Geistige Dimensionen - Sophia

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Sorry Eli, es sind einige Ungenauigkeiten in dem von Dir erwähnten Auszug aus dem Apokryphon des Johannes (AJ), wie z.B.:
1) "ungeoffenbarten Mutter/Vater-Gottheit" - Diese Diktion ist dem AJ fremd. Der Eine (Gottheit) bringt Barbelo hervor. Man könnte annehmen, das der Eine männlich und Barbelo weiblich ist und beide daher eine Vater-Mutter-Einheit sind, aber Barbelo wird anderswo als männlich beschrieben. Es ist überhaupt problematisch, unsere Vorstellung von Vater und Mutter auf die Gottheit zu projizieren (Anthropomorphismus)
2) Sophia, die Weisheit, ist nicht die Paargenossin des Logos und daher nicht die Paargenossin des Christus. Ihr Paargenosse heißt Theletos, siehe dazu das Diagramm.
3) Jaldabaoth ist im AJ kein "Sohn", sondern eine Mißgeburt (etwas "wässriges"). Deswegen wollte Sophia ihn schnell loswerden, indem sie ihn in eine Wolke versteckte.
@Plissken
Bei solchen Übersetzungen sind Ungenauigkeiten nicht auszuschliessen.
Zu 1. Der ungeoffenbarte Geist wird im AJ sowohl als Vater, wie auch als Mutter/Vater-Geist bezeichnet. Wenn für dich nur die Bezeichnung `Vater` richtig ist, so ist das deine Auffassung. Ich halte die Bezeichnung Gottes als Mutter/Vater-Gottheit im Zusammenhang mit dem AJ für richtig.

Zu 2. Die Bezeichnung, Sophia sei die `Paargenossin` von Christus, dem Logos, ist aus dem AJ entnommen. Wenn du dies nicht entnehmen kannst, so haben wir hier eine unterschiedliche Auffassung. Ich kann es dabei belassen.
Dass aus anderen Texten, wie du schreibst, ein `Theletos` der Paargenosse von Sophia genannt wird, das mag ja sein, dazu kann ich nichts beitragen.

Zu 3. Jaldabaoth ist der Sohn von Sophia, ist ebenfalls dem AJ entnommen. Wenn du etwas anderes aus dem AJ entnehmen willst, so kann ich auch dies bei dir belassen.

Ich gebe zumeist, so auch in meinem Beitrag 317, die Quelle meiner Auffassung an, sodass jeder selbst nachlesen kann. Wer aufgrund von Ungenauigkeiten in Texten, eine andere Auffassung wie ich vertreten will, der mag dies tun. Jeder hat das, was er schreibt, selbst zu verantworten.

ELi
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@Plissken
Bei solchen Übersetzungen sind Ungenauigkeiten nicht auszuschliessen.
Zu 1. Der ungeoffenbarte Geist wird im AJ sowohl als Vater, wie auch als Mutter/Vater-Geist bezeichnet. Wenn für dich nur die Bezeichnung `Vater` richtig ist, so ist das deine Auffassung. Ich halte die Bezeichnung Gottes als Mutter/Vater-Gottheit im Zusammenhang mit dem AJ für richtig.

Zu 2. Die Bezeichnung, Sophia sei die `Paargenossin` von Christus, dem Logos, ist aus dem AJ entnommen. Wenn du dies nicht entnehmen kannst, so haben wir hier eine unterschiedliche Auffassung. Ich kann es dabei belassen.
Dass aus anderen Texten, wie du schreibst, ein `Theletos` der Paargenosse von Sophia genannt wird, das mag ja sein, dazu kann ich nichts beitragen.

Zu 3. Jaldabaoth ist der Sohn von Sophia, ist ebenfalls dem AJ entnommen. Wenn du etwas anderes aus dem AJ entnehmen willst, so kann ich auch dies bei dir belassen.

Ich gebe zumeist, so auch in meinem Beitrag 317, die Quelle meiner Auffassung an, sodass jeder selbst nachlesen kann. Wer aufgrund von Ungenauigkeiten in Texten, eine andere Auffassung wie ich vertreten will, der mag dies tun. Jeder hat das, was er schreibt, selbst zu verantworten.

ELi
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Hallo ELi, ich weiß nicht, was Du da für eine Übersetzung verwendest (welche denn?). Meine Übersetzung ist die beste im gesamten deutschsprachigen Raum, nämlich:
NAG HAMMADI DEUTSCH (NHD), eingeleitet und übersetzt von Mitgliedern des Berliner Arbeitskreises für Koptisch-Gnostische Schriften. Herausgeber: Hans-Martin Schenke, Hans-Gebhard Bethge und Ursula Ulrike Kaiser. Herausgegeben durch die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften im Einvernehmen mit der Patristischen Kommission der Akademien der Wissenschaften in Berlin, Düsseldorf, Göttingen, Heidelberg, Leipzig, München und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Gutachter: Carsten Colpe und Christoph Markschies.
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3) Aus dem Apokryphon Johannes, Kap. 3.2. Die Geburt Jaldabaoths:
Es war der Erscheinung der Mutter unähnlich, da es eine andere Gestalt hat. Als sie ihren Wunsch (verwirklicht) sah, nahm es eine veränderte Prägung an, (die) einer löwengesichligen Schlange. Seine Augen waren wie blitzende, leuchtende Feuer". Es sieht nicht wie ein Sohn aus, was sagst Du?

