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Heute ist ein mieser Tag...

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Niviene, 2. Juni 2008.

  1. Niviene

    Niviene Mitglied

    Registriert seit:
    13. Februar 2006
    Beiträge:
    950
    Ort:
    Stmk.
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    Ich weiß, nachdem es mir wieder besser geht, werde ich es bereuen, diesen Text reingestellt zu haben. Aber irgendwie habe ich den Drang mich mitzuteilen.

    Vor vielen Jahren sah ich meinen Vater einen Moment lang an und dachte, eigentlich ist er wie jeder andere. Er lebt und liebt, wie ein normaler Mensch. Er sieht die Schönheiten der Welt und genießt die Wunderbarkeiten der Welt. Doch eines war ihm immer verwehrt worden. Das Wunder und die Kraft der Musik zu hören. Die einzelnen, kraftvollen und starken Töne voller Energie und voller Gefühl. In jedem einzelnen Musikton steckt soviel Kraft, Liebe und Gefühl in sich. Viel zu viel, als das es jemals ein Mensch ertragen könnte. So empfinde ich, die Tochter eines Gehörlosen, und auch selbst schwerhörig, die Musik.

    Heute ist ein schwarzer Tag für mich. Mein HNO Arzt, ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch, wollte mir die Ergebnisse vom vorherigen Hörtest mitteilen. Ich kann die Menschen nur noch zu fünfzig Prozent verstehen. Wenn ich Glück habe, verstehe ich die Menschen nur bei jedem zweiten Satz oder zweiten Wort. Mein Gehör hatte sich in kurzer Zeit drastisch verschlechtert.

    Der erste Gedanke, den ich auffangen konnte, als ich mich nach einen Weinkrampf beruhigen konnte, war, siehst du, jetzt hast du das zurückbezahlt bekommen, was du verdient hast, und, warum ist die Welt so ungerecht zu mir? Warum passiert mir immer das? Warum bekommen andere nicht desöfteren so einen Hiobsbotschaft?

    Der nächste Schlag ins Gesicht folgte sofort. Wenn es sich verschlechtern würde, müsste ich ein Implantat tragen. Das würde zwei schwierige Operationen am Gehirn und am Gehör bedeuten. Alle zehn Jahre wieder um das Gerät auszutauschen. Von der optischen Hässlichkeit abzusehen. Wenn ich mich nicht operieren lassen würde, in so einem Falle, würde ich komplett ertauben.

    Dabei liebe ich die Musik so sehr. Nichts auf der Welt gab mir mehr Trost und Kraft die dunklen Tage zu überstehen. Was bin ich dann, wenn mir das liebste genommen wird? Wer fängt mich dann auf, wenn nicht die Musik? Es gibt keinen Menschen auf der Welt der das schaffen würde. Allein aus dem Grund, weil ich bei nur Fluchtgefühle hervorrufe. Ich wäre für einen Menschen eine zu große Last – allein wegen meinen Gefühlen.

    Die Musik erträgt mich. Die Musik weiß, was meist, was ich in dem Moment brauche. Immer. Mal die schweren und bedrückten Töne. Mal die lebhaften und explosiven Töne voller Energie die nie endet.

    Was ist dann, wenn das weg ist?

    Eines ist mir klar geworden, mein Leben kann nicht so weiter gehen wie jetzt, sonst ist es zu spät. Kein Arzt kann meinen Körper aufschneiden, ihn damit verunstalten, meine Gefühle, meine Lethargie, mein Sitzen-bleiben und still halten, meine negativen Eigenschaften herausschneiden, anschließend auf den Müll zu den anderen negativen Dingen schmeißen und meinen Körper danach zunähen und hoffen, dass es wieder gut wird und heilt.

    Mein Gott, mein lieber Gott, was habe ich mir für ein Karma ausgesucht, ich bin erst junge Zwanzig und soll in den nächsten Jahren taub werden. Wie soll das in meinem kleinen Gehirn reinpassen?

    Wie soll ich ohne Musik meine eigenen Gefühle ertragen können? Selbst bei der größten Traurigkeit schaffte es die Musik, mich zwar weiterweinen zu lassen und tief im Selbstmitleid zu versinken, doch trotz allem unbeschadet wieder aus dem Loch zu kommen.

    Es ist viel zu viel um es zu begreifen und würde nach einer Ratsversammlung mit Gott, Jehova, Buddha und den vielen anderen Göttern und Philosophen zu keinem, eigenen, Verständnis beitragen.

