Die Helfereuphorie... und der Flüchtlingswahnsinn...

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Condemn, das ist das Beste, was ich bisher in diesem Thread gelesen habe. Und ganz nebenbei ist mir ganz persönlich ein fundamentaler Augenöffner (bezüglich Selbsthass) daraus entgegengesprungen.

Danke
Kinnaree

Freut mich zu hören und nichts zu danken!

Ich finde, dass das Thema persönlicher Überzeugungen und persönlicher Dogmen die zu ganzen Glaubenssystemen und persönlichen Weltbildern werden, im Grunde das bedeutendste Thema überhaupt ist/sind. Denn das ist die Basis von allem was mit Menschen zu tun hat. Individuell auf einen selbst bezogen, individuell auf persönliche Beziehungen im Alltag bezogen, aber auch gesellschaftlich und kollektiv, also Religionen betreffend, Staaten, Kulturen, Organisationen, die gesamte Menschheit.

Was mich dabei fasziniert ist die prinzipielle Einfachheit dieser grundlegenden psychologischen Struktur die fast ein bisschen "mechanisch" funktioniert, wobei sie natürlich extrem dynamisch und lebhaft ist. Aber die Gesetzmäßigkeiten sind fast schon mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten vergleichbar.

Nimm etwa das Thema Ablehnung. Was ist das? Eine Art psychologische Kraft die sich gegen eine andere richtet. Physikalisch ist es das:

„Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (actio), so wirkt eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf Körper A (reactio)“

Und psychologisch ist es "dasselbe". Es ist sogar im Einzelfall, also etwa nur meine Psyche betreffend oder nur Deine betreffend, dasselbe. Man kann das fühlen und mental wahrnehmen. In dem Moment wo ich "Kraft" einsetze und sie gegen etwas richte das ich ablehne... erzeugt das eine Gegenkraft. Und dabei ist es vom Prinzip her egal ob jemand jetzt gerade darüber nachdenkt, dass irgendwas in seinem Leben nicht so läuft wie er es gerne hätte, oder sich darüber ärgert, dass wir von einigen Wenigen dominiert werden, oder darüber das zu viele Moslems hier auftauchen etc. Das Prinzip bleibt gleich und der tiefere Kern ist Identifikation. Im persönlichen Leben gibts eh ne Menge Identifikation. Aber die kann sich nach außen ausbreiten. Manche identifizieren sich dann mit Pegida, oder mit dem IS oder mit den Grünen oder auch nur mit einer losen Gruppe von Usern in einem Forum, ohne das es da eine feste Basis geben muss.

Identifikationen mit etwas sind immer auch Identifikationen gegen etwas. Ich kann mich ja schlecht mit Pegida identifzieren ohne jegliche Identifikation zum Islam. Es ist eben nur eine Art "negative Identifikation"... es ist Ablehnung. Das bindet aber nicht weniger, je nachdem wie intensiv die Ablehnung und der Glaubenskomplex dahinter ist. Es ist im Kern eine eingegangene Beziehung, wenn auch eben eine Hass-Beziehung.

Und die Beziehung eines Pegida-Anhängers oder "Islamhassers" zum Islam ist weit tiefer als meine Beziehung zum Islam. Die Beziehung eines Christenhassenden IS-Kämpfers zum Christentum ist tiefer als meine zum Christentum usw. Wobei es ja immer nur Beziehungen zu "inneren Bildern vom......Christentum/Islam/..." sind.

Und wenn man diese Prinzipien versteht, dann hält man sich davon fern. Ich z.B. schleppe wie jeder schon genug persönliche Identifikationen mit mir herum, die logischerweise auch Widerstand gegen das Gegenteil beinhalten. Ich habe irgendwelche Wünsche und da liegen dann Steine im Weg etc. Alles persönlich auf mein Leben bezogen, so wie es wohl bei jedem der Fall ist. Und das sind genug Identifikationen. Warum also soll ich dann noch ne Hass-Beziehung zu Pegida oder Rechtsextremen oder dem Islam eingehen oder zu Usern die ich nur als Nicks kenne...?

