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Hellhörig oder Schizophren ?

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von bluebody, 18. August 2008.

  1. bluebody

    bluebody Guest

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    Wegen meines eigenen etwas flapsig gemeinten Beitrag bin ich ins Grübeln gekommen.
    Wo ist die Grenze zwischen Hellhörigkeit und Schizophrenie?

    Ich habe einige Jahre in der Psychiatrie gearbeitet und hatte oft mit Schizophrenen zu tun.
    Ab und an gab es Patienten, die so klar geäußert haben, was sie hören ect., daß ich in machen Fällen wirklich lange darüber habe nachdenken müssen, ob es vielleicht doch nicht "nur" eine von der Umwelt aufgezwungene Krankheit gewesen ist.

    Es ist schon seltsam - bei manchen Leuten, die hellhörig sind, habe ich daß Gefühl, es könnte auch eine Krankheit dahinter stecken......

    Auf jeden Fall finde ich, daß die Grenze manchmal sehr verschwommen ist.

    Was meint Ihr dazu?

    An Hand welcher Punkte kann man die Grenzen feststecken - ist daß überhaupt möglich?


    LG bluebody


    (liebe Moderatoren, evtl. bitte das Thema verschieben, falls ich falsch liege :) - Danke)
     
  2. Schamanin73

    Schamanin73 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. Oktober 2007
    Beiträge:
    2.046
    Ort:
    Schweiz
    Du, das ist einfach Auslegungssache. Kommt auf die Reihenfolge an... Der eine wird knall auf Fall "hellhörig" und kann net damit umgehen, landet in der Psychiatrie und wird dann mit Pillen kaputtgemacht, weil die Götter in Weiß ja die Pharmaindustrie im Rücken haben. Und der andere kann diese Phänomene richtig einordnen und damit umgehen. Ich habe mich gestern mit einem Schamanen unterhalten. Der erzählte von einer Narbe, die er hat. Und durch die dringen immer wieder negative Schwingungen oder so ein. Als er das erzählte, dachte ich, der hat nen Knall. Würde sich auch gut auf einer Psychiatriestation machen. Als Patient.

    Der Unterschied zwischen Psychiatrie-Personal und den Patienten ist: Die einen haben nen Schlüssel, die anderen nicht.

    Und ich hoffe, dass dieser Thread möglichst schnell geschlossen wird. Es ist ein Tabuthema, das man nur mit Freunden und nicht im Internet thematisiert. Aber ist nur meine Meinung...

    LG
    Schama...
     
  3. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Die Frage ist nicht so leicht - weil beides sehr nebulose Begriffe sind : sowohl Hellhörigkeit als auch Schizophrenie. Wo ist die Grenze zwischen zwei Nebeln ?

    Ein wichtiges Kriterium ist die Fähigkeit zur Selbstkritik. Die geht in der Schizophrenie verloren : man ist zB. felsenfest davon überzeugt, dass zB. der liebe Gott mit einem telepathisch kommuniziert und sich schon mal auch einen Rat holt, wenn er nicht weiter weiß. Bei "gesunder" Hellhörigkeit ist man sich bewusst, dass man sich auch verhören kann - dass das nicht um jeden Preis stimmen muss, was man hört.

    Ein weiteres Kriterium ist die Möglichkeit der Infragestellung und des Gespräches darüber. Der Hellhörige wird Verständnis dafür haben, dass sein Gesprächspartner das "Hellhören" nicht nachvollziehen kann. Die Inhalte des "Hellhörens" sind wesentlich differenzierter. Die Wahninhalte in der Schizophrenie sind wie Fassadenkulissen - ohne Haus dahinter : es wird etwas erzählt, wenn man nachfragt, kommt keine Geschichte und keine weitere Erklärung dazu.

    Der Hellhörige staunt über das, was er erlebt - für den Schizophrenen ist es eher etwas völlig Alltägliches, Selbstverständliches.

