In D und Ö eine einfache Sache: Auch wenn die Kosten für Lebensmittel teilweise beträchtlich gestiegen sind, so muss hier doch niemand hungern.
In Auschwitz hatte man mitunter die Wahl: Beklaue ich andere um mein Überleben wahrscheinlicher zu machen - oder unterlasse ich es und verhungere?
Nun könnte man sagen, dass es nicht nur einen Verstoß gegen das siebte Gebot darstellt, Diebstahl zu begehen.
Aber ist der Wille wirklich frei? Ich finde, nein. Auch wenn jemand das, nach leckerem Mittagessen, Kaffee und Kekse in der Nähe der Computertastatur, anders sieht.
Ach Felicia1:
Zu stehlen ist doch keinesfalls gleichbedeutend damit, jemand anderen in seinem körperlichen oder emotionalen Leben zu gefährden.
Ja, stehlen und dabei den Anderen töten. Das hat nix mit Freiem Willen zu tun. Es gibt ja auch die Möglichkeit, das Gehirn zu benutzen und Wege zu finden, zu seiner Nahrung zu kommen, OHNE den anderen Menschen zu töten (vielleicht dann stehlen, wenn der Andere weg ist oder nicht hinschaut oder schläft).
Und DAS hat nix mit Ö oder D zu tun. Auch in Ausschwitz gab es die Möglichkeit, zu teilen. Das Wenige zu teilen, das es gab.
Ja, selbstverständlich ist das die Frage, wie in jener (auf wahren Tatsachen beruhenden) Geschichte eines Flugzeugabsturzes: Essen wir die Toten oder nicht?
Ja, es ist auch die Frage: Töten wir Mitglieder der Gruppe, um etwas zu essen zu haben, damit Teile der Gruppe überleben?
Sorry, doch derartige Extrem-Ereignisse sind doch kein Maßstab.
Es geht um all die Milliarden von Momente, in denen wir die Entscheidung haben: Fügen wir einem anderen Menschen körperliches oder emotionales Leid zu, um das Unsere zu bekommen oder finden wir andere Wege?
DU gehst von Konfrontation aus.
ICH gehe von Kooperation aus.
Schau da mal auf Dich, was denn da ist, was in Deinem bisherigen Leben so schlimm war, dass Du so sehr in die Gegnerschaft gehst, als auch die von mir genannten Möglichkeiten anzuerkennen.
Wovon ich schreibe, hat nichts mit den oben angeführten Extrem-Situationen zu tun, sondern vom Alltag; auch jenem Alltag, wie er die Paria in Indien, die Obdachlosen in Ö und D oder oder betrifft.
Nein, da bin ich keinesegs überheblich, denn ich für mich gestehe diesen Menschen zu, dass sie solidarisch miteinander sein können und selbst in größter Not aufeinander achten können, dass kein Andere stirbt, wenn es noch andere Wege gibt.
Bei uns jedoch in der "sogenannten Mittelschicht" bin ich da nicht mehr so sicher ...
Wenn ich in der U-Bahn in Ö oder D fahre und dort erlebe, wie ein anderer Mensch angepöbelt wird, habe ich den Freien Willen, weg zu sehen oder hin zu sehen und für mich Wege zu finden, zu helfen. Wenige von uns sind Martial-Arts-Kämpfer, die es mit 10 Radaubrüdern aufnehmen könnten.
Doch selten ist jemand ganz allein in der U-Bahn. Solidarität. Miteinander. Wenn sich Schafe zusammentun, haben die Wölfe keine Chance.
Bedenke das mal. Und da geht es keineswegs um Ausschwitz oder um die Slums von Kalkutta, sondern um unseren Alltag.
Wir HABEN den Freien Willen. Jederzeit.
Und wir können ihn nutzen - oder beiseite lassen. Und uns damit mit-schuldig machen.
Mit DIESEM Verhalten hat Gott jedoch - eben - nichts zu tun, sondern dies ist einzig die Folge von unserem Freien Willen.