Eine Beziehung: Borderline / Narzissist

Ich las das schon öfter, dass Borderliner noch am ehesten in solchen konträren Beziehungen ihr Glück finden, wo der Beziehungspartner gefühlsmäßig nicht so extrem beeinflussbar ist.

Ja klar, es braucht dann den passenden Partner, der eben gar nicht gefühlsmäßig beeinflussbar ist. Das nenne ich aber nicht mehr Beziehung dann, sondern eben Symbiose, denn beide Personen ziehen für sich etwas, der eine kann Nähe vermeiden, der andere, der Nähe eh nicht leben kann, sich wenigstens an der rationalen Zuverlässigkeit des Gegenübers beruhigen.
 
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Ja klar, es braucht dann den passenden Partner, der eben gar nicht gefühlsmäßig beeinflussbar ist. Das nenne ich aber nicht mehr Beziehung dann, sondern eben Symbiose, denn beide Personen ziehen für sich etwas, der eine kann Nähe vermeiden, der andere, der Nähe eh nicht leben kann, sich wenigstens an der rationalen Zuverlässigkeit des Gegenübers beruhigen.

Ja genau, die rationale Zuverlässigkeit des konträren Beziehungspartners kann für einen Borderliner sehr hilfreich sein. Aber ich finde solche funktionalen Beziehungen sehr wohl sinnvoll, wenn doch beide das erhalten, was sie bedürfen. Es gibt kein Schema, wie eine Beziehung zu sein hat. Es ist auch voll in Ordnung, wenn ein Borderliner seine Dynamik auslebt, solange er nicht andere schädigt und möglichst sich selbst auch nicht. Wenn das gegeben ist und sich so was wie Glück einstellt, ist das doch prima!
 
Ja genau, die rationale Zuverlässigkeit des konträren Beziehungspartners kann für einen Borderliner sehr hilfreich sein. Aber ich finde solche funktionalen Beziehungen sehr wohl sinnvoll, wenn doch beide das erhalten, was sie bedürfen. Es gibt kein Schema, wie eine Beziehung zu sein hat. Es ist auch voll in Ordnung, wenn ein Borderliner seine Dynamik auslebt, solange er nicht andere schädigt und möglichst sich selbst auch nicht. Wenn das gegeben ist und sich so was wie Glück einstellt, ist das doch prima!

Klar, aber wie Holztiger schon anführt, was, denn der BL gesund wird und echte Nähe möchte, weil er das jetzt leben kann?

Als Weg zur Heilung wäre so eine rationale Symbiose sicherlich hilfreich. Wer sich dazu berufen fühlt, leistet sicherlich einen guten Beitrag dazu, dass psychisch kranke Menschen wirder eine Chance erhalten, sich ihr Leben gut einzurichten. :)
 
Mal angenommen - die BL Partnerin entschliesst sich zur Therapie und ist ausgeheilt, vollst. - und das ist durchaus realistisch, machbar...
Da müßte sich der gefühlsstumpfe Mann am Ende noch eine neue Freundin mit seinem geliebten Krankheitsbild suchen...xD

Das wäre ein Grund, alles unter Kontrolle haben zu wollen, damit alles so bleibt wie es ist - aber wer hat schon alles unter Kontrolle?^^

Wenn doch alles nur so einfach wäre, wie es sich der Kopf vorstellt :ROFLMAO:

Ich hab mich schon öfter mit sogenannten "geheilten Borderlinern" ausgetauscht und immer noch das volle Programm wahrgenommen, nur etwas subtiler verpackt. Borderline ist nicht heilbar, nur justierbar. Borderliner können sich gerade gegenüber der Außenwelt sehr gut verstellen und sich für gesund erklären (viele machen das aber nicht). Ist aber nicht so. Die BL-Persönlichkeit ist so komplex und tiefgehend, das bleibt im Kern immer erhalten. Und ich verteufle das auch nicht. Jeder Mensch hat gewisse akzentuierte Persönlichkeitsanteile, die es auch als Störung gibt. Man kann die Ecken und Kanten etwas nehmen wie bei einem ungeschliffenen Diamanten. Ich fände es sowieso besser, auch mal das Potenzial zu sehen. Es ist nicht nur ein Defizit, sondern die Dynamik schafft auch Potenzial, bei BL vor allem künstlerisch, beim Narzissmus in der Leistungsbereitschaft.
 
