Sansara schrieb:
Aha, wieso? Du wolltest doch wissen, wie ich Gott/Seele(...) definiere. Ich definiere es halt sehr abstrakt.
LG von Sansara
PS: Warum seid ihr immer alle so bissig zueinander? Geht's hier darum, der schlauste zu sein oder sich auszutauschen?
Hm... es geht immer darum die Voraussetzungen zu überprüfen.
Ich versuche dir das mal vorzuführen:
Du definierst "Gott" auf deine Weise. Es geht mir nicht um den genauen Inhalt dieser Definition, sondern eben, sozusagen eine Ebene darüber, um den ganzen Prozess an sich: Du sagst (für dich) was Gott ist.
Würdest du ihn anders definieren, wäre er auch vollkommen anders. Sollte "Gott" nicht aber eben jenseits der einzelnen Begrifflichkeiten der Menschen stehen?
Ich will dich jetzt also nicht "kritisieren" oder so, sondern mir geht es darum, dass du dir selbst die Sache ansiehst.
Also, ist es nicht immer so, dass "Gott" einfach nur seine Beschreibung ist? Wo ist "Gott", wenn dieser Begriff "Gott" nicht auftaucht? Gibt es ihn dann? Oder ist er nicht eigentlich nur dann da, wenn du an ihn denkst?
Und ist es nicht genau so mit all den anderen Begriffen wie Wahrheit, Erleuchtung usw.?
Es ist ja ganz leicht, jeder kann da alles mögliche erfinden, von irgendwelchen "Himmelsenergien" angefangen, über "Engel" und was weiß ich noch. Das ist ganz leicht, und man kann eben daran glauben - nur ist das auch wirklich zufriedenstellend?
Wenn aber diese ganzen Begriffe fallen gelassen werden, was bleibt dann? Gibt es, wenn du nicht nachdenkst, noch legitimerweise diese Unterscheidungen?
Ist das nicht seltsam:
Ein Mensch sagt "ich habe eine Seele", der andere bestreitet es. Es gab vielleicht irgendwelche Naturvölker, die nie auf die Idee gekommen wären soetwas wie eine "Seele" anzunehmen, ja denen das ganze absurd erscheinen würde.
Jedes einzelne Volk, jede Religion hat zum Teil völlig widersprüchliche Thesen - wer hat jetzt recht? Muss das für jemanden, der Gewissheit sucht, nicht unerträglich sein?
Vielleicht kannst du halbwegs nachvollziehen wie "willkürlich" diese ganzen Worte und Begriffe sind, wie einfach sie in die Welt kommen und daraus wieder verschwinden und dass sie letztendlich gar nicht existent sind.
Und dann gilt es zu sehen, wie sehr diese Gedanken unser Leben beeinflusst haben, wie sehr sie sich bis tief hinein gefressen haben.
Niemand muss glauben, du musst nur den Mut haben, alleine zu stehen. Eine offene Hand, ein leeres Herz - es gibt dann keine Fragen mehr.
liebe Grüße