In deiner Kürze. Nur zu antworten ist nicht schwer - angemessen zu antworten ist eine andere Sache.
Anscheinend doch, denn sonst gäbe es nicht all diese Spekulationen in Foren, die Aufreger in den Zeitungen, die Warnrufe der Kirche
Und wer mal einen Blick auf den Preis der Satanischen Bibel wirft, wird ebenfalls abwägen, ob ihm das pure Interesse tatsächlich SO viel Wert ist
Im Übrigen: wenn sich ein Satanist über das Christentum informieren möchte, rätst du ihm dann, einfach nur die Bibel zu lesen? Es gehört mehr dazu als bloßes Lesen von unbeseelten Buchstaben.
@ Yamina: Ich gebe mein Bestes, mal meine Sicht der Dinge zu beschreiben.
Da es im Satanismus keinen Glauben an eine höhergestellte Gottheit gibt, macht Beten keinen Sinn, denn dafür gäbe es ja keinen Adressaten. Das steht hier über mehrere Threads verteilt aber auch schon irgendwo niedergeschrieben, soweit ich mich entsinne
Außerdem könnte Beten zu einer Art Flehen nach Erfüllung von Dingen, die man glaubt, selbst nicht erreichen zu können, ausarten. Sich das anzugewöhnen, würde die eigene Willensstärke nicht gerade fördern. Sinn ist es, Dinge selbst in die Hand zu nehmen und dadurch seinen Zielen näher zu kommen, und nicht darauf zu hoffen, dass ein Gott schon alles gut werden lässt.
Der Name Church ist im Fall der CoS hauptsächlich als Provokation zu sehen, außerdem hat sie dadurch in Kalifornien (wo sie staatlich anerkannt ist) steuerliche Vorteile.

Satanismus ist ein Stück weit auch Opportunismus
Ich für meinen Teil glaube nicht daran, dass nach dem Tod noch ein Jenseits auf mich wartet. Ich habe Zeit dafür ver(sch)wendet, darüber nachzudenken, und bin zu dem Schluss gekommen, dass es am sinnvollsten ist, mit nichts zu rechnen, bevor ich mein Leben lang auf ein Jenseits warte, dass es dann vielleicht gar nicht gibt.
Rituale gibt es, aber meines Wissens spricht man dabei weder irgendwelche Christlichen Texte rückwärts, noch bringt man dabei Tieropfer dar, auch wenn die Medien das dem Satanismus immer gerne anhängen.
Das klingt nach dem bocksfüßigen Gesellen nach der Forke. Nein, an so was glaube ich nicht. Satan ist ein Sinnbild, Symbol, Gedanke,
Der Teil in mir, der meine wahren Wünsche, unbeeinflusst von Konventionen oder den Erwartungen anderer, enthält.
Welche Gedanken macht sich ein Christ im Bezug auf seinen Glauben? Es gab und gibt immer Punkte und Zeiten, in denen man zweifelt, und andere, in denen man sich absolut sicher ist. Ich denke, das wirklich freiheitliche am Satanismus ist die Tatsache, dass man ihn für sich weiterentwickeln kann/darf/muss. Christen haben oft die Vorstellung, ihr Glaube dürfe nicht über das, was der Pfarrer oder der Papst lehren, hinausgehen. Satanismus unterstützt persönliche Bedürfnisse mehr und wird auch individuell darauf ausgerichtet - was auch der Grund dafür ist, weshalb eine einheitliche Definition fast unmöglich ist.
Und zu guter Letzt (Sages Eindruck bereitet mir noch ein halbes Trauma *g*):
Es mag stimmen, dass Moral im Satanismus nicht gerade groß geschrieben wird, aber meiner Meinung nach beinhaltet er GERADE deshalb sehr wohl Verantwortung. Einer der wichtigsten Sätze (nach LaVey) lautet, andere stets nur so zu behandeln, wie man selbst auch gerne von ihnen behandelt werden möchte. Wenn davon ausgegangen wird, dass ein Satanist ein gesundes Verhältnis zu sich selbst hat und verantwortungsvoll mit seinem eigenen Leben umzugehen weiß, ist meiner Meinung nach allein dieser Satz eine wesentlich effektivere Alternative zur Moral.