    Schwieriger wird es dort, wo sich Hellhörigkeit und Schizophrenie vermischen. Es ist ja keinem Schizophrenen verboten, hie und da auch tatsächlich hellhörig zu sein.

    Gawyrd

    PS.: Wenn ich von Schizophrenie rede, meine ich die tatsächlich verloren gegangene Fähigkeit, zwischen inneren "Traumbildern" und äusserer Wirklichkeit zu unterscheiden - und nicht Menschen, die von anderen für verrückt gehalten werden, weil sie ungewöhnliche Wahrnehmungen und Einstellungen haben.
     
  4. Nightbird

    Nightbird Guest

    Das ist eine schwierige Frage.
    Ich denke, dass vieles als Krankheit abgetan wird, was nicht gesellschaftskonform ist. Wir sind es ja, die es als Krankheit definieren.

    Neulich hab ich zufällig im Hintergrund mitbekommen, als der Fernseh lief, als eine Frau von ihrer Schizophrenie erzählte. Ich dachte an eine früheres Gespräch zurück und an eine Definition, die ich in Erinnerung hatte, laut jener, der Betroffene bei Schizophrenie nicht mehr zwischen seinen Persönlichkeiten unterscheiden kann. Kann der Patient unterscheiden, wäre es eine multiple Persönlichkeitsstörung. Ich weiß nicht, ob die in der Reportage einfach nur schlampig recherchiert haben, denn die Frau berichtete von sich selber, also muss sie sich selbst ja auch wahrgenommen haben in diesen Situationen.

    Jedenfalls erzählte sie so, dass ihr Dinge aufgefallen wären, dass Autos in einer bestimmten Reihenfolge hintereinander geparkt hätten und andere Dinge und alles hätte irgendwie einen Sinn für sie gegeben.
    Da dachte ich mir nur so, das ist doch keine Schizophrenie, das habe ich andauernd und das nennt man Synchronizität.
    Das hab ich bei mir vor allem im Zusammenhang mit der 47.
    Ich bin ziemlich sicher, würde ich das einem Therapeuten offenbaren, hätte der auch die passende Krankheit dazu in seiner Schublade.

    Ich fragte mich schon oft, ob nicht Einige, oder gar Viele der sog. geistig Kranken, klarer sehen, als solche, die auf alle ihre Krankheitsstempel aufdrücken wollen. Ich frage mich sogar noch ferner, ob ohne diese drohenden Stempel von allen Seiten, es diese Krankheiten überhaupt geben würde. Oder ob es sonst nicht einfach nur Menschen in all ihrer Vielfalt geben würde.

    Nachdenkliche Grüße,
    ever
     
  5. Gawyrd

    Gawyrd Guest

    Das meinte ich damit, dass Schizophrenie ein nebuloser Begriff ist. Schizophrenie hat nicht unbedingt etwas mit "gespaltenen Persönlichkeiten" zu tun. Bei der "multiplen Persönlichkeit" kennt eine "Persönlichkeit" die anderen (oder einige der anderen) nicht - kann sie deswegen auch nicht unterscheiden. Im Fernsehen wird soviel Halbwissen und ganzer Unsinn verbreitet ...

    Das ist nicht verwunderlich : psychiatrische Krankheitsbilder sind ja nicht etwas völlig aus der Reihe Fallendes - sondern extrem gesteigerte Erlebnisweisen, die jeder mehr oder weniger stark kennt. "Schizophren" würde man es nennen, wenn es zB. für die Betroffene ein unbezweifelbarer Beweis wäre, dass ihr Mann sie betrügt, weil das dritte Auto in der Reihe rot ist.

