Joey
Sehr aktives Mitglied
In diesem Thread - hier: https://www.esoterikforum.at/thread...iresistente-keime.245727/page-16#post-7669458 - kamen Ernährungsratgeber auf, die hochgehalten wurden.
In Kürze nochmal meine Meinung zu den Ernährungsratgebern und Mode-Erscheinungen da:
Es geht darin oftmals darum, in einem üblichen Nahrungsmittel, Inhaltsstoff oder Ernährungsweise die Wurzel allen möglichen Übels zu wähnen. Gespickt wird das gerne z.B. mit dem Narrativ, dass die Menschen früher, wo das nicht so üblich war, angeblich viel gesünder waren o.ä. Wissenschaftliche Studien werden auch gerne zitiert, aber vom Ergebnisher sind sie oft selektiert, bzw. wenn man sie sich genau anschaut, erkennt man, dass sie nicht wirklich die Aussage decken, die ihnen im Ratgeber-Buch zugeschrieben wird.
Es ist zwar richtig, dass es ungesunde Ernährungs- und Lebensweisen gibt, eine zumindest halbwegs brauchbare Lebensweise, mit der man auch gesund alt werden kann, ist aber auch ohne diese Ratgeber kein Geheimnis und auch nicht besonders schwierig. Wenn man solche Ratgeber aber vollumfänglich ernst nimmt - und ich kenne Menschen, die das tun - geht sehr viel Zeit und Mühe dabei drauf, die eigene Ernährung zu planen und zu optimieren; Zeit und Mühe, die wenig bis gar keinen zusätzlichen Nutzen bringt.
Um die Diskussion im anderen Thread nicht zu stark ins OT zu führen, will ich hier mal eine Diskussion bzw. ein paar Gedanken zu Ernährungsratgebern in einem Extra-Thread auslagern:
Welche Aussagen genau bzw. wie groß ist der Anteil der (sicher) zutreffenden Aussagen? Ich habe nicht gesagt, dass in diesen Büchern alles gelogen wäre, und sie haben ja ihren Markt genau deswegen, weil es ungesunde Lebens- und Ernährungsweisen gibt, was dann zu einer Fülle der damit einhergehenden Erkrankkungen (Adipositas, Typ II Diabetis, Herz-Kreislauf-Probleme etc.) führt. Das ist ja gerne die Einleitung der Bücher - die wahr ist - und im Folgenden breiten sie dann ihre Lehre darauf aufbauend mit Halbwahrheiten aus. Wenn sie komplett lügen würden, wäre Kritik einfach. Mit Halbwahrheiten wird es tückischer.
Als Kritiker solcher Bücher wird einem dann gerne an den Kopf geworfen, man würde damit auch behaupten z.B. viel Zucker wäre absolut unbedenklich, weil das Buch, was man kritisiert auch auf die Probleme größeren Zuickerkonsums hinweist.
Darum habe ich im usprünglichen Thread auch drauf hingeweisen, dass es ein sehr wichtiger Unterschied ist zu sagen, dass Weizen die Symptomatik bei Multipler Sklerose verstärken kann (wahre Aussage), oder daraus zu überdrehen dass Weizen Multiplple Sklerose auslösen würde (falsche Aussage).
Habe ich eine ganze Weile getan. Und ich habe auch noch mehr getan: Ich habe mir die Studien angeschaut, auf die viele dieser Bücher sich dann gerne berufen. Fast ausnahmslos wurde die Studienlage in den Ratgeberbüchern verzerrt widergegeben und/oder Studienergebnisse stark überdehnt interprettiert. Ein beliebtes Stilmittel darin sind beispielsweise Tierversuche, in denen die Versuchstiere aussschließlich oder in unrealistisch großer Menge das zu kritisierende Feindbild-Nahrungsmittel zugefüttert bekamen und damit gut erwartbar krank wurden. Gerne waren die Versuchstiere dann auch dahingehend ausgesucht, dass ihr Stoffwechsel für diese Nahrung ungeeignet war. So las ich vor Jahren in einem Buch, was vegane Ernährung engepriesen hat vor Erkrankungen, die Pflanzenfressende Tiere bekommen, wenn sie tierische Proteine zugefüttert bekamen, und umgekehrt in einem Buch, was eine fleischreiche Ernährungsweise angepriesen hat, wurde beschrieben, welche Mangelerscheinungen Katzen entwickeln, die vegan (zwangs-)ernährt werden. Das mal als Extrembeispiele, wo die geringe Aussagekraft eigentlich sofort auffallen musste. Bei anderen zitierten Studien ist das nicht unbedingt ganz so einfach zu erkennen, dass sie nicht wirklich die Aussagen decken, die der Ratgeber ihnen zuschreibt.
