Erleuchtung!

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sarewa schrieb:
denn hat ein wahrhaft Erleuchteter es wirklich nötig, damit in einem Forum zu protzen?
Ach weißt du, je nachdem, wen du fragst, wirst du hören, daß

- es so etwas wie Erleuchtung nicht gibt
- jeder Mensch ohnehin erleuchtet ist, auch wenn er es nicht weiß
- es Erleuchtung gibt, aber sie etwas völlig anderes ist, als man sich vorstellt
- es zwar Erleuchtungserfahrungen gibt, aber keine Erleuchtung
- es Erleuchtung gibt, aber der Satz "ich bin erleuchtet" trotzdem Unsinn ist

Von mir aus soll sich jeder als so erleuchtet oder nicht erleuchtet bezeichnen, wie er will :) Ich persönlich vermeide den Begriff lieber, da er wie gesagt sehr kontrovers ist.
 
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Hallo

Das beste wird sein, ihr macht einen Club der Erleuchteten auf. Wie sind denn da die Aufnahmebedingungen?

Alles Liebe. Gerrit
 
QIA S.O.L schrieb:
Das nennst Du kritik, wenn Du sagst: Ihr seid Scharlatane und Scheinheilige?

Du bist aber schon ein einfaches Gemüt...;)

Liebe Grüße
Qia


"O Saichi."
Ja, hier bin ich."
"Wo ist dein Gefährte?"
"Mein Gefährte ist Amida-Buddha."
"Wo bist du?"
"Ich bin in Amida."
"O Saichi."
"Ja."
"Was bedeutet »alles ist drinnen, nichts draussen?"
"Es bedeutet gänzlich gefangen."
"Wie schön."
"Namu-amida-butsu."

aus Saichis Notizbüchern-Suzuki

Karuna ist :doof: :hase:
 
Erleuchtung ist eh nur eine Erfindung der Menschen. In Wahrheit gibt es weder Licht noch Dunkel

Und Niemand wurde nie wieder danach gefragt, ob er eine Birne reinschrauben kann!

Da es weder ihn, noch die Frage, noch die Birne noch die Tat des Reinschraubens gibt.

http://smileys.*************.com/cat/36/36_1_46.gif http://smileys.*************.com/cat/36/36_1_12.gif
 
»Die Vergänglichkeit stürzt überall in ein tiefes Sein. Und so sind alle Gestaltungen des Hiesigen nicht nur zeitbegrenzt zu gebrauchen, sondern, soweit wirs vermögen, in jene überlegenen Bedeutungen einzustellen, an denen wir teilhaben. Aber nicht im christlichen Sinne (von dem ich mich immer leidenschaftlicher entferne), sondern, in einem rein irdischen, tief irdischen, selig irdischen Bewußtsein gilt es, das hier Geschaute und Berührte in den weiteren, den weitesten Umkreis, einzuführen. Nicht in ein Jenseits, dessen Schatten die Erde verfinstert, sondern in ein Ganzes, in das Ganze. Die Natur, die Dinge unseres Umgangs und Gebrauchs, sind Vorläufigkeiten und Hinfälligkeiten; aber sie sind, solange wir hier sind, unser Besitz und unsere Freundschaft, Mitwisser unserer Not und Froheit, wie sie schon die Vertrauten unserer Vorfahren gewesen sind. So gilt es, alles Hiesige nicht nur nicht schlecht zu machen und herabzusetzen, sondern gerade, um seiner Vorläufigkeit willen, die es mit uns teilt, sollen diese Erscheinungen und Dinge von uns in einem innigsten Verstande begriffen und verwandelt werden. Verwandelt? Ja, denn unsere Aufgabe ist es, diese vorläufige, hinfällige Erde uns so tief, so leidend und leidenschaftlich einzuprägen, daß ihr Wesen in uns ,unsichtbar’ wieder aufersteht.«


Rainer Maria Rilke, Briefe aus Muzot, Hrsg. Ruth Sieber-Rilke und Carl Sieber, Leipzig 1936
 
