Zimen kenne ich natürlich. Gehegewölfe sind sehr mit Vorsicht zu genießen und Forschungsergebnisse an ihnen praktisch nicht auf wilde Wölfe übertragbar, auch nicht die von Zimen.
Das Problem ist, daß es meistens keine gewachsenen Familienstrukturen sind, sondern daß oft verschiedene Tiere zusammengestellt werden. Allenfalls sind's mal Geschwister, was aber eigene Probleme verursachen kann. Pauschalisieren kann man hier nicht, jede Situation ist anders.
Wenn man sich in ein (gefangenes) Wolfsrudel integrieren will, hat man imho drei Optionen.
Die erste wäre, man gibt den Alpha-Wolf und dominiert das "Rudel". Das gibt unter diesen Umständen möglicherweise ein ständiges Kräftemessen mit ggf. fatalen Folgen.
Die zweite Möglichkeit: Man schwebt sozusagen oben drüber, hält sich aber weitgehend aus der eigentlichen Rangfolge raus. Wenn ich das jetzt richtig im Kopf habe, hat Werner Freund so gearbeitet (müßte ich mal wieder nachlesen).
Die dritte Möglichkeit wäre: Man lebt als gewöhnliches Rudelmitglied mittendrin und erkennt die Führung des Leittieres an. Das hat z.B. Shaun Ellis (der unter klassischen Verhaltensforschern sehr umstritten ist) bei seinen fast 2 Jahren unter wilden Wölfen gemacht (wo er durch die Strapazen fast draufgegangen wäre) und m.W. auch mal unter gefangenen Tieren.
Der Punkt ist, man muß einen Test- oder Disziplinierungsbiß der Grauen ungerührt wegstecken können. So ein Testzwicker (Hallo, wo sind meine Grenzen? Zeig sie mir!

) ist schon bei meinen Altdeutschen heftig (das gibt auch immer die passende Antwort von mir) und nicht jedermanns Sache...
Bei wilden Wölfen kann man sich dann noch lose anschließen,
wenn man akzeptiert wird. Ian McAllister arbeitet z.B. auf diese Weise mitten im Rudel, ohne aber Mitglied zu sein.
LG
Grauer Wolf