Geistige Dimensionen - Sophia

das siehst Du nicht richtig. Im AJ ist die Ennoia (Ennoia, Pronoia und Epinoia; kein y) der erste Gedanke der Einheit bzw. des Vaters. Sie wird auch Pronoia (vollkommene Vorsehung) genannt. Sophia gehört zum allerletzten Äonen-Paar (Syzygie) und hat überhaupt nichts mit der Ennoia zu tun. Nach der Schöpfung Adams und Eva wird die Epinoia tätig, um den Menschen zum Erwachen zu bringen. Beim zweiten Erleuchter ist die Pronoia (nicht die Epinoia). Mir kommt vor, Du willst unbedingt die Sophia als eine ganz große Wesenheit hervorheben, auf der selben Ebene wie Christus. Das ist mit Verlaub eine häufige irreführende Vorstellung bestimmter so genannter esoterischen Kreisen, die mit echter Esoterik gar nichts zu tun haben, eher mit New Age. Sophias Platz liegt nicht einmal im Pleroma, wo die wirklich wichtigen Äonen sind. Nachdem Jesus sie gerettet hat, wurde sie von ihm in den 13. Himmel gebracht, gerade noch außerhalb des Chaos, aber noch ausserhalb des Pleromas.
Aber bitte, wenn es Dir gut tun, daran zu glauben, mach ruhig weiter. Wir sollten jetzt keine grosse Diskussion darüber vom Zaun brechen. Denn wer war von uns schon im Pleroma? Ich zumindest nicht, Du vielleicht?
Hallo Plissken,
ich habe dich in meinem Beitrag 329 auf den Widerspruch hingewiesen, der bezüglich Paargenossenschaft von Sophia zwischen der Pistis Sophia und dem Apokryphon des Johannes besteht. Ich habe aufgrund des AJ beschrieben, wie diese Paargenossenschaft zustande kam.

Allerdings ist es fraglich, woher der Widerspruch zwischen PS und AJ kommt. Ich gehe davon aus, dass die authentischen Aussagen von Johannes, dem Evangelisten, der dabei war und sich selbst in der AJ bezeugt, äusserst glaubhaft sind. Die Pistis Sophia hingegen wurde mutmasslich im 2.-3. Jhrh. vom gnostischen Glaubenslehrer Valentinus geschrieben. In der Zwischenzeit können sich durch mehrfaches Weiterberichten Irrtümer eingeschlichen haben.

Ich gehe daher davon aus, dass die im AJ beschriebene Paargenossenschaft von Sophia mit Christus authentisch ist
.

Was bedeutet das?
Christus. der Logos und Sophia, die Weisheit unterstehen dem Willen Gottes in der göttlichen Triade zu Recht. Denn Sophia ist m.E. identisch mit dem Geist Gottes neben der Sohnschaft von Christus unter dem Willen Gottes in Vater - Sohn - Hl.Geist.

In der Kabbala besteht daher auch die oberste Triade von Kether, Vernunft und Weisheit zu Recht mit der 1., 2. und 3.Emanation.
Dass in der Kabbala die Plätze 2 und 3 mit der Verkehrung der weiblichen und männlichen Seite vertauscht sind, das ist eine andere Frage.

ELi
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Hallo Plissken,
ich habe dich in meinem Beitrag 329 auf den Widerspruch hingewiesen, der bezüglich Paargenossenschaft von Sophia zwischen der Pistis Sophia und dem Apokryphon des Johannes besteht. Ich habe aufgrund des AJ beschrieben, wie diese Paargenossenschaft zustande kam.

Allerdings ist es fraglich, woher der Widerspruch zwischen PS und AJ kommt. Ich gehe davon aus, dass die authentischen Aussagen von Johannes, dem Evangelisten, der dabei war und sich selbst in der AJ bezeugt, äusserst glaubhaft sind. Die Pistis Sophia hingegen wurde mutmasslich im 2.-3. Jhrh. vom gnostischen Glaubenslehrer Valentinus geschrieben. In der Zwischenzeit können sich durch mehrfaches Weiterberichten Irrtümer eingeschlichen haben.

Ich gehe daher davon aus, dass die im AJ beschriebene Paargenossenschaft von Sophia mit Christus authentisch ist
.