Ich hab mich schon öfter mit sogenannten "geheilten Borderlinern" ausgetauscht und immer noch das volle Programm wahrgenommen, nur etwas subtiler verpackt. Borderline ist nicht heilbar, nur justierbar. Borderliner können sich gerade gegenüber der Außenwelt sehr gut verstellen und sich für gesund erklären (viele machen das aber nicht). Ist aber nicht so. Die BL-Persönlichkeit ist so komplex und tiefgehend, das bleibt im Kern immer erhalten. Und ich verteufle das auch nicht. Jeder Mensch hat gewisse akzentuierte Persönlichkeitsanteile, die es auch als Störung gibt. Man kann die Ecken und Kanten etwas nehmen wie bei einem ungeschliffenen Diamanten. Ich fände es sowieso besser, auch mal das Potenzial zu sehen. Es ist nicht nur ein Defizit, sondern die Dynamik schafft auch Potenzial, bei BL vor allem künstlerisch, beim Narzissmus in der Leistungsbereitschaft.

Wer mit beiden Händen alles fest im Griff hat, hat keine Hand frei, etwas neues anzunehmen.

Was man tatsächlich sehen kann, hängt meist davon ab, was man sehen möchte.
Interessant wäre es vielleicht mal, das Kind in geeignetem Alter zu fragen, ob es funktionale Beziehung auch so prima findet...

Mit einem irischen Sprichwort verabschied ich mich aus der Diskussion, muss dann wieder was arbeiten xD

Cha tèid nì sam bith san dòrn dùinte.
(
Nothing can get into a closed fist.)
 
Klar, aber wie Holztiger schon anführt, was, denn der BL gesund wird und echte Nähe möchte, weil er das jetzt leben kann?

Als Weg zur Heilung wäre so eine rationale Symbiose sicherlich hilfreich. Wer sich dazu berufen fühlt, leistet sicherlich einen guten Beitrag dazu, dass psychisch kranke Menschen wirder eine Chance erhalten, sich ihr Leben gut einzurichten. :)

Es gibt schon auch Momente, wo ein Borderliner echte Nähe empfindet, das bricht dann durch. Ich merke das sehr schön, wenn er auf einmal seine BL-Dynamik unterbricht, als würde er lauschen. Er springt zwar immer wieder auf sein BL-Karussell in der haltlosen Verzweiflung, aber manchmal kommt er raus und hält inne. Rationales Denken ist eine gute Basis dafür, um genug Halt dafür zu finden. Es hilft auch, ihn/sie anzuschauen und ganz ernst und einvernehmlich und bedächtig zu reden, signalisierend, dass er nun voll gebraucht wird in seiner Präsenz. Das sind sehr schöne Momente der echten Nähe. Ich kenne es aber auch, sich wie ein Trabant zu fühlen, nicht gesehen zu werden, eben wenn das BL-Karussell läuft. Nur hab ich dafür Verständnis. Es ist ein Zeichen von Angst, die ausagiert wird auf diese Weise. Ich fühle mich nicht mehr verletzt dadurch, weil ich es verstehe.
 
Hm ich weiß nicht, also für mich gesprochen, bei mir gehen die Alarmglocken an, wenn jemand als Beziehungspartner oder auch naher Freund es braucht, dass ich aufgrund seiner/ihrer psychischen Disposition Halt geben soll. Ich sehe darin nur Nachteile für mich, also meide ich entsprechende destruktive Beziehungsdynamiken.

Dass ich dafür Verständnis aufbringen kann, sogar Empathie, lässt mich nicht in so eine symbiotisch-ausgleichende Rolle fallen, da mir das nichts gibt.
 
Hm ich weiß nicht, also für mich gesprochen, bei mir gehen die Alarmglocken an, wenn jemand als Beziehungspartner oder auch naher Freund es braucht, dass ich aufgrund seiner/ihrer psychischen Disposition Halt geben soll. Ich sehe darin nur Nachteile für mich, also meide ich entsprechende destruktive Beziehungsdynamiken.

Dass ich dafür Verständnis aufbringen kann, sogar Empathie, lässt mich nicht in so eine symbiotisch-ausgleichende Rolle fallen, da mir das nichts gibt.

