Der Glaube an welchem Gott denn? Ganz allgemein der Glaube an (irgend)einen Gott? Könnte dieser Gottesglaube nicht durch andere moralische Richtlinien ersetzt werden, wenn der Gottesglaube als solcher nicht exakt definiert ist?
Ja, richtig, der Mensch ist in allererster Linie hier auf Erden, um nach dem Sinn des Lebens zu suchen.
Wer dabei dem schnöden Mammon und/oder der politischen Macht sein Leben verschreibt, dem sind Kinder ..... wie beschrieben bestenfalls im Weg.
Wer ehrlich, hartnäckig nach dem Lebenssinn sucht, wird ihn finden - der Schutzengel wird ihn führen - welchen Namend dann am Ende Gott haben wird, ist nicht so wichtig.
Da es nicht die geringsten naturwissenschaftlichen Hinweise, nicht mal Theorien, gibt, wie aus dem Nichts etwas entstehen könnte, erübrigt sich eine Theorie ohne verursachenden Schöpfer.
Ich glaube, was du versuchst zu beschreiben, betrifft nicht den Gottesglauben als Solches, sondern der Wegfall, beziehungsweise die Relativierung moralischer Werte und Normen ohne einen adäquaten Ersatz zu liefern.
Du kannst auch die Geschichte des jüdischen Volkes studieren - vor dem Auftreten des Messias.
Immer, wenn sie den eigenen Gott wieder mit den Götzen der umliegenden Völkern ersetzten - ihm also untreu wurden, berauschende Feste und unglaublichen Ausschweifungen bis hin zu Menschenopfern, und die Propheten umbrachten, dann ging das Volk in die Sklaverei.
Meines Erachtens schrumpft der Gottesglaube im gleichen Masse wie die moralischen Werte.
Bleibt dann trotzdem meine Frage, ist das denn so?
Werden Menschen untereinander hartherziger, weil sie keine moralischen und ethischen Prinzipien mehr haben oder ist die Ursache eine andere, wie beispielsweise eine steigende Unsicherheit und Konsolidierung der persönlichen Ressourcen auf den eigenen Einflussbereich (Familie, Verwandte haben Vorrang, keine Kinder wegen mehr Unsicherheit etc)?
Ja, das ist die Frage, wenn zwei Menschen vor einem halb gefüllten Glas sitzen. Dem Ungläubigen ist es schon halb leer, er muss noch raffen, für alles, was ihm lieb zu sein scheint. Dem Gläubigen ist es immer noch halb voll - Gott wird wieder geben, wenn es zur Neige geht.
Alle denken an sich, nur ich an mich!