Wir lesen Bücher und oft ist es doch so, dass wir sie erst sehr viel später inhaltlich wirklich verstehen können, wenn wir sie nochmal lesen und sich dann AHA-Effekte einstellt. Wir hatten sie vorher also nur rein intellektuell und oberflächlich gelesen und geglaubt, dass wir sie verstehen und später hatten wir den Inhalt dann selber im Gefühl = Sinn = Bewusstsein und sozusagen einen genauen Geschmack davon und wissen erst später, was wirklich damit gemeint war...
Wie lernst Du als Kleinkind Worte, die Dir noch abstrakt sind, INHALTLICH aufzunehmen und zu verstehen? Also einen GESCHMACK oder SINN dafür zu bekommen? Und damit ins Gefühl, so dass sie Dir INHALTLICH eigenes Bewusstsein sind.
Mit dem Wort GOTT kann das Kind doch gar nichts anfangen, weil es ihm INHALTLICH gefühlsmässig nichts sagt - außer die Glaubenssätze und Vorstellungen anderer dazu zu übernehmen.
Was ist also GOTT? Ein ABSTRAKT gebliebenes Wort im Gefühl für Dich. Pure Theorie und bisher noch nicht praktisches Erleben.
Wenn Du Dir selber - jenseits aller Leibwelt - bewusst bist, bist Du Gott bewusst.
Es ist wie mit Fremdworten, deren Sinn und Bedeutung Du nicht kennst und Du deswegen inhaltlich nichts damit anfangen kannst, weil sie Deinem Gefühl nichtssagend bleiben. Ebenso ist Gott dann ein Fremdwort, dem für Dich noch der Inhalt - also Sinn und Bedeutung - fehlt.
Was sagt irgendein Wort zu Dir selber aus? Worin kannst Du Dich als GANZ Du selbst vollständig erkennen?
Ist Dir das verständlich?
Ja ich versteh deine Ansichtsweise, allerdings schlussfolgerst du falsch.
Du gehst davon aus, dass ich mich bis dato ansatzweise mit Gott beschäftigt habe.
Tatsächlich ists allerdings schon so, dass ich mich für die Religionen im Allgemeinen sehr interessier(t)e, und etwas überall ein bißchen "reinschnupperte".
Das war auch "gefühlsmässig"; wie du es ausdrückst; der Fall, ich war eine Zeitlang sehr Gottgläubig.
Und da ist der Haken für mich.
Solange ich nichts hinterfragte, passte alles. Solange ich "nur glaubte" war der Glaube da.
Irgendwann fing ich an zu hinterfragen, und jede potentielle Antwort auf eine Frage warf wieder 10 neue Fragen auf.
Also abstrakt ist der Begriff Gott nicht für mich.
Ein praktisches Erleben Gottes wäre in meinen Augen wenn er mir persönlich erscheinen würde, und mich von meinem Unglauben abbringen würde.
Persönlich, NICHT gefühlsmässig. Gefühle trügen sehr oft....
Von daher ist ein praktisches Erleben, wie du es schilderst, imho nicht möglich....sondern nur Theorie...für jeden...
Wie kann man sich selber, jenseits aller Leibwelt bewusst werden, wenn alles was du bist, und auch denkst, vom Leibe ausgeht?
Deine letzten beiden Fragen erkläre mir bitte noch einmal....