Hallo Gabi, eigentlich habe ich gerade überhaupt keine Zeit zu schreiben. Und eine andere Person, die mir wichtig ist, wäre jetzt eigentlich dran.
Aber ich habe mich heute das öfteren gefragt, was schief gelaufen sein muss, damit man dann so tief sinkt.
Und das will ich heute endlich los werden.
Also:
Wer ist anständig und wer ist unanständig?
Diejenigen, die jetzt in Frankreich auf die Straße gehen, Autos anzünden, Geschäfte zerstören und plünern, die haben Marcron doch gewählt, wohl wissend, dass er,im Falle seiner Wahl, einschneidende Reformen vornehmen würde. Das hat er doch bereits im Vorfeld angekündigt.
Reformen sind nötig, allerding nicht in dieser Härte und Schnelligkeit wie Marcron sie, über die Köpfe der Menschen hinweg, durchsetzen will.
Den Satz verstehe ich nicht. Neoliberalismus ist ein politischer Kampfbegriff, der von der linken Seite gerne als rhetorische Keule benutzt wird, um all jene die kein linkes Brett vorm Kopf haben, mundtot zu machen.
Und ja, selbst wenn es dich noch so aufregt, auch in einem Wohlfahrtsstaat, müssen die Leistungen für die "Wohltaten" erarbeitet werden. Vielleicht sogar von den neoliberalen Idologen?
Soviel zu
Einfach mal den Blickwinkel erweitern und Zusammenhänge raffen.
Du fragst was unanständig ist?
Das du wichtige Zusammenhänge in Zusammenhang mit Frankreich unterschlägst, ist höchst z.B. unanständig.
Und nach all den Unterschlagungen, ,,Reformen" in Frankreich für nötig zu halten, ist schlicht und einfach ekelerregend. Zumindest für mich.
Warum unterschlägst du z. B., das D seit der Einführung seiner Hartz 4 Gesetze Lohndumping betreibt und sich die ganze Zeit damit Wettbewerbsvorteile gegenüber den anderen Ländern, wie auch u.a. in Frankreich ergaunert?
Warum unterschlägst du, das durch unser Lohndumping und die staatliche Aufstocken/Subvention der Löhne, wir mit unseren Waren und Dienstleistung in den Ländern um uns herum beinahe alles nieder konkurrieren? Unfair nieder konkurrieren, weil in anderen Ländern normale und faire Löhne noch gezahlt worden sind, von denen man auch ohne staatliche Unterstützung leben konnte?
Warum unterschlägst du, das sich genau dadurch andere Länder verschulden müssen?
https://alexanderdilger.wordpress.c...inn-zum-deutschen-leistungsbilanzueberschuss/
Warum unterschlägst du das hier?
[..Das sehe ich anders, weil zwar die Bundesbank und vor allem ihr Präsident Jens Weidmann Widerstand leisteten, nicht aber die Bundesregierung, die durchaus großen Einfluss hätte. Die zweite Ursache für die Unterbewertung des Euros gegenüber dem Dollar sieht Herr Sinn in den USA, die aller Welt und insbesondere auch Deutschland Finanzprodukte verkauften, wodurch der Dollar stieg. Deutschland hatte übrigens wenig davon, sondern verschenkt quasi seine Exporte wie auch nach Griechenland:
Als „stupid German money“ belächelte die Wall Street das Geld, das aus Deutschland kam, um die amerikanische Sozialpolitik zu finanzieren. Der Schwindel flog in der Finanzkrise auf. Bereits im Jahr 2010 musste der deutsche Staat seinen Banken mit 280 Mrd. Euro bei der Gründung zweier Bad Banks zur Seite springen, die diese problematischen Finanzprodukte aus Amerika dann aufnahmen. Ein erheblicher Teil der vielen Porsches, Mercedes und BMWs, die nach Amerika geliefert wurden, ist so gesehen gar nicht bezahlt worden. Das sollte der neue amerikanische Präsident bedenken, bevor er einen Handelskrieg vom Zaun bricht oder auch nur über Twitter ungerechtfertigte Anschuldigungen gegen andere Länder verbreitet.
https://alexanderdilger.wordpress.c...inn-zum-deutschen-leistungsbilanzueberschuss/
https://de.wikipedia.org/wiki/Beggar-thy-Neighbor-Politik
Wohl wissend um all das, haben Madame Merkel und der jeweilige Koalitionspartner auch in Frankreich einen immer höheren Druck aufgebaut. Ist das anständig Gabi?
