Frl.Zizipe
Sehr aktives Mitglied
Boah, die Kate Bush halte ich stimmlich überhaupt net aus, obwohl sie eine tolle Künstlerin ist...
Finde ich nicht. Für mich ist das eine Variante von Spielchen spielen. Und das mag ich nicht. Ich bin ich und aus. Wenn man jemanden durch Imitation/List/Spiel/Strategie dazu bringen muss/will, mehr aus dem Nähkästchen zu plaudern, dann ist das doch wieder nur eine versteckte Art des Dominierens und für mich respektlos und übergriffig.
Und wenn es zum Geld verdienen gehört, eben jene Panzerung sich erstens zulegen zu müssen bzw diese dann aufzubrechen zu lassen, wenn es jemandem in den Kram passt, oder eben die Position des strategischen Gegenüber einzunehmen dann stimmt was am System nicht. Der Panzer hat ja eine Schutzfunktion. Ist man offen, dann braucht man sich nicht zu schützen, weil einen nichts mehr treffen kann, zumindest nicht persönlich. Man braucht den Panzer nicht mehr. Übrigens bei Künstler, wie du dir denken kannst, ein ganz großes Thema.
Ich will da einfach noch einen Schritt weiter zurück gehen. Wieso sind die Menschen denn überhaupt so gepanzert oder voreingenommen, dass man sie mit Körpersprachenspielchen/Wahl der Kleidung/Auftreten quasi überlisten muss, damit sie mir überhaupt zuhören oder mich zur Kenntnis nehmen? Das hat nichts mit Authentizität zu tun, das ist nur Schein, eine Maske, die man sich überzieht. Und die einen von sich selbst entfremdet, wenn man sich zu sehr damit identifiziert.
Mag sein, dass Anpassen, so wie du es verstehst, die bisher gängigste Strategie war, um "weiterzukommen". Ich finde, es ist an der Zeit wirklich weiterzugehen und andere in ihrem Sein zu akzeptieren. Und ich finde, das ist auch das Einzige, was uns bleibt, wenn wir uns als Menschheit nicht in Bälde ins Nirvana strategieren/spielen/dominieren wollen.
Ich seh das nicht ganz so. Ich seh dabei auch keine Panzerung. Gar nicht - ganz im Gegenteil. Eine Panzerung ist es, wenn man starr und unbeweglich ist.
Ich bin nicht nur "Eine" - so bin ich und fertig. Ich bin ziemliche "viele". Und ich liebe es alle Facetten auszuleben.
Vielleicht ist Anpassen auch kein schönes Wort. Ersetz es durch Empathie. Man erfasst jemanden und begibt sich zu ihm in einem Gespräch. Dann klingt das schon ganz anders.
Schau, ich bin so mit 20 herum öfter mal mit den Punks, damals bei der Kettenbrückengasse (Wien) rumgehangen. Am späten Nachmittag hab ich mich verabschiedet, bin nachhause, hab mich aufgehübscht und dann mit Geschäftsmenschen zum "Weissen Rauchfangkehrer" essen gegangen. Genauso bin ich.
Wenn ich eine tolle Autorin interviewe und ich "pass mich ihr an" - dann ist das für mich ein Abenteuer. Ich hab da nicht das Gefühl mich zu verleugnen oder nicht ich zu sein. Dann wird das erst ein Gespräch und kein kaltes Interview. Ich mach da Erfahrungen, die ich nicht mehr missen möchte ...
Das wär eigentlich ein eigenes Threadthema .... bissl OT...

Zippe