Leben
Ständig wendet sich etwas von dir ab, oder
dir zu. Das Leben sieht dich an,
oder es sieht an dir vorbei. Oder durch dich hindurch,
als würde es dich gar nicht geben.
Und so siehst du auch das Leben an,
und die anderen. Du machst sie zu Schatten
und nur selten zu Menschen.
Solange dir sie nur dienen soll,
bist du selbst auch nur Diener.
Liebe ist etwas anderes.
Sie macht sich nichts untertan.
Doch um zu lieben, muss das Herz reif sein.
Um zu lieben muss man verstehen.
Das Problem der Liebe ist, dass du sie überall sehen kannst.
Es gibt keinen Ort an dem sie nicht ist.
Keine Rechnung, in der sie nicht vorkommt.
Sie ist also kein Kriterium.
Um etwas für uns zu wollen, um uns selbst ins Leben zu begeben,
zählt deshalb nicht die Liebe.
Es zählt, ein Ziel zu haben. Es zählt, dein ganzes Wesen auf
das auszurichten was du bist und was du willst.
Liebe ist dabei eine Energie, die dich umspült.
Und wenn du Schmerz hast, weißt du, dass du am falschen Weg stehst.
Laufe zurück und finde den anderen Weg.
Es sollte dir klar sein, dass die Wege manchmal sehr leicht gehen
und das der leichteste Weg nicht immer der beste ist.
Das Schwierigkeiten, besonders zu Anfang, bedeuten können,
dass alles gut läuft. Du sollst nie aufhören zu kämpfen.
Damit meine ich nicht, dass du gegen etwas kämpfen sollst,
sondern gegen die dunklen Schatten die in dir selbst lauern.
Und glaub mir, da lauern viele.
Du kannst dich nach nichts richten,
weil du ab einem bestimmten Punkt- wenn du 'richtig' und 'falsch' und 'gut' und 'böse'
als Gespenster entlarvt hast- nichts mehr weißt.
Du kannst nur dem Leben folgen.
Du folgst nur dem, was als Beziehung zwischen dir und dem Leben,
dir und den Gedanken und den Gefühlen und der Antwort aus der Welt,
entsteht.
Du sollst alles aufschreiben, ganz transparent werden,
damit du die Bewegungen verstehst- in dir und um dich herum.
Du sollst eine Sprache wählen, die du selbst erschaffen hast.
Eine Melodie summen, die dir dein eigenes Herz diktiert.
Suche nicht nach etwas Festem, suche nicht nach Starre.
Suche auch nicht nach den Sternen.
Antworte nur. Dein Herz ruft, die Welt ruft nach dir.
Dein Herz sagt ja, oder nein, oder vielleicht.
Genieße diesen Dialog,
und verachte ihn.
Wir sind ans Sein gebunden. Aber der Mond, und die Sterne,
und die Decke der Nacht, sie alle sind es auch.