Na,
@Frl.Zizipe hast du dich eingelesen um einer Diskussion überhaupt gewachsen zu sein?

Es ist bestimmt schön, von einem freien Willen in Deutschland oder Österreich zu schreiben. Vom sonnigen Balkon aus genießt sich der selbstverständliche Kaffee, der Kühlschrank ist gut gefüllt, die Arztpraxis fußläufig zu erreichen - und nicht nur den Reichen vorbehalten.
Da kann man sich bequem zurücklehnen und sich als guter Mensch fühlen, weil man ja mal für Notleidende ein paar Euro gespendet hat. Was Geflüchtete angeht, tja, da wären mal andere am Zug. Man selbst will schließlich nicht auf noch mehr Komfort verzichten. Sooo gut muss man dann ja doch wieder nicht sein. Das was einige hier als Religiösität betrachten, sehe ich als Bigotterie.
Wie lebt man seinen freien Willen wohl in den Slums von Kalkutta aus?
Du verwechselst einiges: Der freie Wille hat damit zu tun, auch welcher Seite ich stehe. Und er hat damit zu tun, ob ich auf dem Weg, mir Essen, ein Dach über den Kopf zu besorgen, nötigenfalls über Leichen gehe.
Er hat damit zu tun, mir mein Bedürfnis nach Sex einvernehmlich zu erfüllen, anstatt eine Frau oder gar ein Kind zu vergewaltigen.
Er hat damit zu tun, Essen, durch das ich mein Überleben sichere, so zu beschaffen, dass ich keinem Menschen dabei Gewalt antue oder wiederum diesen Menschen in die Überlebens-Not bringe.
Wenn Flüchtlinge zu uns kommen, haben sie ausnahmslos den Freien Willen, die Gewalt, vor der sie geflohen sind, hier weiter zu leben oder in Friede mit sich und der Umwelt zu leben.
Männer in Marokko, Nigeria, Syrien, jetzt Iran etc. haben dort den freien Willen, aktiv zur Waffe zu greifen und sich fanatisch in den Krieg zu begeben oder z.B. Drohnenpilot zu werden, um mit staatlicher Legititimation Menschen zu ermorden - oder sich alternativ dazu eine andere Ausbildung zu machen und einen anderen Job zu suchen - oder sich an Friedenskundgebungen zu beteiligen.
Wir haben in allen Lebenssituationen den Freien Willen und somit die Freiheit, uns zu entscheiden, ob wir uns auch in größten Krisen so verhalten, dass das Leben und die körperliche als auch emotionale Gesundheit eines anderen Menschen durch unser Sprechen und letztlich durch unser Handeln verletzt wird.
Ja, selbstverständlich können wir stets und ständig andere verantwortlich machen oder auf andere hinblicken im Sinne von "der tut's ja auch" oder gar "wenn ich es nicht tue, macht es der Andere".
Solche Aussagen treffen einzig traumatisierte Menschen, die sich noch nie mit ihren Kindheitserfahrungen und Kindheitstraumate beschäftigt haben noch eine entsprechende Begleitung zur Seite genommen haben noch ein lichtvolles und auf lichtvollen Werten basierendes spirituelles Bewusstsein entwickelt haben.
Doch ja, darum sieht die Welt ja gerade/aktuell so aus, wie sie aussieht ... doch ich sehe alle Möglichkeiten des Wandels hin zum "biblischen Paradies" in einer Welt voller Frieden, Freiheit, Neugierde, Forschung, Bildung, Kunst, Kultur, Gesundheit, intakter Umwelt, Technologie, Genuss - frei von Machtgier und Macht-Missbrauch Einzelner - auch auf einem Planeten Erde mit 10 Milliarden Menschen ...