Das interessante Paradox daraus ist für mich: Diese Art der Distanz führt zu Offenheit und Flexibilität und auch einem "sich-selbst-nicht-zu-wichtig-nehmen". Gleichzeitig wird man viel schneller zur Projektionsfläche. Es ist möglich einige meiner Posts so zu lesen als würde ich Pegida in Schutz nehmen wollen oder gar rechtfertigen. Es war für 2 User hier sogar schon möglich in mir einen Antisemiten zu sehen. Andere sehen mich als antikapitalistisch oder sozialistisch-ideologisch. Für viele bin ich ein VTler, obwohl ich eigentlich keiner einzigen Verschwörungstheorie wirklich glaube. Kurz gesagt: Diese Nicht-Identifkations-Einstellung macht sehr unangreifbar weil jeder "Zustand" nur temporär ist und niemals statisch. Da muss man nicht differenzieren, das differenziert sich von selbst.

Übrigens, weil ich ja so viel von Manipulation geschrieben habe: Dieses grundlegende Prinzip der Identifikation ist die Basis für jegliche Manipulation. Denn es geht immer darum Identifikationen bewusst herzustellen und dazu werden dann Identifikationen benutzt, die jeder normale Mensch sowieso hat. Eine davon sind grundlegende Ängste. Eine andere ist das natürliche Streben eines jeden nach Anerkennung. Man kann Angst und das Streben nach Anerkennung wie Pole zueinander aufstellen und dann Gruppen erzeugen. Die eine Gruppe wird dann gefürchtet und abgelehnt, sogar gehasst. Die andere Gruppe erzeugt ein Gefühl vermeintlicher Sicherheit und dort holt man sich Anerkennung.

Und dieses Spiel läuft einfach überall. Pegida ist so eine Gruppe... in Opposition zum Islam bzw. zu dem Bild das sie davon haben und in Opposition zur "Lügenpresse" und dem politischen System das sie ablehnen. Aber jene, die sich darüber aufregen oder darüber lustig machen... sind das vom Prinzip her auch. Auch diese "Gruppe" versucht durch das Feindbild eine Basis für Anerkennung zu schaffen. Das ist absolut menschlich. Es basiert eben auf grundlegenden Ängsten und dem natürlichen Streben nach Anerkennung. Aber es macht eben unglaublich anfällig für Manipulationen. Und es ist eben nicht Intelligenz die davor bewahrt, sondern ein bewusster Umgang mit eigenen Identifikationen, den eigenen sehr persönlichen Ängsten und dem eigenen sehr persönlichen Streben - und all das war vorher da. Das andere ist nur oben draufgesetzt.

Deshalb sagte ich auch mehrfach das es keine zentrale Steuerung braucht, keine Gleichschaltung der Medien. Die Manipulation entspricht tatsächlich einem "Psycho-Virus" der sich vervielfältigt, da es über Gruppenbildung läuft. Journalisten schlängeln sich da ganz von selbst ein, was nicht mit bewusster Freiwilligkeit verwechselt werden sollte. Sie sind logischerweise v.a. damit identifiziert ihren Job behalten zu wollen, Anerkennung im persönlichen Umfeld zu bekommen, bzw. fürchten sie die Ablehnung die daraus resultieren würde, wenn sie versuchen sollten mal gegen den Strom zu schwimmen.

Das ist auch der Grund warum ich so viel Wert auf 9/11 lege. Denn die Tatsache das es ein Verbrechen war, egal was man glaubt wer die Täter waren, ist nichts gegen die Tatsache dass daraus eine unglaublich manipulative Dynamik entstand die m.A.n. mit gar nichts zu vergleichen ist. Es gab schlimmere Verbrechen, aber es gab noch nie vorher eine derartige mediale und psychologische Dynamik die aus nur einem Ereignis entstand und sich so leicht fortsetzen lässt. Es steht auch absolut nicht zur Debatte ob sie genutzt und befeuert wurde. Da kann man von Tatsachen sprechen.

