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Zaphod Beeblebrox
Guest
Diese Erfahrung habe ich auch mal gemacht. In trat ich einem anderen Forum als Mann auf und habe erstaunt festgestellt, dass ich mich in meiner Ausdrucksweise veränderte. Das kam ganz von allein im Schreibfluß. Ich schlug da einen sehr hm... pseudowissenschaftlichen Slang an, so ein richtig intellektueller Klugscheißer.Ich habe in der Zeit, in der ich als Mann hier unterwegs war, ganz klare Unterschiede in der Kommunikation wahrgenommen zwischen Männern und Frauen. Ihre Art zu kommunizieren ist schon mal eklatant verschieden. Dann auch scheint es sehr relevant zu sein, ob man als Mann auftritt oder als Frau. So wird Einem anders begegnet und auch anders mit Einem kommuniziert.
Dabei gibt es selbstverständlich Ausnahmen, die sofort auffallen, wie weiblicher betonte Männer und männlicher betonte Frauen.
Ich bin hier, als ich als Mann unterwegs war, oft als weiblich betonter gefühlvoller Mann eingestuft worden und im Reallife werde ich durchgängig als sehr männlich betonte Frau eingeschätzt. Diese Einschätzungen kommen ja nicht von ungefähr und manche Männer haben mich HIER auch eindeutig als Frau durchschaut (es waren zwei User, die aber schon lange nicht mehr hier sind).
Es war bemerkenswert, wie man mir entgegenkam und vor allem, wie das, was ich schrieb bewertet wurde, allein aufgrund der Tatsache, dass man mich für einen Mann hielt. Ich bemühte mich immer um eine sehr neutrale Ausdrucksweise, wurde trotzdem sogar ab und an als Scheiß Macho und Chauvinist beschimpft. Hat mich echt amüsiert.
Und, was erstaunlich war, die Männer schienen mich plötzlich mehr ernst zu nehmen. Ich fragte mich immer, woran das lag. Spielte ich meine Rolle wirklich so überzeugend und unwieweit war Voreingenommenheit daran beteiligt, weil sie ja glaubten, es mit einem Mann zu tun zu haben? Und, was nun wirklich interessant ist, nahm ich mich selbst eher als ernstzunehmender Gesprächspartner wahr, wenn ich mich als Mann ausgab?
War ein äußerst interessantes Experiment. Ich konnte daraus folgendes schließen: ja, es gibt definitiv einen Unterschied, zumal ich auch sehr oft als "eher männlich tickende" Frau bezeichnet wurde (wenn man's mir optisch auch nicht ansieht). Da reicht es oft schon aus, eine Abneigung für Smalltalk zu haben (bezeichne ich immer als Nullblabla).
Stimmt. Ich wuchs mit älteren Brüdern auf, Technikerfamilie, ging selbst in die HTL, kurz: war in meinem Leben viel mehr von Männern umgeben als von Frauen. Wahrscheinlich klappte nur deshalb mein Experiment so gut. Das hängt mir bis heute hinterher, ich merke heute noch, dass ich im Austausch mit Frauen ein Art Ratlosigkeit habe, wie ich mit ihnen kommunizieren soll, wenn es auch besser geworden ist mit der Zeit. Ich habe mich immer gefragt, inwieweit das nun angeboren ist und wie groß der Anteil an Prägung ist. Nun arbeite ich mit Kindern und ich beobachte da definitiv einen Unterschied in der Kommunikation.Meine Erfahrung, auf die ich mich berufe, ist folgendermaßen:
Es ist schwierig als Frau sich vollkommen in "die Domäne des Mannes", wie ein Mann, hineinzubegeben. Man kann zwar, wenn man viel mit Männern zu tun hat, oder auch mit vorwiegend männlichen Geschwistern aufwuchs, die Männerdomäne sehr gut verstehen und durchschauen und auch bis zu einem gewissen Grad sich da einfühlen, speziell dann, wenn man sich selbst gewisse männliche Verhaltensformen zu eigen macht und dieses praktiziert, aber man kann trotzdem nicht bis zum Kern vordringen.