Aus „Vom Ursprung der Welt" (NHC 11,5):
Damals trat (also) der Ursprung des Neides in allen Äonen und ihren Welten in Erscheinung. Jener Neid aber wurde als Fehlgeburt erfunden, in der kein Geist war. Er entstand wie ein Schatten in einer großen wäßrigen Substanz. Dann warf man den Zorn, der aus dem Schatten entstanden war, in einen Teil des Chaos. Damals trat <eine> wäßrige Substanz in Erscheinung, das heißt, das, was in ihm (sc. dem Schatten) eingeschlossen war, floß heraus, so daß es offenbar war im Chaos. Wie bei einer, die in (zu) kurzer (Zeit) gebiert, all ihr Unnützes (heraus)fällt, so ist die (wäßrige) Materie, die aus dem Schatten entstanden war, zur Seite geworfen worden. Und die (wäßrige) Materie durchbrach die Grenzen des Chaos nicht, sondern blieb im Chaos, und zwar in einem Teil von ihm. Als das aber geschehen war, da kam die Pistis und erschien über der Materie des Chaos, die weggeworfen war wie eine Fehlgeburt, denn in ihr (sc. der Fehlgeburt) war kein Geist. Jenes (Chaos) insgesamt ist nämlich grenzenlose Finsternis und ein grundloses Wasser"
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Plissken,
das klingt ja sehr interessant. Kannst du bitte einen Link einfügen, dass sich jeder, so auch ich, selbst einlesen kann.
Besten Dank
ELi
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Hallo Plissken,
das klingt ja sehr interessant. Kannst du bitte einen Link einfügen, dass sich jeder, so auch ich, selbst einlesen kann.
Besten Dank
ELi
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Hallo ELi, ich gebe Dir den entscheidenden Beweis, dass Christus nicht der Paargenosse von Sophia ist: in der Schrift "Pistis Sophia" steht, dass Jesus in vollem Glanz Sophia unterhalb des 13. Äons besucht. Dort sieht er Sophia, deren Paargenossen und die anderen 22 Emanationen, die nach unten schauen. Alle zusammen bilden die 24 Emanationen, die vom grossen und unsichtbaren Urvater und den zwei grossen dreifachmännlichen Äonen hervorgebracht wurden. Das heißt: Christus und Sophias Paargenosse sind nicht dasselbe.

Die Zitate aus den Nag-Hammadi-Schriften habe ich aus diesem Buch.
 
ich gebe Dir den entscheidenden Beweis, dass Christus nicht der Paargenosse von Sophia ist: in der Schrift "Pistis Sophia" steht, dass Jesus in vollem Glanz Sophia unterhalb des 13. Äons besucht. Dort sieht er Sophia, deren Paargenossen und die anderen 22 Emanationen, die nach unten schauen. Alle zusammen bilden die 24 Emanationen, die vom grossen und unsichtbaren Urvater und den zwei grossen dreifachmännlichen Äonen hervorgebracht wurden. Das heißt: Christus und Sophias Paargenosse sind nicht dasselbe.
. . . um das nachvollziehen zu können, suche ich dann mal die ganze Pistis Sophia durch.

Die Zitate aus den Nag-Hammadi-Schriften habe ich aus diesem Buch.
Danke für den Buchhinweis.
Hier, wo es keine Büchereien gibt, bin ich auf digitale Medien angewiesen
ELi
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. . . um das nachvollziehen zu können, suche ich dann mal die ganze Pistis Sophia durch.
brauchst Du nicht lange suchen. Schau im Kapitel 29 nach.
Danke für den Buchhinweis.
Hier, wo es keine Büchereien gibt, bin ich auf digitale Medien angewiesen
Bitte gerne. Ich lese auch oft digitale Medien, aber Bücher finde ich "erotischer" :sneaky:
Das Problem ist, wirklich wertvolle Bücher sind sehr teuer, da sie viel Forschungsarbeit in Anspruch nehmen und eine relativ kleine Zielgruppe haben. Nicht selten kostet ein Stück 100 oder 150 Euro.
 
Hallo ELi, ich gebe Dir den entscheidenden Beweis, dass Christus nicht der Paargenosse von Sophia ist: in der Schrift "Pistis Sophia" steht, dass Jesus in vollem Glanz Sophia unterhalb des 13. Äons besucht. Dort sieht er Sophia, deren Paargenossen und die anderen 22 Emanationen, die nach unten schauen. Alle zusammen bilden die 24 Emanationen, die vom grossen und unsichtbaren Urvater und den zwei grossen dreifachmännlichen Äonen hervorgebracht wurden. Das heißt: Christus und Sophias Paargenosse sind nicht dasselbe.
Hallo Plissken,
ja, wenn man den von dir angeführten Text der vom gnostischen Lehrer Valentinus ausgeführten Pistis Sophia liest, kommt man zu deiner Schlussfolgerung.