Die einzige Gefahr für diese gigantische Manipulation ist, das sie auffliegt. Aber die starke Identifikation die da geschaffen wurde, das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der "freien Welt" in Opposition zu jenen die sie bedrohen, gleichzeitig eine starke Opposition gegen all jene die das hinterfragen, die dann wieder Angst vor Ablehnung haben... das ist dermaßen intensiv, sowas von genial in manipulativer Hinsicht, dass ich persönlich schon fast meinen Hut davor ziehen würde - wenn da nicht gleichzeitig in der Durchführung so krasse Fehler gemacht worden wären das es eben doch nur eine Frage der Zeit ist bis es auffliegt. Denn immer mehr Menschen werden eben doch kritisch oder gewinnen zumindest eine grundlegende Offenheit zurück sich nicht mehr auf irgendeiner Seite einzuordnen, sondern sich das Ganze mal sachlich anzuschauen - egal ob einem dann das bisherige Weltbild um die Ohren fliegt.

Kurzgesagt: All das sind Identifikations-Geflechte und daher sind es "Beziehungen". Und auch Ablehnung und Hass und intensive Opposition ist eine Beziehung mit dem was in Opposition steht. Gleichzeitig ist es immer auch ein Stück Aufgabe des eigenen Selbst, denn damit gibt man immer viel mehr preis als man wollen sollte... und dann wird man "extern kontrolliert". Manches ist dann nur unbewusste Dynamik, anderes ist Strategie und bewusste Manipulation.

Das klingt immer so extrem, aber der Witz ist ja das es doch jeder kennt. Man kennt es aus persönlichen Beziehungen, denn in persönlichen Beziehungen aller Art geschehen ja ebenfalls Manipulationen aller Art. Manche strategisch, die meisten aber auch resultierend aus einer unbewussten Dynamik die sich fortsetzt und einer Eskalation entgegenstrebt. Wirklich verfahren wird es dann, wenn alles so eingebaut ist mit Identifikationen, dass es Ewigkeiten braucht bis es dann auch eskaliert - was einer Lösung entspricht.

Jedenfalls... wenn man die Dinge so grundlegend sieht, dann hält man sich von diesen "Gruppenbildungen" fern weil man ja gleichzeitig erkennt, dass das nicht gut für einen selbst ist. Es ist purer Egoismus das ich mich niemals mit Gruppen identifiziere, weder links noch rechts noch Verschwörungstheoretiker oder Gutmenschen oder was auch immer da so alles an mehr oder weniger konkreten "Identifikations-Gruppen" zur Verfügung steht. Es widerstrebt mir so extrem mich in irgendeiner Weise anderen auszuliefern, da mir meine persönlichen Identifikationen reichen. :D

Kann das übrigens nur empfehlen... weil einem dann scheiß egal ist ob die vermeintlich falschen klatschen oder ob man Anerkennung von den vermeintlich Richtigen bekommt. Man nimmt jedes "Like" :D
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
naja bei ein paar tausenden Heimen sind die 576 Anschläge ja vernachlässigbar...:rolleyes:
siehst du @ping was ich meine?
Soll das eine Antwort auf eine normale sachliche Frage sein?

Das war ironisch gemeint. Sys ist keiner, der über Flüchtlinge hetzt.
Es ist aber so unnötig wie ein Kropf, hier bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf diese Weise zu agieren.
Eine echte Antwort hatte er ja offensichtlich nicht.
Und ich meine da auch nicht nur Sys ...oder dich...

Was heißt hier "persönlich motiviert? Weil ich ihre Einstellung kritisiere?

Na, das wird doch demnächst passieren. Die Türkei wird sich das Geld einsacken, und dann tun, was sie für richtig hält. Und was das z.B. in Bezug auf syrische Kurden in den Lagern bedeuten mag, darüber will ich jetzt nicht nachdenken. Du?

