Freundschaft+

  • Ersteller Ersteller Moondance
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Und die eigene Wahrnehmung beginnt Streiche zu spielen und Abwertungen in Fakten sieht, z.B. das jeder zweite Partner in so einer Zweierkiste fremdgeht, weil da offensichtlich in diesen Beziehungen wem was fehlt, das der Partner demjenigen nicht geben kann. Da kann ich nichts für, dass es so ist.
Ich würde das gerne verstehen.
Auf der einen Seite meinst Du nichts zu BRAUCHEN, aber auf der anderen Seite kann jedoch etwas fehlen?
Wie meinst Du das?
 
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Ich mißtraue aber generell allen, die so tun, als würden sie wissen wie der Hase läuft, hätten sie für sich schon herausgefunden, wie die Liebe sein soll und würde das bei ihnen immer zu 100% genau nach Plan funktionieren. So ist es im wahren Leben eigentlich nie, ich bemerke immer wieder, wie oft ich zwar das Ideal in mir trage und mich daran orientiere, aber dann wieder wegbewege, ich registriere ganz klar diese Wellenbewegungen im Gefühl selbst, mal hoch, dann wieder Ebbe, bevor wieder überraschend und mit voller Wucht alles ganz klar zu sein scheint und dann wieder...von vorne. ;)
Jede Krise ist eine Neuorientierung und die offene Frage: wollen wir das noch?
Und dann kennt man sich wieder bei sich selbst, im eigenen Herzen überhaupt nicht aus.
Vielleicht entscheiden sich auch deshalb viele für Monogamie, irgendwie ist das eine klare Linie und der Versuch noch mehr Chaos zu vermeiden, als es ohnehin schon im Zusammensein entsteht.

Eben, was ich auch beschrieb, Beziehung bleibt Beziehung, egal in welcher Art sie gelebt wird. Das, was bekannt ist, egal wie gut oder schlecht es sich auch in der Praxis bewährt, wird bevorzugt. Ich glaube, das ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, dort zu bleiben, was man kennt, besonders, wenn das Umfeld etwas als normal und richtig verkauft.

Eine Frage wäre, worin genau dieses Chaos besteht, wo es herkommt, wenn es befürchtet wird? Und was genau befürchtet wird? Da rüttelt teils extrem am Selbstverständnis und wie die Welt betrachtet wird, wenn plötzlich Angste offen zutage treten, die einen arg auf einen selbst zurückwerfen, wenn erkannt wird, dass diese gewünschte Sicherheit - wenn es sie überhaupt gibt, in einem Selbst gefunden werden kann. Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung.

LG
Any
 
Ich würde das gerne verstehen.
Auf der einen Seite meinst Du nichts zu BRAUCHEN, aber auf der anderen Seite kann jedoch etwas fehlen?
Wie meinst Du das?

Würde mich wundern,wenn da etwas kommt.
Ich jedenfalls habe in dem ganzen Thread auf sämtliche inhaltliche Beiträge nicht eine einzige, direkt- bezogene Antwort bekommen.
 
Ich würde das gerne verstehen.
Auf der einen Seite meinst Du nichts zu BRAUCHEN, aber auf der anderen Seite kann jedoch etwas fehlen?
Wie meinst Du das?

Hm, wenn Du von einer Speise noch nie gekostet hast, wie kannst Du wissen, wie köstlich sie schmeckt, sodass Du danach nicht mehr darauf verzichten möchtest? Ist es mit der Liebe nicht genauso, dass wir erst wissen, was sie bedeutet, wenn sie uns begegnet? Und das wir erst dann wissen, was wir brauchen, wenn es uns nach dieser Erfahrung fehlt?

Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mich in den zweiten Mann verliebte, fehlte mir nichts. Als es geschah, war ich selbst verblüfft, stellte fest: Hui, das ist jetzt aber etwas, auf das ich zukünftig nicht mehr verzichten wollte. Wäre mein Zweitie nicht mehr da, weil es auseinanderginge, ich glaube nicht das mir etwas fehlt, dass mir irgendwer geben könnte, ich würde ihn schrecklich vermissen. So wie jeder Mensch einen anderen Menschen vermisst, den er liebt.

