Das Herz und die Seele Indiens

In einer gedruckter Version wäre es mir lieber..
(ich lade mir nicht gerne etwas aus dem i-net runter und hier bräucht ich ein Apple Programm, das ich mir downloaden müsste)

Danke & LG


16
Wer seine Selbstbeherrschung wahrt
wer stets sich übt in Schweigsamkeit
mit milde, heiteren Gemüt,
der seine Denkart recht kasteid.

17
Wer so dreifache Buße übt (dreifach abläßt),
vertrauend auf des GLAUBENS KRAFT
und DOCH Belohnung NICHT begehrt (!),
des Buße Freund ist wesenhaft.

18
Wer Ehre (Belohnung) nur erlangen will
und sich aus Heuchelei kasteid
dess unbeständige Buße wird
erzeugt aus Leidenschaftlichkeit(!)

19
Die Buße die der Tor betreibt,
MIT DER ER NUR SICH SELBER QUÄLT,
MIT DER ER ANDEREN SCHADEN WILL,
die wird zur Dunkelheit gezählt.


(125)
Sie fragten Jesus:
Nenn uns eine Handlung, durch die wir ins Paradies gelangen können.
Jesus antwortete:
Sagt gar nichts
Sie sagten:
Das können wir nicht
Jesus erwiderte:
Dann sagt nur Gutes (oder gar nichts).

(289)
Jesus sagte:
Ich behandelte den Aussätzigen (den Verstossenen) und den Blinden (den Unwissenden) und ich heilte sie beide.
(Denn ich zeigte den Verstossenen, dass sie vor Gott nicht verstossen waren und den Blinden, dass sie Sehen konnten)
Ich behandelte den Dummen (der, der sich selbst nicht belehren wollte und sich daher nicht belehren lies) und er trieb mich zur Verzweiflung.
Dem, der sich nicht belehren lassen will begegnet man (am besten) mit Schweigen.


Die Empfindung (Emotion) kommt vor dem, was das Denken ist, der Gedanke kommt vor dem, was das Sprechen ist.
Wer seine Sprache zügelt, ohne sein Denken zügeln zu wollen
und sein Denken zügelt, ohne bemüht ist, sein Gemüt zur zügeln,
der handelt so, wie es hier beschrieben wird

18
Wer Ehre (Belohnung) nur erlangen will
und sich aus Heuchelei kasteid
dess unbeständige Buße wird
erzeugt aus Leidenschaftlichkeit(!)

Es entsteht ein Gegensatz zwischen dem,
was gehandelt wird
und dem, was gesagt wird,
und dem, was gedacht wird,
und dem, was empfunden wird.
Wer WILLENS ist nicht (schlecht) zu handeln wird an dem Gegensatz leiden, sobald er entsteht und empfunden wird (zwischen fühlen, denken, sprechen und handeln).
Wer NICHT Willens ist dies zu empfinden (Leid zu verspühren) wird durch den Gegensatz gespalten werden.

19
Die Buße die der Tor betreibt,
MIT DER ER NUR SICH SELBER QUÄLT,
MIT DER ER ANDEREN SCHADEN WILL,
die wird zur Dunkelheit gezählt.

wer aus dieser Spaltung heraus handelt und spricht, anders als er denkt oder empfindet aus Selbstsucht oder Berechnung oder Angst schadet
SICH SELBST
UND
ANDEREN

Den es gibt nichts, was nicht anderen früher oder später schadet, wenn es einem selbst schadet
und es gibt nichts, was nicht einem selbst früher oder später schadet, wenn es einem anderen schadet.

Aus diesem Wissen heraus sollte der Handelnde sich um Sprache und Denken und Fühlen bemühen...

Sich selbst zu schaden um eines anderen Willen ist somit die gleiche ungerechtfertigte Busse, wie einem anderen zu schaden, um sich selbst zu nutzen(!)

ich möchte hier das Zitat 253 aus der musl. Jesus nur INNHALTSMÄSSIG wiedergeben

Was ist Geduld wert, wenn man unduldsam gegenüber Gewalt ist?
Was ist innere Stärke wert, wenn man seinen Zorn nicht zurückzuhalten vermag?
Was ist die Verehrung Gottes wert, wenn man seine Wahrheit nicht geschaut hat?

Der, der das WEISS, wird sich daher dannach SEHNEN geduldig zu sein, seinen Zorn im Zaum zu halten und die Wahrheit Gottes zu schauen.
Diese Sehnsucht ist genug, denn was kann eine Lehrer MEHR verlangen als den WILLEN seines Schülers?
Es ist kein Vergehen ein Schüler zu sein, darum sagte ich, selig ist der, der wegen seiner Verfehlungen weint.
So wie ein Kind keine Schuld daran trägt, das es Ihm an Tagen mangelt, trägt ein Schüler keine Schuld daran, ein Schüler zu sein.

Wenn aber Unbelehrbare daran gehen, Gott zu verehren, haben sie diesen Willen, zu lernen, nie in sich offenbart.
Daher ist IHRE Zeit noch nicht gekommen und sie versuchen Lehrer zu sein, obgleich sie niemals Schüler waren.
Diese versuchen groß zu sein, vor Ihrer Zeit (sind daher zur unrechten Zeit am unrechten Ort), nehmen einen Platz ein, der höher ist, als der, der Ihnen zuseht und Ihr Rat weicht, in der Zeit der Not.