Sie erreichten das Dorf Barbar. Einen Kilometer dahinter hielt er den Wagen an und parkte im Schatten einer Palme. Mahoud führte sie einen ausgetretenen Ziegenpfad entlang bis zu einem freien Platz mit verwitterten Erdhügeln und Gräben. Alles schien vor langer Zeit verlassen worden zu sein. Er nahm ihre Hand und erklärte:
„Genau an dieser Stelle haben dänischen Archäologen einen Tempel entdeckt.“
Mahoud zeigte auf die Hügel hinüber.
„Dort haben sie einen Brunnen ausgegraben, sie fanden Tonscherben...“
„Und Münzen und Alabastervasen“, beendete sie den Satz.
Sie sprach leise, mehr zu sich selbst, bückte sich und fuhr fast zärtlich mit der Hand über den ausgetrockneten Boden. Dann flüsterte sie:
„Sie kamen von den Sternen und vermählten sich mit den Töchtern der Erde und bauten die Zikkurat für Götter, die vom Himmel stiegen.“

Mahoud hatte einen großen Baum ausfindig gemacht. Sie setzten sich darunter, um ein wenig auszuruhen.
„Was meintest du mit, sie kamen von den Sternen?“, fragte er neugierig.
„Ich meinte die Sumerische Sage, die vor ein paar tausend Jahren auf Keilschrifttafeln geschrieben wurde. Du kennst ja die Gilgamesch Sage.“
Sie sah ihn an.
„Ich glaube, dass wir alle von den Sternen kamen, in welcher Form auch immer, und dorthin zurückkehren. Nicht alle Menschen verstehen mich, aber als Künstler genießt man eine gewisse Narrenfreiheit. Miguel Angelo versuchte mich zu verstehen, aber bedauerlicherweise sind wir daran gescheitert. Wir waren zu verschieden.“
„Du bist wirklich seltsam, aber ich verstehe und liebe dich.“
„Ich glaube auch, dass wir uns schon lange kennen. Allein aus diesem Grund begleitete ich dich und habe Vertrauen zu dir.“


Es war still dort, wo sie saßen, nur manchmal wehte der Wind die Laute vom nahen Dorf zu ihnen herüber. Mahoud war schweigsam und sie dachte an die Archäologen. Ob sie wohl genauso unter diesem Baum gesessen haben und sich über versunkene Kulturen Gedanken machten? Über die Stadt Ur und über Mesopotamien, es soll ja die Wiege der Menschheit gewesen sein.
Das Lachen spielender Kinder hörte sie. Und weit in der Ferne den Ruf eines Esels. Mahoud legte den Arm um ihre Schulter und küsste sie sanft.
Nachdenklich nahm sie eine Hand voll Erde und meinte:
„Vielleicht war Gilgamesch auch an dem Platz, wo wir gerade sitzen. Er hat auf Dilmun das Wasser des Lebens gesucht.“
„Mit Sicherheit war er hier, aber er konnte seinen Freund Enkidu dennoch nicht retten.“
„Was du sagst, stimmt mich traurig. Erzähle mir ein wenig über Gilgamesch.“
„Wusstest du, dass Gilgamesch und sein Freund bis in den Libanon kamen? Sie drangen in den verwunschenen Wald der heiligen Zedern ein und besiegten dort das Ungeheuer Chuwawa.“
„Chuwawa?“ Sie musste lachen, meinte, das klänge wie irgendeine exotische Hunderasse. Wieder ernst fragte sie, wie er das Gilgamesch Epos interpretieren würde.
„Ja wie“, überlegte er. „Es geht vermutlich darum, dass ein Gott Mensch wird. Die Sage handelt vom Verlust der Unsterblichkeit und der daraus folgenden Angst vor dem Tod. Es ist das Aufbegehren gegen die Götter.“
Mahoud kaute gedankenverloren auf einem Grashalm herum. „Ich glaube, es geht um die endgültige Abnabelung von ihnen.“
„Unser Preis für Freiheit und Selbstbewusstsein? Und du meinst, wir kommen einfach ungestraft davon?“
Nachdenklich zog er die Stirn in Falten.
„Bahrain ist die Insel Dilmun, wo Ziusudra lebte. Bei euch in der Bibel wird er Noah genannt. Die Götter straften damals die Menschheit mit der Sintflut. Ja, es liegt alles in Allahs Hand.“
Er erhob sich.
„Lass uns aufbrechen. Ich möchte mit dir nach Al-Manama fahren.

Text von Karuna :kiss4: :kiss3: :kiss4:
 
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Lotusz schrieb:
Hallo

Das beste wird sein, ihr macht einen Club der Erleuchteten auf.

Alles Liebe. Gerrit

Ich glaube so eine Art Erleuchteten-Club existiert hier insgeheim schon, mit QIA S.O.L als Anführer/Chef.

Aber ich als bekennende Nicht-Erleuchtete möchte diesem Club auf keinen Fall angehören.

:ironie:

:schaukel:
 
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