Allerdings wurden vom grossen und unsichtbaren Urvater, den ich den ungeoffenbarten Gott nenne, nicht 24 Emanationen hervorgebracht, sondern 12 Äonen (siehe im AJ, Apokryphon des Johannes unter Kap. `Über die Hervorbringung des einzigen Kindes und den Aufbau des Alls`. Die Verdoppelung wurde später von Jaldabaoth eingeführt, um die Menschen irrezuführen und sich selbst zum Schöpfer zu machen.

Sophia ist im AJ die Epinoya, eines der 12 Äonen, die Christus unterstehen, genauer die mittlere Emanation der 2.Erleuchter-Kraft mit der Bezeichnung Epinoya (Erkenntnis). Und die Erkenntnis wurde auf eine Bitte der Barbelo, d.i. die allererste Emanation Gottes (Abbild des Urlichtes) als Epinoya offenbart (siehe unter `Die Hervorbringung der Äonen-Fünfheit`)

Anders ausgedrückt: Aus Gottes Denken (Ennoya) trat als erste Emanation die Kraft (Pronoya) in Erscheinung, das Abbild des Urlichtes, die Barbelo, der Mutterschoss des Alls, aus dem Christus, der Sohn Gottes hervorging. Die zweite Emanation Gottes trat auf Bitte der Barbelo als Erkenntnis (Epinoya) in Erscheinung, die Sophia ist.

Aus diesen beiden ersten Emanationen Gottes sind Christus und Sophia als Paargenossen hervorgegangen.
ELi
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Hallo Plissken,
ja, wenn man den von dir angeführten Text der vom gnostischen Lehrer Valentinus ausgeführten Pistis Sophia liest, kommt man zu deiner Schlussfolgerung.

Allerdings wurden vom grossen und unsichtbaren Urvater, den ich den ungeoffenbarten Gott nenne, nicht 24 Emanationen hervorgebracht, sondern 12 Äonen (siehe im AJ, Apokryphon des Johannes unter Kap. `Über die Hervorbringung des einzigen Kindes und den Aufbau des Alls`. Die Verdoppelung wurde später von Jaldabaoth eingeführt, um die Menschen irrezuführen und sich selbst zum Schöpfer zu machen.

Sophia ist im AJ die Epinoya, eines der 12 Äonen, die Christus unterstehen, genauer die mittlere Emanation der 2.Erleuchter-Kraft mit der Bezeichnung Epinoya (Erkenntnis). Und die Erkenntnis wurde auf eine Bitte der Barbelo, d.i. die allererste Emanation Gottes (Abbild des Urlichtes) als Epinoya offenbart (siehe unter `Die Hervorbringung der Äonen-Fünfheit`)

Anders ausgedrückt: Aus Gottes Denken (Ennoya) trat als erste Emanation die Kraft (Pronoya) in Erscheinung, das Abbild des Urlichtes, die Barbelo, der Mutterschoss des Alls, aus dem Christus, der Sohn Gottes hervorging. Die zweite Emanation Gottes trat auf Bitte der Barbelo als Erkenntnis (Epinoya) in Erscheinung, die Sophia ist.

Aus diesen beiden ersten Emanationen Gottes sind Christus und Sophia als Paargenossen hervorgegangen.
ELi
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Hallo ELi,
das siehst Du nicht richtig. Im AJ ist die Ennoia (Ennoia, Pronoia und Epinoia; kein y) der erste Gedanke der Einheit bzw. des Vaters. Sie wird auch Pronoia (vollkommene Vorsehung) genannt. Sophia gehört zum allerletzten Äonen-Paar (Syzygie) und hat überhaupt nichts mit der Ennoia zu tun. Nach der Schöpfung Adams und Eva wird die Epinoia tätig, um den Menschen zum Erwachen zu bringen. Beim zweiten Erleuchter ist die Pronoia (nicht die Epinoia). Mir kommt vor, Du willst unbedingt die Sophia als eine ganz große Wesenheit hervorheben, auf der selben Ebene wie Christus. Das ist mit Verlaub eine häufige irreführende Vorstellung bestimmter so genannter esoterischen Kreisen, die mit echter Esoterik gar nichts zu tun haben, eher mit New Age. Sophias Platz liegt nicht einmal im Pleroma, wo die wirklich wichtigen Äonen sind. Nachdem Jesus sie gerettet hat, wurde sie von ihm in den 13. Himmel gebracht, gerade noch außerhalb des Chaos, aber noch ausserhalb des Pleromas.
Aber bitte, wenn es Dir gut tun, daran zu glauben, mach ruhig weiter. Wir sollten jetzt keine grosse Diskussion darüber vom Zaun brechen. Denn wer war von uns schon im Pleroma? Ich zumindest nicht, Du vielleicht? ;)
 
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