Fragen über Satanismus o. an Satanisten

@Samsaveel: Ja, zu der Verantwortung stimme ich dir zu. Im Satanismus ist man frei und auf sich gestellt, mit der Bedingung, die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen. Daher halte ich theoretisch auch Mord für "gerechtfertigt". Das Wort halte ich bewusst in Klammern, weil es im Grunde nicht gerechtfertigt ist, über das Leben anderer zu entscheiden. Vom neutralen Aspekt aus gesehen kann man es tun, sollte man in der Lage sein, sich den Konsequenzen zu stellen. Was das "Karma" angeht...darüber weiß ich zuwenig.
Und die Church Of Satan...ja, ein Grund, ein Mitglied zu entlassen, sind kriminelle Tätigkeiten. Allerdings denke ich, dass das zum Großteil dem Schutze ihres "Images" dient.
 
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Samsaveel schrieb:
In deiner Kürze. Nur zu antworten ist nicht schwer - angemessen zu antworten ist eine andere Sache.


Anscheinend doch, denn sonst gäbe es nicht all diese Spekulationen in Foren, die Aufreger in den Zeitungen, die Warnrufe der Kirche… Und wer mal einen Blick auf den Preis der Satanischen Bibel wirft, wird ebenfalls abwägen, ob ihm das pure Interesse tatsächlich SO viel Wert ist… Im Übrigen: wenn sich ein Satanist über das Christentum informieren möchte, rätst du ihm dann, einfach nur die Bibel zu lesen? Es gehört mehr dazu als bloßes Lesen von unbeseelten Buchstaben.

@ Yamina: Ich gebe mein Bestes, mal meine Sicht der Dinge zu beschreiben.


Da es im Satanismus keinen Glauben an eine höhergestellte Gottheit gibt, macht Beten keinen Sinn, denn dafür gäbe es ja keinen Adressaten. Das steht hier über mehrere Threads verteilt aber auch schon irgendwo niedergeschrieben, soweit ich mich entsinne… Außerdem könnte Beten zu einer Art Flehen nach Erfüllung von Dingen, die man glaubt, selbst nicht erreichen zu können, ausarten. Sich das anzugewöhnen, würde die eigene Willensstärke nicht gerade fördern. Sinn ist es, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und dadurch seinen Zielen näher zu kommen, und nicht darauf zu hoffen, dass ein Gott schon alles gut werden lässt.

Der Name „Church“ ist im Fall der CoS hauptsächlich als Provokation zu sehen, außerdem hat sie dadurch in Kalifornien (wo sie staatlich anerkannt ist) steuerliche Vorteile. ;) Satanismus ist ein Stück weit auch Opportunismus…


Ich für meinen Teil glaube nicht daran, dass nach dem Tod noch ein Jenseits auf mich wartet. Ich habe Zeit dafür ver(sch)wendet, darüber nachzudenken, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es am sinnvollsten ist, mit nichts zu rechnen, bevor ich mein Leben lang auf ein Jenseits warte, dass es dann vielleicht gar nicht gibt.


Rituale gibt es, aber meines Wissens spricht man dabei weder irgendwelche Christlichen Texte rückwärts, noch bringt man dabei Tieropfer dar, auch wenn die Medien das dem Satanismus immer gerne anhängen.


Das klingt nach dem bocksfüßigen Gesellen nach der Forke. Nein, an so was glaube ich nicht. „Satan“ ist ein Sinnbild, Symbol, Gedanke,… Der Teil in mir, der meine wahren Wünsche, unbeeinflusst von Konventionen oder den Erwartungen anderer, enthält.


Welche Gedanken macht sich ein Christ im Bezug auf seinen Glauben? Es gab und gibt immer Punkte und Zeiten, in denen man zweifelt, und andere, in denen man sich absolut sicher ist. Ich denke, das wirklich freiheitliche am Satanismus ist die Tatsache, dass man ihn für sich weiterentwickeln kann/darf/muss. Christen haben oft die Vorstellung, ihr Glaube dürfe nicht über das, was der Pfarrer oder der Papst lehren, hinausgehen. Satanismus unterstützt persönliche Bedürfnisse mehr und wird auch individuell darauf ausgerichtet - was auch der Grund dafür ist, weshalb eine einheitliche Definition fast unmöglich ist.

