Eltern - und andere Lebensgefahren

Guten Morgen zusammen!

TrixiMaus - das freut mich sehr für euch beide, daß es deiner Ma besser geht und wünsche euch, daß es weiter bergauf geht.

Was ihr alles geschrieben habt - Wahnsinn - da komm ich kaum noch hinterher.

Ich durfte in den letzten Tagen sowas wie einen flashback erleben - genau dasselbe Verhalten von jemandem, das mich in genau dieses Verhalten gebracht hat, das ich dachte, überwunden zu haben. Wieder dieses Gefühl von Hilflosigkeit, von Lähmung, von völligem Alleinsein, weil mir da ja keiner helfen kann. Es wurde mal wieder nicht mehr mit mir gesprochen, weil ich so pöhse war, es mir nicht gefallen zu lassen, aus heiterem Himmel angebrüllt zu werden und als Mülleimer für den Frust eines anderen dienen zu sollen. Ich selbst fühlte mich so wie vor Jahrzehnten, das war schon lang nicht mehr so schlimm gewesen.
Hab es Kinny erzählt, weil sie ja genau weiß, wie das läuft, und sie hat mir recht gut herausgeholfen. Sobald ich wieder abgegrenzt war, war auch das Verhalten desjenigen wieder normal.
Ich denke, daß das nicht ohne Grund passiert ist, weil es jetzt eben passiert ist, wo dieser Thread läuft.
Hab auch bemerkt, daß ich mich eventuell zu sicher gefühlt habe (hab mich eben auch schon sehr stark gefühlt :) )

Übrigens ist mir das gestern das erstemal gelungen, was ihr erzählt, Sayalla und Suena. Ich hab ja auch eine Freundin, die viel jammert über ihre Geldnot (und sie hat sie auch, diese Geldnot), die aber auch schon öfter, wenn ich ihr dann Geld gegeben habe, das ganz anders ausgegeben hat, als ich es bezweckt hatte und ich dann doch eben das Essen und das Futter für die Tiere obendrein gekauft habe. Ich dachte dann immer, sie braucht eben auch ein Gefühl von ein klein wenig Luxus in ihrer Armut und habe mich selbst beschwichtigt. Gestern war es zwar nicht des Geldes wegen, sondern weil sie sich wie Aschenputtel fühlte , was ich schon auch gut verstehen kann. Aber - ich habe diesmal gedanklich anderes reagiert anscheinend. Ich konnte es, nicht mitzuleiden, sondern das, was sie sagte, akzeptieren und tja, wie soll ich es sagen. Es ging ihr auf einmal viel besser, sie lebte auf, ohne daß ich etwas mitgetragen habe in dem Sinn von Leid. Ist das jetzt zu wirr erzählt?

Na denn, einen schönen Tag euch allen!
 
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So. Jetzt hat sich die Frage, die ich zu deinem vorigen Beitrag in mir auftauchen hatte, beantwortet, noch ehe ich sie gestellt habe. :)


In mir fragte es nämlich, wie das gemeint ist, dieses



- mit dem Hintergrund, was ist, wenn der sich so verhält, daß er ununterbrochen meine "Hilfe" verlangt... Groschen gefallen. Solange ich mich davon noch dazu bringen lasse, selbst ("gut meinend" und gut gemeint ist das Gegenteil von gut) Grenzen zu überschreiten, solang geh ich in dem System im Kreis, stimmts?

Ein großer Stolperstein bei mir war vermutlich: diese Haltung, die hier zutage tritt, nimmt sehend in Kauf, daß der Andere (dem ich seine Selbstverantwortlichkeit lasse) sich empört und enttäuscht ob meiner Herzlosigkeit von mir abwendet. Und das wollte ich ja mit aller Kraft vermeiden... da bin ich lieber grenzüberschreitend geworden...

Ja, hast es auch nochmal gesagt, Kinny , bei mir war es ja auch so. Und das gilt ja auch für das Annehmen dieser negativen Gefühle des anderen, weil man denkt, er würde sich sonst abwenden von einem und einen als kalt bezeichnen und als herzlos. Was sie ja auch tun des öfteren, sie werfen einem genau das vor.

