Werden die Wölfe in MV abgeschossen?

  • Ersteller Ersteller Luckysun
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Von gefangenen Wölfen kann man über ihre wilden Verwandten nur wenig lernen. Ich hätte selber auch kein Interesse an Gehegeforschung. Wenn ich's mir mal leisten kann, würde ich gerne eigene Feldforschung und photographische Dokumentation betreiben, aber das geht richtig ins Geld...

LG
Grauer Wolf

Vorausgesetzt...ich würde in der "richtigen" Gegend wohnen...bei meinem "Glück"...hab ich die dann kurz über lang auf´m Sofa hocken...abwechselnd mit Luchs und Co...wo dat sage ist...sind die Viecher nicht weit...scheine so ne Art Magnet für die zu sein...


Sage
 
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Man sollte sie meines Wissens nicht alleine lassen, sonst nehmen sie augenblicklich das Inventar auseinander .

Grossstadtdenken?
Auf einem Bauernhof gehört so ein Tier nach draussen, nachts und bei eigener Abwesenheit in einen Zwinger. Kuschelkurs gibts für vollbrachte Leistungen und gern bei Bedarf auch mal zwischendurch.
Aber Bauern, die ihre Tiere mit ins Haus nehmen, sind selten. GsD! ;)
 
Zimen kenne ich natürlich. Gehegewölfe sind sehr mit Vorsicht zu genießen und Forschungsergebnisse an ihnen praktisch nicht auf wilde Wölfe übertragbar, auch nicht die von Zimen.
Das Problem ist, daß es meistens keine gewachsenen Familienstrukturen sind, sondern daß oft verschiedene Tiere zusammengestellt werden. Allenfalls sind's mal Geschwister, was aber eigene Probleme verursachen kann. Pauschalisieren kann man hier nicht, jede Situation ist anders.
Wenn man sich in ein (gefangenes) Wolfsrudel integrieren will, hat man imho drei Optionen.
Die erste wäre, man gibt den Alpha-Wolf und dominiert das "Rudel". Das gibt unter diesen Umständen möglicherweise ein ständiges Kräftemessen mit ggf. fatalen Folgen.
Die zweite Möglichkeit: Man schwebt sozusagen oben drüber, hält sich aber weitgehend aus der eigentlichen Rangfolge raus. Wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe, hat Werner Freund so gearbeitet (müßte ich mal wieder nachlesen).
Die dritte Möglichkeit wäre: Man lebt als gewöhnliches Rudelmitglied mittendrin und erkennt die Führung des Leittieres an. Das hat z.B. Shaun Ellis (der unter klassischen Verhaltensforschern sehr umstritten ist) bei seinen fast 2 Jahren unter wilden Wölfen gemacht (wo er durch die Strapazen fast draufgegangen wäre) und m.W. auch mal unter gefangenen Tieren.
Der Punkt ist, man muß einen Test- oder Disziplinierungsbiß der Grauen ungerührt wegstecken können. So ein Testzwicker (Hallo, wo sind meine Grenzen? Zeig sie mir! :D ) ist schon bei meinen Altdeutschen heftig (das gibt auch immer die passende Antwort von mir) und nicht jedermanns Sache... :D

Bei wilden Wölfen kann man sich dann noch lose anschließen, wenn man akzeptiert wird. Ian McAllister arbeitet z.B. auf diese Weise mitten im Rudel, ohne aber Mitglied zu sein.

LG
Grauer Wolf

Ich meine, Werner Freund ist besagter Freund meines Vaters. Der Erinnerung nach versuchte er sich als Alphatier und wurde auch kritisch von Erik Ziemen erwähnt .
Deine Altdeutschen zwicken Dich? :D legst Du sie aufs Kreuz oder wäre das übertrieben?
 
Ich habe damit immer Bauchschmerzen. Einerseits kann ich den Gedanken nachvollziehen, den Menschen Wölfe einmal vor Augen zu führen, damit sie sehen, was in unseren Wäldern inzwischen herumläuft (wenn im Gehege nicht gerade Polarwölfe sind)...

Andererseits tut es mir tief im Herzen sehr weh, wenn ich diese herrlichen Tiere hinter Zäunen sehe, und alles in mir schreit: Das ist falsch...! :(
Mir wäre der flüchtige Blick auf einen oder gar ein kurzer Augenkontakt mit einem wilden Wolf unendlich mehr wert als diese Tiere im Gehege auf dem Präsentierteller zu sehen...