    Ich will es auch nicht verstehen. Ich will es gar nicht glauben und weigere mich das zu glauben!
     
  2. Rock Water

    Rock Water Mitglied

    Registriert seit:
    20. August 2007
    Beiträge:
    230
    Ort:
    Niederösterreich
    Ma... Ich versteh dich voll u. ganz, was du da schreibst, über deine Gefühle zur Musik.

    Umsomehr tuts mir sehr leid für dich!

    Ich wünsche dir alles, alles, alles liebe u. Gute!
    Gibt es denn sonst keine Möglichkeit dir zu helfen?

    Alles LIebe,
    Rock Water
     
  3. believe

    believe Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2008
    Beiträge:
    12.428
    Ort:
    Ungefähr .... hm .... hier
    Liebe Niviene!

    Das ist wirklich bitter!
    Aber noch bist du nicht taub!
    Du hast geschrieben, dass die Musik dich erträgt!
    Heißt das, dass deine Mitmenschen dich und deine Gefühle nicht ertragen?
    Oder du zumindest dieses Gefühl mit dir herumträgst, dass man dich nicht erträgt, dass du unerträglich für andere bist?
    Kann es sein, dass Musik für dich deine Fluchtburg ist?
    Wenn die Musik für dich eine FLUCHT ist, warum wird dir diese Flucht genommen?
    Ich frage, weil ich denke, dass in so einer Situation Trost nicht das Geringste nützt!
    Und weil ich weiß, dass uns Schicksalsschläge immer etwas zeigen wollen. Du weißt das auch, denn du fragst ja schon, Warum?!
    Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass du dein Entsetzen schnell bewältigst und Antworten findest! Und Wege, damit umzugehen! Oder noch besser, dich zu heilen!

    Alles Liebe

    believe
     
  4. Dadalin

    Dadalin Guest

    Es soll Ärzte geben, die haben so manchen Menschen bereits für tod erklärt.
    Als diese Menschen im Angesicht des Todes ihr Ende akzeptiert hatten, wandelten Sie sich. Sie wurden lebendiger als jemals zuvor und für die Ärzte ein unerklärliches Wunder des Lebens. Ich würde auch nicht an mir schneiden lassen, aber ich würde mich damit abfinden, dass das Gehör wegsein könnte. Umso mehr würde ich es jetzt noch genießen.
    Aus Erfahrung weiß ich auch, dass eine Schwäche bisher auch immer eine Stärke bereitgehalten hat. Es gibt immer einen Ausweg und einen Ausgleich!

    Alles Gute
     
  5. Ahorn

    Ahorn Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Mai 2007
    Beiträge:
    23.784
    Ort:
    wo ich Wurzeln schlage
    Liebe Niviene,

    tun kann ich nichts für Dich - doch fühl Dich umarmt. Die Musik ist auch für mich sehr wichtig...ich kann mir vorstellen, dass die Aussicht, sie nie wieder hören zu dürfen, sehr schwer für Dich zu ertragen ist.

    Ahorn
     
  6. bineken

    bineken Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    15. Dezember 2006
    Beiträge:
    2.024
    Ort:
    Lünen, Nähe Dortmund/NRW
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    Liebe Niviene,

    trösten kann Dich nichts und niemand... Das Wichtigste aber ist, dass Du aufhörst, zu denken, Dich könnte niemand ertragen. Eine Frage, die vielleicht doof klingt, hast Du Angst mit Dir "alleine" zu sein, wenn Du Deine Musik nicht hören kannst?

    Ein früherer Kollege von mir, Bernd-Dieter, war auch in der Kindheit hörend und ist später ertaubt. Er hat die Musik gefühlt, so wie in irgendeinem Lied beschrieben, er hat natürlich die "leisen" Töne nicht mehr so gut gefühlt, aber er hat getanzt, als könnte er hören...

    Ich weiß, das ist kein Trost, aber vielleicht, wenn der Fall eintritt, das Du nicht mehr hören kannst, öffnen sich für Dich andere Möglichkeiten?

    Fühle Dich umarmt und gedrückt

    Bineken :liebe1:

    PS: Bernd-Dieter hat später mit seiner, ebenfalls ertaubten Frau, ein Kind bekommen und ich glaube, sein Kind hat er "gehört" - aber mit ganz anderen Sinnen...
     
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