Oder geht es bei deiner Liebe um profane Handlungen? Ich würde meinen, die rücken auf eine paradoxe Weise in den Hintergrund, wenn der andere Mensch geliebt wird, obwohl zeitgleich das gemeinsame Erleben wundervoll ist.

Lg
Any
 
Würde mich wundern,wenn da etwas kommt.
Ich jedenfalls habe in dem ganzen Thread auf sämtliche inhaltliche Beiträge nicht eine einzige, direkt- bezogene Antwort bekommen.

Du möchtest ein Ja oder Nein hören, das es in zwischenmenschlichen Beziehng aber so nicht gibt. Du möchtest Klarheit in Regeln und Verbindlichkeit. So nehme ich deine Zeilen hier wahr und ein ziemliches Entsetzen darüber, wenn es nicht so kommt wie erwünscht.

Ich behaupte: jede zwischenmenschliche Beziehung ist Wagnis und Risiko, es gibt keine Sicherheit, keine Verbindlichkeit, dass der Partner sich in 5, 10, 20 Jahren an diese Regeln halten wird, noch dasselbe an Liebe und Zuneigung empfindet wie zu dem Zeitpunkt, wo er so ein Versprechen abgab.

Es gibt diesen schönen Spruch: Die Liebe ist wie ein Schmetterling, wenn du ihn versuchst festzuhalten, dann stirbt er.

LG
Any
 
Hm, wenn Du von einer Speise noch nie gekostet hast, wie kannst Du wissen, wie köstlich sie schmeckt, sodass Du danach nicht mehr darauf verzichten möchtest? Ist es mit der Liebe nicht genauso, dass wir erst wissen, was sie bedeutet, wenn sie uns begegnet? Und das wir erst dann wissen, was wir brauchen, wenn es uns nach dieser Erfahrung fehlt?

Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich mich in den zweiten Mann verliebte, fehlte mir nichts. Als es geschah, war ich selbst verblüfft, stellte fest: Hui, das ist jetzt aber etwas, auf das ich zukünftig nicht mehr verzichten wollte. Wäre mein Zweitie nicht mehr da, weil es auseinanderginge, ich glaube nicht das mir etwas fehlt, dass mir irgendwer geben könnte, ich würde ihn schrecklich vermissen. So wie jeder Mensch einen anderen Menschen vermisst, den er liebt.

Oder geht es bei deiner Liebe um profane Handlungen? Ich würde meinen, die rücken auf eine paradoxe Weise in den Hintergrund, wenn der andere Mensch geliebt wird, obwohl zeitgleich das gemeinsame Erleben wundervoll ist.

Lg
Any

Du bist verheiratet und hast dich dann aber erst verliebt. Vermutlich kanntest du das vorher gar nicht. Sowas kommt häufiger vor als man denkt.
Viele meinen nämlich immer noch, dass man sich ja spätestens mit 15 nach dem 1. Kuss verliebt haben muss *g.
Dass du dich nun nicht scheiden lassen willst, ist vielmehr eine organisatorische Geschichte, allerdings würde ich nach diesem Statement mal vermuten, ohne deinen Mann könntest du gut leben. ;)
 
:lachen:

Zu deinem anderen Beitrag: es geht nicht um Mono-Poly-Sonstwas gut oder schlecht, sondern individuell für einen Menschen passend oder nicht passend. Ich fühle mich durch Leute in Monokisten nicht bedroht, wieso auch? Ich habe nur im Leben erfahren, dass Monogamie wohl meist nur befreistet bei Paren zu funktionieren scheint, die wenigsten Menschen bekommen langfristig und im Schnitt zufrieden eine solche Beziehungsform am Leben gehalten. Bei Freundschaften, wo der Sex wegfällt, ist das oft anders.

Ist es so, dass unser Verständnis von Sexualität in Beziehungen da eventuell mit hineinspielt und etwas kaputt macht?

Und deine Fragen, zielen sie nicht auch auf Sicherheit ab? Egal wie sie ausschaut, dich würde das Herumgeeiere stören, nicht zu wissen, wo Du bei einer potentiellen Partnerin "dran bist"?

LG
Any

Ich beschreib meinen Stand dazu eigentlich eh recht ausführlich bzw. stelle auch Fragen, wie zum Beispiel, was verstehen wir genau unter Mono bzw. Polygamie? Ist es so wie in der Tierwelt, wenn wir etwa Tiere beobachten, die ein ganzes Leben lang monogam sind oder bedeutet Monogamie beim Menschen einfach nur Treue und ehrlichen Umgang miteinander für die Zeit, die man auf einem gemeinsamen Weg verbringt?