LG
Grauer Wolf

Das kann ich gut verstehen - mir gehts dabei auch so. Aber jede Medaille hat zwei Seiten. Du kannst das generell auf Gehegehaltung umlegen also auch auf Zoos und andere Tiere. Das positive, das ich abgewinnen kann ist, dass man sich heute mehr und mehr um artgerechte Haltung bemüht (leider halt nur in einem Rahmen der zur Verfügung steht) - und dass es auch der Arterhaltung dient. Klingt arrogant fällt mir gerade auf - der Mensch als Arterhalter *würg*. Zuerst rotten wir sie fast aus und dann erhalten wir einige Exemplare am Leben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Als primären 'Nutzen', wenn man das überhaupt so ausdrücken darf, sähe ich, dass sie so das Verhalten den Menschen näherbringen wollen, damit mit Klischees aufgeräumt wird und Berührungsängste ausgeräumt werden. Aber ob das geht?

Nein. In freier Wildbahn würden sich die einzelnen Clans bei dieser Nähe gegenseitig an die Gurgel gehen vor Futterneid. Dort bekommen sie zwar regelmäßig Futter, aber eben genau dieser Umstand lässt ihre Instinkte zurücktreten.
 
Grossstadtdenken?
Auf einem Bauernhof gehört so ein Tier nach draussen, nachts und bei eigener Abwesenheit in einen Zwinger. Kuschelkurs gibts für vollbrachte Leistungen und gern bei Bedarf auch mal zwischendurch.
Aber Bauern, die ihre Tiere mit ins Haus nehmen, sind selten. GsD! ;)

Kommt drauf an, wie weit man den Rudelgedanken pflegt. Bauern tun das eher nicht . Tiere sind da Nutztiere und haben ihren pragmatischen Zweck. Das andere wäre eine Vermenschlichung und ist sicherlich nicht unproblematisch. Ich finde den Zwischenweg interessant. Ein Wolf/Hund schlägt Seiten in einem Menschen an, die ihm geläufig sind. Und so mag es den einen oder anderen Menschen geben, dier dem Tier recht nahe kommen kann.
 
Kommt drauf an, wie weit man den Rudelgedanken pflegt. Bauern tun das eher nicht . Tiere sind da Nutztiere und haben ihren pragmatischen Zweck. Das andere wäre eine Vermenschlichung und ist sicherlich nicht unproblematisch. Ich finde den Zwischenweg interessant. Ein Wolf/Hund schlägt Seiten in einem Menschen an, die ihm geläufig sind. Und so mag es den einen oder anderen Menschen geben, dier dem Tier recht nahe kommen kann.

...und Hund und Katze bringen kein Geld ein...kosten gar noch was...die werden dann häufig eher mit Fußtritten "gestreichelt"...



Sage
 
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Ich meine, Werner Freund ist besagter Freund meines Vaters. Der Erinnerung nach versuchte er sich als Alphatier und wurde auch kritisch von Erik Ziemen erwähnt .
Deine Altdeutschen zwicken Dich? :D legst Du sie aufs Kreuz oder wäre das übertrieben?
Werner Freund... Mit dem haben die Wölfe wirklich einen guten Freund verloren... :( Der war selber ein halber Wolf... :thumbup:
Daß die etablierte, akademisch betriebene, distanzierte Verhaltensforschung damit ein Problem hat, liegt auf der Hand... Meine Philosophie ist, daß, wenn ich über ein Tier möglichst viel lernen will, ich ein Teil meines Menschseins aufgeben und einen Teil dieses Tieres annehmen muß. Sonst entgehen einem viele Details, die man als Außenstehender nicht sehen kann, wohl aber als "Insider"...

Was meine/unsere Altdeutschen angeht... Auf's Kreuz legen wäre übertrieben. Ein scharfer Blick und ein Knurren, ggf. ein Hochziehen der "Lefzen" meinerseits reichen. Die sind halt in der Flegelphase, in dem Alter alle paar Wochen wieder... :D Beim Rüden geht sie allmählich zuende, aber die Kleine fängt gerade damit an. Langweile? Niemals! :)
Tja, Altdeutsche sind eben kernige "Primitivrassen" (also nur auf Eigenschaft gezüchtet, nie auf Äußeres), die's seit einigen hundert Jahren ungebrochener Linie gibt. Die haben ihren eigenen Kopf... :rolleyes:

LG
Grauer Wolf
 
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