    Gawyrd
     
  6. Allegrah

    Allegrah Guest

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    Eine Wahrheit ist für jeden wahr. Partielle und persönliche Wahrheiten gibt es nicht. Wenn also einer etwas hört, was keinen wahren Inhalt hat, also einen Inhalt, der für alle schlüssig ist, dann ist das eine partielle Wahrheit, die bei anderen keinen Einklang findet.
    In der Psychologie werden Krankheiten relativ dazu bestimmt, wie viel Wahrheitsgehalt eine Aussage im Verhältnis zu dem Wahrheitsempfinden aller festgestellt wird.
    Hört also demnach jemand irgendwas, was andere nicht hören und das Gehörte ist banal ausgedrückt nur wirres Zeug, dann wird dies als Krankheit (unwahre Wahrnehmung, bzw. Wahrnehmungsstörung) deklariert.
    Und Schizophrenie ist eine gestörte Wahrnehmung, eine, die von anderen nicht als wahr empfunden wird.

    Beispiel:
    Jemand sagt, er habe Gott gehört.
    Wenn das stimmte, müssten alle diese Wahrheit anerkennen, weil es keine partiellen Wahrheiten gibt. Wenn nicht, ist es eine Krankheit.
    O.k., nehmen wir aber an, nur diesem einen hätte er sich offenbart (schon allein diese Aussage ist eine Wahrnehmungsstörung für sich, denn warum sollte Gott NUR diesen einen aussuchen? Um ihn dumm dastehen zu lassen?). Nun stellt sich die Frage: "Was hat er ihm gesagt?"
    Kommt auf diese Frage als Antwort nur wirres Zeug, wie z.B.: "Ziehe morgen den roten Pullover an und die Welt sieht für dich prima aus." und die Welt bejat diese Aussage nicht, ist es mit Sicherheit eine Wahrnehmungsstörung gewesen und keine Wahrheit.
    Die Wahrheit bezeugt sich selbst. Eine Wahrnehmungsstörung ist gar ohne Zeugen.
     
  7. Allegrah

    Allegrah Guest

    Das Schärfste daran ist, dass mind. 95 % der denkenden Bevölkerung dann und wann Wahrnehmungsstörungen erleben. Weswegen man in der Wissenschaft eher einem Messgerät traut, als dem menschlichen Auge und Verstand.
    Nur wenn diese Störungen langfristig andauern und sich steigern, spricht man von einer Krankheit. Einmal Kopfweh ist auch nicht dass selbe, wie wenn der Schmerz sich heimisch niederlässt.
     
  8. Condemn

    Condemn Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. September 2004
    Beiträge:
    19.306
    Ich glaube, Du vermischt hier etwas. Es stimmt, das Wahrheit für alle dieselbe sein muss, aber die ist nicht in der Wahr-NEHMUNG zu finden. Und es gibt keine 2 Menschen die dasselbe wahrnehmen. Innerhalb der Wahrnehmung kann man durchaus sagen, das jeder "seine" Wahrheit wahrnimmt... nur ist das eben nicht wirklich Wahrheit. Übereinstimmende Wahrnehmung mit anderen muss genauso aus der Einzelperspektive gesehen werden, wie auch die nicht-übereinstimmende Wahrnehmung so gesehen werden müsste. Objektiv macht das keinen Unterschied. Subjektiv kann das nicht-übereinstimmen für Vieles stehen, mit ziemlicher Sicherheit aber für Leiden.

    Ich glaube, das der Unterschied zwischen Schizophrenie und Hellhörigkeit, also zwischen Krankheit und Fähigkeit nur darin gesehen werden kann, ob es Leidverursachend ist oder nicht. Nicht aufgrund dessen was wahrgenommen wird, oder wie. Die Wahrnehmung ist für den Schizophrenen in dem Moment genauso wahr, wie für mich der Monitor vor mir. Und sie ist objektiv gesehen auch nicht unwahrer als der Monitor vor mir, was vielleicht schwer zu glauben ist, aber so ist. Die Wahrnehmung, das andere nicht mit meiner Wahrnehmung übereinstimmen, ist auch "nur" Wahrnehmung. Kein wirklicher Unterschied, nur ein Inhaltlicher. Genauso die Interpretation vergangener Wahrnehmung als Illusion Wahrnehmung im Jetzt ist. Die Zeit ist dabei auch ein wichtiges Thema und die Gesamtillusion ist wirklich sehr perfekt... Dadurch das wir Grade der Wahrheit innerhalb der Wahrnehmung einführen, kommen wir nicht mal auf die Idee, das alles unwahr sein könnte. ;)

    VG,
    C.
     