20
Wer einem, der es NICHT VERGILT(!)
weil es DIE PFLICHT WILL Hilfe schafft,
ZUR RECHTEN ZEIT, AM RECHTEN ORT!!!!!!!!!!!!!!!!!!
dess (dessen) Gabe (Geschenk, Hilfe) heißet WESENHAFT.
21
Doch wer dabei Vergeltung sucht (LOHN!)
und nur der Gabe Frucht bedenkt,
wer nur MIT WIDERWILLEN gibt,
der hat aus Leidenschaft geschenkt.
22
Wer nur ZUR UNGELEGNEN ZEIT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
und nur unwürdigen Gaben beut,
geringschätzig, verachtungsvoll,
dess Gabe zählt zur Dunkelheit.

LG
 
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23
Om Tat und Sat das Brahma heißt
mit diesen dreifach heiligen Ruf
es einst bei Anbeginn der Welt
die Veden, Opfer, Priester schuf.
24
Drum wie die Vorschrift es erheischt
für jeden Brahma kundigen Mann (Mensch)
fängt mit der heilige Silbe OHM
Kasteiung, Schenkung, Opfer an.
25
Mit dem Wort tat
beginnt sein Werk
Askese, Spenden, Opferbrand
wer keinen Himmelslohn erstrebt,
nur der (ist/bleibt der) Erlösung zugewandt
26
Das Wort sat, dann nur sinnvoll ist,
wenn etwas WIRKLICH (von dauer) ist und gut (gültig)
man wendet es mit Recht dann an
wenn einer preisenwertes tut.
27
Sat deutet auf Beharrlichkeit (Beständigkeit/Unwandelbarkeit)
bei Buße Spende Opfertat,
man nennt SAT darum dann ein Werk
bei dem man Brahm im Sinne hat.
28
Doch Opfer, Spende, Buße, Tat
wenn ohne Glauben sie vollbracht,
sind hier, wie nach dem Tod a-sat,
weil ohne segensreiche Macht.


Die Dreiheit ist hier mit om/ tat/ sat benannt
ich sagte
Om: der Anfang, das Ende
Tat: das was ist (zeitlich, existentiell)
Sat: das Seiende(..ohne Anfang, ohne Ende und keinen zeitlichen/existentiellen Bestand jedoch beständig DA)

man kann es aber auch so übersetzen
Tat/Sat
Bewußt/sein
wobei om dann das Ende und den Anfang dieses Bewußt/seins definiert
Mit dem Heraustreten des Bewußtsein wird auch der RAUM und die ZEIT dieses Bewußtseins mit/defineirt bzw DURCH das Bewußtsein wird das was ich Raum und Zeit nannte (die Erfahrung davon) ZUGLEICH definiert.

Es ist also ein Prozess, in dem BEIDES existent ist, und das eine nicht ohne das andere SEIN kann.

Wie soll/kann man sich den Unterschied zwischen SEIN und BEWUSST vorstellen?

Das Bild dazu:
Eine Lichtquelle strahlt nach allen Seiten.
Ist da etwas, das sie beleuchtet (ein Objekt) und betrachtet man nun die BEZIEHUNG Lichtquelle/ Objekt spricht man von bewußt.
Bewußt setzt ETWAS voraus dessen man sich BEWUSST ist.
SEIN setzt KEIN Objekt voraus, das beleuchtet wird, daher auch keine Fokussierung.
Im Erscheinungsbild des Heraustretens leuchtet die Lampe nach aussen.
Da da NICHTS ist, das beleuchtet werden kann, weil es nichts gibt, das NICHT die Quelle ist, wird zum Zwecke des BEWUSST_SEINS eine Illusion erschaffen.
Die Illusion des Mangels oder der Trennung.
Etwas das dieses SEIN oder Licht ANZIEHT, weil es aufgrund des Mangels oder der Illusion davon, den BEDARF entwickelt, nach dem was das Licht ist.
Mit der Illusion des Mangels wird die Liebe geboren (ZUGLEICH), denn ab nun gibt es den Liebenden (den der liebt) und den, der sich nach dieser Liebe sehnt (den/das Geliebte(n)).

Dies habe ich auch als Geburtsschmerz dieser Welt beschrieben und es wiederholt sich im Erscheinungsbild jeder Geburt und findet Ihr Ende im Tod. Geschieht diese Wiedervereinigung bewußt, spricht man auch von Wandlung.

Im Bild vom SEIN spielt es keine Rolle, ob die Lichtquelle nach außen (sichtbar) oder nach innen leuchtet, solange sie sich nur im SEIN definiert. Es wird kein Unterschied erfasst werden (im Licht/als Licht), obgleich einmal SICHTBAR und einmal UNSICHTBAR.
Im BEWUSST_ sein schon, denn nach dieser Positionierung (im Aussen) wird das, was ist, einmal beleuchtet erscheinen (bewußt), und einmal unbeleuchtet erscheinen (unbewußt).

Dies ist aber nur das ÄUSSERE Erscheinungsbild, das gemäß der Kraft der Quelle zur Wirkung kommt!

In Wahrheit kann das, was die Quelle ist, NIE NICHT SEIN, doch tritt sie einmal auf diese Weise in Erscheinung, und einmal bleibt sie ohne Erscheinungsform.

OM das Heraustreten des Lichtes oder der Erscheinungsform (oder Schöpfung) und das Verschwinden der Erscheinungsform
(BEIDES entspricht einer Wandlung=Umkehrung)

TAT das Erschaffen des Geliebten/dies bedarf die Erschaffung des BEDARFS geliebt zu werden..ich nannte dies auch: die BEWEGUNG

SAT das SEIN als Unbewegter, innewohnender Teil dessen, was bewegt erscheint (als BEWUSST_SEIN) und was zu kommen und zu gehen scheint (einen Anfang und ein Ende zu haben scheint, und das was hier als OM benannt ist)

Ein paar Zitate zu diesen Strophen:
 
zu diesem Zwecke möchte ich mich wieder des Bhairava bedienen

(152)
Das (wahre) rituelle Bad ...
(das in Form der Taufe RITUALISIERT wird, -urspr. im RITUAL ein BAD im FLUSS(!)-..hier offenbart/definiert und ritualisiert der FLUSS in seiner Erscheinungsform den ÜBERGANG, der nicht gesprochen, nicht gelehrt und nicht (weiter) gegeben werden kann, da es "die Einzelnen sind, die in das Brautgemach eintreten")
...ist:

das EINTAUCHEN
in das WESEN
des EIGENEN
Selbst(SEIN!)

das überall ist (nie nicht ist, und von Innen nach Außen zur Wirkung kommt) und desses (ungetrübte Essenz)
Freiheit(!)
reine Freude (Leben/das was hinter dem steht, was es ist, das DAS LEBEN offenbart)
und Bewusstsein (reines Sein) ist.