Wie gesagt: Eine Weile habe ich solche Bücher aus ausführlich gelesen und mir die Mühe dieser Recherchen auch selber gemacht. Nachdem ich bei fast allen Ratgeberbüchern, dieich gelesen haben, entsprechend fündig wurde, sie fundiert kritisieren zu können, bin ich aber dazu übergegangen vorher auch zu irruieren, ob sich jemand vorher schon diese Mühe gemacht hat. Das spart mir dann Arbeit und Zeit.
Kundenrezensionen sind spannend und wichtig. Aber es ist geradezu erwartbar und vorprogrammiert, dass es da auch begeisterte Stimmen geben wird, die dann das Buch loben und beschreiben, wie toll es ihnen doch geht, seit sie z.B. auf Weizen verzichten. Diese Rezensionen sind nicht gelogen oder erfunden - ich bin überzeugt, dass da echte Menschen und auch echte Begeisterung dahinter steckt. Sie sagt nur nicht viel aus, weil sich solche Stimmen zu wirklich JEDEM Ratgeber finden werden - auch zu allen, die sich gegenseitig widersprechen.
Ist es deswegen richtig? Man kann Industrie und intensive Malndwirtschaft für vieles begründet und auch richtigerweise kritisieren. Damit wird aber nicht jede Kritik gegen Industrie und Landwirtschaft richtig, und wenn sich Industrie und Landwirtschaft wehren, kann das immernoch gut berechtigt sein.
Und dann kann man sich auch anschauen, dass die Autoren solcher ratgeber ziemlich oft auch einen eigenen Shop mit Nahrungsergänzungsmitteln o.ä. betreiben. Ihr finanzielles/wirtschaftliches Interesse ist da auch nicht ohne, und sollte vor allem auch von den Leuten betrachtet und mitberücksichtigt werden, die das der Industrie und Landwirtschaft vorwerfen.
Was ich schade finde. Gentechnik ist nicht das große Schreckgespenst, was viele darin zu sehenh glauben. Und alleine mit der Züchtung, was die Menschen seit Jahrtausenden betreiben, wird auch seit Jahrtausenden Gentechnik schon betrieben. Anders wäre es nicht möglich so viele Menschen mit Nahrung zu versorgen, wie derzeit auf der Welt leben.
Kann man alles gerne machen. Wenn man das an einzelnen Tagen macht, ist das kurzweilig, entspannend, macht auch Spaß, und das Essesn, was dabei rauskommt ist meistens sehr lecker. Sobald man aber gezwungen wäre, den Großteil der eigenen Ernährung so zu gestalten, werden aber der Entspannungs- und Spaßfaktor sehr schnell wegfallen. Dann müsste nämlich wieder mindestens eine Person im Haushalt dauerhaft sehr viel Zeit alleine mit der Zubereitung von Essen aufbringen. Und sobald Du anfangen würdest, die Mehrheit der Menschen in Europa (oder weltweit) so leben können sollten, wird es komplett unrealistisch.
In Kürze nochmal meine Meinung zu den Ernährungsratgebern und Mode-Erscheinungen da:
Es geht darin oftmals darum, in einem üblichen Nahrungsmittel, Inhaltsstoff oder Ernährungsweise die Wurzel allen möglichen Übels zu wähnen. Gespickt wird das gerne z.B. mit dem Narrativ, dass die Menschen früher, wo das nicht so üblich war, angeblich viel gesünder waren o.ä. Wissenschaftliche Studien werden auch gerne zitiert, aber vom Ergebnisher sind sie oft selektiert, bzw. wenn man sie sich genau anschaut, erkennt man, dass sie nicht wirklich die Aussage decken, die ihnen im Ratgeber-Buch zugeschrieben wird.
