, die über lange Zeit unterdrückte Menschen Emotionen wie Wut, Ärger, Trauer, Leidensfähigkeit, Widerstand, Kampfbereitschaft, Abgrenzung usw... wieder als natürliche Instrumente der Alltagsbewältigung und des gesunden Selbstwertgefühls oder Selbstbewusstseins mühsam beibringen müssen, weil diese Menschen an dem Mangel dieser Eigenschaften körperlich, geistig und seelisch erkrankten und überhaupt nicht verstehen, wie genau dieser ihr eigener Mangel mit zum System der ihrer eigenen (oder der ihrer Kinder) Unterdrückung führt und gehört.

Solche "esoterischen" Pauschalurteile folgen m. E. einem Bild der Harmonie, das mit wahrer Harmonie überhaupt nichts zu tun hat. Da ist die Vielschichtigkeit des Seins, aber auch die Wahrhaftigkeit einfach abgeschnitten und kann dann folglich der erfahrbaren Realtität überhaupt nicht standhalten.

Es dürfte nach dieser Rechnung ja nicht mal wirklich irgendwelche entwickelten Tyrannen, Despoten und Choleriker geben, denn die müssten bei ihrer Dauerwut einen so erhöhten Stresspegel entwickeln, dass sie vom Krebs oder sonst einer Krankheit zerfressen alle lieber früher als später tot umfallen. Leider (?... zb. Hitler und Konsorten) ist sehr oft das Gegenteil der Fall.




Nee, der Eindruck täuscht dich nicht. Aber das steht zu einem "das stört mich nicht" ja nicht im Widerspruch. Nur bin ich halt nicht meine Emotionen, viel mehr sind sie ein kurzweiliger Ausdruck einer Vielschichtigkeit im Zusammenspiel auf sehr vielen Ebenen.



Auch das halte ich so generalisiert für einen Trugschluss. Das Leiden ist ja schon vor dem Widerstand da. Wobei ja auch die Unterstellung, jedem Widerstand würde Leiden vorausgehen an sich falsch ist und den Widerstandleister in einer Ecke psychologisch diskreditieren oder "selbstschuldig" erklären will. Wieso eigentlich? Es gibt soviele deutlich erkennbare großartige Gründe für geleisteten Widerstand, z.B. soziale Verantwortung, Gerechtigkeitssinn, Wahrheitstreue, Nächstenliebe, Selbstbehauptung und auch Selbstliebe bzw. Selbstbewusstsein usw...

Einfach der Fakt, dass man sich mit dem Widerstand in mögliche Gefielde der Disharmonie begibt, kann doch kein Grund sein, die gegebene Disharmonie zu leugnen, damit kein Widerstand entstehen kann.

Keine Op könnte funktionieren, denn Arzt unD Patient müssten sich die ganze Zeit Fragen, wieso sie denn eigentlich Widerstand leisten gegen das Geschwür... es müsste aufgeschnitten werden, es entstehen Wunden, der Eiter stinkt bestialisch, der Patient bekommt mordgelüste gegen den Arzt und der Arzt Ekel vor seinem Patienten usw... nee, lieber Schwamm drüber und über das Wetter reden statt sich des Geschwürs anzunehmen.

So übrigens funktioniert die Konfliktbewältiung mütterlicherseits in meiner leiblichen Familie. Super, ich habe die liebste und wehrloseste und friedlichste Mutter der Welt (die ich wirklich lieb habe!, darum gehts nicht), aber eben auch total "ungesunde" Familienverhältnisse.





Ja, wie gesagt, das Alter macht gelassener. Und deine Gelassenheit wirkt auf mich auch authentisch. Wenn du keinen Widerstand leistest oder dich nicht in den Ring des Big-Ego-Contests stellst, ist das vermutlich und hoffentlich einer bewussten Entscheidung gedankt. Man kann seine Rolle aber genau so bewusst eben auch anders, gegenteilig spielen oder auslegen, genauso authentisch und herzensmotiviert. Dann ist man eben nicht damit identifiziert, sondern wirft nur eine Facette aus, die einem gerade sinnvoll erscheint oder selbst Sinn gibt. Ich denke, das ist vielleicht auch das große Zauberwort: Sinnhaftigkeit und Sinnstiftung und Sinnfindung. Diese ist eben vermutlich genauso vielschichtig wie der Liebe Gott oder das Sein selbst (?).