(153)Die Opfergabe, mit denen der Kult dargebracht wird (die der Kult fordert) und (so) das Transzendente (das, das sich in Wandlung befindet) und das Immanente (das das unwandelbar ist)gleichermaßen befriedigt:
sodass das, was dargebracht wird, der Darbringer und "der Kult" EINS sind,
WAS IST DANN NOCH DER KULT?

Es kann DANN nicht mehr gesagt werden, wo in der GESAMTHEIT DES GESCHEHENS der Anfang, das Ende (om) des Geschehens, das Geschehen selbst liegt (ob es sich durch den Darbringer oder dem Dargebrachten offenbart) und in welchem Teil von all dem der Kult ist, -worin´/wo der Vorgang selbst ist und wo er seinen Anfang und sein Ende hat-, weil NICHTS mehr in dieser Wahrnehmung als getrennt gesehen, wahrgenommen oder erkannt werden kann.

Die Wirkung:
wird das was IM KULT der Religionen versinnbildlicht ist RE_AL
somit REALITÄT
spricht man von der "Fleischwerdung" Gottes
oder der Transformation des WORTES.

Oft wird eine geschilderte Handlung in einer "heiligen Schrift" als Sinnbild verstanden WEIL es zu dieser EINHEIT in ERSCHEINUNGSFORM AUSDRUCK und INNHALT(Symbol) kommt.
ABER wenn "der Geist Gottes" mit dem ist, der handelt, ist DIES (diese Vollkommenheit des Geschehens) das Kennzeichen der Handlung.

Somit ist es WAHR, das es geschehen ist, es REAL-ITÄT wurde, das WORT in der TAT transformiert/umgesetzt wurde, sich somit REALISIERTE und sich durch das FLEISCH (die Verkörperung) des Individuums ausdrückte.

Dies läßt sich auch in der Natur finden(!), doch wird es wegen des fehlenden Gegensatzes, nicht in der wahren Vollkommenheit seines Ausdruckes erkannt.

Den alten Dichtern der Rig Veda war dies bewußt und sie beschrieben diese Einheit einer Handlung im Kult
und der Handlung eines natürlichen Geschehens
im Preis der Frösche
(Rig Veda VII 103)

(kurze Anmerkung dazu folgt)
 
FREIE Übersetzung(!)

(Grundlage dieser Übersetzung "Gedichte aus der Rig Veda" ISBN 3-15-008930-1)

1
Nachdem der Zyklus Ihrer Ruhe zu Ende gegangen ist, wurden die Frösche, wie es den Dichtern des Wissens auch geschieht, zum Leben erweckt.
Sie werden zum Leben erweckt durch das Wasser, das vom Himmel auf die Erde herabströmt, da Himmel und Erde sich nun in Ihrer Energie verbinden.
Das ist es, was Ihre Bewegung hervorbringt.

2
Das Wasser strömt hernieder, denn die Energien des Himmels wollen sich neu mit der Erde verbinden. Auf diese Weise kommt das Wasser und diese Energie zu jedem einzelnen Dichter des Wissens, wie es zu jedem Frosch kommt, wenn der Monsun beginnt.
Zunächst gleicht der Dichter des Wissens dem Frosch. Er ist wie ein hohles Gefäß, das in einem ausgetrockneten Sumpf steht.
Das was das Gefäß tun kann, ist das was der Frosch tun kann, ist das was der Dichter des Wissens tun kann.
Sie alle warten darauf gefüllt zu werden.

Werden sie erfüllt, beginnt das Wissen aus den Mündern der Dichter hervorzuquellen, weil es mehr ist, als gefasst werden kann.
Daher quillt der Dichter über und beginnt zu sprechen, ob dieser Fülle, die in Ihn hinein fließt.
Wird das Gefäß gefüllt, quillt es über, da die Form des Gefäßes gehalten wurde, durch einen Tropfen, und das Gefäß den Regen nicht fassen kann.
Wird der Frosch erfüllt von der Energie, die den Himmel mit der Erde verbindet, erfüllt Ihn LEBEN.
So schlägt der Dichter den Ton an, wie das Gefäß einen Ton anschlägt, wenn es überquillt und wie der Frosch Töne formt, da diese Energie mehr ist, als er (still in sich) ertragen kann.
Wie die Kuh verkündet die Geburt Ihres Kalbes mit lautem Gebrüll.
Sie alle werden bewegt Töne zu formen, da Himmel und Erde sich verbunden haben: im Gewitter, in der Zeugung eines Kalbes, im Geist eines Dichters.

3
Sie alle waren von SEHNSUCHT erfüllt. Die Erde sehnt sich nach dem Himmel und WEIL das so ist, wird Ihre Sehnsucht beantwortet und es regnet.
Die Kuh sehnt sich nach dem Spiegel Ihrer Selbst und so wird Ihre Sehnsucht beantwortet.
Der Dichter sehnt sich nach dem was IN IHM ist und so wird seine Sehnsucht beantwortet.