Es ist zwar richtig, dass es ungesunde Ernährungs- und Lebensweisen gibt, eine zumindest halbwegs brauchbare Lebensweise, mit der man auch gesund alt werden kann, ist aber auch ohne diese Ratgeber kein Geheimnis und auch nicht besonders schwierig. Wenn man solche Ratgeber aber vollumfänglich ernst nimmt - und ich kenne Menschen, die das tun - geht sehr viel Zeit und Mühe dabei drauf, die eigene Ernährung zu planen und zu optimieren; Zeit und Mühe, die wenig bis gar keinen zusätzlichen Nutzen bringt.
Um die Diskussion im anderen Thread nicht zu stark ins OT zu führen, will ich hier mal eine Diskussion bzw. ein paar Gedanken zu Ernährungsratgebern in einem Extra-Thread auslagern:
hab ich nie behauptet.
Nur die eine Aussage aus dem Buch, dass man sich in der heutigen westlichen Welt problemlos von allen möglichen zucker- und mehlhaltigen Lebensmitteln ernähren kann und das auf Dauer sicher nicht gesund sein kann.
Einige Aussagen in diesem Buch (unter anderem auch diese) treffen meiner Meinung nach durchaus zu.
Man muss nicht alles glauben, was in diversen Büchern steht, aber man kann sich so einiges, was zutrifft, durchaus "rausnehmen".
Welche Aussagen genau bzw. wie groß ist der Anteil der (sicher) zutreffenden Aussagen? Ich habe nicht gesagt, dass in diesen Büchern alles gelogen wäre, und sie haben ja ihren Markt genau deswegen, weil es ungesunde Lebens- und Ernährungsweisen gibt, was dann zu einer Fülle der damit einhergehenden Erkrankkungen (Adipositas, Typ II Diabetis, Herz-Kreislauf-Probleme etc.) führt. Das ist ja gerne die Einleitung der Bücher - die wahr ist - und im Folgenden breiten sie dann ihre Lehre darauf aufbauend mit Halbwahrheiten aus. Wenn sie komplett lügen würden, wäre Kritik einfach. Mit Halbwahrheiten wird es tückischer.
Als Kritiker solcher Bücher wird einem dann gerne an den Kopf geworfen, man würde damit auch behaupten z.B. viel Zucker wäre absolut unbedenklich, weil das Buch, was man kritisiert auch auf die Probleme größeren Zuickerkonsums hinweist.
Darum habe ich im usprünglichen Thread auch drauf hingeweisen, dass es ein sehr wichtiger Unterschied ist zu sagen, dass Weizen die Symptomatik bei Multipler Sklerose verstärken kann (wahre Aussage), oder daraus zu überdrehen dass Weizen Multiplple Sklerose auslösen würde (falsche Aussage).
Ich bevorzuge auch, Bücher selber zu lesen und mir meine eigene Meinung zu bilden, anstatt nur Rezensionen. Wobei manche Rezensionen einem ja durchaus neugierig machen können.
Habe ich eine ganze Weile getan. Und ich habe auch noch mehr getan: Ich habe mir die Studien angeschaut, auf die viele dieser Bücher sich dann gerne berufen. Fast ausnahmslos wurde die Studienlage in den Ratgeberbüchern verzerrt widergegeben und/oder Studienergebnisse stark überdehnt interprettiert. Ein beliebtes Stilmittel darin sind beispielsweise Tierversuche, in denen die Versuchstiere aussschließlich oder in unrealistisch großer Menge das zu kritisierende Feindbild-Nahrungsmittel zugefüttert bekamen und damit gut erwartbar krank wurden. Gerne waren die Versuchstiere dann auch dahingehend ausgesucht, dass ihr Stoffwechsel für diese Nahrung ungeeignet war. So las ich vor Jahren in einem Buch, was vegane Ernährung engepriesen hat vor Erkrankungen, die Pflanzenfressende Tiere bekommen, wenn sie tierische Proteine zugefüttert bekamen, und umgekehrt in einem Buch, was eine fleischreiche Ernährungsweise angepriesen hat, wurde beschrieben, welche Mangelerscheinungen Katzen entwickeln, die vegan (zwangs-)ernährt werden. Das mal als Extrembeispiele, wo die geringe Aussagekraft eigentlich sofort auffallen musste. Bei anderen zitierten Studien ist das nicht unbedingt ganz so einfach zu erkennen, dass sie nicht wirklich die Aussagen decken, die der Ratgeber ihnen zuschreibt.
