Hilfe und Hilfe zur Selbsthilfe und auch Nachhaltigkeitshilfe haben mit `Erziehung` zur Selbständigkeit nichts zu tun. Willst du zusätzlich zum Helfen die Menschen auch noch `erziehen`, dann machst du sie erst recht unselbständig.
Nein, aus dem Dilemma kommt man garnicht heraus. Man weiss nie, was derjenige, dem geholfen wurde, nachher anstellt. Oder willst du ihn oder sie nachher umfassend kontrollieren?!
Wer Erfahrung mit Hilfsorganisationen hat, der weiss, dass die Bürokratie da beginnt, wo Nachhaltigkeit nachweislich erzielt werden muss(!!!) - und Unsummen verschlingt, etwa 40% der Hilfsgelder.
Da hatte ich es besser. Ungefragt stellte man mir nach dem grossen Erdbeben in Haiti eine grössere Summe zur Verfügung und man sagte mir, `Helfe unbürokratisch, aber sofort und zwar da, wo es am dringendsten ist. Leiste Soforthilfe vor Ort, baue eine Suppenküche auf und helfe an der Infrastruktur und bei Obdachlosen.
Da stand ich nun mit viel Geld und ohne ein Konzept, war 600km vom Zentrum des Erdbebens weg und musste sofort aktiv werden, hatte aber weder Hilfspersonal, noch ein Transportfahrzeug und auch keine Werkzeuge und Gerätschaften.
Aber jetzt griffen meine geistigen Helfer ein(!).
Ich hatte nur wenige Tage vorher eine Frau kennen gelernt, sie war Haitianerin, hatte eine grosse Familie im Slum La Saline am Hafen von Port au Prince, dem Epizentrum des Erdbebens, und war sofort bereit, das Nötige zu beschaffen.
Aber kein Autuverleih wollte mir eine Jeep ausleihen, die Strassen waren ihnen zu schlecht. Doch Andy, ein Freund, sagte einfach, `Hier, nimm meinen Chevrolet Tracker` und schon war auch dieses Problem gelöst.
Nur 2 Tage später war ich vor Ort mit den nötigen Hilfsmaterialien und hatte das erste Gespräch mit einer Ärztin für die Notversorgung auf der Plaza Santa Ana, einer Koch- und Küchenmannschaft für die Suppenküche, einem Elektriker für Notstrom und die Überdachung einiger Strassen und Plätze, weil die Menschen im Freien schlafen mussten und mit einem Pastor, der bereits einige obdachlose Waisenkinder bei sich im Steingarten aufgesammelt hatte.
Und damit nahm das grösste Abenteuer meines Lebens seinen ungeahnten Verlauf. Alles weitere kann man im Internet nachlesen.
Anhang anzeigen 86716
Was ich damit sagen wollte, das ist, wer helfen will, der tue es einfach und frage nicht lange, sondern habe Vertrauen. Die Verantwortung, was mit der Hilfe geschieht, liegt immer beim Beschenkten.
Alles Liebe ELi