Denn der Spiegel der Kuh ist die Erscheinungsform des Stieres. Wenn diese Sehnsucht Gestalt annimmt, wird ein Stier geboren. So ist diese Bewegung der Sehnsucht nach dem Stier (die Umsetzung des Geschehens) die Geburt eines Kalbes!

Denn der Dichter ist die sich spieglende Erscheinungsform dessen, was in Ihm ist. Durch die Wandlung von Bild und Spiegelbild, das "Umdrehen des Hauses", wird der Dichter eins mit dem, was Ihn hervorbrachte. Umsetzung und Sättigung seiner Sehsucht durch formlose Vereinigung mit dem eigenen Ursprung.

So gibt die Erde Ihre Sehnsucht an den Himmel weiter und die Kuh Ihre Sehnsucht in die Form und der Dichter seine Sehnsucht in das Formlose.
Auf diese Weise schließt sich der Zyklus.

So gehen sie sprechend einer zum anderen, und geben das, was sie empfangen haben und wodurch sie erfüllt wurden weiter. Doch alles was bleibt ist der Laut (die Bewegung), so wie der Sohn die Laute nachspricht, die er vom Vater hört, der um die Entstehung und die Wahrheit dieser Laute weiß.

4
Der eine nimmt die Energie auf und setzt sie um. Diese Umsetzung nimmt der andere auf und setzt sie (selbst) auf seine Weise um. Auf diese Weise entstehen viele Reden, und viele Sprachen.
Sieht man sie alle, kann man erkennen, wie sich die Rede des einen mit der Rede des anderen vermischt.

5
Wenn da einer ist, der es versteht, die Rede des anderen zu sprechen, nur dann wäre die Rezidation vollkommen. Es würde sich die Rede des einen und die des anderen zusammenfügen lassen, wie ein Gelenk, das sich richtig zusammenfügt und so gemeinsam zur Wirkung kommt.
Wie der Lernende, der es vermag, die Lehre des Meisters aufzunehmen, weil der Meister es versteht, die Rede des Schülers nachzuahmen, um Ihn sein Wissen zu lehren.

So fügt es sich zusammen und es entsteht Harmonie.
Oder es trennt sich für immer von dem, was wahr ist.
Wie ein Gelenk, das falsch zusammengefügt wird und nicht mehr dient.

6
Was ist der Sinn der Vielfalt, wenn es verbirgt, was wahr ist?
Der eine ahmt das Brüllen des Rindes nach, das entsteht, wenn ein Kalb geboren wird.
Weiß er um die Wahrheit im Brüllen des Rindes?

Der andere meckert wie ein Ziegenbock.
Weiß er um die Wahrheit, den Ursprung dieser Bewegung, die den Laut formte?

Der eine Frosch ist gesprenkelt und der andere grün.
Weiß er um die Gemeinsamkeit Ihrer Rede?
Obgleich sie an vielen Orten Ihre Laute formen und unterschiedliche Gestalten tragen und so Vielfalt ERSCHAFFEN
TRAGEN SIE DEN GLEICHEN NAMEN
Weiß jener um Ihr Geheimnis?

7
Wenn Dichter des Wissens gemeinsam ein Ritual abhalten, dann sind sie wie diese Frösche.
Sie kennen das Geheimnis.

Obgleich sie an vielen Orten Ihre unterschiedlichen Laute formen und unterschiedliche Gestalt tragen und so die Vielfalt des Wissens erschaffen
TRAGEN SIE DEN GLEICHEN NAMEN

Als Dichter des Wissens führen sie das Ritual aus
Als Dichter des Wissens drücken sie Ihr Wissen im Ritual aus
Als Dichter des Wissens SIND SIE das Ritual, das sie halten(!)
So führen sie das Ritual
ZUR RECHTEN ZEIT AM RECHTEN ORT AUS
UND WISSEN ES(!)
Wie die Frösche zur rechten Zeit am rechten Ort um den Teich sitzen und Ihr Ritual abhalten, während die Regenzeit über sie hereinbricht.

8
Als Dichter des Wissens WAHREN SIE das RITUAL und erschaffen es zugleich NEU
durch SICH SELBST(!)
So wie sie die Rede erschaffen für den Schüler zur RECHTEN ZEIT AM RECHTEN ORT.
Zur Erschaffung Ihrer Rede benötigen sie einen Zyklus, um die Rede (Bewegung) zu vollenden.
Und der Zyklus wird vollendet und definiert sich, durch die Erschaffung Ihrer Rede!
NIEMAND bleibt verborgen, wenn er die Rede erschafft!
Alles kommt zum Vorschein durch dieses Werden im Zyklus.

Das was der Zyklus IST, wird durch den Kult weitergegeben und ENDET in demjenigen, der den Kult an sich, durch sich und in sich vollzogen hat.

9
Dies wird bewirkt durch die Ordnung, die der Himmel in seiner Zwölfheit hütet.
Von daher kann niemand die Zeitfolge verfehlen, da niemand dieser Hut entkommt.
So wie niemand der Jahreszeit entkommt, wenn sie da ist!

10
Der verstanden hat, warum das Rind brüllt, hat uns behütet und beschenkt.
Er läßt uns die Vielfalt schauen und das, was sie ist.
Der verstanden hat, warum der Ziegenbock den Laut formt und was es ist, hat uns behütet und beschenkt.
Er läßt uns das Geheimnis schauen und was es ist, was es bedeutet.
Der verstande hat, das der Gefleckte und der Grüne EINEN NAMEN TRAGEN, obgleich sie unterscheidliche Laute an unterschiedlichen Orten formen und unterschiedliche Gestalt tragen, hat uns behütet und beschenkt.
Er läßt uns so die Einheit der Vielfalt schauen.

