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Angriffe = Liebe?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Syndra, 28. Oktober 2004.

  1. Syndra

    Syndra Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. August 2004
    Beiträge:
    2.263
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    Guten Morgen,

    *inspiriert* durch ein paar Beiträge hier im Forum habe ich eben beim Bügeln (ausgezeichnete Meditationsübung...) über sogenannte *Angriffe* und meine Einstellung dazu nachgedacht. Und da ich solche Überlegungen gern aufschreibe um sie bearbeiten zu können, dachte ich mir, warum schreib ich nicht mal hier. :) (Äh, es handelt sich um Ideen, die ich habe und von denen ich denke, dass ich mich dran halten sollte, keine Forderungen an euch, okay? ...*vorsichtig lächel*)

    Also ich schreib hier im Forum ganz harmlos ain paar Gedanken, jemand liest es, interpretiert es für sich, beschließt sich angegriffen zu fühlen und *haut mir verbal einen vor den Latz*. Was mach ich nun? Also mein Favorit noch vor kurzem war: Zurückkeifen bis der andere aufhört. Tja, nun, was soll ich sagen, hat nie funktioniert, außerdem kam ich mir hinterher total bescheuert vor.
    Mittlerweile geh ich von der Annahme aus, dass der Angriff nicht persönlich gemeint ist (auch wenn mein Angreifer es glaubt... :rolleyes: ) und im Prinzip nur seinen eigenen Schatten spiegelt. Wenn ich gelassen bleibe und keinerlei unangehme Gefühle empfinde, reagier ich gar nicht mehr. Wenn ich aber wütend werde und das Gefühl habe, mich verteidigen zu müssen, dem anderen zeigen zu müssen, wie er über mich denken soll, dann wird es Zeit für ein paar Minuten *Besinnlichkeit*. Ich seh mir an, was der andere sagt und überlege, ob es auch mein *Schatten* sein kann, der mich da so in Empörung versetzt. (*Ob* ist gut, ich weiß ja, dass es so ist... :rolleyes: )
    Dann stell ich mir ein paar neue Verhaltensweisen zusammen und bin tatsächlich *dankbar* für den Angriff. (*Dankbarkeit* für Angriffe, dass ich so mal fühlen würde, hätte ich vor kurzem noch nicht gedacht...) Ganz wichtig ist für mich beschlossen zu haben, dass es absolut unwichtig ist, was andere über mich denken. Ich glaubte zuerst, ich muss alle anderen dazu bringen mir zuzustimmen, mich zu mögen, damit ich durch die Bestätigung dann lernen kann mich selbst zu mögen, dass mein Weg richtig ist. Jetzt kann ich über mich lachen, so ein Quatsch. Jetzt endlich, begreife ich, was mit *Spiel* gemeint ist, ich entscheide mich nach meinen momentanen Erkenntnisstand zu handeln und sehe was passiert. Gefällt mir das Resultat nicht, dann trage ich mir die Sache nicht mehr nach, sondern probiere etwas anderes. Ist jemand anderes beteiligt, dann entschuldige ich mich. Ist der andere nachtragend, dann lasse ich es ihn sein und beziehe es nicht auf mich. (Ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich wie die Axt im Walde benehmen *darf*, sondern, dass ich tue, was ich wirklich für das Beste halte und niemanden vorsätzlich schade...) Und nun kann ich auch ganz entspannt meinen Standpunkt aufzeigen und tun, was ich will, kann auch entspannt die Konsequenzen erleben.

    Also, ganz ehrlich, dieses Forum ist klasse, ich habe viel über mich erfahren und endlich praktisch umsetzen können, was mir theoretisch schon klar war.

    Liebe Grüße,

    Syndra
     
    Albi Genser gefällt das.
  2. Syndra

    Syndra Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. August 2004
    Beiträge:
    2.263
    Liebe Mignonange,

    (Du bist Doch weiblich, oder? Wenn nicht, sorry *g*)

    :danke: für die Gesetze, so kann ich sie gut in mein Tagebuch übernehmnen ohne sie selbst zu formulieren! (Ein wenig faul bin ich heute...)