Na, dafür haben wir doch jetzt das verschärfte Asylrecht, da passen doch jede Menge Leute rein. Sogar Afghanistan scheint ja auch bald sicher zu sein. Wird ja nicht überall dort Krieg geführt....
'Die Beiträge an Any gehen über eine Kritik an ihrer Einstellung weit hinaus... und auch damit meine ich nicht nur dich... sondern sehr viele hier...
Und es nervt einfach nur...
was mich ehrlich gesagt aber besonders ankotzt, ist die Tatsache, dass es hier sehr viele user gibt, die speziell fast nur auf Anys Beiträge reagieren ... und dann wird IHR vorgeworfen, sie würde sich selber zum Thema machen.
Wie gesagt, ich habe mich da bisher raus gehalten, aber nach 1500 Seiten sollte es auch dem letzten aufgefallen sein, da meldet sich dann mein Gerechtgigkeitssinn und es drängt auch das eigentliche Thema hier immer wieder in den Hintergrund...

Auf die Situation der Kurden und wie sauer ich darüber bin, dass man jetzt ausgerechnet Erdogan so eine wichtige Rolle zuweist, darauf habe ich hier selber schon zig-fach aufmerksam gemacht, da rennste bei mir offene Türen ein... :)
 
https://www.ndr.de/fernsehen/sendun...heim-in-Sumte-fuer-online,michelsumte104.html

Michel fragt Merkel: Schaffen das die Sumter?
Kulturjournal - 19.10.2015 22:45 Uhr Autor/in: Ralf Baudach
Im Örtchen Sumte wird der Briefkasten einmal am Tag geleert, der Bus fährt auch nicht öfter. Nun kommen 1.000 Flüchtlinge. Michel Abdollahi fragt nach, wie eigentlich "schaffen" geht.

https://www.ndr.de/nachrichten/nied...inge-kommen-ins-100-Seelen-Dorf,sumte172.html
Welche Seite da wohl integriert werden muss?

R.
 
'Die Beiträge an Any gehen über eine Kritik an ihrer Einstellung weit hinaus...
Frag doch mal andersrum, warum sie hier so stark kritisiert wird.
Da geht es nicht nur um die Themen an sich, was schon Grund genug wäre (und die Threads z.B. über Pegida und Griechenland hast du da gar nicht mitgekriegt), es ist auch ihre wirklich anstrengende und nervige Art, Leute blöd anzugehen, ihnen irgendwas zu unterstellen, ihre Aussagen zu verdrehen, nie gesagt zu haben, was sie sagte, und so zu tun, als wären die Leute zu blöd zu merken, was sie da veranstaltet.
Und aus dem Grund kriegt sie von mir sofort die Grenze gesetzt und Klartext gesprochen. Ich habe nämlich keinen Bock auf sowas.
 
Freut mich zu hören und nichts zu danken!

Ich finde, dass das Thema persönlicher Überzeugungen und persönlicher Dogmen die zu ganzen Glaubenssystemen und persönlichen Weltbildern werden, im Grunde das bedeutendste Thema überhaupt ist/sind. Denn das ist die Basis von allem was mit Menschen zu tun hat. Individuell auf einen selbst bezogen, individuell auf persönliche Beziehungen im Alltag bezogen, aber auch gesellschaftlich und kollektiv, also Religionen betreffend, Staaten, Kulturen, Organisationen, die gesamte Menschheit.

Was mich dabei fasziniert ist die prinzipielle Einfachheit dieser grundlegenden psychologischen Struktur die fast ein bisschen "mechanisch" funktioniert, wobei sie natürlich extrem dynamisch und lebhaft ist. Aber die Gesetzmäßigkeiten sind fast schon mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten vergleichbar.