Indem das Wissen über diese Ordnung sich beständig neu über die Welt ergießt, überschreitet es seine eigene Lebenszeit.


LG
 
Ardschuna:
1
"Eins Krishna noch! erkläre mir,
denn ich verstehe es noch nicht,
was meinst mit Werkentsagung Du
und andererseits mit Werkverzicht?"

Krishna:
2
"Wer wunschbedingtes Tun aufgiebt,
von dem heißt es, dass er entsagt.
Es leistet karmischen Verzicht,
wer nicht nach einem Lohn noch fragt.
3
"Weil Tun ein Übel ist, gib's auf!"
das ist verständiger Männer Rat.
Doch and're sagen: "Gib nicht auf(!)
des Opferns, Spenden, Büßen Tat."
4
Was in Bezug auf den Verzicht,
oh Tapf'rer, meine Meinung sei,
das höre nun oh Ardschuna:
denn der Verzicht ist dreierlei.
5
Auf Schenken leiste nicht Verzicht,
auf Buße, noch auf Opferung,
denn Schenkung, Buße, Opfer sind
der Einsichtsvollen Läuterung.
6
Doch ohne Hang stets übe sie
und ohne Rücksicht auf die Frucht,
das ist der ganz entscheidene Rat,
oh Pritasohn, den Du gesucht.
7
Entsagung vorgeschriebenen Werks
in KEINEM Falle sich gebührt,
wer aus Verblendung dieses tut,
der wird durch Dunkelheit verführt.
8
Wer unbequemes Werk nicht tut,
weil es dem Leib Beschwerde schafft,
gewinnt nicht des Verzichtes Frucht,
denn Ihn beherrscht die Leidenschaft.
9
Wer vorgeschriebenes Werk vollzieht
ganz ohne Hang und nur aus Pflicht,
der übt, weil er nicht Lohn erstrebt,
den wesenhaften Werkverzicht.
10
Der weise, wesenhafte Mensch
auch unerwünschtes Werk nicht scheut
und frei von Zweifel, frei von Hang,
am Angenehmen sich nicht freut.
11
KEIN STERBLICHER(!) VERMAG JEMALS(!)
DAS HANDELN AUFZUGEBEN GANZ(!)
doch wer aufgibt den Wunsch nach Lohn,
der strahlt in des Verzichtes Glanz.
12
Erwünscht, gemischt und unerwünscht
ist nach dem Tod der Lohn der Tat,
vom Lohne frei bleibt aber der,
der allem Werk entsaget hat.
13
Das Sankhya lehrt es zweifelsfrei
"Fünf Ursachen zusammen gehen
wenn vorbereitet und vollbracht
je eine Handlung soll entstehen.
14
Der Leib, der Täter, das Organ,
das jeweils hier kommt in Betracht,
der vielfachen Bewegung Kraft
und schließlich noch der Götter Macht."
15
Für ALLES was da mit dem Leib,
verstand und Rede wird getan,
es sei rechtmäßig oder nicht,
sieh diese fünf als Ursach an.
16
Wer drum bei irgentwelchem Tun
sein Selbst nur für den Täter hält,
der ist ein schlecht beratener Tor,
dem wahre Einsicht völlig fehlt.
17
Wer unbefleckt von Selbst sucht ist,
sein Selbst nicht für den Täter hält,
der tötet nicht, wenn er erschlägt:
nichts bindet Ihn an diese Welt.
18
Der Antrieb zum Tun sind drei:
Erkenner, Wissen, Gegenstand.
Werk, Täter, sowie Werkzeug sind
als Inbegriff des Werks bekannt.
19
Wie man Erkenntnis, Täter, Tat
nach den 3 Eigenschaften teilt,
indem man sie zugrunde legt,
das höre Tapf'rer unverweilt.
20
Wenn man in allem, was da ist,
das Eine sieht, das dauerhaft
und UNGETEILT IN ALLEM lebt,
das Wissen nennt man wesenhaft.
21
Doch wer jedwedem einzelnen
ein Sonderdasein zuerkennt,
aus Leidenschaft entstanden dann,
man dessen Welterkenntnis nennt.
22
Wer ein bestimmtes Einzelding
für alles hält, ganz ohne Recht,
der unterliegt der Dunkelheit,
sein Wissen ist beschränkt und schlecht.
23
Wer handelt ohne Gunst und Hass,
nur wie es Ihm die Pflicht gebeut,
und nicht des Handelns Frucht begehrt,
des' Tun ist voll von Wesenheit.

Fortsetzung folgt............
 