Was bedeutet das?
Christus. der Logos und Sophia, die Weisheit unterstehen dem Willen Gottes in der göttlichen Triade zu Recht. Denn Sophia ist m.E. identisch mit dem Geist Gottes neben der Sohnschaft von Christus unter dem Willen Gottes in Vater - Sohn - Hl.Geist.

In der Kabbala besteht daher auch die oberste Triade von Kether, Vernunft und Weisheit zu Recht mit der 1., 2. und 3.Emanation.
Dass in der Kabbala die Plätze 2 und 3 mit der Verkehrung der weiblichen und männlichen Seite vertauscht sind, das ist eine andere Frage.

ELi
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ELi, Du bringst mich ins Schwitzen. Und heute ist Freitag … Aber gut, kauen wir es noch einmal durch.

Urheberschaft der Pistis Sophia

Dass die Pistis Sophia von Valentinus geschrieben wurde, ist nicht bewiesen. Der Text besteht aus vier verschiedenen Teilen, die wiederum zu verschiedenen Zeitpunkten geschrieben wurden.
Erstes Buch (Kap. 1-62); zweites Buch (Kap. 63-101); drittes Buch (Kap. 102-135; viertes Buch (Kap. 136-148). Die eigentliche Geschichte Sophias endet mit dem Kapitel 82. Der Autor der ersten drei Bücher hat ganz sicher einen viel älteren Stoff bearbeitet. Das vierte Buch ist überhaupt ganz was anderes. Alles in allem ist die Pistis Sophia eine Zusammenstellung von zwei oder drei gnostischen Texten, von denen man heute wenig bis gar nichts weiß.

Anzahl der Äonen
In Pistis Sophia ist von 24 Äonen die Rede. Im AJ von 12 Äonen, die aber als Paaren (Syzygien) bestehen, d.s. 12 x 2 = 24. Es besteht also kein Widerspruch.

Sophias Paargenosse
Aus Pistis Sophia, Kap. 29: (Jesus spricht) “It came to pass then, when she persisted in singing praises to the higher light, that all the rulers who are with the two great triple-powers, and her invisible who is paired with her, and the other two-and-twenty invisible emanations gazed [at the light ],—in as much as Pistis Sophia and her pair, they and the other two-and-twenty emanations make up four-and-twenty emanations“ Ganz klar ist Jesus nicht der Paargenosse Sophia, weil er (siehe oben) eben diesen Paargenossen sieht (!).

Epinoia
Die Äonen im 2. Erleuchter/Licht (Oroiael) sind: Nachsehung, Wahrnehmung, Erinnerung. Sophia (Weisheit) befindet sich im 4. Erleuchter/Licht (Eleleth) zusammen mit Friede und Vollkommenheit. Von Epinoia hier keine Spur. Die Epinoia ist die Nachsehung, die Erkenntnis von Gut und Böse. Sie verbarg sich in Adam, da der erste Herrscher sie aus der Rippe Adams herausreißen wollte. Da sie aber unfassbar ist, konnte er sie nicht erreichen. Daraus ist die Legende entstanden, dass Eva aus der Rippe Adams erschaffen wurde. Die Epinoia arbeitet im Menschen weiter, um ihm zu helfen, aber das ist eine andere Geschichte.

Urheberschaft des Apokryphons des Johannes (AJ)
Das AJ besteht aus zwei verschiedenen Büchern von zwei verschiedenen Autoren. Es handelt sich um einen pseudepigraphischen Text, das heißt, es ist eine Schrift mit falscher Verfasserangabe.

Christus und Sophia
Aus den Interaktionen zwischen dem Vater und der Barbelo entsteht der Selbsterzeugte (Autogenes), der Erstgeborene Sohn des Vaters und des Metropators. Er erhält die Salbung bzw. die Güte des unsichtbaren Geistes. Darum ist er der Gesalbte/Gute/Christus.
Sophia wurde als letzter Äon zusammen mit ihrem Paargenossen hervorgebracht. Hat zum Christus keine Paarungsbeziehung.
Das ist auch logisch, denn: Das ursprüngliche Eine ist das vollkommene Gute. Die Emanationen enthalten immer weniger von dieser Güte, da sie sich je nach hierarchischen Stufe immer weiter fern von der Lichtquelle befinden. Es ist sozusagen ein Verarmungsvorgang, der seinen Abschluss dort findet, wo der Abstand zum schlechthin Guten der größtmögliche ist. Dort ist das Übel zu verorten. Je näher etwas dem Einen ist, desto „besser“ ist es, das heißt dem schlechthin Guten ähnlicher. Da der „Fall“ von Sophia verursacht wurde, ist das auch ein Hinweis, dass sie in der Äonenskala unter „ferner liefen“ zu finden war.