Persönlich befinde ich mich noch nicht in dieser Phase der stoischen Gelassenheit. Eher in einer ganz profanen "Ego-Phase" mit allen Tugenden und Untugenden die dazu gehören. Und im großen und Ganzen kann ich das sogar genießen. Und es ist herrlich befreiend, wie schnurzepiep dabei irgendwelche esoterischen, spirituellen, oder auch gesellschaftlichen Anforderungen sind und werden. Leben eben, in all seiner Vielfalt ohne Sendungsbewusstsein aber mit intaktem Gewissen und auf Augenhöhe.
@Neutrino,

dass, mit den Nazis und Massenmördern ist keine Emotionslosigkeit, sondern ein fehlendes Mitgefühl. Musst dir mal solche Menschen ansehen, die über Leichen gehen, solange es andere betrifft, aber wehe sie sind betroffen, dann werden sie zu alten Jammerlappen.
Kennst es vielleicht aus dem Umfeld, Menschen die dick austeilen können, können nicht einstecken.
Die muten dem Umfeld zwar alles zu, aber dass was sie anderen zumuten, sind sie nicht ansatzweise bereit, für sich zu akzeptieren.
Sie sind voller Emotionen, voller Störgefühle, aber nur reine Egoisten. Denen sind andere egal.
Kein Mitgefühl.
 
Man brauch selbst nicht so sein, wenn man genug Menschen kennt, die so sind.

Ich kenne solche Menschen nicht...

Mit dem zuhause sitzen und glücklich sein. Da hast du recht, erst wer mit sich selbst zufrieden und glücklich ist, nimmt die Welt an wie sie ist. Man braucht sich nicht mehr schönreden, denn man ruht in sich selbst.

Naja, das "in mir ruhen" hab ich noch nicht so drauf und ich nehm auch die Welt nicht immer so an, wie sie ist; ich geh schon auch in Widerstand, wenn mir was nicht passt... und ich schau auch nicht weg. Ich bemühe mich halt, bewusst zu sein und Dinge, die ich nicht ändern kann, nicht so nah an mich ranzulassen, dass sie mich belasten, es hat ohnehin Jeder sein Päckchen zu tragen... da spar ich mir so gut es geht, den Rucksack von Anderen...
 
Ich kenne solche Menschen nicht...



Naja, das "in mir ruhen" hab ich noch nicht so drauf und ich nehm auch die Welt nicht immer so an, wie sie ist; ich geh schon auch in Widerstand, wenn mir was nicht passt... und ich schau auch nicht weg. Ich bemühe mich halt, bewusst zu sein und Dinge, die ich nicht ändern kann, nicht so nah an mich ranzulassen, dass sie mich belasten, es hat ohnehin Jeder sein Päckchen zu tragen... da spar ich mir so gut es geht, den Rucksack von Anderen...

Dann hast du aber nicht viele Bekannte. Ich kenne davon dutzende.
Das einige was mich stört ist, wenn Menschen anfangen, mein Leben zu demontieren.
Wäre z.B. wenn jemand aus Hass auf dich, einer Freundin von dir Lügen erzählt.
Zu einen, wenn es gute Freunde sind, kenne sich dich, dann glauben sie es nicht, aber sie fügen nicht nur mir, sondern auch anderen Menschen Schaden zu. Dann werde ich ungemütlich.
Aber wenn die Menschen verbal angreifen, zu unrecht, haben diese meisten einen an der Mütze.
Verstehen dein Leben nicht, oder wollen dir ihr Leben aufnötigen.
Das Problem liegt dann aber nicht bei dir, sondern bei den Leuten.
Hatte mal eine Bekannte, die schimpfte, das ich kein Interesse an ihr hätte.
Sagte: "Wenn ich in einem Kartoffelsack rumlaufen würde, das wäre dir egal, und du würdest auch noch mit mir unterwegs gehen!" Stimmt, denn ich akzeptiere die Menschen wie sie sind.
Jeder soll so leben, wie er möchte.
 
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