Das andere ist aber, daß ich schon helfe, wenn ich Not sehe. Ich glaube, daß man das einfach ein wenig differenzieren muß und abwägen, was gerade vielleicht wirklich wichtig ist.
 
Ja, das stimmt.
Und das Folgende stimmt auch >>>

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

Gott gebe mir Geduld mit Veränderungen, die ihre Zeit brauchen, und Wertschätzung für alles, was ich habe, Toleranz gegenüber jenen mit anderen Schwierigkeiten und die Kraft, aufzustehen und es wieder zu versuchen, nur für heute.

Friedrich Christoph Oetinger 1702 - 1782

... iss ja nicht so als wenn wir das Rad neu erfinden würden. Wenn man mal das Datum beachtet, oioioiiiii.
Sayalla:)

Super Spruch - und an der Weisheit, das zu unterscheiden, da werd ich wohl noch arbeiten müssen.
 
Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.
Sayalla:)

Jo. Den Spruch hab ich den Pompfüneberer als letzten Gruß am Grab meines Vaters sagen lassen... als das alles, was jetzt im Gang ist in mir, ins Rollen kam, Anfang dieses unglaublichen Jahres.

Und ich seh jetzt, auch im Hinblick auf meinen Vater, erst, wie dieser Spruch paßt.
 
Liebe Sayalla!

Das ist ein schöner Spruch, ich kannte ihn bisher nur von Begräbnissen. Aber es stimmt, er ist auf vieles anwendbar, nicht nur auf den Tod.

Alana, die Freundinnen sind so eine Sache. Das Differenzieren, wo Hilfe angesagt ist und wo es besser wäre, dem anderen die Verantwortung nicht zu nehmen, ist nach wie vor eine Gratwanderung, finde ich.

Da wäre es auch für mich hilfreich, wenn man mal auflisten könnte, wo genau die Grenze ist zwischen "nicht wegschauen, wenn Not da ist" und "Verantwortung wegnehmen". Da steh ich nämlich auch oft an.

Vielleicht fällt Euch dazu etwas ein, das wäre schön.

Ich differenziere im Moment aus dem Bauch raus - wo ich das Gefühl kriege, mir wird da was umgehängt, blocke ich ab. Aber es könnte leicht sein, dass das auch nicht das gelbe vom Ei ist.*zugeb*

Die Kaninchenmuster, in die man manchmal zurückfällt, die kenn ich auch gut. Da erstarre ich dann wie ein Karnickel vor der Schlange und bin wehrlos. Wie schon geschrieben, bei mir gibts einen speziellen Trigger, das zu wissen ist zwar ganz gut, hilft aber in der Situation auch nix.:schmoll:

Möglicherweise hat das nichts mit eigentlicher Stärke zu tun, denn Dein Gefühl der Stärke hat Dich (da bin ich mir ziemlich sicher) nicht getäuscht.

Sondern es könnte, genauso wie bei mir, eben einen Trigger geben, dass Du in dieses Verhalten gefallen bist. Mein Verhalten in solchen Situationen passt ganz und gar nicht zur Suena, wie ich sie selbst kenne .:wut1:

Aber muss nicht sein, kann sein, dass es bei Dir ganz anders läuft.

Kinny schrieb:
Ein großer Stolperstein bei mir war vermutlich: diese Haltung, die hier zutage tritt, nimmt sehend in Kauf, daß der Andere (dem ich seine Selbstverantwortlichkeit lasse) sich empört und enttäuscht ob meiner Herzlosigkeit von mir abwendet. Und das wollte ich ja mit aller Kraft vermeiden... da bin ich lieber grenzüberschreitend geworden...

Ja, mit dem Gefühl hab ich auch gekämpft beim Beispiel meiner Freundin. Aber letztendlich denk ich mir, ihr zu helfen, immer wieder auf ihre Forderungen eingehen - DAS ist in Wahrheit ein Bärendienst. Denn damit treib ich sie immer weiter hinein in das Muster und nehme ihr jede Cance, selbst aktiv zu werden.

Und mit diesem Gefühl leb ich leichter, weil ich mir denk, wenn ich die Verantwortung beim anderen lasse, dann schätze ich ihn auch. Da hat Sayalla sicher Recht.