Von der Kabbala weiß ich nicht viel. Aber in der Gnosis funktionieren die Dinge anders.
 
In den gnostischen Schriften der Bibliothek von Nag Hammadi begegnet die Sophia als die weibliche Zwillingsseele (Syzygie) des Ersten Menschen. Im »Traktat über die Sophia« heißt es: »Ich wünsche, dass du verstehst, dass der Erste Mensch als ›Erzeuger, als Geist der in sich vollkommen ist‹ bezeichnet wird … Sein männlicher Name lautet ›Erster Erzeuger, Sohn Gottes‹, sein weiblicher Name ›Erste Erzeugerin Sophia, Mutter des Kosmos‹. Manche nennen sie Liebe. Nun, das erste Erzeugte wird Christus genannt.«


Johann Gottfried Arnold schrieb ein dickes Buch über das »Geheimnis der Göttlichen Sophia«, in dem er den Nachweis führte, dass die Lehren Böhmes schon im frühen Christentum vorhanden waren. Sophia ist für Arnold ein ewiges Wesen, das vor aller Schöpfung existiert, das zusammen mit der göttlichen Trinität und für immer in Ewigkeit besteht. Sie steht über allen Engeln. Sie wurzelt allein in Gott und offenbart sich durch ihr Wesen. Sie ist keine (vierte) Person neben oder in der Trinität, der Geist der Sophia und der Geist Jesu sind nicht voneinander unterschieden. Die ewige Sophia drängt den Menschen durch die Wiedergeburt, zur Integrität des Paradieseszustandes zurückzukehren, zu dem sie ihn hingeleitet.

Der Engel der Erde ist nach Versluis Sophia, die Weltseele, durch sie begreift die menschliche Seele ihre eigene spirituelle Bedeutung, die ihr durch das Bild der Sophia offenbart wird, deren Abbild sie letztlich ist. Die Seele erlebt ihr innerstes Zentrum als etwas, das ihr von außen entgegentritt. Sophia ist das reine Element, in dem sich die Offenbarung des Logos oder der geistigen Sonne abspielt, sie ist auch die Gegenwart Gottes im Kosmos. Daher bezeichnete sie Böhme als ein Prisma, durch das das reine Licht der Gottheit ins Sein aufgespalten wird und meinte, dass man sich der Trinität durch Sophia nähern müsse.


Im Sephirotbaum der Kabbala ist die erste Manifestation des En Soph (Kether) geschlechtslos oder übergeschlechtlich und erst die zweite (Binah) und die dritte (Chokmah), die einander gleichgeordnet sind und zusammen mit der ersten die trinitarische Manifestation des En Soph bilden, repräsentieren das männliche und das weibliche Element. Man muss dann nicht das Weibliche als Weltseele oder Weisheit Gottes von der Trinität loslösen, was zur widersinnigen Idee einer weisheitslosen Gottheit führen würde. Gott ist Vater und Mutter zugleich, aus ihm gehen Sohn und Tochter hervor: die Trinität vereint die unentfaltete Androgynität und die entfaltete Zweigeschlechtlichkeit auf archetypische Weise in sich. Der Sohn wiederum versöhnt das männliche und das weibliche Element in sich und ist das Urbild des wieder vereinigten Menschen, der seit dem Fall die beiden Naturen nicht mehr zur Einheit zu bringen vermochte, es sei denn punktuell durch die Zeugung. Tochter und Sohn, Logos und Sophia, Christus und der Heilige Geist (die Jungfrau-Mutter) sind die beiden Hypostasen des Muttervaters, der seine ureine, übergeschlechtliche Einheit in der Emanation seiner beiden Kinder aus sich heraussetzt.

https://anthroblog.anthroweb.info/2011/die-himmlische-sophia-theosophie-x/
 
Ich erkannte in der Pistis Sophia eigentlich nur einen einfachen, hasserfüllten Menschen der um Hilfe gebeten hat.
 
