[...]Die Idee, ein Kabel von Norwegen nach Deutschland zu legen ist alt. Sauberen, norwegischen Billigstrom per Seeleitung zu importieren, das sei der Einstieg in den Atomausstieg, schrieb der SPIEGEL schon 1992.
Was ist eigentlich daraus geworden? Heute, 18 Jahre später, haben sich mehrere Unternehmen zusammengeschlossen, wollen gemeinsam ein Kabel nach Deutschland verlegen. 600 Kilometer durch die Nordsee. [...]
O-Ton, Peter Ahmels, Deutsche Umwelthilfe:
»Das Potenzial, was dort ist würde allemal reichen, um den Strom in Deutschland, den erneuerbaren, komplett zu ergänzen zu einer 100prozentigen Versorgung aus erneuerbaren Energien.«
Theoretisch könnte norwegische Wasserkraft den Strom von 60 europäischen Atomkraftwerken ersetzen. Doch dazu braucht man Leitungen durch die Nordsee. Aber schon beim ersten Kabel gibt es da ein Problem. [...]
Billige norwegische Wasserkraft im Überfluss. Nur nicht für Deutschland. Weil der Zugang zum Netz nicht geregelt ist. [...]
Die Bundesregierung besteht auf Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, weil sonst angeblich der Strom knapp würde, doch gleichzeitig vergibt sie die Chance auf billigen, sauberen Strom aus Norwegen.