Wieso lässt Gott derlei zu?

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📚:morgen:

Die göttlichen Begleiter sind Schatten unsere Persönlichkeit. Hatte Gott in der Genesis nicht davon gesprochen, dass er Menschen schaffen wolle, deren Bild im gleiche?

Der Evangelist Johanes hatte den Heiligen Geist als einen Parákletos bezeichnet (Beistand, Tröster).
So wird auch Gott in den Psalmen mehrfach als ein väterlicher Tröster und Beistand dargestellt:

Psalm 89[26/27]
Er (David) wird mich (Gott) nennen also:
Du bist mein Vater, mein Gott und Hort,
der mir hilft.

(Frei nach Psalm 34
[19])
Der Herr ist nahe denen, die verzweifelt
sind, und rettet jene, die all ihre Hoffnung
verloren haben.


Worte also eines Trösters, der unsere Seele mit Trost und Hoffnung erfüllen kann. Wie auch bei den Engeln, sollten wir Gott usw. nicht als Hüter des Schicksals verstehen.

Gerade in unserer momentanen Situation dürften für unser Seelenheil Trost und Hoffnung notwendig sein. Eventuell sollten wir also auch einmal die Schatten unserer Götter in uns anschauen, ehe wir über sie urteilen:

Ich und Schatten.webp
(Merlin, gemeinfrei)

Merlin 🌿
.
 
Na, @Frl.Zizipe hast du dich eingelesen um einer Diskussion überhaupt gewachsen zu sein? ;) Es ist bestimmt schön, von einem freien Willen in Deutschland oder Österreich zu schreiben. Vom sonnigen Balkon aus genießt sich der selbstverständliche Kaffee, der Kühlschrank ist gut gefüllt, die Arztpraxis fußläufig zu erreichen - und nicht nur den Reichen vorbehalten.

Da kann man sich bequem zurücklehnen und sich als guter Mensch fühlen, weil man ja mal für Notleidende ein paar Euro gespendet hat. Was Geflüchtete angeht, tja, da wären mal andere am Zug. Man selbst will schließlich nicht auf noch mehr Komfort verzichten. Sooo gut muss man dann ja doch wieder nicht sein. Das was einige hier als Religiösität betrachten, sehe ich als Bigotterie.

Wie lebt man seinen freien Willen wohl in den Slums von Kalkutta aus?
Du verwechselst einiges: Der freie Wille hat damit zu tun, auch welcher Seite ich stehe. Und er hat damit zu tun, ob ich auf dem Weg, mir Essen, ein Dach über den Kopf zu besorgen, nötigenfalls über Leichen gehe.

Er hat damit zu tun, mir mein Bedürfnis nach Sex einvernehmlich zu erfüllen, anstatt eine Frau oder gar ein Kind zu vergewaltigen.

Er hat damit zu tun, Essen, durch das ich mein Überleben sichere, so zu beschaffen, dass ich keinem Menschen dabei Gewalt antue oder wiederum diesen Menschen in die Überlebens-Not bringe.

Wenn Flüchtlinge zu uns kommen, haben sie ausnahmslos den Freien Willen, die Gewalt, vor der sie geflohen sind, hier weiter zu leben oder in Friede mit sich und der Umwelt zu leben.

Männer in Marokko, Nigeria, Syrien, jetzt Iran etc. haben dort den freien Willen, aktiv zur Waffe zu greifen und sich fanatisch in den Krieg zu begeben oder z.B. Drohnenpilot zu werden, um mit staatlicher Legititimation Menschen zu ermorden - oder sich alternativ dazu eine andere Ausbildung zu machen und einen anderen Job zu suchen - oder sich an Friedenskundgebungen zu beteiligen.

Wir haben in allen Lebenssituationen den Freien Willen und somit die Freiheit, uns zu entscheiden, ob wir uns auch in größten Krisen so verhalten, dass das Leben und die körperliche als auch emotionale Gesundheit eines anderen Menschen durch unser Sprechen und letztlich durch unser Handeln verletzt wird.

Ja, selbstverständlich können wir stets und ständig andere verantwortlich machen oder auf andere hinblicken im Sinne von "der tut's ja auch" oder gar "wenn ich es nicht tue, macht es der Andere".

Solche Aussagen treffen einzig traumatisierte Menschen, die sich noch nie mit ihren Kindheitserfahrungen und Kindheitstraumate beschäftigt haben noch eine entsprechende Begleitung zur Seite genommen haben noch ein lichtvolles und auf lichtvollen Werten basierendes spirituelles Bewusstsein entwickelt haben.

Doch ja, darum sieht die Welt ja gerade/aktuell so aus, wie sie aussieht ... doch ich sehe alle Möglichkeiten des Wandels hin zum "biblischen Paradies" in einer Welt voller Frieden, Freiheit, Neugierde, Forschung, Bildung, Kunst, Kultur, Gesundheit, intakter Umwelt, Technologie, Genuss - frei von Machtgier und Macht-Missbrauch Einzelner - auch auf einem Planeten Erde mit 10 Milliarden Menschen ...
 
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Er hat damit zu tun, Essen, durch das ich mein Überleben sichere, so zu beschaffen, dass ich keinem Menschen dabei Gewalt antue oder wiederum diesen Menschen in die Überlebens-Not bringe.

In D und Ö eine einfache Sache: Auch wenn die Kosten für Lebensmittel teilweise beträchtlich gestiegen sind, so muss hier doch niemand hungern.

In Auschwitz hatte man mitunter die Wahl: Beklaue ich andere um mein Überleben wahrscheinlicher zu machen - oder unterlasse ich es und verhungere?

Nun könnte man sagen, dass es nicht nur einen Verstoß gegen das siebte Gebot darstellt, Diebstahl zu begehen.

Aber ist der Wille wirklich frei? Ich finde, nein. Auch wenn jemand das, nach leckerem Mittagessen, Kaffee und Kekse in der Nähe der Computertastatur, anders sieht.
 
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