Sophias Paargenosse
Aus Pistis Sophia, Kap. 29: (Jesus spricht) “It came to pass then, when she persisted in singing praises to the higher light, that all the rulers who are with the two great triple-powers, and her invisible who is paired with her, and the other two-and-twenty invisible emanations gazed [at the light ],—in as much as Pistis Sophia and her pair, they and the other two-and-twenty emanations make up four-and-twenty emanations“ Ganz klar ist Jesus nicht der Paargenosse Sophia, weil er (siehe oben) eben diesen Paargenossen sieht (!).
@Plissken
Ich habe dich darauf aufmerksam gemacht, dass dies ein Widerspruch zum Apokryphon des Johannes ist und dir in meinem Beitrag 331 gesagt, was ich davon halte. Jeder kann ja glauben, was für ihn stimmig ist. Ich lasse dir jedenfalls gerne deine Meinung.
Alles andere, was du im Beitrag 332 geschrieben hast, ist nicht Gegenstand dieser Diskussion.

ELi
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@Plissken
Ich habe dich darauf aufmerksam gemacht, dass dies ein Widerspruch zum Apokryphon des Johannes ist und dir in meinem Beitrag 331 gesagt, was ich davon halte. Jeder kann ja glauben, was für ihn stimmig ist. Ich lasse dir jedenfalls gerne deine Meinung.
Alles andere, was du im Beitrag 332 geschrieben hast, ist nicht Gegenstand dieser Diskussion.

ELi
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ELi, ich habe Dir Punkt für Punkt eine Antwort auf Deine Thesen gegeben und sagst trotzdem, dass das, was ich geschrieben habe, nicht Gegenstand dieser Diskussion ist? Ist das Deine Methode, abzuweichen, um nicht zuzugeben, dass Du falsch liegst? Ich hätte mehr erwartet von Dir, ehrlich.
Und gerade die Pistis-Sophia-Textpassage beweißt die Darstellung von Sophia im Apokryphon des Johannes. Nur, Du willst es nicht begreifen, weil Du an dieser romantischen Vorstellung einer Triade hängst. Wie blind kann man sein?!
Lassen wir das. Ich will nicht mehr mit Dir über kommunizieren.
 
@ELi7 du bist schwierig, du hast dich in der Vorstellung verrannt das du alles mit von Anderen geschriebenen Worten
verstehen kannst. Der Hauptanteil dessen was Jesus beschrieb war die Umnebelung des gemeinen Volkes mit Bändern und Mysterien. Diese einfachen von mir genannten Beispiele lassen jeden wirklich Praktizierenden Esoteriker aufjaulen wie ein Motorrad. Was? Das hat Jesus vor über 2000 Jahren gesagt?
 
Anscheinend werden hier romantische literarische Ergüsse und schlechte Nachahmungen des Hohenlieds mit echter religionswissenschaftlichen und esoterischen Forschung verwechselt, vor allem von treuen Sophienkult-Anhängern, die von einer erotisch-sinnlichen Begegnung mit der "Göttin" Sophia träumen, wie Gottfried Arnold einmal schrieb: „ ich will mich übergeben / Zu deinem kuss der ganz jungfräulich ist und rein, / Edler bräutigam wie ist mir / doch so wol in deiner ehe! / Küsse mich doch für und für / Dass der ehe frucht auffgehe: / Wenn sich stärck und sänfftigkeit / Menget nach besiegtem streit“.
Es lebe die Poesie!
 
Anscheinend werden hier romantische literarische Ergüsse und schlechte Nachahmungen des Hohenlieds mit echter religionswissenschaftlichen und esoterischen Forschung verwechselt, vor allem von treuen Sophienkult-Anhängern, die von einer erotisch-sinnlichen Begegnung mit der "Göttin" Sophia träumen, wie Gottfried Arnold einmal schrieb: „ ich will mich übergeben / Zu deinem kuss der ganz jungfräulich ist und rein, / Edler bräutigam wie ist mir / doch so wol in deiner ehe! / Küsse mich doch für und für / Dass der ehe frucht auffgehe: / Wenn sich stärck und sänfftigkeit / Menget nach besiegtem streit“.
Es lebe die Poesie!

Mit Poesie hat es nicht beim Originalwerk, es ist ein Handwerkzeug.
 
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