Nimm etwa das Thema Ablehnung. Was ist das? Eine Art psychologische Kraft die sich gegen eine andere richtet. Physikalisch ist es das:

„Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus (actio), so wirkt eine gleich große, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf Körper A (reactio)“

Und psychologisch ist es "dasselbe". Es ist sogar im Einzelfall, also etwa nur meine Psyche betreffend oder nur Deine betreffend, dasselbe. Man kann das fühlen und mental wahrnehmen. In dem Moment wo ich "Kraft" einsetze und sie gegen etwas richte das ich ablehne... erzeugt das eine Gegenkraft. Und dabei ist es vom Prinzip her egal ob jemand jetzt gerade darüber nachdenkt, dass irgendwas in seinem Leben nicht so läuft wie er es gerne hätte, oder sich darüber ärgert, dass wir von einigen Wenigen dominiert werden, oder darüber das zu viele Moslems hier auftauchen etc. Das Prinzip bleibt gleich und der tiefere Kern ist Identifikation. Im persönlichen Leben gibts eh ne Menge Identifikation. Aber die kann sich nach außen ausbreiten. Manche identifizieren sich dann mit Pegida, oder mit dem IS oder mit den Grünen oder auch nur mit einer losen Gruppe von Usern in einem Forum, ohne das es da eine feste Basis geben muss.

Identifikationen mit etwas sind immer auch Identifikationen gegen etwas. Ich kann mich ja schlecht mit Pegida identifzieren ohne jegliche Identifikation zum Islam. Es ist eben nur eine Art "negative Identifikation"... es ist Ablehnung. Das bindet aber nicht weniger, je nachdem wie intensiv die Ablehnung und der Glaubenskomplex dahinter ist. Es ist im Kern eine eingegangene Beziehung, wenn auch eben eine Hass-Beziehung.

Und die Beziehung eines Pegida-Anhängers oder "Islamhassers" zum Islam ist weit tiefer als meine Beziehung zum Islam. Die Beziehung eines Christenhassenden IS-Kämpfers zum Christentum ist tiefer als meine zum Christentum usw. Wobei es ja immer nur Beziehungen zu "inneren Bildern vom......Christentum/Islam/..." sind.

Und wenn man diese Prinzipien versteht, dann hält man sich davon fern. Ich z.B. schleppe wie jeder schon genug persönliche Identifikationen mit mir herum, die logischerweise auch Widerstand gegen das Gegenteil beinhalten. Ich habe irgendwelche Wünsche und da liegen dann Steine im Weg etc. Alles persönlich auf mein Leben bezogen, so wie es wohl bei jedem der Fall ist. Und das sind genug Identifikationen. Warum also soll ich dann noch ne Hass-Beziehung zu Pegida oder Rechtsextremen oder dem Islam eingehen oder zu Usern die ich nur als Nicks kenne...?

Das interessante Paradox daraus ist für mich: Diese Art der Distanz führt zu Offenheit und Flexibilität und auch einem "sich-selbst-nicht-zu-wichtig-nehmen". Gleichzeitig wird man viel schneller zur Projektionsfläche. Es ist möglich einige meiner Posts so zu lesen als würde ich Pegida in Schutz nehmen wollen oder gar rechtfertigen. Es war für 2 User hier sogar schon möglich in mir einen Antisemiten zu sehen. Andere sehen mich als antikapitalistisch oder sozialistisch-ideologisch. Für viele bin ich ein VTler, obwohl ich eigentlich keiner einzigen Verschwörungstheorie wirklich glaube. Kurz gesagt: Diese Nicht-Identifkations-Einstellung macht sehr unangreifbar weil jeder "Zustand" nur temporär ist und niemals statisch. Da muss man nicht differenzieren, das differenziert sich von selbst.

Übrigens, weil ich ja so viel von Manipulation geschrieben habe: Dieses grundlegende Prinzip der Identifikation ist die Basis für jegliche Manipulation. Denn es geht immer darum Identifikationen bewusst herzustellen und dazu werden dann Identifikationen benutzt, die jeder normale Mensch sowieso hat. Eine davon sind grundlegende Ängste. Eine andere ist das natürliche Streben eines jeden nach Anerkennung. Man kann Angst und das Streben nach Anerkennung wie Pole zueinander aufstellen und dann Gruppen erzeugen. Die eine Gruppe wird dann gefürchtet und abgelehnt, sogar gehasst. Die andere Gruppe erzeugt ein Gefühl vermeintlicher Sicherheit und dort holt man sich Anerkennung.

