Werden die Wölfe in MV abgeschossen?

  • Ersteller Ersteller Luckysun
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Ich habe den Verdacht, daß der aus einer illegalen Haltung stammte und auf Menschen geprägt war. Das war ja auch bei dem schwerbehinderten Jungtier (wenn ich mich recht erinnere u.a. blind) der Fall, daß man vor einiger Zeit aufgriff. Solche Idioten, die meinen, einen Wolf im Käfig haben zu müssen, gibt es leider immer wieder. Das sind keine Wolfs"freunde", denn wenn ich jemandes Freund bin, behandele ich ihn nicht so erbärmlich.


Das glaube ich für Dich mit. Der Punkt ist, ein Wolf wird im Gegensatz zum Hund mental erwachsen und ab der Pubertät hast du (rhethorisches "du") dann mehr als gewaltige Probleme, das arme Tier landet im Käfig und vegetiert dahin, wenn sich nicht Wolfauffangstationen erbarmen, wenn's rauskommt. Ein Wolf wird niemals gehorsam, der hat seinen eigenen Kopf, und wenn er den Sinn von etwas nicht einsieht, dann pfeift er drauf.

Ein Wolf ist/wird auch nicht "scharf" (ein Ammenmärchen), der ist sogar ausgesprochen vorsichtig und ängstlich (wozu er auch allen Grund hat :( ) und geht jedem Konflikt tunlichst aus dem Weg.

LG
Grauer Wolf

Einerseits mag er Konflikten aus dem Weg gehen, aber es gibt schon Geschichten, wenn sie in einem Gehege gehalten werden, die gefährlich werden. Von Erik Ziemen das Buch "Der Wolf" kennst Du sicher. Dort wird's erwähnt. Der Freund meines Vaters hatte ebenso ein Wolfsgehege, versuchte sich dort als Wolf zu integrieren und landete völlig zerbissen im Krankenhaus.
Auf freier Wildbahn gilt das wohl nicht, aber eben auch nicht pauschal.
 
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Vielleicht war es auch ein Hybrid?

Da kam vor ein paar Tagen eine Sendung über Mischlinge bei Cesar ("Der Hundeflüsterer") über ein paar doofe Amis, welche für teures Geld einen Mischling erworben hatten und zu ihrem Erstaunen nur Theater mit dem Tier hatten.
Ich glaube, diese Folge habe ich auf YT gesehen. Die Kenntnisse von C.M. über Wolfhunde schienen mir aber gegen null zu gehen. Grundsätzlich halte ich von seinen Methoden überhaupt nichts, ich finde sie brutal (Würgehalsbänder ohne Stopper z.B.) und nicht angemessen, und nicht umsonst hat C.M. z.B. in Schweden Auftrittsverbot und in den USA Ärger mit dem Tierschutz. Ich kriege auch regelmäßig die Krise, wenn er seinen Kunden verklickert, der Hund bräuchte mehr Bewegung und er empfiehlt dann 20 Minuten oder so. Hallo??? Ich laufe mit meiner Altdeutschen inzwischen 3...4 Stunden am Tag, und zwar durch Feld und Flur, nicht über Gehwege in der Stadt.
Egal... Wenn der so mit einem Wolfshybriden umspringt, würde er dieses Tier entweder psychisch brechen, kaputt machen müssen oder sein blaues Wunder erleben. Der soll bei seinen Pitbulls bleiben.

Wem's noch nicht aufgefallen ist: Ich mag C.M. nicht... :D

Auf einem Bauernhof mag das aber gehen. Ich kenne auch zwei Hundetrainer, welche einen Wolfshund haben (20% Wolf). Wunderschöne Tiere, aber mit einer normalen Hundehaltung ist das nicht zu vergleichen. Man sollte sie meines Wissens nicht alleine lassen, sonst nehmen sie augenblicklich das Inventar auseinander . Viel Auslauf, viel Zeit, dann gehts vielleicht.
Mehr noch als Hunde sind High Content Wolfhunde familienorientiert, eben wie Wölfe, und gar nicht gerne alleine. Da muß dann wirklich ein Zwinger her, wenn man mal ohne seine Tiere weg muß, gerne mit artgerechtem Komfort...

Von meiner Mentalität und vom Fachwissen her könnte ich solche Hybriden halten, aber eben weil ich diese Tiere so liebe, täte ich ihnen niemals meine derzeitigen Lebensumstände an. Meine Altdeutschen sind da schon an der Grenze.

