Eine wichtige Frage: Haben wir nach der Erleuchtung noch Sex??

Eine wichtige Frage: Haben wir nach der Erleuchtung noch Sex??

  • Nein, und drum erleuchte ich in nächster Zeit auch tunlichst nicht

    Stimmen: 14 24,6%
  • Nur mehr mit Gott

    Stimmen: 8 14,0%
  • Ja, unverändert

    Stimmen: 36 63,2%

  • Umfrageteilnehmer
    57
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Delphi

Mitglied
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12. Mai 2002
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83
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Heilbronn
Wäre doch schade wenn nicht oder ?
Es gibt doch nichts schöneres,wie wenn zwei verschiedene Energien zu einer verschmelzen !!!

Die frage ist wohl eher ab wann ist man erleuchtet?
Wenn man im Kloster ist,oder als Eremit einsam in den Bergen lebt ?

Viel Spaß bei diesem Thema !;)

Gruß
Delphi:)
 

Luquonda

Aktives Mitglied
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Twistenbostel / Zeven
Hallo

Ob vor, während oder nach.....

Schade wärs auf jeden Fall, wenn nicht.

Solange ich hier in meinem Körper bin, möchte ich doch wirklich auch die angenehmen Seiten des körperlichen spüren.

Nur rein energetisch verschmelzen kann ich dann noch lange genug.

Und selbst wenn man schon alle Teile in sich integriert hat, das Polare wegfällt und viele sagen, nun brauche man nicht mehr das Vereinen des weiblichen und des männlichen Aspekts in der Materie, Spaß machts doch trotzdem und schön ist es auf jeden Fall.

Also wenn Erleuchtung bedéutet, sich ganz vom körperlichen loszusagen, wart ich mit meiner Erleuchtung lieber mal, bis ich sowieso ein Energiewesen ohne Körper bin;)

Liebe Grüße
Luquonda
 

Kvatar

Sehr aktives Mitglied
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6. Mai 2002
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Hi Josch,

eine sehr wichtige Frage. Darf ich Dir eine alte Geschichte erzählen?

Milarepa war lange Zeit auf der Suche nach der Erleuchtung gewesen, ohne sie jedoch zu finden. Eines Tages rastete er während eines Aufstieges auf einen Berg auf dem Bergrücken, und erspähte plötzlich einen alten Mann, der auf seinen Schultern einen Sack trug. Ganz offenbar war dieser Mann auf dem Gipfel gewesen, und Milarepa erkannte sofort, dass dieser Mann auch die Antwort auf seine brennende Frage wusste. So bat er ihn flehentlich:
"Alter Mann - bitte sage mir: Was ist Erleuchtung?"
Der Alte blieb stehen, lächelte, liess seinen schweren Sack von seiner Schulter auf den Boden gleiten, und richtete sich auf.
"Aha, ich verstehe!" rief Milarepa. "Aber sage mir, alter Mann: was kommt nach der Erleuchtung?"
Wieder lächelte der alte Mann, hob seinen Sack wieder auf die Schulter, rückte seine Last zurecht und ging weiter seines Weges.


Frage beantwortet ? ;)
 

Kvatar

Sehr aktives Mitglied
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Das gilt für alle Dinge, die wir tun. Wir tun sie vor dem Moment des Aufwachens ebenso wie danach - und doch ist es etwas völlig anderes, das wir tun. Die Tat hat sich nicht verändert, sondern wir verändern uns. Es ist die Essenz der Meditation.


Indem wir uns selbst vergessen, gibt es kein "Ich" mehr, das die Tat tut. Wir haben jeden Gedanken an ein "Ich" bereits aufgegeben, und meditieren unser Tun. So werden wir selbst zur Tat, die sich tut.

Zen wird immer gerne mit verschiedenen Künsten in Verbindung gebracht, die meditative Komponente ist dabei von oberster Bedeutung. Der Bogenschütze schiesst nicht mit dem Pfeil, sondern meditiert sein Tun, und der Pfeil löst sich im rechten Moment von allein - niemals kann er das Ziel verfehlen, denn niemand ist da, der den Fehler machen könnte.

Klingt doof, gell ? ;) Ich hoffe, dass der folgende Textauszug Dir zu verstehen hilft. Du kannst ihn vollständig lesen auf http://www.nurindeinemkopf.de/nidk_warum_o.html



Ein höchst erstrebenswerter Zustand in der Meditation ist der Zustand des Samadhi - das Eins-sein mit allem. Ich selbst habe diesen Zustand in seinem ganzen Ausmass zum ersten Mal beim Kendo erfahren. Kendo ist wortwörtlich der Weg des Schwertes - japanischer Schwertkampf; er wird allerdings von Anfängern und Feiglingen wie mir mit Übungsschwertern aus flexiblem Bambus praktiziert. Mein Freund Marcel und ich standen uns gegenüber, jeder führte abwechselnd einen Schlag. Ich konzentrierte mich irgendwann nicht mehr auf seine Schläge, sondern nur auf meine Atmung ( ...) Für die Dauer von drei, vier oder fünf Schlägen war "ich" nicht mehr anwesend - und wusste irgendwie immer eine Millisekunde vorher, wo der nächste Schlag hingehen würde, war also mit der Abwehr schneller als der Angriff.
Dann fiel mir auf, was hier gerade stattfand und ich jubelte innerlich Hurra, es funktioniert! Das war der Moment, als ich es voll auf den Daumen bekam, ich war wieder gelandet.

Musashi, der bekannteste Kendomeister Japans, formulierte das so: Wenn der Geist leer wird, spiegelt er die Gedanken des Gegners. Sein Buch der fünf Ringe, tatsächlich ein klassisches Buch über Schwertkampf und Strategie, wird noch nach 300 Jahren von asiatischen Managern gelesen und im Marketing umgesetzt.

Zen-Zoo
Aus Japan stammt auch eine meiner Lieblingsphilosophien, der Zen-Buddhismus. Zen als solches ist nicht unbedingt an eine bestimmte Religion gebunden und kann auch mit Christentum kombiniert werden. Es ist frei von Bewertungen und Dogmen, und schafft so genau diese Einstellung der Freiheit. Das Ziel ist nicht nur ein möglichst tiefer Samadhi-Zustand, sondern die Erleuchtung. Diese wird unter anderem angestrebt durch sogenannte Koans, kurzen, paradoxen Sätzen. Der bekannteste Koan ist wohl Welchen Ton macht eine klatschende Hand? Weitere Beispiele sind Wer ist der Meister der das Gras grün macht? oder Besitzt ein Hund Buddha-Natur? Das Ergebnis dieses Prozesses lässt sich mit Prigogines dissipativen Strukturen vergleichen. Das Bewusstsein wird mit dem Koan solange überlastet, bis es auf eine höhere Ordnung explodiert.
 
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