24
Die Tat, die man aus Selbstsucht tut,
von der Begierde übermannt,
mit Mühe und mit Anstrengung,
die wird voll Leidenschaft genannt.
25
Die Tat, die blindlings ausgeführt,
nicht Rücksicht nimmt auf fremdes Leid,
voll Torheit ohne Maß und Ziel,
die Tat entspringt der Dunkelheit.
26
Der Täter, den nicht Prahlsucht treibt,
der frei von Hang, doch voller Kraft,
in Glück und Unglück gleich sich bleibt,
ein solcher, der ist wesenhaft.
27
Wer nach dem Lohn des Werks verlangt
zum Schaden anderer geneigt(!)
von Freude und von Schmerz erregt
von Leidenschaft erfüllt sich zeigt.
28
Wer störrisch, ungeschickt, gemein
voll Falschheit und Saumseligkeit,
wer heuchlerisch, verdrossen ist,
den Täter treibt die Dunkelheit.
29
Auch sind Vernunft und Ausdauer
nach Eigenschaften eingeteilt
und diese lehr' ich Dich genau,
vernimm es Tap'rer unverweilt.
30
Vernunft, die stets das Rechte wählt,
die WEISS was gut zu seiner Zeit
und BINDUNG UND ERLÖSUNG KENNT(!)
das ist Vernunft voll Wesenheit.
31
Vernunft, der zwischen gut und schlecht
ZU SCHEIDEN FEHLT DIE URTEILSKRAFT,
die deshalb in die Irre gehen,
das ist "Vernunft" voll Leidenschaft.
32
"Vernunft", die alles sieht verkehrt,
(nur aus EINER PERSPEKTIVE!)
weil sie von Finsterniss umhüllt,
die Falsches für das Richtige hält,
die ist von Dunkelheit erfüllt.
33
Die Ausdauer, die stets sich übt,
im Denken, durch des Yoga Kraft,
den Atem und die Sinne hemmt,
die nennt mit Recht man wesenhaft.
34
Die Ausdauer der Leidenschaft
beherrscht den Mann (Menschen), der unterwegs,
die Pflicht, den Nutzen und die Lust
als Ziel vor sich im Denken hegt.
35
Die sich an Schlaf, Furcht, Kummer, Angst,
an Torheit und Verzagtheit hängt,
die Audauer des Unverstands,
die ist durch Dunkelheit beschränkt.
36
Die Freude auch, oh Bharata,
sind Ihrer Art nach dreierlei:
die erste sichert Übung nur,
doch macht von allen Leiden frei.
37
Sie, DIE ZU ANFANG SCHMECKT WIE GIFT
und später wie Ambrosia,
die aus der Geistes Klarheit quillt,
ist wesenhaft, oh Ardschuna!
38
Die Sinneslust ganz anders wirkt,
sie ist ERST NEKTAR, GIFT AM SCHLUSS,
aus Leidenschaft hervorgebracht,
ist nur vergänglich Ihr Genuss.
39
Die Freude, die dem Schlaf entspringt
und die gedankenlos vergisst,
die aus Verblendung nur erwächst,
durch Dunkelheit veranlasst ist.
40
NICHT FINDET SICH AUF ERDEN HIER
NOCH AUCH IM HIMMEL EINE SPUR
VON WESEN; WELCHE NICHT UMHÜLLT
VON DEN DREI GUNAS DER NATUR

Fortsetzung folgt
 
Diese Lehren enthalten die höchsten Weisheiten und dennoch gibt es nichts Törichteres als sie ohne zu hinterfragen auszuüben. Deswegen sagt z.B. Sivananda auch: Die Illusion des Individuums kann durch das Wissen über den unvergänglichen Brahman (= das Absolute, Unendliche) zerstört werden und NICHT durch eine unüberlegte Unterdrückung der Sinne.

Zweifelsohne ... Verzicht und Kontrolle über die Sinnesfreuden sind tatsächlich DIE Mittel, um aus dem Kreislauf von Karma und Wiedergeburt auszubrechen ... ABER die Zeit dafür muss stimmen. Man darf VERZICHT und VERLEUGNUNG nicht verwechseln, denn wenn ich etwas für Verzicht halte und es sich in Wirklichkeit für Verleugnung handelt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis mich meine Lüge wieder einholt.

Man kann sich das mit der Sexualität ansehen. Wenn ich Sex verleugne, dann kommt mir diese Verzichts-Sache wie gerufen. Dann bin ich stolz auf mich, weil ich ja mit dem Verzicht etwas Tolles zustande bringe, was ja in den alten Schriften steht. Da sagt z.B. eine Frau: "Ich brauche keinen Sex. Sex gibt mir überhaupt nichts." In Wirklichkeit aber wertet sie ihre Sexualität ab, was bedeutet, dass der Verzicht nur eine billige Ausrede ist, sich nicht mit diesem 'Problem' auseinandersetzen zu müssen. Wir betrachten Sex als etwas Schmutziges ... doch bevor ich das nicht annehmen kann gibt es da kein Weiterkommen auf den Stufen der Evolution.

Deswegen haben wir einen Intellekt bekommen, um Verzicht und Verleugnung unterscheiden zu können.

lg
Topper
 
Diese Lehren enthalten die höchsten Weisheiten und dennoch gibt es nichts Törichteres als sie ohne zu hinterfragen auszuüben.

dazu fällt mir ein, was ich heute schrieb:
Ist der Zweifel schlecht?


Der Zweifel ist, was er ist. Der Ursprung des Zweifels entscheidet, ob der Zweifel gut oder schlecht ist.
Kommt er aus Deinem Wesenhaften ist er gut, zweifelt er Dein Wesen an, ist er schlecht.
Das Geheimnis besteht somit nicht darin, nicht zu zweifeln, sondern die Art des Zweifelns zu unterscheiden.
es gibt einen richtigen Zeitpunkt für eine Frage und es gibt eine Zeit, in der man zunächst einfach nur hinehmen sollte, was geschieht.
Da sich manche Fragen dadurch VON SELBST klären
Somit sehe ich diese Aussage nicht so generell wie Du hier


Deswegen sagt z.B. Sivananda auch: Die Illusion des Individuums kann durch das Wissen über den unvergänglichen Brahman (= das Absolute, Unendliche) zerstört werden und NICHT durch eine unüberlegte Unterdrückung der Sinne.

dann bliebe hier die Frage offen: wie kommt das Wissen zu Dir, mit dem Du die Illusion zerstörst?
was ist das Wissen?
was ist Wissen?
Das Wissen folgt dem Erkennen, das Erkennen folgt der Erfahrung
nicht umgekehrt.
Das Wissen das die Illusion des Individuums auflöst ist kein Wissen sondern eine Erfahrung die einem Erkennen folgt, die einem Wissen folgt.