Ja, sehe ich auch so, aber so schwarz-weiß ist es eben nicht, der Borderliner ist ja viel mehr als das Krankheitsmodell Borderline. Du beschreibst Deine Motivation im Grunde auch funktional, indem Du danach fragst, was Dir eine solche Beziehung bringt. Aber Zuneigung und Liebe hat nichts mit Ergiebigkeit einer Beziehung zu tun, gerade in Familien nicht. Und wenn es nun mal so ist, wie es ist, weil ein schweres Trauma dahintersteckt, dann kann man auch dazu ein JA finden und Führung von oben und Sinn erkennen. Ich sehe das auch spirituell. Natürlich ist es wichtig, sich abzugrenzen. Doch muss das nicht bedeuten, einen Borderliner auszugrenzen und aus dem Leben zu streichen.
 
Ja, sehe ich auch so, aber so schwarz-weiß ist es eben nicht, der Borderliner ist ja viel mehr als das Krankheitsmodell Borderline. Du beschreibst Deine Motivation im Grunde auch funktional, indem Du danach fragst, was Dir eine solche Beziehung bringt. Aber Zuneigung und Liebe hat nichts mit Ergiebigkeit einer Beziehung zu tun, gerade in Familien nicht. Und wenn es nun mal so ist, wie es ist, weil ein schweres Trauma dahintersteckt, dann kann man auch dazu ein JA finden und Führung von oben und Sinn erkennen. Ich sehe das auch spirituell. Natürlich ist es wichtig, sich abzugrenzen. Doch muss das nicht bedeuten, einen Borderliner auszugrenzen und aus dem Leben zu streichen.

Na, ich verliebe mich in solche Menschen gar nicht mehr erst, auch das hat vielleicht mit Spiritualität zu tun. Vielleicht hat das mit karmischen Verstrickungen zu tun, dass man aneinander gewisse Themen abarbeitet und sich weiter entwickelt. Dann mag man irgendwann aussteigen aus destruktiven Beziehungen. Denn andere Menschen tragen durch ihr Verhalten meine Knackpunkte an mich heran, die ich dann bewältigen muss. Ich sag immer zum Spaß ich habe einen Magneten für Narzissten am Arsch. Die spüren mich überall zielsicher aus und meine Aufgabe war und ist es, nicht mehr Magnet zu sein. So ganz habe ich das noch nicht erreicht (wesentlich in der virtuellen Welt, real klappt das sehr gut), aber ich bin nah dran. :ROFLMAO:

Ich nutze Diagnosebegriffe heute zum Beispiel nur noch, um verkürzt zu beschreiben, welche Verhaltensweisen ich meine, schreibe auch viel lieber von Nähe-Distanz-Problem als von NPS und BL. Denn für mein Leben ist es tatsächlich egal, welche Störung ein anderer Mensch hat, ich muss für mich schauen, ob ich mich den gezeigten Verhaltensweisen aussetzen will und/oder auch kann. Das klingt im ersten Moment sehr narzisstisch, ist es aber nicht, denn ich erspare auch meinem Gegenüber viel Leid, wenn der sich dann sinnlos an mir reibt und seins an mir ausagiert und ich wie die berühmte deutsche Eiche an mir schubbern lasse.
 
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Ja, sehe ich auch so, aber so schwarz-weiß ist es eben nicht, der Borderliner ist ja viel mehr als das Krankheitsmodell Borderline. Du beschreibst Deine Motivation im Grunde auch funktional, indem Du danach fragst, was Dir eine solche Beziehung bringt. Aber Zuneigung und Liebe hat nichts mit Ergiebigkeit einer Beziehung zu tun, gerade in Familien nicht.


Ne, die Frage ist nicht, "was mir das bringt" sondern wie die Kosten-Nutzen Rechnung aussieht.

Wenn ich in einer Beziehung jemanden an der Backe habe, der emotional völlig abhängig ist von meiner Anwesenheit, dann ist das grundlegend ein fragwürdiges Konstrukt, keine Beziehung auf Augenhöhe zwischen zwei souveränen erwachsenen Menschen.
Und da stellt sich in der Tat die Frage, will ich so eine Art Beziehung.
 
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