Und dieses Spiel läuft einfach überall. Pegida ist so eine Gruppe... in Opposition zum Islam bzw. zu dem Bild das sie davon haben und in Opposition zur "Lügenpresse" und dem politischen System das sie ablehnen. Aber jene, die sich darüber aufregen oder darüber lustig machen... sind das vom Prinzip her auch. Auch diese "Gruppe" versucht durch das Feindbild eine Basis für Anerkennung zu schaffen. Das ist absolut menschlich. Es basiert eben auf grundlegenden Ängsten und dem natürlichen Streben nach Anerkennung. Aber es macht eben unglaublich anfällig für Manipulationen. Und es ist eben nicht Intelligenz die davor bewahrt, sondern ein bewusster Umgang mit eigenen Identifikationen, den eigenen sehr persönlichen Ängsten und dem eigenen sehr persönlichen Streben - und all das war vorher da. Das andere ist nur oben draufgesetzt.

Deshalb sagte ich auch mehrfach das es keine zentrale Steuerung braucht, keine Gleichschaltung der Medien. Die Manipulation entspricht tatsächlich einem "Psycho-Virus" der sich vervielfältigt, da es über Gruppenbildung läuft. Journalisten schlängeln sich da ganz von selbst ein, was nicht mit bewusster Freiwilligkeit verwechselt werden sollte. Sie sind logischerweise v.a. damit identifiziert ihren Job behalten zu wollen, Anerkennung im persönlichen Umfeld zu bekommen, bzw. fürchten sie die Ablehnung die daraus resultieren würde, wenn sie versuchen sollten mal gegen den Strom zu schwimmen.

Das ist auch der Grund warum ich so viel Wert auf 9/11 lege. Denn die Tatsache das es ein Verbrechen war, egal was man glaubt wer die Täter waren, ist nichts gegen die Tatsache dass daraus eine unglaublich manipulative Dynamik entstand die m.A.n. mit gar nichts zu vergleichen ist. Es gab schlimmere Verbrechen, aber es gab noch nie vorher eine derartige mediale und psychologische Dynamik die aus nur einem Ereignis entstand und sich so leicht fortsetzen lässt. Es steht auch absolut nicht zur Debatte ob sie genutzt und befeuert wurde. Da kann man von Tatsachen sprechen.

Die einzige Gefahr für diese gigantische Manipulation ist, das sie auffliegt. Aber die starke Identifikation die da geschaffen wurde, das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der "freien Welt" in Opposition zu jenen die sie bedrohen, gleichzeitig eine starke Opposition gegen all jene die das hinterfragen, die dann wieder Angst vor Ablehnung haben... das ist dermaßen intensiv, sowas von genial in manipulativer Hinsicht, dass ich persönlich schon fast meinen Hut davor ziehen würde - wenn da nicht gleichzeitig in der Durchführung so krasse Fehler gemacht worden wären das es eben doch nur eine Frage der Zeit ist bis es auffliegt. Denn immer mehr Menschen werden eben doch kritisch oder gewinnen zumindest eine grundlegende Offenheit zurück sich nicht mehr auf irgendeiner Seite einzuordnen, sondern sich das Ganze mal sachlich anzuschauen - egal ob einem dann das bisherige Weltbild um die Ohren fliegt.

Kurzgesagt: All das sind Identifikations-Geflechte und daher sind es "Beziehungen". Und auch Ablehnung und Hass und intensive Opposition ist eine Beziehung mit dem was in Opposition steht. Gleichzeitig ist es immer auch ein Stück Aufgabe des eigenen Selbst, denn damit gibt man immer viel mehr preis als man wollen sollte... und dann wird man "extern kontrolliert". Manches ist dann nur unbewusste Dynamik, anderes ist Strategie und bewusste Manipulation.