Ich würde vorschlagen Du findest heraus wie überlegt Du Sinne unterdrücken kannst und wie Du erkennst, dass Du gerade unüberlegt Sinne unterdrückt hast...und was diese beiden Zustände unterscheidet

Zweifelsohne ... Verzicht und Kontrolle über die Sinnesfreuden sind tatsächlich DIE Mittel, um aus dem Kreislauf von Karma und Wiedergeburt auszubrechen ... ABER die Zeit dafür muss stimmen. Man darf VERZICHT und VERLEUGNUNG nicht verwechseln, denn wenn ich etwas für Verzicht halte und es sich in Wirklichkeit für Verleugnung handelt, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis mich meine Lüge wieder einholt.

da gebe ich Dir recht.
Hier spricht man auch von wesenhaft
Der Verzicht muss mit dem, was ich bin, meinem Wesen, meinem Begehren, meiner Sehnsucht übereinstimmmen, sonst berüge ich nur mich selbst
daher begehrt der wesenhafte Verzicht keinen Lohn, er birgt den Lohn IN SICH
das was durch den verzicht ENTSEHT I S T der Lohn

Man kann sich das mit der Sexualität ansehen. Wenn ich Sex verleugne, dann kommt mir diese Verzichts-Sache wie gerufen. Dann bin ich stolz auf mich, weil ich ja mit dem Verzicht etwas Tolles zustande bringe, was ja in den alten Schriften steht. Da sagt z.B. eine Frau: "Ich brauche keinen Sex. Sex gibt mir überhaupt nichts." In Wirklichkeit aber wertet sie ihre Sexualität ab, was bedeutet, dass der Verzicht nur eine billige Ausrede ist, sich nicht mit diesem 'Problem' auseinandersetzen zu müssen. Wir betrachten Sex als etwas Schmutziges ... doch bevor ich das nicht annehmen kann gibt es da kein Weiterkommen auf den Stufen der Evolution.

das nannte ich Katharsis
Man muss erkennen, was ist ist, das einen bewegt, das eine abzulehnen und das andere anzunehmen, das eine zu begehren und etwas anderes zu fürchten.
Man muss sich völlig über die "Gunas" im Klaren sein die diesen Geist bewegen....es wird dringend angeraten den Schwimmingpool kennen zulernen, bevor man ins Meer hüpft :D

..dadurch erkennt man auch was das WESEN der Sexualität ist..das Wesen der Sexualität ist die Ergänzung.
Der dessen INNERSTE Sehnsucht es ist Gott/sein Selbst zu erfahren ergänzt sich durch DIESES Bestreben oder durch die Erfahrung dessen.
Das bedeutet NICHT die Sexualität zu verurteilen oder als schlecht zu bewehrten, es ist eine WAHL, die dem WESEN entspringt, so wie der eine lieber zu Apfelkuchen greift anstatt zur Obersschnitte :rolleyes:

Deswegen haben wir einen Intellekt bekommen, um Verzicht und Verleugnung unterscheiden zu können.

dies deckt sich nicht mit meiner Erkenntnis von was so ist
Verleugnung ist nur dort möglich wo es Intellekt GIBT.
Wo die Lüge nicht existiert, ist diese Unterscheidung sinnlos

LG
 
41
An vielfach abgestufte Pflicht
(ist) der Priester, Krieger, Bauern Stand
so wie der Schudras großes Heer
seit JE der GUNAS MISCHUNG band.
42
Denn Buße, Reinheit, Redlichkeit,
Geduld, Enthaltsamkeit und Ruh,
Erkenntnis, Wissen, Frömmigkeit,
kommt der Natur des Priesters zu.
43
Ausdauer, Kraft, Gewandtheit, Mut,
im Kampfe Unerschrockenheit,
Freigiebigkeit und Herrschersinn
beweisen (belegen) des Kriegers Tüchtigkeit.
44
(Und) Handel, Viehzucht, Ackerbau
umfasst des dritten Stands Beruf,
der Schudra aber dient als KNECHT,
weil die Natur Ihn so erschuf.
45
Doch welches Standes er auch sei,
wer treu sich dem Berufe (der Berufung) weiht,
erlangt einst die Vollkommenheit,
sie zu vernehmen (anzuerkennen) sei bereit(!).
46
(Das) Werden durch Pflichterfüllung (das Erkennen der eigenen Berufung) ehrt,
(verherrlich den) der dieses ganze All durchdringt,
(den) der aller Wesen Urgrund ist,
(und so) der Mensch Vollkommenheit erringt (in sich erkennt).
47
Darum erliege (gehorche) nur DEINER Pflicht,
und läßt Dich auch die Kraft (das Vertrauen darauf) im Stich,
wer tut, was sein Beruf (Berufung) gebeut (verlangt/erfordert),
der ladet keine Schuld (Karma) auf sich.
48
Du darfst (sollst) dieser Pflicht (Dir SELBST gegenüber) Dich nicht entziehen(!),
entbehrt sie auch der Mängel nicht,
denn Übel (Unvollkommenheit) liegt in JEDEM TUN,
auch Rauch umhüllt des Feuers Licht(!).
49
Wer allerseits läutert sein Herz
(sich um EHRLICHKEIT SICH SELBST GEGENÜBER BEMÜHT),
sich so überwindet und um nichts (keinen Verlust) mehr bangt,
(so) von (seinem) Werk (Tun selbst) befreit, (so) entsagungsvoll (bleibt),
gewiss Vollkommenheit erlangt.
50
Wie der (auf diese Weise) Vollkommene daraufhin,
zum Brahme weiterschreiten muss (kann),
erfahre es, Du Kuntis Sohn!
Es ist der Weisheit letzter Schluß.
51
Wer sein Gemüt geläutert hat,
wer in Beständigkeit sich übt,
wer sich der Sinneswelt verschließt,
wen weder Hass noch Neigung trübt.
52
Wer in der Einsamkeit gern lebt,
mit Fasten (Enthaltsamkeit) Leib und Sinn kasteid,
wer fromme Selbstbetrachtung übt,
sich von der Leidenschaft befreit.
53
Wer Selbstsucht, Wolllust, Dunkel, Zorn (Wut)
und Prahlsucht völlig abgestreift,
gelassen (auch) ohne Habe ist,
der ist zur Göttlichkeit gereift (herangewachsen).
54
Zum (eins mit dem) Brahm geworden, heiter, still,
erlöst von Kummer und von Gier
und ALLEN WESEN(!!) gleich gesinnt(!),
hegt höchste Liebe er zu mir.
55
Durch Liebe DANN erkennt er mich(!)
nach (gemäß) meinem allerhöchsten SEIN
und geht unmittelbar dannach
zu mir in die Vollendung ein.
56
Wer, wenn er auch noch WERKE TUT,
auf MICH setzt seine Zuversicht,
erreicht durch meiner Gnade Macht,
den Ort, wo unvergänglich Licht.

