Ich seh irgendwie nicht, was an Kains ursprünglichem Opfer ungehorsam gewesen sein soll. Abel ward ein Schäfer, und Kain ward ein Ackermann, so wurde es uns doch vorgelesen, oder. (Oder ist da im Hebräischen schon wieder was GANZ anders.) Der Abel opfert folgerichtig ein Schaf aus den Früchten seiner Arbeit, das wird gnädig angesehen. Der Kain opfert - ebenfalls aus den Früchten seiner Arbeit - ebenso folgerichtig - Früchte des Feldes, das er bebaut hat. Und das wird nicht gnädig angesehen.
Du ich kommert mir von so einem Bigöttchen aber SOWAS von verarscht vor, kann ich dir sagen. Wo war die Sünde??? Daß er ein Ackermann geworden ist? Ist das verboten gewesen von diesem Bigöttchen, das nur Schäfer haben wollte? Oder ist das alles auf Hebräisch nicht so, wie wir es deutsch erzählt bekommen haben?
Verständnislos
Kinny
Das ist wirklich das Traurige, dass da so viel verloren geht in der Übersetzung.
Man kann zwar auch im Deutschen darauf kommen - es ist aber zugegebenerweise wirklich schwierig. Aber deshalb gibt es ja auch Menschen, die sich da besser auskennen und man hat einen Mund, und darf fragen. Oder eben schmollen und sagen dass alles was man nicht selbst einfach so aus sich heraus erkennen kann, sowieso nur Mist sein kann. Dann fehlt eben noch die nötige Demut.
Der eigenwillige Gottesdienst ist wie das Beispiel von einem Sohn, der seinem Vater zum Geburtstag Fussballschuhe in der Größe der Füße des Sohnes schenkt, weil der Sohn so gerne Fußball spielt. Der Sohn weiß überhaupt nicht, was der Vater gerne hat, und so schenkt er ihm etwas, von dem er meint, dass es dem anderen gefallen müsse, weil es ihm auch gefällt.
Zunächst so ganz grundsätzlich: Jede dieser auftretenden Figuren wie Kain oder Abel entspricht einem Bewusstseinszustand IN jedem Menschen. Es geht also prinzipiell nicht darum ob Bauern bessere oder schlechtere Menschen als Schafzüchter sind, das wäre die buchstäbliche Ebene. Alle diese Mitteilungen in der Bibel sind spirituelle Mitteilungen, und ausschließlich für spirituelle Menschen gedacht. Alle anderen Arten der Nutzung dieser Erzählungen mögen ja manchmal ganz niedlich sein, aber letztlich sind sie Götzendienst. Man macht sich Bilder, Vorstellungen buchstäblicher Art, von den erzählten Dingen. Doch es geht eben nicht um den Buchstaben, sondern stets um den Geist.
Nun, es beginnt bei dem Bewusstseinszustand mit dem Namen "Kajin" - er bedeutet "Gewinn". Es ist die Bewusstseinsausrichtung, die auf Gewinnmaximierung aus ist. Sein Zahlenwert ist 160, und ist in Resonanz mit "Silber", "keseph", das auch 160 hat. Also auch der Verrat von Judas, der an sich selbst dachte, und dachte, einen "Gewinn" mit Jesus zu machen, und ein Dieb war, hängt mit diesen "Silberlingen" zusammen.
Dann, was ist ein Opfer? Im Hebräischen bedeutet das Wort Opfer ein "sich nähern", und gemeint ist ein "sich-Gott-nähern". Also das Bewusstsein mehr in Resonanz mit der All-Liebe bringen.
Kajin wird zu einem "obed adamah", einem "Knecht des Erdbodens". Im Griechischen sind es die sogenannten "chtonischen Kulte", die einseitig das Dunkle, den Erdboden, und letztlich die "dunkle Seite der Macht" verehren. Kajin ist also der erste Diener des Bösen und meint, dass Gott ja auch diese Art von Ritual gefallen muss. Tut es aber eben nicht. Er lässt Kajin zwar gewähren, aber er freut sich nicht daran.
Freuen würde er sich daran, wenn Kajin fragen würde, was Gott will. Gott hat im Vorfeld Adam und Eva Bekleidung von Fell gemacht. Diese Felle kommen ja nicht aus der leeren Luft, sondern Gott selbst hat diese Tiere geschlachtet und ihr Fell abgezogen und Adam und Eva und ihren Kindern vorgemacht, wie ein Opferritual funktioniert, nämlich durch die Tötung eines Lebewesens. Adam und Eva hatten sich von Gott entfernt, indem sie vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen haben, sie waren aus der lebendigen Gemeinschaft mit Gott weggestorben. Und Gott zeigt ihnen, wie eine neue Form der Gemeinschaft wieder entstehen kann, nämlich ebenfalls mit dem Tod, aber mit dem Tod eines unschuldigen Lebewesens. Das ist ein Bild für den Tod von Jesus Christus am Kreuz.
Kain akzeptiert diese Art von Opfer nicht. Er will das alles nicht, sondern sich auf eigene Art Gott annähern. Er hat kein Verständnis dafür, dass er von Gott im Bewusstsein getrennt ist. Kain in mir ist die Haltung, dass ich schon selbst gerecht vor Gott sein kann. Ich arbeite und opfere die Früchte meiner Arbeit. Das muss dann reichen. Dass das prinzipiell eben nicht reicht, hat Gott im Vorfeld gesagt. Die Architektur der Schöpfung ist so, dass ein "Tod" einer "nephesch" (Seele) im Bewusstsein nur durch eine andere Seele wiederhergestellt werden kann. Das ist so grundsätzlich wie die Schwerkraft. Und einfach da ein paar Pflanzen zu opfern geht eben nicht, das ist die falsche Ebene.
Wer ist nun dieses unschuldige Lebewesen, das da stirbt, um mir die erneute bewusste Verbindung mit Gott zu ermöglichen?
Es ist ein Teil der göttlichen Kraft selbst. Jesus in mir ist ebenfalls ein Teil des mir möglichen Bewusstseins. Es ist das, was in anderer Bildersprache als "Shiva" benannt ist. Shiva steigt als Teil der Kundalini von oben herab im Körper bis zur Wurzel, so wie Shakti/Parvati als Teil der Kundalini von unten aufsteigt. Shiva stirbt fast, als er das giftige Wasser des Milchozeans trinkt und wird zum Blauhals (Nilakantha).