Das klingt immer so extrem, aber der Witz ist ja das es doch jeder kennt. Man kennt es aus persönlichen Beziehungen, denn in persönlichen Beziehungen aller Art geschehen ja ebenfalls Manipulationen aller Art. Manche strategisch, die meisten aber auch resultierend aus einer unbewussten Dynamik die sich fortsetzt und einer Eskalation entgegenstrebt. Wirklich verfahren wird es dann, wenn alles so eingebaut ist mit Identifikationen, dass es Ewigkeiten braucht bis es dann auch eskaliert - was einer Lösung entspricht.

Jedenfalls... wenn man die Dinge so grundlegend sieht, dann hält man sich von diesen "Gruppenbildungen" fern weil man ja gleichzeitig erkennt, dass das nicht gut für einen selbst ist. Es ist purer Egoismus das ich mich niemals mit Gruppen identifiziere, weder links noch rechts noch Verschwörungstheoretiker oder Gutmenschen oder was auch immer da so alles an mehr oder weniger konkreten "Identifikations-Gruppen" zur Verfügung steht. Es widerstrebt mir so extrem mich in irgendeiner Weise anderen auszuliefern, da mir meine persönlichen Identifikationen reichen. :D

Kann das übrigens nur empfehlen... weil einem dann scheiß egal ist ob die vermeintlich falschen klatschen oder ob man Anerkennung von den vermeintlich Richtigen bekommt. Man nimmt jedes "Like" :D
Könnten wir das bitte irgendwo an die Eingangstür des Threads hängen? Das, was du da über die Gesetzmäßigkeiten des Zugehörigkeitsgefühls schreibst, das ist ja wirklich der Knackpunkt aller Probleme, die zwischen Menschen entstehen...

Danke
Kinnaree
 
Frag doch mal andersrum, warum sie hier so stark kritisiert wird.
Da geht es nicht nur um die Themen an sich, was schon Grund genug wäre (und die Threads z.B. über Pegida und Griechenland hast du da gar nicht mitgekriegt), es ist auch ihre wirklich anstrengende und nervige Art, Leute blöd anzugehen, ihnen irgendwas zu unterstellen, ihre Aussagen zu verdrehen, nie gesagt zu haben, was sie sagte, und so zu tun, als wären die Leute zu blöd zu merken, was sie da veranstaltet.
Und aus dem Grund kriegt sie von mir sofort die Grenze gesetzt und Klartext gesprochen. Ich habe nämlich keinen Bock auf sowas.
Mir ist das hier bisher nicht untergekommen von ihr... sie äussert sich zum Thema und bleibt trotz allem erstaunlich sachlich...bis auf einige Ausnahmen, mehr kann ich dazu nicht sagen, so nehme ich das wahr.
Aber ich wollte das Thema Any jetzt auch nicht ausweiten.
Es wäre einfach schön, wenn sich andere einfach mal etwas von ihr weg fokussieren könnten und stattdessen entweder die Tastatur stille halten könnten oder einfach nur zum Thema schreiben. Wär ja mal ne nette Abwechslung...
Naja, mir reichts eh derzeit ein bischen mit Forum...
geh gezz lesen... Nacht...:sleep:
 
Frag doch mal andersrum, warum sie hier so stark kritisiert wird.
Da geht es nicht nur um die Themen an sich, was schon Grund genug wäre (und die Threads z.B. über Pegida und Griechenland hast du da gar nicht mitgekriegt), es ist auch ihre wirklich anstrengende und nervige Art, Leute blöd anzugehen, ihnen irgendwas zu unterstellen, ihre Aussagen zu verdrehen, nie gesagt zu haben, was sie sagte, und so zu tun, als wären die Leute zu blöd zu merken, was sie da veranstaltet.
Und aus dem Grund kriegt sie von mir sofort die Grenze gesetzt und Klartext gesprochen. Ich habe nämlich keinen Bock auf sowas.
Mal guggn, was @Anevay dazu zu sagen hat.Is ja auch immer interessant.
 
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