LG
Grauer Wolf
 
Einen jungen Wolf aufziehen sollte man nur, wenn man fachkundig ist und vielleicht sogar (offizielle) Unterstützung hat oder wenn man draußen in der Pampa weit abseits der Zivilisation lebt. (Ich könnte auch kein Wölfchen in Not einfach liegen lassen. Undenkbar!)
Aber dann sollte man auch denken wie ein Wolf: Wenn der Kleine erwachsen geworden ist, dann heißt es, wenn er ziehen möchte: Laß ihn gehen, wenn du ihn liebst. Erwachsene Kinder verlassen nun einmal das Haus, werden selbständig und gründen eine eigene Familie.

Individuelle Freundschaften zwischen Mensch und Wolf gibt es (überhaupt interartliche), aber die sind sehr selten. Und ehrlich gesagt, wenn ich mich mit einem wilden Wolf anfreunden würde, würde das niemand erfahren, schon gar nicht die Geier von der Presse...

So wie ich´s in Erinnerung habe...lebten die tatsächlich am A*s*h der Welt...weiß nur nicht mehr ob irgendwo in Schweden oder Finnland...und wahrscheinlich haben sie so ein Herz für Tiere gehabt, daß sie nicht großartig an ihm rumerzogen haben und er...vielleicht in ermanglung von irgendwelchen Artgenossen in der Nähe doch geblieben ist...bei einem bekannten ist mal ne Amsel, die er aufgezogen hat...trotz offener Voliere immer wieder nach hause gekommen und dort geblieben...obwohl sie´s ein paarmal versucht haben, die auszuwildern...kann ja auch sein, daß sich jemand nen Wolfswelpen geklaut hatte und den dann dort ausgesetzt hat...gibt ja solche Idioten, die Tiere mitnehmen und wenn´s dann nicht passt, einfach irgendwo absetzen...
Von meinen Tieren gibt´s auch keine Bilder im net...das ist Familie und das bleibt privat.


Sage
 
Einerseits mag er Konflikten aus dem Weg gehen, aber es gibt schon Geschichten, wenn sie in einem Gehege gehalten werden, die gefährlich werden. Von Erik Ziemen das Buch "Der Wolf" kennst Du sicher. Dort wird's erwähnt. Der Freund meines Vaters hatte ebenso ein Wolfsgehege, versuchte sich dort als Wolf zu integrieren und landete völlig zerbissen im Krankenhaus.
Auf freier Wildbahn gilt das wohl nicht, aber eben auch nicht pauschal.
Zimen kenne ich natürlich. Gehegewölfe sind sehr mit Vorsicht zu genießen und Forschungsergebnisse an ihnen praktisch nicht auf wilde Wölfe übertragbar, auch nicht die von Zimen.
Das Problem ist, daß es meistens keine gewachsenen Familienstrukturen sind, sondern daß oft verschiedene Tiere zusammengestellt werden. Allenfalls sind's mal Geschwister, was aber eigene Probleme verursachen kann. Pauschalisieren kann man hier nicht, jede Situation ist anders.
Wenn man sich in ein (gefangenes) Wolfsrudel integrieren will, hat man imho drei Optionen.
Die erste wäre, man gibt den Alpha-Wolf und dominiert das "Rudel". Das gibt unter diesen Umständen möglicherweise ein ständiges Kräftemessen mit ggf. fatalen Folgen.
Die zweite Möglichkeit: Man schwebt sozusagen oben drüber, hält sich aber weitgehend aus der eigentlichen Rangfolge raus. Wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe, hat Werner Freund so gearbeitet (müßte ich mal wieder nachlesen).
Die dritte Möglichkeit wäre: Man lebt als gewöhnliches Rudelmitglied mittendrin und erkennt die Führung des Leittieres an. Das hat z.B. Shaun Ellis (der unter klassischen Verhaltensforschern sehr umstritten ist) bei seinen fast 2 Jahren unter wilden Wölfen gemacht (wo er durch die Strapazen fast draufgegangen wäre) und m.W. auch mal unter gefangenen Tieren.
Der Punkt ist, man muß einen Test- oder Disziplinierungsbiß der Grauen ungerührt wegstecken können. So ein Testzwicker (Hallo, wo sind meine Grenzen? Zeig sie mir! :D ) ist schon bei meinen Altdeutschen heftig (das gibt auch immer die passende Antwort von mir) und nicht jedermanns Sache... :D

Bei wilden Wölfen kann man sich dann noch lose anschließen, wenn man akzeptiert wird. Ian McAllister arbeitet z.B. auf diese Weise mitten im Rudel, ohne aber Mitglied zu sein.