Wie gesagt: Eine Weile habe ich solche Bücher aus ausführlich gelesen und mir die Mühe dieser Recherchen auch selber gemacht. Nachdem ich bei fast allen Ratgeberbüchern, dieich gelesen haben, entsprechend fündig wurde, sie fundiert kritisieren zu können, bin ich aber dazu übergegangen vorher auch zu irruieren, ob sich jemand vorher schon diese Mühe gemacht hat. Das spart mir dann Arbeit und Zeit.
Bei der Weizenwampe interessant finde ich ja auch die Kundenrezensionen.
Kann man sich ja selber auf amazon durchlesen. Der eine oder andere dürfte sicher von den Tipps im Buch profitiert haben.
Kundenrezensionen sind spannend und wichtig. Aber es ist geradezu erwartbar und vorprogrammiert, dass es da auch begeisterte Stimmen geben wird, die dann das Buch loben und beschreiben, wie toll es ihnen doch geht, seit sie z.B. auf Weizen verzichten. Diese Rezensionen sind nicht gelogen oder erfunden - ich bin überzeugt, dass da echte Menschen und auch echte Begeisterung dahinter steckt. Sie sagt nur nicht viel aus, weil sich solche Stimmen zu wirklich JEDEM Ratgeber finden werden - auch zu allen, die sich gegenseitig widersprechen.
Und dass sich die Industrie und Landwirtschaft auf das Buch einschiesst, ist ja sicher auch klar.
Ist es deswegen richtig? Man kann Industrie und intensive Malndwirtschaft für vieles begründet und auch richtigerweise kritisieren. Damit wird aber nicht jede Kritik gegen Industrie und Landwirtschaft richtig, und wenn sich Industrie und Landwirtschaft wehren, kann das immernoch gut berechtigt sein.
Und dann kann man sich auch anschauen, dass die Autoren solcher ratgeber ziemlich oft auch einen eigenen Shop mit Nahrungsergänzungsmitteln o.ä. betreiben. Ihr finanzielles/wirtschaftliches Interesse ist da auch nicht ohne, und sollte vor allem auch von den Leuten betrachtet und mitberücksichtigt werden, die das der Industrie und Landwirtschaft vorwerfen.
Wobei man bedenken muss, dass der im Buch erwähnte genmanipulierte Weizen meines Wissens in Europa nicht verwendet wird.
Was ich schade finde. Gentechnik ist nicht das große Schreckgespenst, was viele darin zu sehenh glauben. Und alleine mit der Züchtung, was die Menschen seit Jahrtausenden betreiben, wird auch seit Jahrtausenden Gentechnik schon betrieben. Anders wäre es nicht möglich so viele Menschen mit Nahrung zu versorgen, wie derzeit auf der Welt leben.
Ein Trend ist ja grade auch, alte Getreidesorten zu verwenden, wie Emmer, Einkorn oder Waldstaudenroggen.
Oder auch selber zu backen, um die ganzen Zusätze der Industrie zu vermeiden.
Kann man alles gerne machen. Wenn man das an einzelnen Tagen macht, ist das kurzweilig, entspannend, macht auch Spaß, und das Essesn, was dabei rauskommt ist meistens sehr lecker. Sobald man aber gezwungen wäre, den Großteil der eigenen Ernährung so zu gestalten, werden aber der Entspannungs- und Spaßfaktor sehr schnell wegfallen. Dann müsste nämlich wieder mindestens eine Person im Haushalt dauerhaft sehr viel Zeit alleine mit der Zubereitung von Essen aufbringen. Und sobald Du anfangen würdest, die Mehrheit der Menschen in Europa (oder weltweit) so leben können sollten, wird es komplett unrealistisch.