Weshalb noch mal genau hältst du die ,,Reformen" von Macron für nötig?
Aber lass mich raten, du wirst wieder mal genau darauf nicht anworten, richtig?
Wir können froh sein, das man mit uns überhaupt noch spricht. Wir können auch froh sein, nicht schon längst isoliert wieder als die Bösen tituliert und angesehen zu werden, weil wir all das einfach so mitmachen.
Ich für meinen Teil, schäme mich dessen, was da bisher alles ,,veranstaltet" worden ist, auf Kosten der Nachbarn. Und das nicht nur wegen der Beggar-thy-Neighbor-Politik
. Sondern das wir in die Solidarität bisher nicht erlebbar und sichtbar eingefordet haben.
Und nun noch speziell für dich das ,,liebe" Gabi:
Die Steigbügelhalter
Vom Neoliberalismus zum Rechtsextremismus: die Praxis
[...In Frankreich oder Deutschland sind es daneben auch die Einwohner aus der Türkei oder dem arabischen Raum, die aufgrund bestehender rassistischer und kulturalistischer Ressentiments massiv sozial und wirtschaftlich benachteiligt werden - und die von der Neuen Rechten verstärkt als Sündenböcke aufgebaut werden, die angeblich auf Kosten der Mehrheitsbevölkerung leben.
Der Reflex, den die Rechte in der Krise ausschlachtet, ist somit klar: Angesichts schwindender finanzieller Ressourcen werden ethisch, rassisch, religiös, sozial oder kulturell definierte Gesellschaftsgruppen stigmatisiert, denen die Finanzmittel oder gar die Lebensgrundlagen entzogen werden sollen, um so die Mehrheitsbevölkerung zu entlasten. Das kriselnde kapitalistische System mitsamt den dazugehörigen Kategorien bleibt so, wie gesagt, außerhalb der Betrachtung. Die Rechte avanciert hingegen zum politischen Exekutor der wirtschaftlichen Krisendynamik, die ja tatsächlich immer größere Massen an wirtschaftlich "überflüssigen" Menschen produziert.
Keynesianismus gegen Neoliberalismus
Auf eben dieser Logik beruht letztendlich auch die Politik der Bundesrepublik gegenüber den südeuropäischen Krisenländern im Allgemeinen und Griechenland im Besonderen. Wie dargelegt (siehe
Teil 1 und
Teil 2 der Textserie), stellt die konkrete Verlaufsform der Schuldenkrise in der Eurozone die Folge des Wechselspiels von "objektiver" Krisendynamik (dem produktivitätsbedingten Verschuldungszwang des spätkapitalistischen Weltsystems) und der "subjektiven" Machtpolitik Berlins (dem deutschen Neo-Merkantilismus) dar.
Präziser: Die Systemkrise, die sich in der BRD in hohen Arbeitslosenraten manifestierte, verstärkte das Bemühen Berlins, vermittels hoher Exportüberschüsse die eigene Wirtschaft auf Kosten der heutigen europäischen Schuldenländer zu sanieren. Der Verschuldungsprozess was bis zum Ausbruch der Eurokrise ein gesamteuropäisches Phänomen, das ohnehin Teil der globalen Verschuldungsdynamik war. Alle schienen von den damit einhergehenden Defizitkonjunkturen zu profitieren, doch nach dem Krisenausbruch hat es Berlin vermocht, die Krisenfolgen ausschließlich auf die "Schuldenländer" abzuwälzen, die gerade durch Deutschlands Exportüberschüsse in die Verschuldung genötigt wurden....]
https://www.heise.de/tp/features/Die-Steigbuegelhalter-3371165.html?seite=3
[..Einfach mal den Blickwinkel erweitern und Zusammenhänge raffen.
Und fängst du denn jetzt damit an

?