    Liebe Grüße,

    Syndra
     
  3. Eberesche

    Eberesche Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Mai 2004
    Beiträge:
    2.175
    Ort:
    vielleicht ein bisschen näher dran
    Hi Syndra,
    dein Beitrag gefällt mir sehr gut. :danke:
    LG Tarot
     
  4. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    16. September 2001
    Beiträge:
    15.218
    Ort:
    Oberösterreich
    Liebe Syndra, wenn ich mir so manchen Thread ansehe, diese entspannte Sichtweise würde einigen hier im Forum nicht schaden...

    :)
     
  5. Ashtar-Linara

    Ashtar-Linara Mitglied

    Registriert seit:
    31. Mai 2004
    Beiträge:
    203
    Ort:
    Haigerloch-Hart/BaWü
    Lieber Walter,

    ich kenne schlimmere Foren. Deshalb tut es mir gut, hier zu sein!

    Liebe Grüsse -
    Ash-Li
    :kiss3:
     
  6. Toffifee

    Toffifee Guest

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    Hallo liebe Syndra! :)

    Deine Gedanken zu diesem Thema sind sehr wertvoll.

    Liebe Grüße :kiss3:
    Toffifee
     
  7. alibaba

    alibaba Guest

    das kenn ich schon lang! ur-super! und so treffend! danke fürs hier herein bringen :)
     
  8. evy52

    evy52 Guest

    [

    Ahäm... Ich hätte dazu eine Frage: Wenn jetzt - sagen wir z.B. - jemand Frauen, Kinder, misshandelt, sexuell missbraucht, vergewaltigt oder sogar tötet, alte, hilflose Leute niederschlägt und beraubt und dieses mich aufregt, in Rage oder Wut geraten lässt, dann habe ich diese Neigung AUCH in mir?
    Hmm, also diese These ist neu für mich, werd ich aber mal überdenken. :rolleyes:
    Ich danke AUCH für diesen Beitrag. Jetzt bin ich wieder etwas klüger... :schaf:
    Grüße Evy
     
  9. Syndra

    Syndra Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. August 2004
    Beiträge:
    2.263
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    ja, da hast Du recht, dass ist nicht so einfach. Ich denke, da sollte es anders formuliert werden. Wenn jemand z.B. ein Kind misshandelt und ich mich darüber aufrege, dann heißt es nicht, dass ich auch so etwas tun würde. Nur welchen Sinn hat es, sich aufzuregen? Es ist nun einmal Realität, dass solch schreckliche Dinge passieren. Das heißt nicht, dass ich es entschuldige oder nichts dagegen unternehme, mich nicht engagiere, es geht doch nur um den inneren Standpunkt, von dem aus ich handle. Wenn ich wütend bin, dann bin ich dafür, dass Menschen, die Kinder missbrauchen, selbst so gequält werden, ja sogar getötet werden. Aber ist das wahr? Nur weil ich glaube im Recht zu sein, darf ich diese Menschen ebenso behandeln, nach dem Motto *Auge um Auge, Zahn um Zahn*? Wenn ich aber sage: *Ich darf niemanden misshandeln*, schließt das auch Menschen ein, die nicht so denken. Wenn ich nicht wütend bin, mich nicht mit der Realität anlege, dann kann ich entsprechend meiner Überzeugungen handeln. Täter an ihren Taten zu hindern, ist auch eine Form der Liebe. Selbstliebe, Liebe zu anderen und selbst Liebe zum Täter. Beim *spiegeln* geht es nur um mich, wie soll ich handeln, denken, um in Frieden mit mir leben zu können. In diesem Fall: *Ich soll niemanden misshandeln.* Dann kann ich dafür sorgen, friedlich und überlegt, dass der Täter von den dafür zuständigen Gerichten, Ärzten *behandelt* wird, kann dem Opfern in Organisationen helfen. Ich verschwende keine Energie mehr in sinnlose Wut oder Empörung, verzweifle nicht mehr an der Realität, sondern befähige mich entsprechend meiner Überzeugungen zu handeln.

    Liebe Grüße,

    Syndra :)
     
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