  9. Delphinium

    Delphinium Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    21. Mai 2007
    Beiträge:
    4.673
    Ort:
    Bayern
    Die Stimmen während einer akuten schizophrenen Psychose haben oft befehlenden und/oder destruktiven Charakter. Was bei Hellhörigkeit vermutlich eher seltener der Fall ist.

    ciao, :blume: Delphinium
     
  10. Allegrah

    Allegrah Guest

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    In der Fachsprache spricht man von WAHRnehmungsstörungen.
    Worauf ich hinaus möchte ist der Unterschied zwischen persönlicher WAHR-Nehmung und Erkenntnis der Wahrheit. Man hält etwas für WAHR, sprich WAHR-Nehmung. Und WAHRheit ist nichts Persönliches, daher ist sie für jeden nachvollziehbar, also absolut unpersönlich. Solange Wahrheit als solches nicht erkannt wird, kann alles, was man für wahr hält, nur falsch sein.

    Ja, es wird vieles anders wahrgenommen, als es in Wahrheit ist.
    Schau, unser Gehirn hört Töne und nicht die Ursache, die sie ihm jene Töne definieren lässt. Das ist aber völlig in Ordnung. Etwas nicht zu wissen ist kein Verbrechen. Aber dennoch zu behaupten, man wisse bescheid, ist höchst fragwürdig und im Endeffekt auch Leid verursachend.
    Ob der eine Mensch, der meint, hell zu hören (diese Wahrnehmung jedoch von der Wahrheit nicht getragen wird), die Ursache erkennt oder nicht, ist nicht ausschlaggebend auf das Gesamtergebnis, dass er seiner eigenen Fehlwahrnehmung unterliegt.
    Fazit: Bei einer jeden Wahrnehmung gilt die Frage: „Wahr oder falsch?“, wie bei einem wissenschaftlichen Experiment. Antwortet die Wahrheit mit „falsch“ auf diese Frage, spielt es keine Rolle, ob der Wahrnehmender es akzeptiert oder nicht. Gesünder ist, wenn man bei jeder Wahrnehmung sich selbst beobachtet und sich selbst auch diese Frage stellt.
    Und auch hier gilt das Relativitätsgesetz. Relativ zu was ist eine Wahrnehmung wahr oder falsch? Immer relativ zur Wahrheit.
    Die Wahrheit ist klar definiert dadurch, dass sie Nachvollziehbarkeit inne hat, also nichts Persönliches ist, sondern etwas, was jeder vernünftig Denkender nachvollziehen kann.
    Wenn also einer meint, er würde hell hören, dann kann er das auch der Wahrheit vorlegen und seine eigene Aussage daran prüfen. Wie macht er das? In dem er davon erzählt und schaut, wie andere darauf reagieren. Ist die WAHR-Nehmung tatsächlich wahr, dann wird sie als solche erkannt werden, nämlich mit der entsprechenden und nachvollziehbaren Resonanz darauf.
    Das machen wir jeden Augenblick in unserem Leben: Wir erzählen, argumentieren,....etc.. Bei dieser ganzen Prozedur kristallisiert sich die Wahrheit immer wieder von der Fehlwahrnehmung. Genau so und nicht anders.
    Ein kranker Mensch wird das aber nicht auf sich nehmen und stattdessen auf die Wahrheit seiner eigenen und persönlichen WAHRnehmung bestehen. Daran unterscheidet er sich von Gesunden.
     
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