Syndra schrieb:
Hallo Ramona,
ich habe auch ein paar überzeugte Christen in der engeren Familie, wir haben eine Art *Waffenstillstand* vereinbart: sie missionieren mich nicht, ich ärgere sie nicht.
Das ist eine Art Kompromiß. Jeder hat dem anderen seinen Weg und Standpunkt erläutert, jeder geht seinen Weg und läßt den anderen seines Weges ziehen.
Ich verstehe nicht, warum es so wichtig ist, dass alle Menschen dem den *einzig, wahren Glauben* anhängen müssen? Kannst Du es mir sagen?
Die Seele will erlöst werden. Nun geht es darum die Wahrheit der Erlösung zu erkennen. Ich habe die Wahrheit erkannt, somit gebe ich sie weiter. Es müssen nicht alle dem einzig wahren Glauben anhängen. Ich tue es. Jeder kann seinen Weg gehen wie er will. Doch ist es so, daß hier die Christen angegriffen wurden und ich bezog Stellung, da es mir im Herzen weh tat, wie Jesus hier zerrissen wurde. Ich legte meinen Standpunkt dar und diskutierte verschiedene Sichtweisen. Doch keiner konnte meinen Standpunkt mit Argumenten widerlegen. Somit gehe ich weiter meines Weges. Und die anderen sollen entweder mitgehen oder ihren eigenen Weg weitergehen.
Und diese Nummer mit: *So wie Du Jesus verlassen hast, wird er Dich verlassen am Tage des jüngsten Gerichtes* ist (wie formuliere ich es höflich?) schlicht lächerlich.
Es geht hier um die Gnade des jüngsten Gerichtes, die nur Jesus gibt, dem der an ihn glaubt und seine Worte befolgt. Somit, wenn jemand Jesus verleugnet, den wird er auch am jüngsten Tag verleugnen und sagen, ich kenne ihn nicht, es war nie einer von "meinen" Schafen.
Wieviel Wert hat eine Wahrheit, die mit Angst und Drohungen durchgesetzt und verbreitet werden muss? Das ist nicht Liebe, dass ist ein Angriff aus Machtlosigkeit, menschlich, aber inakzeptabel.
Ich sehe das als Gereichtigkeit an. Wer gerecht ist, der braucht sich doch vor dem Gericht nicht fürchten, wer seinen Nächsten liebt, wie sich selbst, braucht Jesus nicht zu fürchten oder ihn als Feind zu erklären, er gibt die Worte der Nächstenliebe. So sehe ich es. Ich finde es gerecht, wenn die Boshaftigkeit der Menschen gerichtet wird, wenn sie einfach nicht aufhören wollen mit ihrer Willkür. So sehe ich es.
Ich bezweifel doch sehr, dass *Jesus* mit solch unreifen Mitteln arbeitete, seine Lehre war ein liebevolles Angebot, eine Möglichkeit.
Jesus sagte, ich bin gekommen, um nicht den Frieden zu bringen sondern das Schwert. Ganz einfach, es sind die verschiedenen Lehren, die sich im Laufe der Zeit entwickelt haben. Die verschiedenen Götter, die "toben". Das hast du ja gut in den letzten 2 Wochen dieser Diskussion verfolgen können.
Ich gönne Dir deinen Glauben, deine Religion, Deine Regeln. Und das meine ich völlig ernst, aber für mich ist es nichts.
Somit haben wir einen guten Kompromiß geschlossen, ich gehe "meines" Weges, mit Regeln und du gehst "deines" Weges ohne Regeln. Der Tag des jüngsten Gerichts wird entscheiden, wer nun den richtigen Weg von uns beiden gegangen ist.
Friede sei mit dir.
Ramona