Liebe Grüße
Suena
 
Hallo ...
Bitte wundert euch nicht,
daß ich hier nicht mehr poste...
mein Fokus liegt seit heute Nacht sowieso erstmal woanders...

https://www.esoterikforum.at/threads/118805

Vielleicht melde ich mich hier später noch mal zu Wort...
aber erstmal ist mir das andere natürlich wichtiger...
Wer erstickt schon gerne?

Alles Gute und Liebe euch erstmal wünsche...

Grüsse...Luckysun...
 
Guten Abend :)

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine von dem anderen zu unterscheiden.

Friedrich Christoph Oetinger 1702 - 1782
Dieser Spruch wird meines Wissens so gut wie jedem Alkoholiker, der um Hilfe ersucht, an die Hand gegeben. Dass er auch auf Beerdigungen gesagt wird, das war nun wiederum mir nicht bekannt.

Das Differenzieren, wo Hilfe angesagt ist und wo es besser wäre, dem anderen die Verantwortung nicht zu nehmen, ist nach wie vor eine Gratwanderung, finde ich.
Hm, ich denke, es ist vielleicht auch gut, dass es eine Gratwanderung ist. Denn auf diese Weise bleibt man aufmerksam und offen, für sich und für den oder die anderen. Vielleicht hilft es auch, sich selbst Zeit zu geben vor einer Reaktion und nicht quasi reflektorisch aufzuspringen, sondern in Ruhe hinzuspüren.

Da wäre es auch für mich hilfreich, wenn man mal auflisten könnte, wo genau die Grenze ist zwischen "nicht wegschauen, wenn Not da ist" und "Verantwortung wegnehmen". Da steh ich nämlich auch oft an.
Vielleicht hilft es, wenn du auf die Situationen schaust, in denen dir geholfen wurde und wie es dir jeweils mit der Art der Hilfe und Unterstützung ging. Was hat dich gestärkt und unterstützt und welche Art von Hilfe hat dazu geführt, dass du dich immer noch schwach und bedürftig fühltest?

Ich differenziere im Moment aus dem Bauch raus - wo ich das Gefühl kriege, mir wird da was umgehängt, blocke ich ab. Aber es könnte leicht sein, dass das auch nicht das gelbe vom Ei ist.*zugeb*
Dazu habe ich einmal etwas in einem kleinen Büchlein gefunden, und damit bin ich weitestgehend gut "gefahren". Nämlich nur aus der eigenen Fülle heraus zu geben und nicht aus der eigenen Bedürftigkeit heraus. Also nichts geben, was man selbst dringend braucht. Und diese Entscheidung kann durchaus der Bauch fällen.

Wirklich schwierig war für mich, mich von meinem Sohn abzugrenzen, dem es eine zeitlang wirklich elend ging. Er hatte es geschafft, große Mietrückstände aufzubauen und ca. einmal pro Woche hatte ich die Vermieterin am Telefon - obwohl mein Sohn schon volljährig war. Irgendwann hatte ich die Nase so voll, dass ich sie anschnauzte, ob sie wirklich glaube, dass ich von meinem Übergangsgeld zwei Mieten zahlen könne. Und meinen Sohn, der täglich vor mir saß und eine schwarze Stimmungswolke vor sich herschob, den schnauzte ich auch gleich an. Er durfte bei mir Essen und Trinken, er durfte sich auch Tabak kaufen, aber ich habe ihm fortan kein Geld mehr gegeben und auch nicht mehr versucht, den Mietrückstand abzuzahlen. Ich war eindeutig an meiner Schmerzgrenze angekommen. Trotzdem zwackte mich mein Gewissen bzw. so eine innere Stimme, die etwas von "Rabenmutter" erzählte und davon, dass ich mein Kind doch versorgen müsse...

Also habe ich mich hingesetzt und ganz nüchtern Kosten zusammengerechnet. Es wurde klar: Ich hatte gegeben, was ich konnte und mehr war nicht drin, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen. Das half schon einmal.

Etwa ein Jahr später hatte sich mein Sohn seinem Umgang mit Geld gestellt und eine Schuldnerberatung aufgesucht. Ein weiteres Jahr danach holte er sich therapeutische Hilfe. Ich meine schon, dass es gut war, meine Grenze aufzuzeigen und deutlich zu zeigen, inwieweit ich helfen kann. Was ich von mir selbst weiß: Nicht immer ist die gewünschte Form der Hilfe die, die einem hilft, es selbst zu tun.