Und zu guter Letzt (Sages Eindruck bereitet mir noch ein halbes Trauma *g*):
Es mag stimmen, dass Moral im Satanismus nicht gerade groß geschrieben wird, aber meiner Meinung nach beinhaltet er GERADE deshalb sehr wohl Verantwortung. Einer der wichtigsten Sätze (nach LaVey) lautet, andere stets nur so zu behandeln, wie man selbst auch gerne von ihnen behandelt werden möchte. Wenn davon ausgegangen wird, dass ein Satanist ein gesundes Verhältnis zu sich selbst hat und verantwortungsvoll mit seinem eigenen Leben umzugehen weiß, ist meiner Meinung nach allein dieser Satz eine wesentlich effektivere Alternative zur Moral.

Hallo Samsaveel

Danke für deinen Beitrag...
Ich persönlich sehe da keinen großen Unterschied zum Glauben an Gott...zumindest was den Islam betrifft...
ich kann später noch mal näher drauf eingehen...muß gleich zur Arbeit...
Gruß,Yamina
 
Hallo Samsaveel

Also : Moral ist eine subjektive Einstellung...von Fall zu Falll anders
Verantwortung sollte wohl jeder von uns für irgendwas tragen...
andere stets so behandeln wie man selber behandelt werden möchte...außer vieleicht Masochisten will wohl keiner gefoltert werden ,oder?
Ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper und Geist sollte wohl jeder haben
(leider haben es viel zu wenige)....
Verantwortungsvoll mit seinem (und anderen) Leben find ich auch nicht aussergewöhnlich...
Beten tun heutzutage auch nur die wenigsten...

Wo also ist der Unterschied?

Der Sinn im Beten ist auch nicht die Erfüllung irgendwelcher Träume...sondern um Kraft beten...wenn man sie benötigt..
ans Jenseits glauben auch viele nicht...wir werden sehen




und höhergestellte Gottheit? Gott IST...nicht höhergestellt oder irgendwas ...ER IST
Naja,gut jetzt sagst Du das Du nicht an Gott glaubst ...aber auch das tun viele...
und egal ob die glauben oder nicht gibt es Gott:)

Mit einem muss ich Dir Recht geben:Viele zweifeln...immer wieder...
aber wie gesagt: viele...nicht alle

Gruß,Yamina:)
 
Yamina schrieb:
Wo also ist der Unterschied?
Der Unterschied liegt in den Motiven und der Bewusstheit. Wir wissen, was wir glauben, warum wir es glauben, wozu wir es glauben und wie wir damit leben müssen, um Gutes daraus ziehen zu können.
Die Dinge, die du genannt hast, würde ich mit der heutigen allgemeinen Orientierungslosigeit der Gesellschaft verbinden, die sich bestenfalls noch oberflächlich Gedanken darüber macht, woran sie glaubt.
Und wie Henkerin bereits sagte, gibt es nicht nur rein philosophischen Satanismus, und dann existiert wirklich ein Unterschied.

Yamina schrieb:
Der Sinn im Beten ist auch nicht die Erfüllung irgendwelcher Träume...sondern um Kraft beten...wenn man sie benötigt...
Das mag nicht der Sinn sein, aber viele verstehen es nun mal so. Und selbst wenn du um Kraft betest, bittest du um etwas, das du im Augenblick augenscheinlich nicht (ausreichend) zu haben scheinst.

Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie wie man einen Gott verehren und gleichzeitig sagen kann, er sei nicht höhergestellt. Das musst du mir erklären.
 
Yamina schrieb:
Hä,wie ausführlicher..das sagt doch alles,meiner Meinung nach...
Ihr glaubt docheh nicht an ihn...da kann es doch egal sein,oder interessiert Dich Gott plötzlich doch?
Yamina:)

Ich interessiere mich auch für Wollmäuse, von daher :)

Ich verstehe das gerade auch nicht..du sagst, Gott hätte es nicht nötig, höher als der Mensch zu sein...willst du damit sagen, Gott ist überall, in dem Menschen oder wie oder was?
 
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