(daher)

57
Mir stelle jede Tat anheim,
auf mich nur lenke Deinen Sinn
und gib Dich mit andächtigem Geist
beständig meinem Walten hin.
58
UND GLAUBE(!), dass, wer MIR VERTRAUT,
in jeglicher Gefahr besteht,
doch wer, von Selbstsucht übermannt,
mir nicht gehorcht (nicht ICH es bin), (auf diesem Pfad stets) untergeht(!).
59
VERGEBENS trachtest Du, mein Freund,
(dich) dem Bruderkampfe zu entfliehen (zu entziehen),
unmöglich kannst Du,Tapfrer, Dich,
dem Walten der Natur (der Gunas) entziehen.
60
ES BINDET DICH, OH KUNTIS SOHN,
DER ANGEBORENE BERUF,
AUCH WIDER WILLEN MUSST DU TUN
WOZU DAS GESETZ (DAS WORT) DICH SCHUF.
61
Der Herr (DEIN URSPRUNG/ das was DU BIST) der (das) in den (DEINEM) Herzen weilt,
durch seine Maya Wundertat (da DU NICHTS ANDERES SEIN KANNST und alles andere TÄUSCHUNG/ MAYA ist)
läßt tanzen aller Wesen Schar,
wie Gliederpuppen an dem Draht
(bindet Dich an das, was Du bist, bevor Du wurdest).
62
So auf Ihn (auf das, was Dein Herz bewegt) nur richte Deinen Sinn
und suche ganz in Ihm Dein Heil,
durch seine Gnade wird alsdann,
Dir höchste Stätte (Deines Ursprunges) Dir zuteil.
63
So ist verborgenen Weisheit Dir
von mir geoffenbart, oh Held,
wenn Du nur stets an sie gedenkst,
(Dir diese Wahrheit dabei bewußt machst)
so handle, wie es Dir gefällt.

Fortsetzung folgt...
 
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64
Noch einmal höre Du ein Wort
geheimen Wissens jetzt von mir
bist Du ja doch mein lieber Freund,
zum Besten will ich raten Dir.
65
Verehre mich, gedenke mein,
stets huldige und opf're mir,
dann gehst Du sicher zu mir ein,
als Freund, verspreche ich es Dir
66
Gib des Gesetzes Bräuche auf(!),
VERTRAUE NUR AUF MICH ALLEIN,
sei unbesorgt, ich werde Dich
von aller Sünde Schuld befreien.
67
Du darfst das, was ich Dir gesagt,
nicht lehren den, der mich verschmäht(!),
der unbußfertig mich nicht liebt,
mir feindlich gegenüber steht.
68
Wer dies Geheimnis, dem tut kund,
der mich in treuer Liebe ehrt,
erweist mir so den höchsten Dienst,
er kommt gewiß zu mir verklärt.
69
Auch wird, von allen Sterblichen,
kein anderer mich, wie er erfreu'n,
kein anderer in dieser Welt
wird meinem Herzen lieber sein.
70
Wer unser heiliges Gespräch
genau sich merkt und voll Bedacht,
der hat mir, das versichere ich,
ein Andachtsopfer dargebracht.
71
Und wer mit gläubigem Gemüt
es nur von anderen lesen hört,
auch Ihn wird einst, von Schuld erlöst,
der Guten lichte Welt gewährt.
72
Vernahmst Du, was ich Dir gesagt,
mit ernsten, aufmerksamen Sinn?
Wich die Verblendung jetzt von Dir?
Und schwand des Irrtums Wahn dahin?

Ardschuna:
73
Ich habe mich besonnen jetzt,
der Wahn, der mich bezwang, ist fort,
durch Deine Gnade neu gestärkt,
will handeln ich nach Deinem Wort.


Der Erzähler Sandschaya:
74
So sprachen Vasudevas Sohn
und Prithas heldenmütiger Spross.
Ich lauschte Ihrem Zwiegespräch,
indess ein Schauer mich durchfloss.
75
Durch Vyasas Gnade habe ich
die Andachtslehre angehört,
wie Krishna sie, der Andachts Herr,
mit seinem eigenem Mund gelehrt.
76
Von diesem herrlichen Gespräch,
so oft mein Geist es überlegt,
werd' wiederum und wiederrum
ich zur Bewund'rung angeregt.
77
So oft ich mich erinnere
an Haris göttliche Gestalt
erfaßt ein tiefer Schauer mich,
ich fühle seine Allgewalt.
78
Wo Krishna weilt, der Andacht Herr,
und Pritha's heldenmütiger Sohn,
da ist das Glück, der Sieg, die Macht,
da ist der rechten Führung Lohn.


Ende der Bhagavadgita
(Anmerkung folgt....)
 
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