Das ist nun keine Liste geworden, aber vielleicht ist ja trotzdem etwas Nützliches dabei.

Liebe Grüße
Rita
 
Hallo Ihr Lieben!

Bin wieder da und versuche mal, mich "einzufädeln" :)

Was ich schon lange und immer wieder sagen will:
@ Rita:
... ich lese dich so gerne! Schon mal, weil du mich immer wieder zum Lachen und zum Nachdenken bringst. So vieles von dem, was du erlebt hast und deinem Weg mir ganz vertraut ist und du das, was eigentlich kaum beschreibbar ist, weil auch viel davon im nicht-sprachlichen Bereich stattfand, so gut nachvollziehbar audrückst. Danke.

Hallo Suena und Kinny,

wie lautet denn die Frage? Ob weit zurück reichende Familientraumen sich z.B. als besondere Verhaltensmuster auswirken können, und zwar ziemlich genau so, wie Suena das beschreibt?

Vielleicht war das eine Kompensation von irgendetwas - z.B. einem Trauma, mal NICHT geholfen zu haben und etwas Schlimmes entstand daraus, oder eine Übernahme von einem im Familienfeld schwebenden Schuldgefühl.


Bei uns gabs in der Ahnengeschichte so eine Situation, meine Großmutter und ein Jahr später mein Großvater starben, als meine Ma und ihre Brüder noch ganz klein waren. Sie waren Waisenkinder und lebten in einem fremden Land, mutterseelenallein, herumgeschubst und ohne Hilfe von den in Deutschland lebenden Verwandten, die die Kids nach Amerika zur Adoption freigeben wollten, OBWOHL die finanziellen Möglichkeiten, sie zu versorgen, mehr als gegeben waren, denn sie waren steinreich - und mit dem Erbe, das eigentlich meiner Mutter und meinen Onkeln zugestanden wäre, noch wesentlich reicher.

Und wenn ich an diese Geschichte denke, krieg ich heute noch einen Kloß im Hals - das Gefühl, als Mutter sterben zu müssen und die Kinder hilflos alleine zu lassen, ist für mich entsetzlich. Ich versuchte das zu kompensieren, indem ich überall Vorkehrungen getroffen habe, finanziell, Wohnmöglichkeit, Sorgerecht etc. - alles schriftlich und doppelt abgesichert....DA hab ich ein Problem, auch wenn ich von der Logik her weiß, dass es nicht "meine" Geschichte ist, ich loslassen und zurückgeben sollte, was nicht meines ist.

Und vielleicht gabs in Eurer Familie auch so einen Punkt, wo Ihr etwas übernommen habt, und wo jede Handlung, die das kompensieren könnte, ihren Reiz ausübt.

Aber ich denke, da könnte Melodie sicher mehr und besseres dazu sagen, da hab ich zuwenig Durchblick.

Allerdings! Das Phänomen der Weitergabe von Ungelöstem, auch über viele Generationen, ist auch eine der Lebensgefahren, um die es hier geht, solange ein solches Muster nicht erkannt ist und in Liebe und Achtung gelöst.

Liebe Grüße,
Eva
 
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Hallo ...
Bitte wundert euch nicht,
daß ich hier nicht mehr poste...
mein Fokus liegt seit heute Nacht sowieso erstmal woanders...

https://www.esoterikforum.at/threads/118805

Vielleicht melde ich mich hier später noch mal zu Wort...
aber erstmal ist mir das andere natürlich wichtiger...
Wer erstickt schon gerne?

Alles Gute und Liebe euch erstmal wünsche...

Grüsse...Luckysun...

Liebe Luckysun!

Ich habs drüben schon geschrieben, ich wünsche Dir, dass Du wieder vollkommen und vor allem SCHNELL wieder gesund wirst! :trost:

Und mach Dir mal keinen Kopf wegen diesem Thread, kümmer Dich jetzt um das, was wirklich wichtig für Dich ist: Deine Gesundheit!

liebe Grüße
Suena
 
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