LG
Grauer Wolf
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bei mir in der Nähe gibts ein Wolfforschungszentrum, war noch nicht dort. Scheint mir aber seriös zu sein, zumindest schauts lt HP so aus:

http://www.wolfscience.at/de/ueberuns/mission/
Kenne ich aus den Veröffentlichungen und sie sind recht bekannt. Die Arbeitsgruppen um Prof. Kotrschal arbeiten über vergleichende Kognitionsforschung an Hunden und Wölfen. Wobei die Wölfe von Menschenhand aufgezogen und auf Menschen geprägt sind. Also auch keinesfalls auf Wildtiere übertragbar, so interessant und aufschlußreich die Arbeiten auch sind!

LG
Grauer Wolf
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Bei mir in der Nähe gibts ein Wolfforschungszentrum, war noch nicht dort. Scheint mir aber seriös zu sein, zumindest schauts lt HP so aus:

http://www.wolfscience.at/de/ueberuns/mission/

Nur sind diese Tiere nix weiter als Versuchskarnickel...und für ein Leben draußen versaut...
Laßt die Tiere doch einfach in Ruhe...man muß doch nicht alles erforschen und nach menschlichen Maßstäben in doof und noch döfer einteilen...beobachten ja...vielleicht auch ein paar Minipeilsender...aber da werden sie wie pets behandelt udn werden wohl immer Gefangene bleiben...ob man mit solchenr Methode wirklich was über Wölfe...oder auch andere Tiere lernen kann...ich bezweifle es stark.


Sage
 
Kenne ich aus den Veröffentlichungen und sie sind recht bekannt. Die Arbeitsgruppen um Prof. Kotrschal arbeiten über vergleichende Kognitionsforschung an Hunden und Wölfen. Wobei die Wölfe von Menschenhand aufgezogen und auf Menschen geprägt sind. Also auch keinesfalls auf Wildtiere übertragbar, so interessant und aufschlußreich die Arbeiten auch sind!
LG
Grauer Wolf
Ja, diese Frage hab ich mir ehrlich gesagt auch gestellt.

Als primären 'Nutzen', wenn man das überhaupt so ausdrücken darf, sähe ich, dass sie so das Verhalten den Menschen näherbringen wollen, damit mit Klischees aufgeräumt wird und Berührungsängste ausgeräumt werden. Aber ob das geht?

Ansonsten @sage bin ich da ganz bei Dir - aber man sieht ja was geschieht wenn Mensch und Natur (in dem Fall Wölfe) aneinandergeraten.
 
...ob man mit solchenr Methode wirklich was über Wölfe...oder auch andere Tiere lernen kann...ich bezweifle es stark.
Von gefangenen Wölfen kann man über ihre wilden Verwandten nur wenig lernen. Ich hätte selber auch kein Interesse an Gehegeforschung. Wenn ich's mir mal leisten kann, würde ich gerne eigene Feldforschung und photographische Dokumentation betreiben, aber das geht richtig ins Geld...

LG
Grauer Wolf
 
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Als primären 'Nutzen', wenn man das überhaupt so ausdrücken darf, sähe ich, dass sie so das Verhalten den Menschen näherbringen wollen, damit mit Klischees aufgeräumt wird und Berührungsängste ausgeräumt werden. Aber ob das geht?
Ich habe damit immer Bauchschmerzen. Einerseits kann ich den Gedanken nachvollziehen, den Menschen Wölfe einmal vor Augen zu führen, damit sie sehen, was in unseren Wäldern inzwischen herumläuft (wenn im Gehege nicht gerade Polarwölfe sind)...

Andererseits tut es mir tief im Herzen sehr weh, wenn ich diese herrlichen Tiere hinter Zäunen sehe, und alles in mir schreit: Das ist falsch...! :(
Mir wäre der flüchtige Blick auf einen oder gar ein kurzer Augenkontakt mit einem wilden Wolf unendlich mehr wert als diese Tiere im Gehege auf dem Präsentierteller zu sehen...

LG
Grauer Wolf
 
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