Ich habe mir jetzt nur die ersten zwei Seiten durchgelesen, ich hoffe ich wiederhole keine schon geschriebenen Dinge.
Die Sichtweise, dass ein Baby egoistisch wird, wenn man immer auf sein Schreien reagiert finde ich gefährlich.
Wenn ein Baby irgendwann weniger schreit, weil man nicht immer auf es reagiert, dann heißt es nicht, dass es irgendetwas gelernt hat, sondern, dass es aufgegeben hat.
Das Urvertrauen, das es dadurch nicht bekommt, ist aber eine Grundvoraussetzung dafür, dass es SPÄTER irgendwann sein Ego ablegen kann.
Es ist wie bei einem Kleinkind, das im Sandkasten sein Spielzeug nicht teilen will und von seinen Eltern wegen aus deren Sicht pädagogischen Gründen dazu gezwungen wird.
Es lernt dadurch nur, dass seine Meinung nicht ernst genommen wird es ohnmächtig im Außen ist, also wird es seinen Egoismus ins Unterbewusste schieben und die Wahrscheinlichkeit, dass später ein egoistischer Mensch aus ihm wird ist noch viel größer.
Ein Kleinkind und gerade ein Baby hat jedes Recht egoistisch zu sein und es gehört sogar zu einer gesunden Entwicklung dazu.
Ich meine damit nicht, dass man ihm jeden (materiellen) Wunsch erfüllen sollte, aber es in seinen Gefühlen nicht ernst zu nehmen aus Angst es würde dadurch egoistisch werden, da geht für mich so genannte Spiritualität zu weit.
Abgesehen davon, wenn ich eins durch Spiritualität gelernt habe, dann dass es etwas Freiwilliges und Ungezwungenes ist. Ein Kind wird am besten lernen immer weniger egoistisch zu werden, in dem man ihm selbst ein Vorbild ist, ihm selbst ein so egoloses Leben wie möglich vorzuleben und ihm immer wieder neue Inspirationen dafür zu geben. Aber die Entscheidung liegt beim Kind!!!
Zwang zur Egolosigkeit verstärkt das Ego nur, weil das Kind unsicher wird, lernt, dass seine Bedürfnisse nichts wert sind und es versuchen wird das durch ein starkes Ego eben zu kompensieren.
Und Selbstliebe ist für mich kein Zeichen von Ego, sondern die Vorraussetzung für Egolosigkeit. Ein zu starkes Ego kommt nicht von zu viel Selbstliebe (auch wenn ein Egoist selbstverliebt wirkt), sondern von zu wenig Selbstliebe.
Ich meine damit, aber die echte Liebe und nicht die Illusion von Liebe, die sich viele Menschen machen.
Wenn ich mich selbst nicht liebe, bin ich doch auch gar nicht fähig andere Menschen ernsthaft zu lieben und dadurch immer selbstloser zu werden. Ich kann doch nur das nach Außen geben, was auch in mir ist. Wenn ich eine Zitrone presse, kann kein Orangensaft rauskommen.
Wenn ich mich nicht liebe, ist das doch der Grund warum ich diese Lücke versuche durch egoistische Bedürfnisse im Außen zu befriedigen.
Das, was viele Menschen versuchen. Alles für andere zu tun, alle anderen zu lieben, ohne sich selbst zu lieben, ist in meinen Augen nur der Versuch, dass Ego dadurch zu befriedigen sich einzureden man hätte keins.

Erst wenn ich mich selbst liebe, mich selbst wertschätze und trotzdem selbstlos handel ist es in meinen Augen etwas Wahres und Ernsthaftes. Erst dann genügt mir die Liebe, die ich in mir fühle und ich brauche nichts mehr anderes im Außen.