Das sehe ich anders.
Ich verkaufe meine Anwesenheit, meine Arbeitskraft und meine Arbeitszeit an meinen Arbeitgeber.
Mein Körper ist nur deshalb bei mir, weil ich ihn nicht verlassen kann und ihn für diverse Tätigkeiten benötige.
Mein Chef bohrt zudem nicht gegen meinen Willen an und in mir bzw. meinem Körper herum, verhält sich auch nicht respektlos und wahrt eine angemessene körperliche Distanz, eine, die ich mir wünsche.
Ich fühle mich nicht als Ware und für mich ist das auch keine Ausbeutung, sondern bezahlte Arbeitszeit.
Das ist aber das selbe Gefühl, dem man ausgesetzt ist, wenn sich Dir ein fremder, womöglich auch noch unsympathischer Freier aufdrängt und von Dir befriedigt werden will.
Aber das, was einer Prostitutierten im Normalfall passiert, ist sehr wohl vergleichbar mit Stalking und der Zwang zum Sex.
Es sind allerhöchstens 50% (eher weniger wegen unterschätzter Dunkelziffer), die
wirklich selbstbestimmt anschaffen gehen. Die Zahlen schwanken zudem je nach Interessenslage.
Lies selbst:
Die meisten Prostituierten arbeiten unter Zwang, sagt Heidemarie Grobe von Terre des Femmes. Sie kämpft dafür, dass Freier bestraft werden.
taz.de
Was glaubst Du denn, wie viele Prostituierte sich - trotz Zuhälter/Menschenhändler im Hintergrund - trauen, offen zu sprechen?
Wieviele Interviews kennst Du denn mit Prostituierten?
Hier ist mal eines mit einer
selbstständigen Sex-Workerin:
Interview mit einer Prostituierten über kleine Schwänze, woran Sexworkerinnen während des Aktes denken und wieso man ins Milieu einsteigt.
warda.at
Wohlgemerkt, sie arbeitet
ohne Zuhälter, weil sie keinen Mann aushalten und sich nicht unterwerfen will!
Schau dir die letzten Antworten an:
Okay, gut zu wissen. Und? Wie ging es Dir damit?
War's Dir gleichgültig?
Weil es im Grunde genommen keinen großen Unterschied gibt zwischen Prostitution und sexueller Gewalt.
Im Normalfall bieten Zuhälter und Menschenhändler die Dienste der von ihnen versklavten Menschen (Frauen/Mädchen/Jungs/Kinder) an, das machen selten die jeweiligen Prostituierten selbst!
Und die, die sich wirklich freiwillig anbieten, sind erwachsen, unabhängig, jobmäßig und finanztechnisch weitestgehend versorgt, weil sie den Preis selbst bestimmen, und leisten sich mit ihren freiwilligen Sex-Diensten eher mal ein Zubrot.
Die lehnen dann aber komische und gefährlich wirkende Freier auch eher ab und haben keinen Zuhälter, der sie zu irgendwas zwingt oder der sie ausnimmt.
Ich denke, das obige Interview erklärt einiges.
Wenn freiwillig, dann machen sie es eigentlich nur des Geldes wegen, sofern sie unabhängig sind. Und ans Aufhören denkt mit Sicherheit trotzdem jede.
Das war nicht mal stichelnd gemeint, eher etwas genervt.
Denn es ist schon offensichtlich, dass Dir da gewisse Kenntnisse fehlen.