Tiere sind Spezialisten, der Mensch ist dagegen ein sehr vielfältiges Tier und dementsprechend kann es natürlich vorkommen, dass sich Interessen und Lebensmotive bei Paaren ändern und sie sich auseinander entwickeln. Hier bin ich dagegen, Zwang auszuüben und mit Gewalt an einem gemeinsamen Weg festzuhalten, wenn dieser naturgemäß auseinander führen will. Aber die Zeit, die man gemeinsam verbracht hat, hat man in einer monogamen Beziehung gelebt. So einfach sehe ich das, so will ich das und so leb ich es auch, wenn es sich ergibt.

Was meinst du genau mit "Herumgeeiere" ? Und was die Sicherheiten betrifft, klar will ich die. Ich will ich wissen, wie ich dran bin und würde mich auch nur mit eine Frau näher befassen, die ihrerseits ebenfalls wissen will, wie sie mit mir dran ist. Und ich will natürlich wissen, wie sie in derartigen Grundsatzfragen tickt. Wenn sie mir von Haus aus sagt, Monogamie ist Mist oder Monogamie funktioniert nicht, weil Natur, Wissenschaft und Statistik blablabla.... und mir mit Nachdruck diese Anschauung verkaufen will sag ich ganz einfach: "Das wird nix mit uns, machs gut und viel Glück." Wenn ich nicht an etwas glaube, dann erreich ich es auch nicht, wenn ich nicht daran glaube, dass ich den Alkoholismus überwinden kann, gelingt es mir auch nicht, wenn ich nicht daran glaube, das Ende eines dunklen Tales in der Depression zu erreichen, erreich ich es auch nicht. Das ist in vielen Bereichen so. Und Monogamie beim Menschen ist nicht bloß eine Kiste oder ein Ding, das einfach so funktioniert oder eben nicht, sondern eine Lebensform, die zwei Menschen erst mal wollen müssen und an der sie dann arbeiten.

Das ist nicht nur für mich eine Sicherheit... das ist auch für die betreffende Dame eine Sicherheit, wenn sie von Anfang an Klartext redet und auch weiß und meint, wenn sie spricht. Das erspart uns beiden viel Kopfweh. Hintergangen will ich mich nicht wissen, das ist wahr, denn das verletzt mich im Gefühl und dann werde ich meinerseits wieder verletzend. Das würde ich meiner Zukünftigen Liebsten und auch mir selber gerne ersparen, denn immer die selben Spiele spielen ist auf Dauer einfach zu langweilig.

Aber du hast recht, es gibt keine Sicherheiten, es gibt nur Wachsamkeit, Instinkt und Vertrauen, das wächst oder schrumpft. Auch das will geschult werden bei jeder neuen Begegnung, denn viel zu oft erzählen Menschen, was der andere hören will und meinen genau das Gegenteil. Weiß der Teufel, warum.

Egal, ich hab noch mehr geschrieben, aber wieder gelöscht, weil die ganzen Worte hier im Grunde ohnehin nur Schall und Rauch.
 
Du möchtest ein Ja oder Nein hören, das es in zwischenmenschlichen Beziehng aber so nicht gibt. Du möchtest Klarheit in Regeln und Verbindlichkeit. So nehme ich deine Zeilen hier wahr und ein ziemliches Entsetzen darüber, wenn es nicht so kommt wie erwünscht.

Ich behaupte: jede zwischenmenschliche Beziehung ist Wagnis und Risiko, es gibt keine Sicherheit, keine Verbindlichkeit, dass der Partner sich in 5, 10, 20 Jahren an diese Regeln halten wird, noch dasselbe an Liebe und Zuneigung empfindet wie zu dem Zeitpunkt, wo er so ein Versprechen abgab.

Es gibt diesen schönen Spruch: Die Liebe ist wie ein Schmetterling, wenn du ihn versuchst festzuhalten, dann stirbt er.

LG
Any

Was hast du andauernd mit deinem Festhalten, deinen Besitzansprüchen? DU bist doch diejenige, die an ihrer Ehe klammert und nicht loslassen kann!
 
Werbung:
Eben, was ich auch beschrieb, Beziehung bleibt Beziehung, egal in welcher Art sie gelebt wird. Das, was bekannt ist, egal wie gut oder schlecht es sich auch in der Praxis bewährt, wird bevorzugt. Ich glaube, das ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, dort zu bleiben, was man kennt, besonders, wenn das Umfeld etwas als normal und richtig verkauft.

Eine Frage wäre, worin genau dieses Chaos besteht, wo es herkommt, wenn es befürchtet wird? Und was genau befürchtet wird? Da rüttelt teils extrem am Selbstverständnis und wie die Welt betrachtet wird, wenn plötzlich Angste offen zutage treten, die einen arg auf einen selbst zurückwerfen, wenn erkannt wird, dass diese gewünschte Sicherheit - wenn es sie überhaupt gibt, in einem Selbst gefunden werden kann. Zumindest ist das meine bisherige Erfahrung.

LG
Any

Das von dir im ersten Absatz Geschilderte, ist sicherlich ein wichtiger Punkt, wobei man ja nicht immer in der Nachahmung von vorgelebten Modellen bleibt, besonders wenn man diese schon von klein auf als einengend oder beschränkend empfunden hat, dann bewegt man sich im Laufe der Heranwachsens - sofern man die Freiheit der Wahl hat - hinaus, aber es ist faszinierend zu beobachten, dass manche dann wiederum im Zuge einer Entwicklung zurückkommen. So habe ich das mal bei einem befreundeten Paar erlebt, die waren mit Anfang 30 die überzeugten Kommune-Tantra-offene-Liebe-Idealisten und sind jetzt beide Mitte/Ende 40 und monogam und zu zweit auf 55m2, weil sie das irgendwann so wollten. Und sicherlich gibt es auch genau gegenteilige Entwicklungen von Paaren, darum finde ich es so schwierig solche Entscheidungen dermaßen abgeschlossen zu betrachten, wie "einmal getroffen und für immer gültig". Das schaffe ich z.B. nicht.

Das Chaos kommt meiner Erfahrung oder eher meinem Empfinden nach irgendwie von innen und außen. Man reagiert ja auch oft auf Erfahrungen/Erlebnisse und dies mitunter anders als gedacht oder sogar ziemlich paradox.
Ich hatte vor einigen Jahren zum Beispiel ein großes Verlusterlebnis (Tod eines Nahestehenden) und habe darauf zuerst mit dem Bedürfnis nach extremer Unverbindlichkeit reagiert, wahrscheinlich weil ich Angst hatte mich wieder emotional einzulassen und dann nochmal jemanden verlieren zu müssen, das meine ich jetzt nicht nur in Bezug auf Partnerschaft, sondern auch Familie/Freundschaften - ich wollte nur weg aus all den Verflechtungen und Verbindlichkeiten und habe mich auch emotional total abgekapselt. Irgendwann habe ich bemerkt, dass ich gerade dabei bin, mein Herz sterben zu lassen, nur aus Angst vor einem weiteren Verlust und habe mich dann Schritt für Schritt wieder eingelassen und zwei Jahre später war ich plötzlich der totale Beziehungsmensch und wollte so viel exklusive Nähe wie nie zuvor. :D
Damit habe ich mich selbst verblüfft und war für mich zwar im Nachhinein rational erfaßbar und auch zu analysieren, warum dies und jenes eintrat, aber in dem Moment, wo ich so agierte, war mir nicht immer ganz klar warum ich was mache und welchem Bedürfnis das nun entspringt. Und ich denke so geht es vielen Menschen, dass man sich selbst überrascht und mit vielen Veränderungen im Wesenskern konfrontiert ist, die einen immer wieder vor sehr ähnliche Fragen stellen, aber man ist gefordert nun neue Antworten darauf zu finden.

Dann ist die Festlegung irgendwie auch eine Erleichterung, also für mich war es jedenfalls so, ich wollte dann die Linie und die Klarheit haben und mich darauf einlassen, obwohl ich das lange Zeit gar nicht gut konnte, plötzlich war es mir ein Herzensbedürfnis, aber ich habe mit meinem Mann auch ausgemacht, dass wir es prinzipiell offen lassen, weil man ja nicht weiß, wie es in fünf oder zehn Jahren ist.
 
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